Auf dem Weg nach Martin’s River

Wir hatten nach dem Besuch des Peggy’s Cove Lighthouse auf einem Campground direkt an der Landstraße übernachtet. Alles sehr einfach, relativ kleine Plätze, nur Strom und Frischwasseranschluss. Dafür war er aber auch etwas preiswerter mit “nur” CAD 30 (ca. €20), üblicherweise zahlen wir umgerechnet fast €30. Empfangen wurden wir so herzlich wie überall. Es ist schon nett, wenn eine völlig fremde Rezeptionistin einen anstrahlt und uns “girls” noch einen netten Abend wünscht! 😉

Bakery & Deli Wir fahren ja immer ohne Frühstück los, da wir, wenn Fahrtag ist, früher aufstehen (müssen) und dann noch keinen Hunger haben. In der Regel suchen wir uns nach 1 bis 1 1/2 Fahrstunden einen schönen Frühstücksplatz. Diesmal kam uns ein auffällig buntes Haus in die Quere, Bakery & Deli stand dran. Ich bin ja immer auf der Suche nach vernünftigem Brot und hoffte, hier fündig zu werden. Leider Fehlanzeige, dafür gab es aber verführerisch aussehende Backwaren. Und Kaffee. Also Frühstück! Ein weiterer Gast war da, setzte sich mit seinem Mittagessen an den Nebentisch und fing ein Gespräch mit uns an. Binnen 10 Minuten hatten wir eine Einladung zu ihm und seiner Frau nach Hause incl. einer detaillierten Anfahrtsskizze und seiner Telefonnummer. Er lebt an der Nordküste von Nova Scotia direkt gegenüber der Prinz-Edward-Insel. Dort wollen wir sowieso vorbei! Wir könnten auf seinem Grundstück stehen und bekämen auch Strom und Wasser! Wir fassen es immer nicht! Wieso bietet ein wildfremder Mensch uns an, ihn zu besuchen? Die Antwort auf diese Frage ist, wieder einmal, die außergewöhnliche Freundlichkeit, Aufgeschlossenheit, Zugewandtheit der Menschen hier. Dazu kommt, dass quasi jeder europäische Vorfahren hat. Bei Larry sind es zwei Brüder, die Siebzehnhundertirgendwas von Deutschland nach Kanada ausgewandert waren. Einer der beiden blieb in Nova Scotia und von ihm stammt Larry ab. Irgendwann möchte er mal nach Berlin!

St. Margaret's Bay RegionWir deckten uns mit einigem leckeren Kleingebäck ein und fuhren zunächst einmal um die gesamte St. Margaret’s Bay herum, immer ganz dicht an der Küste. Weil das landschaftlich so schön war, kürzten wir nicht ab, sondern fuhren auch die nächste Halbinsel noch einmal rundherum und waren dann an der Mahone Bay. Uschi hatte wie immer mehrere Campgrounds herausgesucht, da wir nie ganz genau wissen, wie weit wir fahren wollen. Der erste, ein Regionalpark, sah zwar ganz nett aus, aber es war uns noch zu früh am Tag. Allerdings nutzten wir den kleinen öffentlichen Rastplatz für eine kleine Rast aus!

Auf dem Weg nach Martin's RiverAuf dem Weg nach Martin's RiverAuf dem Weg nach Martin's River

Es wurde schließlich der “RayPort Campground” in Martin’s River unweit von Mahone Bay. Es war Mittagszeit und die Rezeption nicht besetzt, so suchten wir uns selbst einen Stellplatz direkt an dem munteren kleinen Flüsschen. Der Campground ist geprägt von Dauercampern und Dauercamper sind irgendwie alle gleich, egal in welchem Land sie leben.

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An diesem Abend wurde auch endlich mal ein Feuer gemacht! Holz gibt es auf JEDEM Campingplatz zu kaufen, da die Kanadier es lieben, ihren Fire Pit zu nutzen. Wir gingen noch einen Schritt weiter und bereiteten unser Abendessen darauf zu!

Martin's RiverMartin's River-RayPort CampgroundMartin's River-RayPort CampgroundMartin's River-RayPort CampgroundMartin's River-RayPort CampgroundMartin's River-RayPort CampgroundMartin's River-RayPort Campground

Später fuhr die Feuerwehr in einem total schicken Auto eine Platzrunde. Leider war ich nicht schnell genug. Aber das nachfolgende gelbe Volunteer-Fahrzeug hab ich erwischt!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Peggy’s Cove

Bevor unsere Reiseerlebnisse mit dem Verlassen von Halifax und Umgebung richtig losgehen, möchten wir euch eine Karte präsentieren, in der Uschi unsere geplante, angedachte oder wie auch immer Route eingezeichnet hat.

Route (Grobplanung)

Wir hatten ja schon erwähnt, dass wir keine Kilometer/Meilenfresser sind, wir wollen auch nicht jeden Tag fahren. Im Grunde haben wir unseren Alltag lediglich für nicht ganz 6 Monate auf die andere Seite des Atlantiks verlegt, so, wie wir das schon oft den Winter über mit Spanien gemacht haben. Wir halten viel davon, uns in einem kleineren, begrenzten Gebiet intensiv umzuschauen, etwas von der speziellen Lebensart der dort Ansässigen mitzubekommen, Erlebnisse und Eindrücke zu sammeln. Wir halten es (für uns!) für wenig sinnvoll, jeden Tag Hunderte von Kilometern/Meilen auf schnurgeraden Interstates oder Highways durch immer gleiche Landschaften zu fahren, nur um möglichst schnell von der Ostküste an die Westküste zu kommen. Auf dem KOA in Halifax trafen wir ein Ehepaar, das am Abend zuvor erst per Flieger angekommen war, ihr Mobil gerade ausgelöst hatte, sich einen Tag zum Einräumen und Einleben genehmigte und dann so schnell wie (mit einem Düdo!) möglich nach Calgary fahren wollte. Dann Alaska, dann “Indianerland”, Kalifornien, die Rocky Mountains, durch die Südstaaten nach Florida und dann im nächsten Jahr im Herbst den Indian Summer in Québec, New Brunswick und Nova Scotia erleben. Also ganz Nordamerika in einem Rutsch! Auf unsere Frage, wie sie es anstellen wollen, ihr Fahrzeug ohne Komplikationen länger als das erlaubte eine Jahr im Land zu belassen bzw. bei der Wiederausfuhr keine Schwierigkeiten zu bekommen, erhielten wir nur schwammige Antworten. Muss jeder selbst entscheiden, wir wollen das alles nicht! Vor drei Jahren haben wir uns einen kleinen Teil von British Columbia angeschaut und vom State Washington und Oregon. Dafür hatten wir drei Monate Zeit und hatten/haben das Gefühl, dort ziemlich viel gesehen zu haben. Dieses Mal bleiben wir an der Ostküste und “exploren” hier.

Peggy's CovePeggy's Cove

Am Dienstag verließen wir den KOA Kampground und fuhren sagenhafte 71km bis zu einem Ausflugsziel, das als “muss man gesehen haben” gilt. Peggy’s Cove, ein unspektakuläres Fischerdorf mit einigen touristischen Verkaufsläden und einem hübschen Leuchtturm, der zugegebenermaßen sehr dekorativ auf riesigen Granitfelsen steht. Mal heißt es, er sei das meistfotografierte Objekt Nova Scotias, mal sogar ganz Kanadas. Wir möchten uns nicht vorstellen, wie es während der Hauptsaison dort zugeht, wenn ganze Busladungen zum Leuchtturm pilgern! Schon jetzt war es schwierig, ihn ohne Menschen zu fotografieren. Das Wetter spielte mit, leichter Seenebel gab einen etwas mysteriösen Touch. Wir hätten uns noch etwas mehr Wellengang gewünscht. Bei Herbst- oder Winterstürmen dürfte es dort richtig abgehen! Die Granitfelsen, ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, erinnern mit ihren runden, geschliffenen Formen und ihrer Farbe an Walbuckel, weswegen die Gegend Whalesback heißt. Uns hat es gefallen!

Peggy's CovePeggy's CovePeggy's CovePeggy's CovePeggy's CovePeggy's CovePeggy's Cove Lighthouse

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KOA – Your Home Away From Home

KOA Halifax KOA-Plätze – oder besser Kampgrounds (ja, sie schreiben sich mit k! KOA=Kampgrounds of America) kennen wir schon von unserem letzten Nordamerikatrip. Es ist ein Zusammenschluss von privaten Campingplätzen, die sich einem gemeinsamen Standard verpflichtet haben. Im Jahr 1962 kam in Montana ein Farmer auf die Idee, für $1,75 Reisenden die Möglichkeit zu geben, ihr Zelt auf seinem Gelände aufzuschlagen. Es gab für jeden einen Picknicktisch und einen Feuerring (fire pit). Das ist auch heute noch Standard, inzwischen übernommen von fast allen Campingplätzen in Nordamerika. Diese frühe Campingidee wurde sehr schnell ein erfolgreiches Geschäftsmodell mit inzwischen annähernd 500 Plätzen in USA und Kanada.

Picknick-Garniturfire pit  KOAs in unserem ReisegebietKOA=Kampground of America

KOA-Plätze sind überwiegend familienorientiert (und bezahlbar!). Es gibt fast immer einen Swimming Pool, immer Liegefahrräder (dreirädrig) oder andere Fortbewegungsmittel überwiegend für Kinder, große luftgefüllte Hüpfkissen (jumping pillows), Spielplätze und ganz oft auch ein Pfannkuchenhaus.

pancake houselighthouse

Und natürlich jede Menge Holzhütten für diejenigen, die weder Wohnmobil noch Wohnwagen oder Zelt besitzen, aber trotzdem das Campingleben lieben oder ihre campenden Freunde oder Familienmitglieder besuchen möchten. Und viiiiele Waschmaschinen und Trockner! Wäscheleinen ziehen und Wäsche draußen aufhängen ist in Nordamerika nicht üblich und wird nicht gern gesehen. Dafür kann man aber Babies (um?)tauschen!

laundrywashrooms 

Alle KOA-Angestellten laufen in gelben Poloshirts herum, haben für jeden Sonderwunsch ein offenes Ohr und sind gleichbleibend freundlich.

etwas schief! Wir fühlen uns wohl auf KOA-Plätzen. Die Campsites, wie die einzelnen Stellplätze heißen, variieren je nach Platz stark. Oft sind die Kampgrounds in bestehenden Waldlandschaften aufgebaut worden, da gibt es dann auch mal nicht ganz so ebene Plätze! Kleinere, größere, Naturboden, geschottert, nur mit Strom und Frischwasseranschluss oder “full hookups”. Letzteres bedeutet, dass alles direkt am Platz per Schlauch ver- und entsorgt werden kann, bei exklusiven RV-Parks bekommt man so auch TV und Telefon ins Mobil. Es gibt “back-in”-Plätze und/oder “pull-through” (pull-thru). Erstere sind rückwärts anzufahren (weil die Ver- und Entsorgungsöffnungen an den Campingfahrzeugen IMMER hinten links sind, sind Wasser, Abwasser, Strom ebenfalls hinten links auf den Campsites untergebracht), bei pull-thru fährt man vorwärts rein und vorwärts wieder raus. Das ist für die “Monster”-RVs, die oft noch einen ausgewachsenen Kleinwagen hinter sich herziehen, die einzige Möglichkeit.

"Monster"-RV

Auf dem KOA-Kampground bei Halifax hatten wir das Glück, mit Fix und Boxi ein kleines Mobil zu haben. Einer der schönsten Plätze mit Blick auf ein Gewässer (wir dachten, es sei ein Fluss, es war aber ein sog. deadwater) war trotz des bevorstehenden langen Wochenendes mit Nationalfeiertag am Montag noch frei. Schon am Donnerstagabend füllte sich der Platz, am Freitag kamen ab Mittag Trailer, RVs, Fifthwheeler und Truck Camper in langer Schlange wie Prozessionsspinner. Abends war der Platz rappelvoll!

FifthwheelerKOA Halifax (voll) 
Wir räumten und räumten und räumten! Am Abend vorher hatten wir nur die gekauften Sachen verstaut und unser Bett freigeschaufelt. Uschis Tretroller musste wieder zusammengebaut werden und der Fahrradträger ebenfalls. Einen Wasserschlauch mit amerikanischem Anschluss hatten wir im Walmart gekauft, unsere Toilettenkassette transportierten wir per Roller zur Entsorgungsstation (dump station).

räumenmontierenfertig  

Am Samstag konnten wir bei schönstem Frühsommerwetter kanadisches Campingleben beobachten. Auf vielen Plätzen standen zwei bis drei Besucher-PKWs, überall wurden Feuerchen entzündet, man grillte und freute sich seines Lebens. Die Kinder waren entweder im Pool, auf dem Hüpfkissen oder fuhren unermüdlich mit den Leihrädern, ihren eigenen oder elektrisch (!) angetriebenen Rollern und Miniautos über den Platz. Entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, kreuz und quer zwischen den ebenfalls unablässig fahrenden PKWs hindurch. Das alles, ohne dass auch nur ansatzweise Aggressionen oder Geschimpfe der Erwachsenen zu erleben war. Alle waren entspannt, relaxt, freundlich. Die Amerikaner haben echt eine andere Lebensart, das erleben wir immer wieder. Nein, besonders ruhig war es nicht! 😉

KOA Halifax

Am Montagmorgen wickelte sich alles in entgegengesetzter Richtung ab und mittags war der Platz wie ausgestorben! Außer uns noch ein paar abgestellte und zwei bewohnte Wagen!

KOA Halifaxalles vollalle wieder weg

Auf dem Nachbarplatz hatte übrigens ein junges Paar mit ihrer kleinen Tochter gestanden und es stellte sich im Gespräch heraus, dass der junge Mann im Hafen von Halifax arbeitet und unser Gespann dort hatte stehen sehen. Er erkannte es sofort wieder. Beide waren sehr interessiert und freuten sich, als wir sie zur Besichtigung hereinbaten. Truck Camper gibt es zwar in Amerika auch, aber die sind viel wuchtiger, schwerer und nicht so schön! 😉

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Halifax – Nova Scotia – Canada

Jetzt wird es Zeit, dass wir ein wenig über Halifax berichten! Als wir ankamen, war das Wetter noch etwas “frisch”. Da unser Hotel direkt neben der Zitadelle, einer der Touristenattraktionen Halifax, liegt, machten wir einen ersten Erkundungsgang dorthin. Die Sonne schien, aber es waren nur 10°C draußen und wir waren froh um unsere warmen Jacken. Umso erstaunter waren wir, als uns Joggerinnen in Kniehosen und Trägerhemdchen begegneten und auf den Wiesen junge Leute auf Decken saßen, in T-Shirts! Wir erinnerten uns an unsere Winter in Spanien, da ist es auch so, dass die Einheimischen so gekleidet sind, wie es ihren Temperaturvorstellungen entspricht. Das bedeutet, dass die Spanier in Stiefeln und Rollkragenpullovern und Wintermänteln herumlaufen und die mittel- und nordeuropäischen Rentner in kurzen Hosen und T-Shirts. Für die Spanier ist halt Winter! Und die Kanadier sind glücklich, ihren harten Winter überstanden zu haben. Für sie ist im Mai eben schon Frühling/Frühsommer. Und für uns waren es nur 10°C.

Uhrturm Die Zitadelle haben wir nur umrundet und vom Uhrturm, dem Wahrzeichen der Stadt, aus über Halifax geschaut. Die Altstadt erstreckt sich vom Hafen aus den Hang hoch, mit schachbrettartig angelegten Straßen. Wir liefen jedes Mal mit Begeisterung und einem wunderbaren Blick auf den Hafen bergab und Stunden später mit etwas weniger Begeisterung all die Höhenmeter wieder bergauf! 😉 Wenn wir auf der Straße unterhalb vom Uhrturms waren, hatten wir es geschafft!!!

StadtplanSan Francisco?

Auf dem Stadtplan sieht man gut die “ausgefranste” Küstenlinie der Stadt. Dort verläuft der sog. Waterfront Boardwalk, ein Holzbohlenweg um alle Hafenbecken herum und an allen Sehenswürdigkeiten vorbei.

Halifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront BoardwalkHalifax Waterfront Boardwalk mit Macdonald Bridge

Hier unten hat es uns ausnehmend gut gefallen und die erste Portion Fish ‘n Chips war LECKER!!! Auf der Speisekarte stand etwas für uns Undefinierbares, als Nationalgericht Nova Scotias ausgewiesen: “Poutine”. Wir bestellten mutig und bekamen Pommes, überbacken mit einer Käsesoße. Nicht schlecht, aber vermutlich mindestens 1000 Kalorien!!!

Rund um unser Hotel war das Kneipen- und Restaurantviertel, aber es gab auch viele hübsche kleine Häuser mit Boutiquen.

Downtown HalifaxDowntown HalifaxDowntown HalifaxDowntown Halifax   

Der Stadtkern von Halifax ist klein und so war auch die Haupteinkaufstraße mit einigen versteckten Shopping Malls sowie der wirklich schön angelegte Public Garden in gut erreichbarer Nähe unseres Hotels.

Public GardenPublic GardenPublic GardenPublic GardenPublic GardenPublic GardenPublic GardenPublic Garden 

Die Vorortsiedlungen bestehen aus gut gepflegten Holzhäusern mit schönen Vorgärten, auf unseren diversen Busfahrten konnten wir sie ausgiebig bewundern. Alles sehr sauber. In der Innenstadt allerdings sitzen und stehen an vielen Straßenecken Bettler herum, die einen auch ansprechen, aber nicht aufdringlich sind.

Diese interessante Kirche steht ganz in der Nähe des Hotels. Nein, es ist keine Fassadenmalerei!!!

echte Kircheechte Kirche

Und auch dies war eine optische Täuschung:

Flitzi???nur ein Bruder oder eine Schwester

Ein paar weitere Impressionen:

altes RegierungsgebäudeDresden RowKunst am BauKunst am RadHalifax HarbourHalifax Skyline

Uns hat die Stadt mit jedem Tag besser gefallen, das Wetter wurde auch von Tag zu Tag sommerlicher und wir haben so ziemlich alles “abgegrast”. Trotzdem waren wir froh, dass wir nicht noch gezwungen wurden, uns länger in Halifax aufzuhalten. Am Ende unserer Tour werden wir ja auch noch einmal hier sein. Unser Fazit: Empfehlenswert! Das fanden diese drei auch, allerdings bezog sich das bei ihnen nur auf das Hotel!

unsere Mitreisenden

written by Ingrid
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Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Der Tag der Entscheidung fing um viertel nach 6 für uns an!!! Der Ablaufplan, an den man sich halten muss, wenn man sein verschifftes Mobil auslösen will, besagt, dass man zuerst zur Spedition muss (Öffnungszeit 08:30), um die Frachtpapiere zu bekommen, dann zum Zoll (Öffnungszeit 08:00) und dann zum Hafen (Öffnungszeit BIS 11:30). Die Zeiten von Spedition und Zoll sollten sinnvollerweise genau andersherum sein! Je nachdem, wie viele Fahrzeuge verschifft worden sind (Uschi hatte bei der Abgabe von Fix und Boxi in HH schon 11 weitere Mobile gesehen), kann der Bürokratiekram so lange dauern, dass der Hafen schon geschlossen hat und man sein Fahrzeug erst am folgenden Tag erhält. DAS WOLLTEN WIR NICHT!!!

SpeditionsbüroWir waren ja nun schon zweimal bei der sehr freundlichen Spediteurin vorstellig geworden und Uschi konnte sie überreden, uns die Frachtpapiere schon am Tag zuvor auszuhändigen, vorausgesetzt, dass sie sie dann schon vorliegen hat. Das klappte dann am Mittwochnachmittag wirklich! Wir bezahlten CAD 150 (€101,91).
Also standen wir am Donnerstag um kurz vor 8 Uhr (nach einem schnellen Frühstück im Hotel) beim Zoll auf der Matte und waren die Ersten! Eine junge Zollbeamtin in Uniform und mit Waffengürtel hinter einer Panzerglasscheibe fertigte uns ab. Zollpapiere, Reisepass und die üblichen Fragen nach Waffen, Drogen, Alkohol, Lebensmittel. Und was wir in Kanada wollen. Laut der Instruktionen von Seabridge sollte man anführen, dass man eine Rundreise durch Kanada, gegebenenfalls auch durch die USA, machen will. Keinesfalls solle man angeben, dass man länger als 30 Tage an einem Ort bleiben wolle oder Verwandte besuchen oder sein Fahrzeug in einem Storage (Garage) unterstellen und nach Deutschland zurückfliegen wolle. Wir brauchten nicht zu lügen! Die benötigten Papiere für den Hafen wurden uns ausgehändigt und um viertel nach 8 standen wir schon an der Bushaltestelle zwei Straßen weiter.

 Zollgebäudebeim Zoll 1beim Zoll 2

Buslinie 9Die Busverbindungen in Halifax sind hervorragend und preiswert. Es gibt keine Tarifzonen, sondern Standardpreise, für Rentner z. B. CAD 1,75 (€1,19), die den ganzen Tag bis 18 Uhr gelten. Man bezahlt vorne beim Busfahrer, schmeißt sein Kleingeld in eine Art Trichter und bekommt nur dann einen Fahrschein, wenn man ihn anfordert (weil man ihn noch für weitere Fahrten braucht). Bei unserer ersten Busfahrt wollten wir mit einem 20-Dollar-Schein bezahlen. Der Busfahrer gab uns zu verstehen, dass er nicht herausgeben könne. Auf unsere Frage, was es denn überhaupt kosten würde (wir hätten auch noch Kleingeld gehabt), winkte er uns nach hinten durch und wir fuhren umsonst! Kontrolleure gibt es keine, jeder, der einen Bus benutzt, muss vorne beim Fahrer durch und zeigt ihm seine Monatskarte oder eben seinen Fahrschein. Wir sind wieder sehr angetan von der absoluten Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hier. So ist es z. B. absolut üblich, sich beim Aussteigen beim Busfahrer zu bedanken. Da ruft ein Jugendlicher mit Baseballcap vom hinteren Ausstieg sein “thank you” durch den ganzen Bus! Das stelle man sich mal in Deutschland, insbesondere vielleicht in Berlin, vor!!! Der Busfahrer würde vermutlich hinterher laufen und ihm eine klatschen. 😉

Ich schweife ab! Die Buslinie 9 fährt alle 20 Minuten in der Nähe des Zollbebäudes ab. Diese Info hatte Uschi an der Rezeption unseres Hotels eingeholt und da wir so zeitig dran waren, konnten wir uns eine Taxifahrt sparen. Die Busfahrerin bestätigte, dass sie in die richtige Richtung fährt und öffnete, als wir an der von uns vermuteten richtigen Haltestelle hinten ausgestiegen waren (nicht ohne uns zu bedanken!), noch einmal ihre vordere Tür, rief uns hinein und erklärte uns, wie wir jetzt am schnellsten zum Hafenterminal laufen.

Wir liefen an langen Spuren mit wartenden Trucks vorbei und standen vor einem Zaun. UND DAHINTER STANDEN FIX UND BOXI!!! Aber wo war der Eingang? Bevor wir in beide Richtungen geschaut hatten, war jenseits des Zaunes schon ein PKW hergefahren und der Fahrer erklärte uns, dass wir zu den Trucks zurückgehen müssten und an dem Abfertigungsgebäude durch den Einlass. Dort interessierte sich niemand für uns und wir marschierten einfach durch. Bei der Ausfahrt wurden wir dann kontrolliert und nach den ausgeliehenen Warnwesten und den Namensschildern gefragt, die wir wohl hätten bekommen sollen. Nun, Warnwesten hatten wir unsere eigenen dabei und zogen sie auch an und nach unseren Namen fragte niemand.

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Zuerst gingen wir natürlich zu Fix und Boxi!!! Die hatten sich bereits mit ihrem gelbfüßigen Nachbarn angefreundet und waren ganz zufrieden, endlich wieder in der Sonne und am Licht stehen zu dürfen. Ob sie seekrank geworden waren, konnten wir nicht ermitteln. Aber der Mensch in Hamburg, der Uschi versprochen hatte, mit einem Hinweisschild zu verhindern, dass man beim Reinigen des Unterbodens Wasser in unsere Staukästen spritzt, hatte Wort gehalten und zwei wunderschöne Zettel angebracht. Alles war trocken! Auch sonst sah alles gut aus, keine Beschädigungen. Ein wenig verstaubt und mit vielen Zetteln und Siegeln versehen, aber heil und DA!

im Hafenim Hafenim Hafenim Hafenim Hafenim Hafenim HafenStauplan ACLHinweiseHinweise

Der Mann im Auto war auch schon wieder da und erklärte uns, wo das Büro sei. Dort wollten wir, nachdem unsere Papiere geprüft worden waren, die von Seabridge angekündigten CAD 165 bezahlen (Hinweis, es müsse Bargeld sein), aber niemand wollte Geld von uns. Auf unser Erstaunen hin wurde an anderer Stelle noch einmal nachgefragt, nein, wir müssten nichts mehr bezahlen! Ein weiterer Mitarbeiter bekam Papiere in die Hand gedrückt und demonstrierte uns freudig, dass er auf deutsch zählen könne. Er kam bis 6 und vergaß 4! “Guten Morgen” und “Wie geht es?” konnte er auch und erzählte uns, dass er in Bonn, Köln, Mainz und München gewesen sei und am Rhein!

Die erste Amtshandlung war, Big Fix mit Kennzeichen zu versehen. Aus Diebstahlschutzgründen hatte Uschi die vor der Verschiffung im Hamburger Hafen abmontiert. In Amerika haben die Autos nur hinten ein vorgeschriebenes Kennzeichen und vorne gar keins oder eine Phantasiekennzeichen. So ist es bei uns jetzt auch! Wir haben hinten allerdings nicht eines mit Plaketten befestigt, sondern ein ungestempeltes von Boxi. Den Amerikanern ist das egal und falls uns das ein “Sammler” entwendet, wäre es nicht so teuer für uns. Interessiert beobachtet wurden wir von zwei Hafenarbeitern und dann auch bald gefragt, ob wir “guys” denn nicht mal auf die Straße wollten. 😉

KOA Halifax

Doch, wollten wir, Big Fix und Boxi auch. Unser mitgebrachter TomTom wurde gefüttert und lotste uns zurück zum Hotel. Um 2 Minuten nach 10 waren wir schon wieder dort! Unser Gepäck stand schon fertig im Zimmer, für Fix und Boxi hatten wir uns schon Tage vorher eine Parkberechtigung auf dem Hotelparkplatz für eine Stunde besorgt. Wir “schmissen” alles nur irgendwie in Big Fix und in Boxi, ich deponierte meinen leeren Koffer an der Rezeption und dann ging es endgültig los!

Zuerst stand Gas tanken auf dem Plan. Seabridge hatte uns eine Adresse mit GPS-Koordinaten mitgeteilt. Es handelte sich dann nicht um eine Tankstelle, sondern um eine Gasfirma, die auf dem Hinterhof einen Füll-LKW stehen hatte. Wir bezahlten relativ teure €2,30 pro kg. Schwieriger gestaltete es sich, eine Tankstelle mit Diesel zu finden, aber auch das gelang uns. Danach auf zum Walmart! Wir hatten ja NICHTS mehr in Boxi!

erster Einkauferster Einkauf

Ein paar Kilometer außerhalb von Halifax gibt es einen KOA-Kampground. Am Montag ist hier in Kanada Nationalfeiertag, es ist also damit zu rechnen, dass es überall voll wird. Die Nordamerikaner sind ja ein absolutes Camping- und Outdoorvolk. Und wirklich gab es nur noch wenige freie Plätze! Unser Vorteil wieder, dass Fix und Boxi (für amerikanische Verhältnisse) so klein sind. Wir haben einen wunderschönen Platz am Fluss bekommen! Hier bleiben wir mindestens bis Dienstag und versuchen, eine Wohnordnung herzustellen!

Für alle, die an Infos interessiert sind:

Unser Hotel “Cambridge Suites” hat sich als hervorragend geeignet erwiesen. Es liegt sowohl zentral in fußläufiger Entfernung zu allen wichtigen Locations von Halifax als auch in der Nähe (200m) des Speditionsbüros und des Zollgebäudes. Dadurch, dass wir bei der Spediteurin für uns unproblematisch mehrfach vorstellig werden konnten, haben wir den Abholtag so stressfrei bewältigen können. Das Hotel liegt preislich in der Mittelklasse, wir hatten ein schönes großes Zimmer, fast schon eine Suite. Es gab eine kleine Kochzeile, einen Ess- bzw. Arbeitstisch, einen Sessel am Fenster und einen Coachtisch mit zweisitzigem Sofa. Der Flatscreen auf einer Kommode direkt gegenüber vom Bett! Abgesehen davon, dass Hotelleben auf Dauer für uns nichts ist, haben wir uns dort sehr wohl gefühlt.

unser Hotelunser Zimmer

written by Ingrid
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Schiff da!!! Schiff weg!

Wir waren sooo müde! Es wurde dann doch etwas später vorletzte Nacht, weil wir es nicht schafften, ins Bett zu gehen, bevor wir nicht Webcamfotos zu sehen bekommen hatten. Es wurde halb eins! Mein Computer zeigt aus unerfindlichen Gründen weiterhin die deutsche Zeit an, also halb sechs – und entsprechend müde fühlte ich mich. Irgendwann war es mir sowas von egal, ob das Schiff nun unter der Macdonald Bridge hindurchfährt oder nicht. Morgens musste ich mich dann sehr überreden, für das Hotelfrühstück aufzustehen! Es gibt nur Frühstück bis 10 Uhr und wer mich kennt, weiß, dass das für mich SEHR früh ist.

Also, irgendwann entdeckte Uschi in der Hafenzufahrt (das ist das gesamte Wassergebiet südlich von Halifax incl. der McNabs-Inseln) ein erstes Licht. Das musste sie sein! Parallel sahen wir auf der Webseite von “MarineTraffic”, wie ein Pilotschiff der Atlantic Star entgegenfuhr, vor ihr drehte und sie weiter in Richtung Hafen geleitete.

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Dann übernahmen zwei Hafenschlepper den Job. Und dann endlich konnte man sie schon sehen, schemenhaft zwar nur, es war ja dunkel, aber sie war es eindeutig! Ach, was waren wir glücklich!!!

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Alle 30 Minuten kam eine eMail von MarineTraffic (hatten wir in unserem Account so eingestellt) und sagte uns die aktualisierte Position. Wir schalteten von einer Webcam-Location zur anderen und machten Screenshots, Screenshots, Screenshots, 😉 (die ihr unten in einem kleinen Video zusammengefügt sehen könnt). Dann kam es wie immer in wirklich wichtigen Situationen, die Internetverbindung machte schlapp, die Seiten aktualisierten sich nicht mehr schnell genug und es wurde etwas hektisch bei uns!

 

Irgendwann fielen wir ins Bett. Gestern Morgen vergewisserte sich Uschi als Erstes, dass sie nicht alles nur geträumt hatte. Aber nein, die Atlantic Star lag wirklich im Hafen von Halifax! Wir wollten mit der Fähre nach Dartmouth, vielleicht würden wir sie ja sehen, wenn sie wieder ausläuft. Sie muss ja schnell nach New York! Unsere Infos besagten, dass sie um 13:24 unserer Zeit wieder ablegen würde. Wir setzten uns auf eine Restaurantterrasse direkt an der Waterfront und warteten – vergebens!

Halifax Waterfront

Um halb fünf erwartete uns die Brokerin, wir mussten also zurück. Im Hotel kam die Nachricht per eMail, dass die Atlantic Star ausgelaufen sei! Was nun? Wir wollten sie doch so gerne endlich mal in natura sehen! Die Webcams liefen schon wieder und dann entschlossen wir uns, dass Uschi allein zur Spedition gehen würde und ich auf die Dachterrasse unseres Hotels.

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Es dauerte nur wenige Minuten, bis aus virtuell real wurde und so schnell sie da war, so schnell war sie auch schon wieder weg!

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Wir hoffen nur, dass Fix und Boxi abgeladen wurden und wir nicht noch nach New York müssen! Ich wollte rufen, aber die Distanz war etwas zu weit, als dass Big Fix mich hätte hören können.

Uschi kam mit der Nachricht zurück, dass noch keine Zollpapiere vorliegen würden. Am Mittwoch wird es also definitiv noch nichts mit der Abholung! Das ist uns aber inzwischen egal, Hauptsache, unser Gespann steht auf dem Hafengelände!!!

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