Old Town Lunenburg

Ganz in der Nähe von Martin’s River liegt Lunenburg, eine kleine Hafenstadt, von der UNESCO zur World Heritage Site erklärt. Sie stand also auf unserem Pogramm! Vorher fuhren wir noch an Mahone Bay (an der gleichnamigen Bay) vorbei, deren drei Kirchen an der Uferstraße zu den meist fotografierten Motiven dieser Gegend zählen. Falls jemand einen versteckten Counter angebracht hat, zeigt der jetzt zwei Klicks mehr an! 😉

Mahone BayMahone Bay 

Das Städtchen sah ganz einladend aus und etwas einkaufen mussten wir auch. Also parkten wir vor dem Supermarkt und liefen los. Die kanadischen Kleinstädte sind alle sehr überschaubar und bieten in der Regel nicht sehr viel. Eine Ausnahme machen die touristischen Sehenswürdigkeiten. Hier gilt allerdings schon sehr schnell etwas als Sehenswürdigkeit, wir haben da schon manchmal gestaunt und geschluckt! Aber wahrscheinlich sind wir Europäer einfach nur verwöhnt. Also, “Touristische-Sehenswürdigkeiten”-Städte bieten im Gegensatz zu allen anderen Städten nicht “nicht sehr viel”, sondern nur “nicht viel”. Es soll jetzt nicht so rüberkommen, als ob wir uns beschweren, aber jede deutsche oder z. B. dänische Kleinststadt würde in jedem Wettbewerb IMMER den 1. Preis machen. Hier ist alles sehr nüchtern, funktional und old fashioned. Straßencafés? Vielleicht sogar noch mit richtig gutem Kaffee??? Vergiss es! In Mahone Bay gab es einen sensationell gut bestückten Wollladen und einen super eingerichteten Schuhladen, der als Theke ein der Länge nach aufgeschnittenes und vom Bug aus auseinandergezogenes Ruderboot nutzte. In einem knalligen Blau lackiert. Sah richtig gut aus! Dann gab es noch den einen oder anderen Andenkenladen und einige Galerien. Wir kauften ein paar Lebensmittel und fuhren weiter.

Mahone BayMahone Bay

In Lunenburg sollten wir am Hafen CAD 5 an Parkgebühr bezahlen! An allen Straßen gab es Parkuhren. Beim Suchen nach einem Parkplatz waren wir schon durch die zwei Straßen gefahren, die die historische Altstadt ausmachen und sahen nichts, was die 5 Dollar (für uns) gerechtfertigt hätte. Gut, einige schöne, alte Holzhäuser mit Erkern, Türmchen und Balustraden gab es, aber hier gibt es so viele schöne Holzhäuser, dass uns das nicht mehr unbedingt zum Halten veranlasst. Holzschiffe, so wie früher, werden im Hafen längst nicht mehr gebaut, so ist auch der wenig spektakulär. Wir fuhren also weiter und haben nicht ein einziges Foto gemacht! Die Geschichte der Stadt allerdings ist interessant. Bereits 1750 wurde in Deutschland “Werbung” gemacht für eine Auswanderung in diesen Teil Nordamerikas. Man wollte ein Gegengewicht schaffen zu den vielen französischen Siedlern. Der damals regierende englische König, Georg II. aus dem Hause Hannover, initiierte dies. 1700 Wagemutige waren es, die zwischen 1751 und 1753 hier ihre neue Heimat suchten, die Mehrzahl von ihnen stammte aus dem deutschen Lüneburg. Ihnen waren fruchtbare Böden, reiche Fischgründe und eine günstige Handelslage versprochen worden, außerdem pro Person 25ha Land, Haushalts- und Landwirtschaftsgeräte, 500 Ziegelsteine und ein Posten Nägel für den Hausbau, Waffen, Munition sowie 10 Jahre Steuererlass. Landwirtschaft allerdings war auf den felsigen Hängen kaum möglich und so wandte man sich schnell dem Fischfang zu, was den Ruf der Lunenburger als hervorragende Seeleute, Fischer und Schiffbauer begründete. Zum Beispiel wurde 1921 die berühmte “Bluenose” hier gebaut, die, obwohl als Schoner für den Hochseefischfang vor Neufundland gebaut, fast zwei Jahrzehnte alle Regatten an der Ostküste Amerikas gewann. Inzwischen gibt es allerdings nur noch die “Bluenose II”, ein detailgetreuer Nachbau von 1963. Die liegt nicht oft im Hafen von Lunenburg, sondern ist überall unterwegs. Gerade war sie das offensichtlich, denn wir entdeckten sie nicht.

Fahrt nach Hunts Point Wir fuhren an der Bay (LaHave River) entlang und dann immer so nah wie möglich an der Küste bis Hunts Point. Viele Campingplätze in Kanada haben noch gar nicht geöffnet, also ist die Auswahl etwas eingeschränkt. Der Mensch auf dem Rasenmäher entpuppte sich als der Chef, wir wurden laut und freundlich begrüßt und er zeigte uns mehrere Stellmöglichkeiten. Das mache er immer so, erklärte er uns mit einem Augenzwinkern, dann sei er hinterher nicht Schuld, wenn die Leute nicht zufrieden seien. Wir wählten den Platz mit Ocean View und waren zufrieden! Wenn nur diese lästigen Insekten nicht wären!!! Schon in Halifax hatten sie uns förmlich aufgefressen, umschwirrten uns, dass uns fast schwindlig wurde und schon bald stellte sich heraus, dass sie auch beißen! Es sind keine Mücken, sondern ähneln eher kleinen Käfern, sind winzig und hinterlassen heftig juckende, langwierige Pusteln. Sie sind nicht überall und nicht ständig da, aber wenn, dann zu Hunderten. Am Nachbarplatz saß schon ein Mann mit einer Art Imkerhut! Wir setzten uns erst gar nicht, sondern machten einen Erkundungsgang zur South Shore. Ob wir in Peggy’s Cove gewesen wären, waren wir gefragt worden. Solche Granitfelsen hätten sie hier auch! Und tatsächlich war dem so, nur der Leuchtturm fehlte.

Hunts PointHunts PointHunts PointHunts PointHunts PointHunts PointHunts PointHunts PointHunts PointHunts Point

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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