Gammel Havn

Jetzt waren wir (neu)gierig geworden (auf)nach mehr Sehenswerte(s)m auf der Insel. Wir hatten ja genügend Infomaterial ausgehändigt bekommen. Eigentlich wollten wir per Rad los, aber es war ziemlich windig und da, wo wir hinwollten, gab es lt. Karte überwiegend Schotterstraßen. Also genau das Richtige für Big Fix! Gammel HavnUnser erstes Anlaufziel war der “Gammel Havn”. Vergammelt war er absolut nicht, allerdings alt (gammel), nämlich von 1911. Bis er 1956 endgültig versandete, war er der Lebensnerv der Bewohner Furs. Jetzt gibt es dort noch ein kleines Hafenbecken ohne Verbindung zum Meer und in einem Gammel Havnehemaligen Hafengebäude eine liebevoll errichtete Ausstellung, die kostenfrei war und die wir uns natürlich ausgiebig anschauten.

Gammel HavnGammel HavnGammel Havn
Gammel HavnGammel HavnGammel HavnGammel HavnGammel HavnGammel HavnGammel HavnGammel Havn

Kein leichtes Leben, das der Fischer zu damaligen Zeiten!

Inselkarte Wir setzten unsere Inselrundfahrt fort. Fur ist nur 22km² groß mit 800 Einwohnern, aber hat eine für solch eine kleine Insel erstaunlich vielfältige Landschaftstruktur. Von den Steilküsten im Nordwesten waren wir ja schon so begeistert gewesen, im Inneren dagegen ist die Insel leicht hügelig, bewaldet und grün. Entstanden während der letzten Eiszeit durch eine vorgerückte Gletscherzunge. Auf den höchsten Erhebungen fand man Hügelgräber.

Manhøje (Hügelgrab)AussichtAussicht mit CampingplatzInselkarte mit Campingplatz Panoramaaussicht

Man braucht nicht lange zu fahren und ist schon wieder am Wasser. Zum nordöstlichsten Zipfel – Færker Odde – führten nur noch einspurige Schlaglochpisten. Gelohnt hat es sich allemal, denn wir fanden uns in einer wunderschönen, blühenden Heidelandschaft wieder.

InselrundfahrtInselrundfahrtInselrundfahrt

InselrundfahrtWir “hoppelten” zurück und waren unvermittelt in Irland. So stellen wir uns Irland zumindest vor! Oder eher Schottland? Und wieder gab es eine Steilküste, die wir diesmal aber nur von oben anschauten bzw. von oben nach unten.

Inselrundfahrt

Jetzt fehlte nur noch der neue Hafen. Dort waren wir mit der Fähre angekommen. Viel zu sehen gibt es dort nicht, interessant waren die Darstellungen auf den Fischen, die die Entwicklung der Fährschiffe zeigten, von “huckepack” bis heute.

FährfischeFährfische FährfischeFährfische

Ansonsten standen und lagen nur noch ein paar Gestalten in der Gegend herum!

FährhafenFährhafenFährhafenHafen

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Knudeklinterne

Unser Internet-“Starterpaket” war aufgebraucht, die Woche war um. Und wir waren auf der Insel Fur! Hier gab es (fast) alles, aber keinen Telefonladen. Per Internet aufladen können wir ja nicht, da ausländische Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Ich kam auf die Idee, die netten Campingplatzbetreiber zu fragen, ob es möglich sei, dass sie online ein neues Paket für uns kaufen und wir es ihnen bezahlen. Brian Hilsen recherchierte in seiner Mittagspause für uns und fand dann nur die Möglichkeit, für 199 DKK eine Aufladenummer zu kaufen. Wieviel Volumen man dafür bekommen würde, war unklar. Uns hatte man in dem Telefonladen von TDC, wo wir unser Starterpaket erworben hatten, gesagt, dass der Folgepreis für 10GB und einen Monat 299 DKK sein würde. Herr Hilsen bot uns an, es zu versuchen und wenn es nicht richtig wäre, würde er den Bon zurücknehmen. Er besaß ein Konto bei TDC, da man in seinem Kiosk sämtliche verfügbare Telefonkarten kaufen konnte, nur eben keine für Internetvolumen. Da wollte er logischerweise sein eigenes WLAN verkaufen. Auf dem Bon, den er ausdruckte, stand eine genaue Anleitung auf dänisch. Er machte sich die Mühe, uns alles zu übersetzen, ins Englische. 😉 Das wäre nicht nötig gewesen, denn dänisch lesen (NICHT hören und verstehen!) ist relativ einfach. Auch das wieder eine Kundenfreundlichkeit, die man nicht überall findet.
Abends probierte ich mein Glück und siehe da, wir hatten weitere 10GB für einen Monat! Für umgerechnet €26,65.

Bei unserer Ankunft war mir aufgefallen, dass in einer Glasvitrine in der Rezeption allerlei Gesteinsarten lagen und auch einige Fossilien. Wir hatten von Herrn Hilsen ein paar Faltblätter und ein Heftchen über die Insel ausgehändigt bekommen und daraus entnommen, dass sich in unmittelbarer Nähe zum Campingplatz nicht nur der Strand, sondern auch irgendwelche Klippen befinden. Es waren verschiedene Spazierwege/Wanderrouten unterschiedlicher Länge ausgewiesen, die kürzeste führte laut Karte am Strand entlang. Also marschierten wir los! Kieselstrand Der Strand bestand aus Sand mit unzähligen größeren und kleineren Steinen unterschiedlichster Art. Das Gehen war etwas beschwerlich, aber wir hatten es ja nicht eilig. Schon nach ca. einem Kilometer wichen die Dünen und es wurde felsig. Und was sich uns dann auf den nächsten 600m präsentierte, hätten wir nie und nimmer auf dieser kleinen Insel erwartet! Gesteinsformationen, wie wir sie noch nirgendwo gesehen haben. Dunkle Schichten vulkanischer Asche ziehen sich wie Adern durch den Fels, mal senkrecht, mal diagonal, mal fast horizontal, mal wellenförmig. Es war faszinierend! Der Fels ist Moler-Gestein. Kannten wir bisher nicht! Moler entstand vor etwa 55 Millionen Jahren hauptsächlich aus mikroskopischen Kieselalgen und an verschiedenen Stellen auf der Insel wird durch den Moler-Abbau Kieselgur gewonnen. Moler-BahnIn den Anfängen wurde die Kieselgur mit der Hand abgestochen und auf Schubkarren aus der Grube transportiert. Später wurde sie in Loren gefüllt, die mit Pferden oder Seilwinden aus der Grube gezogen wurden. Ab den 1950er-Jahren wurden die Loren von Loks gezogen. Und solche Exemplare fanden wir dann auf dem Rückweg!

Moler-BahnMoler-Bahn Moler-BahnMoler-Bahn Moler-Bahn

Die Steilhänge wurden höher, der Strandabschnitt wurde immer schmaler. Wir konnten uns noch so gerade am Saum des Limfjordes entlang hangeln ohne nasse Füße zu bekommen. Streckenweise liefen wir unter den Felsüberhängen hindurch und bewunderten die vielen Felshöhlen. Ganz ungefährlich war das wohl nicht, Steinschlag von oben wäre nicht so gut gewesen! Oder ein Abbruch. Hat es ja alles schon gegeben. So waren wir denn auch nicht unfroh, als die Felslandschaft langsam wieder in Dünenlandschaft überging. Aber wie nach oben kommen? Unsere eingezeichnete Wegstrecke führte irgendwo vom Strand weg und tatsächlich kam ein Trampelpfad, dessen steilste Stelle nur noch im Vierfüßlergang zu bewältigen war. Wir wunderten uns, dass das ein ausgewiesener Wanderweg sein sollte!? Oben angekommen ging es geradeaus oder nach links. KlippenWir entschieden uns für links, liefen jetzt parallel zur Küste AUF den Klippen und stellten dann fest, dass DIES der eingezeichnete Weg war!!! Okay, logisch wegen der Gefährlichkeit und der Unwegsamkeit, aber total langweilig! Auf den Steilhängen wuchsen Bäume und die verhinderten jegliche Ausblicke. Man lief also einen Wiesenweg, links Bäume und rechts Bäume. SteilhangAn einer einzigen Stelle konnte man auf den Strand hinuntersehen und erhaschte einen kleinen Blick auf eine Klippe. Was wäre uns entgangen! Eine neugebaute Aussichtsplattform gab es noch, von der konnte man eine kleine Schlucht entlang sehen, aber alles kein Vergleich zu dem, was wir gesehen hatten.

Wir wundern uns, dass wir noch nie etwas von diesen wirklich sehenswerten Naturvorkommen gehört oder gelesen hatten! Und wenn wir euch jetzt neugierig gemacht haben, was wir hoffen, dann braucht ihr nur “hier” zu klicken! Als kleinen Anreiz gibt es ein “Vorschaufoto”. 😉 Die einzelnen Fotos im Album sind natürlich noch zu vergrößern. Ihr solltet sie also anklicken und fortlaufend anschauen.

Knudeklinterne

Ach ja, Knuden sind Knoten und Klinterne bedeutet Klippen. Der westlichste Punkt der Insel heißt “Lille Knudshoved”, ein altes Meeressteilufer aus der Steinzeit. Was übersetzt “Kleiner Brennkopf” heißt. Ein Teil der Steine am Strand sind tatsächlich Feuersteine. Fred, Wilma und Pebbles waren allerdings leider nirgendwo zu sehen!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

56°50’0’’N / 8°58’39’’E

Das sind die GPS-Daten vom “Fur Camping” im Nordwesten der Insel Fur.

Empfangsgebäude

In diesem Gebäude sind Rezeption und ein kleines, gut sortiertes Lädchen untergebracht, an der Rückseite gibt es noch ein Restaurant mit Terrasse. Täglich sahen wir etliche Dänen aus ihren Fahrzeugen steigen, die das Restaurant besucht haben. (Wir haben das Essen nicht probiert, die Preislage für Fisch & Co. ist für uns, wie ja schon erwähnt, ungewohnt hoch.) Gerade noch akzeptabel waren jeweils 4€ für Waschmaschine und Trockner im Untergeschoss.

Unser Platz Ent- und Versorgung

Die Ent- und Versorgungsstation war nur ein paar Schritte von unserem Stellplatz entfernt, aber gut “versteckt” hinter Hecken. Was hier wie fast überall an Stell- oder Campingplätzen in Dänemark positiv auffällt ist, dass an diesen Stationen ein Handwaschbecken mit Seifenspender installiert ist.

Mehrzweckgebäude

In diesem Haus mitten auf dem Campingplatz befinden sich die “Badezimmer” mit Dusche, Waschbecken und WC , alle sehr gepflegt.

Eingang Sanitärbereichmehrere "Badezimmer"alles sauberund gepflegt

Auf der anderen Seite des Hauses wartet eine große Küche mit angrenzendem Essraum auf die Campinggäste.

Diese “Koch-Oase” ist sehr gut ausgestattet und bietet vor allem den “Zeltern” die Möglichkeit, nach Herzenslust zu kochen, braten, backen, aufzuwärmen oder zu grillen, um anschließend in kleiner oder größerer Runde im “Esszimmer” oder auf der großen Terrasse mit Meerblick zu speisen. (Diese Topausstattung im Küchen- und Sanitärbereich haben wir auch auf anderen Campingplätzen so oder ähnlich “top” gesehen. )

GasherdeBacköfenMikrowellenSpülen und ArbeitsflächenThekeEssbereichTerrasse mit Meerblick

Sogar eine Puppenküche für die Kleinen war vorhanden!

Puppenküche

Wir haben schon Nebensaisonpreis (ab 9.8.) bezahlt, pro Nacht 28,78 € incl. Strom, Duschen, Frischwasser und Entsorgung. Auch in der Küche waren alle vorhandenen Geräte einschließlich Kühl- und Gefrierschrank ohne Füttern von irgendwelchen Geldautomaten zu benutzen. Die Waschmaschinen und Trockner funktionierten auch ohne Münzautomaten, man bezahlte einfach im Lädchen.

ÜbersichtsplanBesonders schön ist natürlich die Lage des Campingplatzes. Er ist sehr großzügig auf Terrassen angelegt und wunderschön in die Landschaft integriert.

FerienhäuschenKuscheleckeLagerfeuerplatzKuschelbänkchenRegenschutz mal anders

Für uns war es wahrscheinlich der teuerste Platz auf dieser Reise, aber es hat sich absolut gelohnt, hierher gekommen zu sein.

Zum Schluss möchte ich unbedingt noch das immer freundliche und hilfsbereite Betreiberehepaar, Betina und Brian Hilsen, hervorheben, sie haben es wirklich verdient! Smiley 

Abendstimmung

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Insel FUR – Highlight, Geheimtipp und unser Favorit

Wir lieben das Meer. Und deswegen lieben wir Inseln, denn da gibt es mehr Meer. Und bei kleinen Inseln hat man das Meer erreichbar rundherum. So eine Insel ist Fur. Kennt ihr nicht? Wir hatten vorher auch noch nichts von ihr gehört und sind wieder durch unseren “Wohnmobil-Tourguide” darauf aufmerksam geworden. Dort heißt es: “Dass Dänemark ruhig und hyggelig ist, ist bekannt, doch es geht noch eine Spur ruhiger. Im Norden der Halbinsel Salling fährt eine Autofähre nur wenige Minuten auf die vorgelagerte Insel Fur. Die Insel liegt zwar nicht im offenen Meer, ist dafür aber wesentlich ruhiger als mancher Nordseestrand.” Dann war noch von Sandstränden im Osten und Steilküsten im Norden die Rede. Und einen (1!) Campingplatz gibt es auch.

Fährfahrt nach Fur Nach unserer Burgbesichtigung fuhren wir noch das kleine Stück bis zum Limfjord und dann mit der besagten Fähre. Der Campingplatz liegt einmal quer über die Insel im Nordwesten. Winzig kleine und enge Straßen, zuletzt nur noch ein Schotterweg, einspurig. Ab und zu gibt es zwar eine Ausbuchtung, aber wir sind froh, dass uns kein Fahrzeug entgegen Fur Campingkommt – UND – dass wir nicht mit Oscarlotta
hier unterwegs sind. Auf dem
werden wir sehr freundlich
begrüßt und können uns auf
dem wenig belegten Platz aussuchen, wo wir stehen möchten. mit Blick aufs MeerWir wählen am höchsten Punkt einen Platz mit Meerblick! Den verteidigen wir die nächsten Tage (den Meerblick), denn es gibt auch hier Kuschelcamper, die sich auf einer großen freien Wiese direkt vor unsere Nase stellen möchten. Weil auch sie natürlich Meerblick wollen, ihn uns aber eiskalt nehmen würden, obwohl zwei Meter weiter für sie (und für uns) alles genauso gut ist. Wir fragen uns sooo oft, ob es überhaupt noch Menschen gibt, die denken, für andere mitdenken, Rücksicht nehmen. Die Einstellung “Hauptsache, mir/uns geht es gut” greift – leider – immer weiter um sich.

Fur Camping (Meerblick)

Fur Camping (Shelter) Wir laufen noch am ersten Abend den Schotterweg runter zum Strand. Ganz am unteren Ende des Campingplatzes, noch unterhalb der großen Zeltwiese, stehen zwei “Shelter”, einfachste Fur Camping (Shelter) Übernachtungshütten für versenkbarer Tisch Wanderer. Norma wäre begeistert gewesen!!! Ein Dach über dem Kopf, ein Holzboden, um seinen Schlafsack auszulegen und ein versenkbarer Tisch! Was will Wanderer mehr?

Am Strand gibt es lauschige Eckchen mit Picknick-Tischen inmitten von Heckenrosen. Das ist auch so eine Besonderheit von Dänemark. Jeder kleinste Strandabschnitt, der öffentlich ist, hat ein Hinweisschild an der Straße, eine Parkmöglichkeit für mehr oder weniger Autos, oft diese Tisch-/Bänkekombination, Picknickeckeimmer mindestens einen Abfalleimer und meistens noch ein Toilettenhäuschen! Und alles ist sauber.

Es gefällt uns hier! Der Limfjord ist wesentlich wärmer als die Nordsee. Für diesen ersten Tag reicht uns allerdings das Spazierengehen mit nackten Füßen im Wasser. Was uns die Insel noch an fantastischen Eindrücken zu bieten hat ahnen wir an diesem Abend noch nicht!

unser Strandabschnitt

written by Ingrid
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Burg Spøttrup

Burg Spøttrup Am nächsten Vormittag – die Dänen fuhren schon wieder Sightseeing – machten wir uns nach der bereits beschriebenen Bezahlprozedur wieder auf die Reise. Uschi hatte die nächste Insel ausgesucht. 😉 Unterwegs lag allerdings etwas, das unbedingt besichtigt werden musste, die mittelalterliche Burg Spøttrup. Diese und andere Infos beziehen wir aus dem sehr empfehlenswerten Buch “Wohnmobil-Tourguide” (Die schönsten Routen durch Dänemark) von Michael Moll, erschienen im Verlag Reise Know-How, Bielefeld.

Burg Spøttrup auf der Halbinsel Salling ist eine der besterhaltenen Wasserburgen Dänemarks aus dem Mittelalter. Um 1500 erbaut im Auftrag des damaligen Bischofs von Viborg als Wehranlage, so gut wie uneinnehmbar durch zwei Wälle, zwei Burggräben und zwei Zugbrücken, nicht unnötig zu Zeiten der Reformationsunruhen. Fensterumbauten In dieser Zeit wurden viele der ursprünglich großen Fenster zu Schießscharten umgewandelt. Nach der Reformation ging die Burg in den Besitz des Königs über und ab 1579 gab es drei wechselnde private Besitzer. Jeder veränderte das Aussehen der Burg nach seinem Gefallen, der Nordflügel musste irgendwann um einige Meter verkürzt werden, da aufgrund des sandige Untergrundes das Fundament nachgegeben hatte. Beim ersten großen Umbau wurde der gesamte Schützenboden mit seinen umlaufenden Wehrgängen abgerissen, wodurch die Gebäude einige Meter niedriger wurden. Später wurden im Hof der Burg zwei Treppentürme errichtet, früherer Eingangwodurch der Zugang durch die früheren hochsitzenden Türen ersetzt wurde. Nur durch diese konnte man früher in die oberen Etagen der Burg gelangen, unerreichbar für ungebetene Gäste, wenn der Treppenzugang entfernt worden war.

Kellergewölbe Wir fingen in den Kellergewölben mit unserer Besichtigung an und arbeiteten uns Etage für Etage über kleine und kleinste Stiegen hoch bis in das Dachgeschoss, in die erhaltene Stube der Wachleute und den Verbindungsgang der einzelnen Burgflügel.

VerbindungsgangVerbindungsgangVerbindungsgang

Besonders interessant waren die “Heimlichkeiten”, drei von ursprünglich vielen, vor allem auf dem alten Schützenboden, sind erhalten geblieben. “Fallhöhe”: etwa 9m! 😉

"Heimlichkeit""Heimlichkeit""Heimlichkeit""Heimlichkeit" von außenFallhöhe 9m!

Möbliert sind die Räumlichkeiten relativ spärlich, trotzdem kann man sich mit etwas Phantasie gut vorstellen, wie sich das Leben im Mittelalter abgespielt haben muss. Besonders komfortabel bestimmt nicht! Und wenn man sich etwas hatte zu Schulden kommen lassen, endete man so:

am Pranger 

Für Mittelalter- und Landschaftsliebhaber gibt es noch ein Album mit ein paar mehr Fotos, bitte hier klicken.

written by Ingrid
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Mennesket ved Havet

Wir verließen die Insel Fanø in Ermangelung einer anderen Möglichkeit so wie wir gekommen waren, mit der Fähre. Durch unseren kleinen Ausflug nach Esbjerg wussten wir ja nun immerhin, dass wir bei der Hinfahrt die Rückfahrt schon mitbezahlt hatten. Gesagt hatte man uns das nicht, auf dem Ticketbon stand auch nichts und so hatten wir angenommen, dass wir nur die einfache Fahrt bezahlt hätten. Und die wäre mit umgerechnet €55,55 ja nicht so ganz preiswert gewesen, für so ein kleines Reisemobilchen. Aber für hin und zurück kann man ja nicht meckern!

Mennesket ved Havet Wir hielten uns nah am Meer, fuhren durch das Hafengebiet auf der Suche nach einer Attraktion (der einzigen?) in Esbjerg. Und da waren sie, die Mennesket ved Havet (Menschen am Meer), eine riesige Skulptur des Bildhauers Svend Wiig Hansen, 9m hoch. Vier Herren sitzen dort seit 1994 am Strand und schauen aufs Meer. Zum einhundertjährigen Bestehen der Stadt wurde das Kunstwerk eingeweiht und hat sich zu einer absoluten Touristenattraktion entwickelt.

Mennesket ved HavetMennesket ved HavetMennesket ved Havet

Bei unserer Weiterfahrt überfiel mich der Frühstückshunger, aber Uschi meinte, ob ich nicht noch etwas warten könne, wir wären doch bald am Meer. Frühstück mit Blick aufs Meer wurde es dann allerdings trotzdem nicht, da waren die Dünen davor. Aber auch nicht schlecht, oder?

Frühstückspause

Gestärkt ging es weiter, immer am Meer entlang. Der Ringkøbing Fjord nahte und wir hielten uns ganz links, fuhren die 30km lange Nehrung namens Holmsland Klit, die den Fjord von der offenen Nordsee trennt. Eigentlich wollten wir dort auf einem Campingplatz bleiben, aber es war uns überall einfach noch zu voll und auch zu teuer. So hielten wir nicht einmal für einen Kaffee oder ein Softeis, sondern fuhren dem nächsten Fjord entgegen, dem Nissum Fjord. Auch hier ging es wieder über die Nehrung. Unser Ziel war der Ortsteil Handbjerg der kleinen Stadt Vinderup an der Venø Bugt des Limfjords. Im TopPlatz-Verzeichnis 2015 auf Seite 21 als neu gelistet und von Uschi gefunden, ein Wohnmobilstellplatz an einem Sportboothafen, die “Handbjerg Marina”. Schiffe kucken geht bei uns ja immer und wir wurden nicht enttäuscht! Ein sehr schön angelegter Wohnmobilhafen am Yachthafen, die angegebene Kapazität mit 100 Mobilen allerdings wohl stark übertrieben. Zum Glück waren nur 6 Mobile da und die standen schön verteilt mit genügendem Abstand zueinander. Wir reihten uns ein und gingen dann zu den Hafengebäuden, um die Bezahlungsweise zu ergründen. Es gab einen Kassenautomaten, es gab eine Beschreibung in dänisch, englisch und deutsch. Keine erschloss sich uns! Im Büro unterhielten sich drei Männer und einer war so nett und erklärte uns auf englisch die Prozedur. Voraussetzung war eine Kreditkarte. Von der wurde ein für uns willkürlich erscheinender Betrag für eine Nacht und für eine nicht näher bestimmte Menge Strom (keine Pauschale) sowie ein Kartenpfand abgebucht. Der Automat spuckte eine Servicekarte aus. Die musste am Stromautomaten eingesteckt werden und man musste die Frage nach der gewünschten Strommenge beantworten ohne dass einem gesagt wurde, wieviel Strom man denn für wieviele Kronen bekommt. Also das Risiko eingehen, dass das Stromkontingent mitten in der Nacht aufgebraucht ist (unser Kühlschrank schaltet nicht automatisch um) oder auf Verdacht soviel aktivieren, dass am nächsten Tag sicher viel zu viel ungenutzt übrig bleiben würde. Wir entschieden uns für die erste Variante. Bei Abreise sollte man die Karte wieder einstecken, seine Zählernummer wählen und auf eine Taste “Auszahlung” drücken. Im Display der Stromsäule erschien am nächsten Morgen für uns der verbrauchte Betrag, 28 DKK. Zum Kassenautomaten gehen, die Servicekarte einschieben und warten, dass der zuviel bezahlte Betrag als Schein- oder Hartgeld herauskommt, so lautete die Anweisung. Es kam ein Bon, der uns darüber informierte, dass 115 DKK von unserer Kreditkarte abgebucht würden, also die 75 Kronen für den Stellplatz und 40 Kronen für Strom. Verbraucht hatten wir ja aber nur für 28 Kronen. Die Differenz beträgt zwar nur umgerechnet 1,61 Euro, aber auf die Dauer rechnet sich das sicher. So etwas Kompliziertes hatten wir auch noch nicht!

Handbjerg Marina Der Stellplatz an sich hat uns aber gut gefallen, es gibt eine VE-Station, Duschen gegen Bezahlung, ein Restaurant und einen Imbiss. Und einen schönen Blick auf den Yachthafen und die Bucht. Eine weitere Besonderheit gab es aber auch noch! Alle paar Minuten fuhr ein anderer dänischer PKW langsam an der Reihe der Wohnmobile vorbei, wendete mühevoll am letzten Mobil und fuhr wieder langsam zurück. So ging das den ganzen Abend, Sightseeing auf dänisch!!! Komm, Smilla, wir fahren noch ein wenig Wohnmobile gucken!

Handbjerg MarinaHandbjerg Marina (Duschen+Sauna) Handbjerg Marina Handbjerg MarinaHandbjerg Marina

written by Ingrid
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Straaaaand!!!

Inselkarte Die Strände von Rømø waren ja schon durchaus beeindruckend, aber mit den Stränden von Fanø kommen sie eindeutig NICHT mit! Die ganze, 56km² große Insel besteht überwiegend aus verschiedenen Flugsandformationen, sowohl hohen Dünen als auch niedrigeren Partien. Häuschen mit AusblickIm Osten gibt es einen schmalen Streifen Marschland und im Westen einen breiten Vorstrand – über die gesamte Länge der Insel.

Das erste Mal waren wir per Fahrrad und am Schluss in den Dünen bei Sønderho zu Fuß unterwegs. Nach dem Erklimmen einer größeren Düne hatten wir einen tollen Rundumblick.

Dünen + StrandDünen + Strand Dünen + Strand    
Die Insel war früher im Besitz des dänischen Königshauses. Die Bevölkerung, erste Besiedelung war im 12. Jahrhundert, wirtschaftete als Zinsbauern unter schwierigsten Bedingungen, da heftigste Sandstürme über die Insel fegten. Erst im 17. Jahrhundert begann man mit einer Bekämpfung der Sandtreiben, die die Insel ursprünglich aus einer Sandbank hatten entstehen lassen. 1751 verkaufte König Christian VI die Insel für 6000 Reichstaler mit Jagd- und Strandrecht an die Inselbewohner. Dieser Kauf war der Beginn der Glanzzeit Fanøs. Zu der Zeit war der Hafen der Insel noch bei Sønderho an der Südostküste, man lebte überwiegend vom Fischfang und später von der Seefahrt. Den Reichtum sieht man noch heute an den vielen alten Reet gedeckten Häusern, die zum großen Teil unter Denkmalschutz stehen. Das Hauptgebäude unseres Campingplatzes ist auch ein solches Prachtexemplar.

ReetdachhäuserTor DachgaubeReetdachhäuserGarten mit Hortensien

Wir liefen barfuß durchs Watt und stoppten erst, als wir ans Wasser kamen, das aber nur eine Vertiefung vor der nächsten Sandbank war. Die offene See war noch weit draußen.

WattwürmerWattwürmerWatt

Beim zweiten Mal fuhren wir per Rad Richtung Nordby bzw. Rindby. Dort wird der Strand richtig breit, dort sind die Strandsegler und Kitebuggyfahrer und an einem extra gekennzeichneten Strandabschnitt die Wind- und Kitesurfer. Ja, Wind gab es genug und der kam uns entgegen! Dänemark verfügt über ein wunderbar ausgebautes Radwegenetz und so ging es zunächst noch sehr erträglich abseits der Straße durch Heidelandschaft und dann durch ein Waldgebiet. Bei der ersten Gelegenheit bogen wir nach links ab Richtung Strand. Am Strand gegen den Wind weiterfahren gaben wir nach wenigen hundert Metern auf! Die Kiter waren noch sehr weit weg. Was tun? Schieben oder umkehren und denselben Weg zurück? Uschi kam dann zum Glück auf die glorreiche Idee, dass wir, da wir uns ja auf dem Autostrand befanden, doch mit den Rädern am Strand zurückfahren könnten. Aber klar!!! Mit dem Wind ging alles wie von selbst, wir glaubten Batteriefahrräder zu haben! Noch nie zuvor in unserem Leben sind wir auf einem Strand Fahrrad gefahren. Wir waren so gut wie allein, nur ab und zu kam uns ein Auto entgegen. Man kann mit dem Auto nur an zwei Stellen auf den Strand fahren, ganz im Süden, auf der Höhe von Sønderho und ganz oben kurz vor Nordby. Die gesamte dazwischenliegende Strecke ist erlaubt befahrbar, ca. 12km. Ungefähr fünf davon sind wir gefahren und es war so toll!!!

endloser Strand

Damit das Vergnügen nicht so schnell vorbei sein würde, haben wir ab und zu angehalten und die am Wege liegenden großen und kleinen Bauwerke bestaunt.

BunkerBunkerSandburg Sandburg

Von den großen Bunkern aus dem 2. Weltkrieg gab es unzählige an diesem Strandabschnitt, alle paar Meter einen, mehr oder weniger erhalten bzw. vom Sand verweht. Da waren uns die kleinen Bauwerke eindeutig lieber.

Die dritte “Strandbegehung” war eine noch größere Überraschung, aber kein größeres Vergnügen. Wir wollten uns Esbjerg anschauen, hatten aber keine Lust, mit den Rädern die 10 Kilometer bis zum Fähranleger zu fahren. Also beschlossen wir, den Inselbus zu nehmen, der direkt vor dem Campingplatz hielt und außerdem alle halbe Stunde verkehrte. Erste Überraschung: Der Fahrpreis! Hin und zurück pro Person €8,57. per Bus über den Strand Zweite Überraschung: In Rindby fuhr der Bus Richtung Strand. Uschi fragte noch “Wo will der denn hier wenden?” als wir schon auf den Strand fuhren! Und dann fuhren wir mit einem Linienbus am Strand entlang!!! Der Busfahrer drosselte das Tempo nur unmerklich, wir wurden heftig durchgeschüttelt und wie lange ein Fahrgestell so etwas aushält, wissen wir nicht. Vor Beginn des Naturschutzgebietes bog er wieder auf normale Straßen ab nach Nordby. Nun ja, dafür war der Fahrpreis dann ja wohl doch gerechtfertigt.

Die Fähre war im Verhältnis der Anschaffungs- und Unterhaltungskosten dann vergleichsweise preiswert mit €12,05 für uns beide hin und zurück. Bei der Hinfahrt konnte man nirgendwo ein Ticket ziehen, auch auf dem Schiff war keine Bezahlmöglichkeit. Wir glaubten, unabsichtlich schwarz gefahren zu sein. Bei der Rückfahrt musste man allerdings durch ein Kassen- und Schrankenterminal und uns wurde klar, dass das völlig ausreicht. Denn egal, ob man die Insel erreichen oder verlassen will, man muss ja in jedem Falle wieder zurück!

findet ihr uns? Esbjerg hat eine ausgedehnte Fußgängerzone mit allen Geschäften, die das Herz erfreuen. Uns war am wichtigsten der TDC-Laden, in dem wir es mit Hilfe eines netten englischsprechenden jungen Mitarbeiters schafften, uns einen mobilen Prepaid-Internetzugang zu besorgen. Auf der Homepage von TDC war ich nicht weitergekommen, da es dort ausschließlich Vertragsangebote gab. Mit bis zu 300GB/Monat!!! Für mobiles Internet! Für umgerechnet, haltet euch fest, €46,72!!! Ich wandere aus! Der Mindestumsatz ist zwar festgelegt auf €280, also 6 Monate. Aber zu solchen Konditionen bekommt man in Deutschland gar nichts, zumindest nicht im Mobilfunkbereich.

Wir bekamen ein Starterpaket mit 10GB für eine Woche und zahlten dafür 149 DKK, also ca. 20 Euro. Nach Ablauf der Woche können weitere 10 GB (andere Volumengrößen gibt es angeblich nicht) aufgebucht werden, für unterschiedliche Zeiträume zu unterschiedlichen Preisen. 10 GB für einen Monat, die wir dann wohl nehmen werden, kosten dann das Doppelte. Mit 10 GB kommen wir schon ein Stück weit wenn wir zusätzlich immer dann Wifi nutzen, wenn wir es kostenfrei bekommen können. TDC ist der Anbieter Dänemarks mit der besten Netzabdeckung. Sicher hätte es noch preiswertere Alternativen gegeben, vielleicht sogar im selbem Netz, aber ich hatte keinen Nerv, danach im Campingplatzgarten sitzend zu suchen. Es gibt auch noch eine nicht unwesentliche Einschränkung. Als Ausländer kann man Volumen oder Guthaben nicht online aufbuchen, da ausländische Kreditkarten nicht akzeptiert werden! Man muss bei Kartenabwicklung eine dänische Identifikationsnummer angeben. Das kannten wir schon von Spanien, da konnten wir unser Carrefour-Guthaben auch nicht online aufladen, auch da braucht man die spanische ID NIF/NIE. Wir brauchen also einen Anbieter, der ein Ladenlokal hat und am besten nicht nur in Kopenhagen!

Etwas schwierig war dann noch das Aktivieren der SIM-Karte. Dänisch, das wir nicht sprechen, ist absolut nicht zu verstehen wenn man es hört. Lesen geht aber einigermaßen und so fanden wir dann nach einiger Zeit heraus, dass wir keine Aufladenummer eingeben müssen (die wir ja nicht hatten), sondern nur irgendwo irgendwas bestätigen mussten. Versuch macht kluch!

Die nächsten 2 Tage saß ich hochzufrieden mit Smartphone und Notebook hinter Fix und Boxi in unserem eigenen Garten und konnte gleichzeitig online sein und den von Uschi selbstgebackenen Kuchen aus unserem Omnia-Backofen genießen! Lieben Dank an dieser Stelle noch einmal an Steffi und Birgit, die uns den Teig schenkten und die Info gaben, dass es diesen sowie Brotbackmischungen bei IKEA zu kaufen gibt. Wussten wir bisher nicht!

Kaffeetrinken mit Omnia-KuchenKaffeetrinken mit Omnia-KuchenOmnia-Kuchen

written by Ingrid
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