Kanada – wir kommen wieder!

unser Ausblick vom Hotelzimmer Montag war unser letzter Tag in Halifax/Kanada! Wir mussten bis 13 Uhr unser Hotelzimmer verlassen haben. Hotel ist ja ab und zu mal ganz nett, ein großer Nachteil ist allerdings, dass man viel zu früh aufstehen muss, wenn man frühstücken möchte. Im Cambridge Suites Hotel gibt es nur bis 10 Uhr Frühstück!!! Wir waren auch am Montag also um kurz nach 10 schon wieder auf unserem Zimmer und hatten alle Zeit der Welt, unsere Siebensachen zusammenzuräumen. Unser Flieger ging nämlich erst um 23:45!

im Hotelim Hotelim Hotelim Hotel

Um 13 Uhr deponierten wir unser Gepäck an der Rezeption und machten uns zu einem letzten Halifax Harbour Boardwalk auf. Die Sonne schien wieder, nachdem die letzten zwei Tage absolute Höhlentage mit heftigem Sturm und Starkregen gewesen waren. Wir sahen von unserem Zimmer auf den Hotelparkplatz, dort stand das Wasser knöcheltief und es war lustig zu beobachten, wie Menschen versuchten, zu ihrem PKW zu gelangen.

Die Zeit verging relativ schnell, wir saßen noch schön auf einer Bank direkt an der Waterfront, schlenderten noch einmal durch den Farmer’s Market, liefen dort an der langen Schlange wartender Kreuzfahrtschiffpassagiere vorbei, die zurück auf ihr Schiff mussten. Diesmal lagen ein Aida-Schiff und eine Regal Princess dort. Wir hatten uns schon so etwas gedacht, weil so viel Betrieb war am Boardwalk. Eklatant war der Unterschied dann, als wir zurückliefen!

Waterfront Halifax Harbour

Für halb 6 hatten wir einen Zubringer-Bus bestellt, der uns zum Flughafen bringen sollte. Bei unserer Ankunft in Halifax im Mai hatten wir ein Taxi vom Flughafen ins Hotel genommen und 70 Dollar (€48,22) bezahlt (Fixpreis). Diesmal kostete es umgerechnet 34,65 Euro. Es hätte noch eine preiswertere Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben, aber das war uns zu beschwerlich mit unserem doch etwas umfangreichen Gepäck. Zwar haben wir einige Sachen in Boxi gelassen, müssen aber ja drei Wochen überbrücken, bis wir Fix und Boxi in HH wieder abholen können. Übrigens waren wir heilfroh, die beiden schon am Donnerstag im Hafen abgegeben zu haben, denn das Schiff kam am Sonntag mit nur einem Tag Verspätung an und war am Montagmorgen, bevor wir aufgestanden waren, schon wieder ausgelaufen. Wenn wir uns auf die Meldung von Seabridge verlassen hätten, die vier Tage Verspätung verkündet hatten, und erst am Freitag (sogar der Montag wäre dann noch früh genug gewesen!) abgegeben hätten, hätten wir echt die A…karte gehabt!
Um halb 7 waren wir am Flughafen. Natürlich war der Condor-Schalter noch nicht besetzt, also nutzten wir die Zeit, um unsere restlichen Lebensmittel zu vernichten. Ein wenig umpacken mussten wir auch noch, da die Flughafenwaage etwas anderes anzeigte als unsere Kofferwaage. Meine Handgepäcktasche mit dem ganzen Computerkrempel hatte eindeutig mehr als die erlaubten 6 Kilos und mein Koffer war am Limit! Zum Glück hatte Uschi noch Kapazitäten frei!!! Halifax ist ein kleiner Flughafen, es gibt keine automatische Kofferaufgabe direkt am Schalter, sondern man muss seine Koffer selber auf ein Laufband legen, die Ausrichtung ist vorgeschrieben und bildlich erläutert, der Flugschein wird gescannt und wenn man alles richtig gemacht hat, setzt sich das Band in Bewegung und der Koffer entschwindet. Wir hatten genug Gelegenheit, dem Mann vor uns zuzuschauen und wussten dann genau, wie es geht. Smiley
Danach hieß es erst einmal laufen, laufen, laufen (gehen, Zeit hatten wir ja immer noch reichlich) und dann konnten wir auch schon einchecken, gut drei Stunden vor Abflug. Blöd ist, dass man ab da weder Getränke noch sonstige Lebensmittel mit sich führen darf, also mussten wir den Rest unserer Cola und unsere Weintrauben und Salzbrezeln LEIDER zurücklassen, um uns dann drinnen wieder neue Cola kaufen zu müssen. Ich war darauf vorbereitet, dass meine Computertasche wieder durchsucht werden würde, weil die vielen Kabel, Sticks und Festplatten etc. immer den Argwohn des Sicherheitspersonals wecken. Erstaunlicherweise wollte hier niemand etwas von mir! Wir fanden einen Sitzplatz mit Steckdose und vertrieben uns die Zeit mit Laptop und Smartphone. Die Steckdose hätten wir allerdings nicht gebraucht, da an Bord das Smartphone ja nur im Flugzeugmodus eingeschaltet sein darf (während Start und Landung gar nicht) und der Platz für einen Laptop nicht vorhanden ist, wenn man gleichzeitig auch noch etwas trinken oder essen möchte. Die Platzverhältnisse in einem Flugzeug sind wirklich SEHR minimalistisch! Man muss gut organisiert sein und sollte keinen allzu großen Bewegungsdrang haben. Für Uschi eine Herausforderung! Der Flieger war restlos voll, rundherum wurde plötzlich wieder deutsch gesprochen, was ausgesprochen gewöhnungsbedürftig für uns war. Ein Nachteil ist, dass man zwangsläufig mithören muss, was Leute sich erzählen! Man kann das gar nicht vermeiden, selbst wenn man mit etwas anderem beschäftigt ist. Wenn rundherum alle englisch reden, muss man sich konzentrieren, wenn man etwas verstehen will und wenn man auf etwas anderes konzentriert ist, hört man zwar etwas, aber versteht nichts und wird so nicht abgelenkt. Das ist viel angenehmer! Cooles Smiley
Um 1 Uhr nachts bekamen wir ein warmes Abendessen! Wir hatten bei unserer Buchung im November bereits vegetarisches Essen gegen 15 Euro Aufpreis/Person (!) bestellt. Das ist schon an sich unverständlich, da das, was am meisten kostet, nämlich das Fleisch, ja wegfällt. Auf dem Hinflug hatten wir noch einigermaßen Glück gehabt, diesmal nicht. Es gab ungewürzten weißen Reis, etwas Brokkoli und Paprika und ein paar geschmacklose Tofuwürfel. Dazu gefrorenen (!) Salat, gefrorene Gemüsestangen und ein paar Wassermelonenstücke als Nachtisch. Ach ja, ein labberiges Brötchen gab es auch noch! Wir gaben der Flugbegleiterin die gefrorenen Sachen wieder mit und bekamen als Wiedergutmachung ein Schälchen leckeren Cole Slaw (Krautsalat) und noch leckereren Schokoladenkuchen. 30 Euro zusätzlich war das alles trotzdem nicht wert.
Draußen war es dunkel, drinnen wurde die Kabinenbeleuchtung ausgeschaltet, einige Passagiere richteten sich, so gut es ging, zum Schlafen ein. Mein Sitz ließ sich natürlich nicht verstellen, aber ich sah mir sowieso lieber einen Spielfilm an. Der Bildschirm war allerdings sehr nahe, da die Frau vor mir ihren Sitz in Schlafposition hatte. Ich sage doch, die Bedingungen in einem Flugzeug sind gewöhnungsbedürftig!

vor dem Startüber den Wolkenüber den Wolkenüber den Wolkenüber den Wolkenüber den Wolken

Unsere offizielle Flugzeit betrug 6 1/2 Stunden, nach 6 Stunden landeten wir in Frankfurt. Der Flugkapitän meldete sich mit der Auskunft, dass unsere Parkbox leider noch belegt sei. So war die halbe Stunde dann wieder dahin! Irgendwann durften wir aussteigen, irgendwann kamen unsere Koffer auf dem Gepäckband an, der Zoll wollte nichts von uns und den Hotel-Shuttlebus fanden wir auch, allerdings erst im zweiten Anlauf, da die Haltestelle seit Mai verlegt worden war. Zugfahrkarten für die Fahrt nach Hamburg hatten wir uns auch noch besorgt. Endlich im Hotel waren meine Akkus leer und ich wollte nur noch schlafen! Nach 24 Stunden am Stück auf den Füßen kein Wunder. Wir sind nach 3 Stunden zwar noch einmal aufgewacht, haben geduscht, etwas gegessen und ein wenig deutsches Fernsehen geschaut, hätten aber trotzdem am nächsten Morgen fast verschlafen, da der Wecker nicht klingelte und es nach kanadischer Zeit noch mitten in der Nacht war. Der Schreck war groß, denn der Wecker zeigte 10 Uhr an und unser Zug ging um 10:40!!! Der Shuttlebus fuhr nur alle halbe Stunde und war gerade weg. Der nächste wäre zu knapp. Wenn wir den Zug nicht schaffen, sind über 300 Euro zum Teufel! Wir hatten einen Sonderpreis und die Karte galt nur für diesen Zug. Uschi war in Panik und weckte mich. Meine Armbanduhr sagte, dass es fünf nach neun ist, mein iPhone schloss sich dem an. Puh, Glück gehabt! Jetzt aber zügig! Den Shuttle um 10 schafften wir locker, um 10:10 waren wir am Flughafen und konnten dann relativ entspannt noch den elendig weiten und etwas schwierigen Weg (mit Koffer und Handgepäck auf die Rolltreppe) zum Fernbahnhof bewältigen. Es hätte sogar noch für einen Kaffee gereicht, aber den bestellten wir uns dann doch lieber erst im Zug. Die Platzbedingungen in einem ICE, zumindest in der 1. Klasse, sind um einiges besser als im Flugzeug, trotzdem hätten wir keine Chance gehabt, meinen großen und 23kg schweren Hartschalenkoffer in die Gepäckablage zu hieven. Wenn alle Plätze belegt gewesen wären, hätte ich ein Problem gehabt, denn die Gänge sind schmal. Die Zeit bis Hamburg verging wie im Flug, kein Wunder bei Geschwindigkeiten über 200km/h. Auf dem Hamburger Hauptbahnhof stiegen wir um in den Metronom nach Cuxhaven und mit 13 Minuten Verspätung kamen wir um 16:33 in Hemmoor an. Luise stand schon auf dem Bahnsteig und wartete auf uns. Es kam uns absolut nicht so vor, als wären wir ein halbes Jahr weggewesen!!!

Oscarlotta stand noch am selben Fleck, war nur ein wenig schmutzig und bisher funktioniert alles, toi, toi, toi! Der Abend verging mit erzählen, Luise hatte gekocht, wir räumten noch ein wenig und fielen bald ins Bett. Noch hat der Jetlag uns voll im Griff, trotzdem sind die Koffer größtenteils ausgepackt. Wir machen alles schön langsam, müssen ja eh warten, bis Fix und Boxi da sind. Und das wird noch etwas dauern!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Urlaub vom Urlaub

Unsere Aussage, dass wir bereits im Hotel sein werden, wenn der vorherige Beitrag online ist, stimmte nicht. Erstens hatte ich die Zeitverschiebung vergessen (18 Uhr in Deutschland ist ja erst 13 Uhr hier und wir konnten erst ab 15 Uhr einchecken) und zweitens ergab sich kurzfristig eine Planänderung. Auf dem Woodhaven Campground, auf dem wir auf den Mittwoch warteten, trudelten nach und nach weitere Wohnmobilfahrer ein, die mit demselben Frachter zurück nach Hamburg verschiffen wollten. Vier Besatzungen waren es insgesamt, zwei davon waren ein ganzes Jahr unterwegs gewesen, von Südamerika bis Alaska und dann quer rüber zur Ostküste! Ein anderes Paar hatte “nur” ein halbes Jahr wie wir, aber sie konnten 25000 Fahrkilometer vorweisen (wir jetzt knapp 11000km). Übereinstimmend waren die Aussagen aber, dass es teilweise sehr anstrengend gewesen sei und dass man sich auf zu Hause freue und erst einmal zur Ruhe kommen müsse. Das hörte sich für uns danach an, dass wir alles richtig gemacht haben. Und im Prinzip geht es ja auch nur darum, dass man es so macht, wie es für einen selbst richtig ist oder richtig erscheint und da sind wir uns zum Glück immer einig. Oft haben wir nämlich den Eindruck, dass es überwiegend die Männer sind, die diese “Gewalttouren” wollen, während den Frauen das oftmals zu anstrengend ist. Uns gefällt, dass wir so viele Einblicke in den doch in vielen Bereichen völlig anderen Lebensstil der Nordamerikaner bekommen haben und ein relativ vollständiges Landschaftsbild des Nordostens von Kanada und den USA. Das gelingt nur, wenn man sich Zeit lässt und dadurch auch in Kontakt zu den “locals” kommt. Uns geht es nicht darum, sagen zu können, dass wir auch in Alaska oder Feuerland oder… waren und wir wollen uns nicht unnötig stressen. Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass niemand etwas Genaues über die von Seabridge angekündigte um vier Tage verspätete Abfahrt des Schiffes von Halifax nach HH wusste! Einige hatten bereits ihre Frachtpapiere beim Broker abgeholt und der wusste von gar nichts! Das war uns zu heiß!!! Die Mobile müssen mindestens drei Werktage vorher im Hafen abgegeben werden und wenn das Schiff fahrplanmäßig am nächsten Montag fahren würde, wäre heute (Freitag) schon zu spät gewesen. Dann wären Fix und Boxi erst eine ganze Woche später mitgenommen worden. Wir beschlossen also, am Mittwoch bei der Fahrt zum Hotel beim Broker vorbeizufahren, unsere Frachtpapiere zu holen und am nächsten Tag zum Hafen zu fahren. Zum Glück hatten wir schon alles verstaut, was verstaut werden konnte und es mussten nur noch ein paar Restarbeiten erledigt werden, wie den Kühlschrank abtauen, die Sachen auf dem Bett verzurren und das Klappwaschbecken sichern. Wir hatten auch jetzt wieder solch ein Glück mit dem Wetter!!! Den ganzen Dienstag schien die Sonne, sodass wir alles draußen auf dem Picknicktisch zwischenlagern konnten, was vom Inneren des Nissan in die Staukästen von Boxi wandern musste, denn auch jetzt galt wieder die Bestimmung, dass das “Fahrerhaus” blickleer sein muss. Wie wir das alles bewerkstelligt hätten, wenn es geregnet hätte – keine Ahnung! Aber es regnete erst am nächsten Tag und auch nur, bis wir am Hotel waren! Der Broker (er war noch neu, im Mai war es eine Frau, mit der wir zu tun hatten), wusste wirklich nicht viel. Er wollte uns sogar weismachen, dass das Schiff erst am 30. oder sogar erst am 31. Oktober fahren würde. Das hätte aber bedeutet, dass ein Schiff dazwischen völlig ausfallen würde, was allerdings nicht sehr wahrscheinlich ist. Ja, so genau wisse er das nicht. Jetzt waren wir absolut überzeugt davon, dass es sehr sinnvoll sein würde, unser Gespann bereits am nächsten Tag zum Hafen zu bringen!

letzte Vorbereitungenletzte Vorbereitungenin Wartepositionin Warteposition

So geschah es dann auch. Wir standen extrem früh auf, FRÜHstückten kurz und fuhren im schönsten Sonnenschein am Wasser und an Indian Summer-Bäumen entlang zum Hafen. Diesmal wussten wir ja genau, wo wir hin mussten. Und wir wussten auch, dass wir uns in dem Kontrollhäuschen an der Zufahrtsschranke melden müssen, um registriert zu werden, eine Besucherkennzeichnung zu erhalten und entweder die eigenen Warnwesten vorzuzeigen oder welche ausgeliehen zu bekommen. Im Mai waren wir nämlich einfach durchmarschiert und niemand hatte uns aufgehalten. Cooles Smiley

Der freundliche Angestellte erklärte uns, dass wir unsere Westen anziehen und dann mit unserem Auto mit eingeschalteten Warnblinkern bis zur Schranke vorfahren sollen. Dort würde er auf uns warten und uns mit seinem Fahrzeug zum Abstellplatz geleiten. Das war genau dort, wo wir Fix und Boxi im Mai vorgefunden hatten, die gelbfüßigen Nachbarn standen auch wieder da, eins von den Wohnmobilen und die anderen beiden kamen nach kurzer Zeit ebenfalls an. Wir wurden wieder, wie im Mai, auf deutsch begrüßt und verabschiedet von dem Menschen, der unser Gespann vermaß, die Fahrgestellnummer mit seinen Unterlagen abglich und uns schon im Mai erzählt hatte, dass er schon einen seiner Geburtstage in Koblenz gefeiert hätte. “Auf Wiedersehen” und “Gute Reise” war das, was er noch konnte.

im Hafenim Hafen im Hafenletzter Blick zurück

Uschi musste ein paar Unterschriften leisten und das war es dann schon. Fix und Boxi erinnerten sich, was auf sie zukommen würde und ergaben sich in ihr Schicksal und wir ließen sie mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Nein, wir fliegen nicht gerne nach Deutschland zurück! Nein, wir haben nicht das Gefühl, dass wir schon ein halbes Jahr unterwegs sind. Wir könnten uns gut vorstellen, das nächste halbe Jahr noch hier zu bleiben, vielleicht etwas weiter südlich. Smiley

Stadtrundfahrtbusse Oben an der Straße war die Bushaltestelle der Linie 9, mit der wir im Mai zum Hafen gefahren waren. Wir fuhren mit bis zum Casino. Dort beginnt der Harbour Boardwalk, der uns so gut gefallen hatte (siehe hier). Viiiiiele andere Menschen waren unterwegs. Das lag einerseits wohl an dem wunderbaren Wetter, aber auch daran, dass drei Kreuzfahrtschiffe vor der Stadt lagen.

Waterfront Halifax HarbourFähre nach DartmouthWaterfront Halifax Harbourkein Kreuzfahrer ;-)kein Kreuzfahrer ;-)ein Kreuzfahrer

Wir bummelten genüsslich an der Waterfront entlang, sahen einen Picknicktisch, der uns Rätsel aufgab, gönnten uns einen riesigen Caffé Latte und ein ebenso riesiges Croissant, setzten uns auf eine Bank und bekamen Besuch von ganz hübschen, zutraulichen und offensichtlich hungrigen Vögelchen mit wunderbar schillerndem Federkleid. So welche haben wir noch nie gesehen und wissen demzufolge auch nicht, wie sie heißen. (?)

seltsamer Picknicktischnormaler PicknicktischPicknicktisch für RollstuhlfahrerWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax Harbour

Ein paar hundert Meter weiter wurde für eine 20-minütige Leinwand-Show über die legendäre “Bluenose” geworben. Die hat absoluten Kultstatus in Kanada und ist auf jedem 10-Centstück verewigt. Wir landeten in einem Zeltbau, die gesamte Kuppel war Leinwand, wir bekamen Kopfhörer, eine Einweisung, fläzten uns in die Liegesessel und ließen das Geschehen über uns ergehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Es war sehr interessant durch viele Erzählungen und original Filmaufnahmen und kurzweilig durch mehrere Musikeinlagen. Die Bluenose muss wirklich ein tolles Segelschiff gewesen sein, gebaut als absolutes Arbeitsschiff für den Fischfang vor Neufundland und überraschenderweise so schnell, dass sie über viele Jahre jede Regatta gewann. Wir hatten “hier” schon einmal darüber berichtet. Die folgenden Fotos sind situationsbedingt qualitativ nicht besonders hochwertig, aber interessant. Sie stammen allerdings von dem Nachbau, der Bluenose II.

BluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenose

Die Kreuzfahrer sahen wir uns natürlich auch noch aus der Nähe an, streiften durch die Markthallen des Farmer Markets, beobachteten die Urlauber, die an den Kontrollen entlang wieder auf ihr Schiff zurückkehrten und liefen dann, mit einem Abstecher über ein Lokal mit dem besten Falafel aller Zeiten, zu unserem Hotel zurück. Dort fielen wir auf unsere Betten und schauten den restlichen Abend amerikanisches Fernsehen. Wir haben halt nichts Besseres zu tun! Zwinkerndes Smiley

KreuzfahrtschiffKreuzfahrtschiffKreuzfahrtschiffWaterfront Halifax Harbour

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

At Murphy’s Cove Campground

Wie versprochen, möchten wir euch noch von unserem letzten Campingplatz erzählen, bevor wir unsere Tour hier in Halifax beschließen. Der Name war Gesetz! Als wir ankamen, am Ende einer Landzunge, genannt Murphy’s Cove, fanden wir am Fenster der Rezeption einen Zettel, dass man sich schon einmal einen nicht reservierten Platz aussuchen möge.

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In einem Kästchen waren ausgedruckte Lagepläne, alle Plätze waren offenbar frei. Der Campingplatz lag wieder sehr dekorativ an einer Steilküste und war an drei Seiten von Wasser umgeben. Einen kleinen Hafen gab es, eine Gemeinschafts-Feuerstelle und einen netten kleinen Aufenthaltsraum. Dort hing ein Plakat mit “Murphy’s Law”. Hm!!

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Auf der Zufahrtsstraße war uns schon aufgefallen, dass alle Bewohner hier offensichtlich Murphy hießen. Eine große Familie oder Zufall?

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Der Platz gefiel uns und nachdem wir überall herumspaziert waren, entschieden wir uns für den schönsten Stellplatz auf der oberen Wiese mit Blick auf das Meer. Etwas schwierig war es, Fix und Boxi einigermaßen gerade auszurichten, trotzdem beidseitigen Wasserblick zu haben und nicht schon bei den Nachbarn (noch war die Wiese leer) in den Fire Pit zu fallen, wenn wir hinten aus Boxi aussteigen. Nachdem wir mit viel Diskussion zwei von den vier zur Verfügung stehenden Plätzen ausprobiert hatten, entschieden wir uns für den vermeintlich besten. Wir schlossen den Strom an, räumten Boxi wohnfertig und kochten uns einen Kaffee. Uschi wollte die Stützen herunterkurbeln, aber ich plädierte dafür, damit noch zu warten, bis Herr Murphy wieder anwesend sein würde. Man wusste es ja nicht so genau und bei dem Namen ist halt Vorsicht geboten. Erstauntes Smiley

Es kam Frau Murphy, die mit ihrem Ehemann per Boot zum Einkaufen gewesen war, und erklärte uns, dass unser Platz ab dem nächsten Tag reserviert sei! Murphy’s Law!!! “Wenn etwas schief gehen kann, wird es schief gehen.” Am Montag drauf war Thanksgiving Day in Kanada, dieses Wochenende würde es noch einmal voll werden. Es hätte noch genügend “unserved sites” im Wald gegeben, mit Fix und Boxi hätten wir dort auch hingepasst, aber im Wald kein Solar, ohne Solar kein Strom und WLAN gab es dort auch nicht mehr. Da hatte Murphy ein Einsehen mit uns und wir bekamen einen Platz in der Nähe der Rezeption. Ob wir einen Fire Pit bräuchten? Den gäbe es auf diesem Platz leider nicht. Und der Trinkwasseranschluss sei leider auch gerade nicht verfügbar! Wir nahmen den Platz trotzdem.

Murphy'sMurphy's

Am nächsten Tag trudelten die Thanksgiving-Wochenend-Urlauber ein und offenbar hatte Murphy nun genug mit denen zu tun, denn wir blieben ab da verschont! Sogar unsere phantastische Aussicht auf die Bucht blieb uns erhalten, kein Trailer oder Fifthwheeler wurde uns vor die Nase gestellt!!! Das Wetter gab noch einmal alles, Temperaturen wie im Sommer, die Dauercamper nebenan blieben fort und nur auf einer Seite bekamen wir Nachbarn.

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Der Strand war in ein paar Minuten erreicht, allerdings war er durch die großen Steine nur mühsam begehbar. Egal, es war ein traumhaftes Stückchen Erde dort und Herr und Frau Murphy können sich wirklich glücklich schätzen, dort leben zu dürfen. Wir vermuten, dass diese Landzunge in den Gründerzeiten, als das Land aufgeteilt und teilweise verlost wurde, an eine Familie Murphy aus Irland gefallen ist und seit Generationen weitervererbt wird. Da ist dann offensichtlich nichts schief gegangen! Laut lachen

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Wir blieben 6 Nächte. Die letzten zwei waren etwas ungemütlich, denn die Ausläufer des Hurricans “Matthew” erwischten uns noch mit Starkregen und heftigen Böen. Big Fix gab alles, damit Boxi nicht abgeworfen wurde!!! Eines unserer Wohnraumfenster hielt dem gepeitschtem Regen nicht stand und fing an zu lecken. Von oben lief das Wasser nur so an dem Fliegengitterrollo entlang. Da war Improvisation gefragt in Form von innen eingeklemmten Tüchern und einer Auffangbox und provisorischem Abkleben außen bei der ersten kurzen Regenpause. Zum Glück schien wie vorausgesagt am nächsten Morgen wieder die Sonne und wir konnten außen und innen trocken Murphy’s Cove verlassen.

Murphy'sMurphy's

An dieser Stelle können wir jetzt auch die noch ausstehende Karte mit unserer Route aus dem östlichen Teil Nova Scotias veröffentlichen.

unsere Routen im Osten von Nova Scotia

Und nun sind wir ja schon, wie berichtet, wieder in Halifax. Dies ist übrigens der 50. Campground unserer Reise! Nur auf einem waren wir zweimal, in Antigonish. Dafür haben wir einmal auf einem Walmart-Parkplatz übernachtet. Also bleibt es bei 50 verschiedenen Plätzen. Wir können uns noch an jeden einzelnen erinnern! Es waren sehr schöne darunter und welche, auf denen wir freiwillig nur eine Nacht geblieben sind. Richtige Fehlgriffe hatten wir gar nicht und oft wären wir gerne noch länger geblieben. Unsere Zeit- und Routenplanung war perfekt, wir hatte nie das Gefühl, gehetzt zu sein. Dort, wo es uns besonders gut gefiel, sind wir länger geblieben (bei Lori sogar zwei Wochen!) und haben Sternfahrten gemacht. Es ist ja etwas schwierig, ein halbes Jahr im Voraus zu planen, wir haben es zunächst einfach drauf ankommen lassen und hätten gegen Ende jederzeit von der Grobplanung abweichen und “abkürzen” können. Das war aber nicht nötig, es hat sich alles wunderbar gefügt und unsere Tour ist sogar länger geworden als ursprünglich gedacht. Das könnt ihr gut auf dem unteren Foto sehen, die türkise Linie war unsere angedachte Route, die rote ist die, die wir tatsächlich gefahren sind. Nicht eingezeichnet sind die diversen Sternfahrten! Insgesamt haben wir “nur” 10882km geschafft, zuzüglich ca. 100km, die wir noch bis zum größten Einkaufszentrum Kanadas (hier quasi nebenan) und dann bis zum Hotel und am Freitag zum Hafen fahren müssen. Eine statistische allgemeine Aufstellung folgt nach Abschluss unserer Reise, ebenfalls noch eine Auflistung all der Eigentümlichkeiten, die uns auf dem nordamerikanischen Kontinent so aufgefallen sind.

Route (geplant+gefahren)

Ein großes Lob gebührt Uschi, die sich für jeden Fahrtag auf’s Neue die Mühe gemacht hat, eine Route festzulegen und für uns geeignete Campingplätze herauszusuchen. Kuss senden Eine große Hilfe dabei und während der Fahrt bei der Streckenführung war uns die Allstays-App, von der wir schon berichtet haben. Unseren TomTom haben wir nur ein einziges Mal ganz zu Beginn genutzt, nach der Abholung von Fix und Boxi vom Hafen zurück zum Hotel. Das Geld für die nordamerikanischen Karten hätten wir uns sparen können! 

Jetzt warten wir auf den Mittwoch und wenn ihr dies hier lest, sind wir schon im Hotel. Von dort melden wir uns dann wieder zum Wochenende!

Cambridge Suites Hotel Halifax

written by Ingrid
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Alles auf Anfang

Wir sind mit unserem Gespann am Ende unserer eigentlich zu kurzen Zwinkerndes Smiley Reise wieder WOHLBEHALTEN in Halifax angekommen! Verliebt Nicht nur der Sommer, auch die Campingsaison ist hier überall so gut wie beendet. Wir stehen auch schon auf einem eigentlich ab 15.10. geschlossenen Platz, können aber noch bis 19. Oktober hier bleiben. Die washrooms und laundry sind zu, aber wir haben eine 3-way-site, d.h. Wasser, Elektrik und Entsorgung am Platz.

unser PlatzKaffeezeit

Am Mittwoch siedeln wir endgültig in unser Hotelzimmer (mit richtig schönem Bad!!!) um und am 21. Oktober bringen wir Fix und Boxi zurück zum Hafen. Weinendes Smiley
Damit die Reederei unser Gespann auch mitnimmt, haben wir ihm vorsichtshalber eine gründliche “Ganzkörperwäsche” zukommen lassen, war nicht ganz unnötig. Wir mussten dazu in eine Waschanlage fahren, wo wir selbst *Hand anlegen* konnten.

Rubber DuckyRubber Ducky

“Rubber Duck” ist hier in Halifax mit mehreren Waschanlagen sehr präsent. Die nächste von hier aus war auch hoch genug für Fix und Boxi. Da das Wetter immer noch sonnig und spätsommerlich warm (15°C im Schatten) ist, konnten wir die ausgiebige Waschaktion ohne zu frieren ziemlich locker über die Bühne bringen, Kostenpunkt 12 Loonies, äh 12 Dollar = 8,04 Euro. *Da Boxi auf der Ladefläche von Big Fix steht, gibt es zwischen dem Rand der Seitenteile und der Box einen etwa 5cm hohen Spalt, wo bei unvorsichtiger kräftiger Abspritzerei Wasser in unsere Staufächer gelangen kann. Um das zu vermeiden, fuhren wir nicht in eine bestimmt gute und auch nicht allzu teure LKW+RV-Waschanlage, um dort unser Gespann waschen zu lassen, sondern machten es „selbst ist die Frau“.*
Vor lauter, lauter haben wir völlig vergessen, Fotos zu machen! Aber das Resultat können wir immerhin präsentieren!!!

Fix+Boxi sauber

So, was steht nun noch an? Das restliche Gas müssen wir noch verbraten und die Ver- und Entsorgungsbehälter entleeren. Die frischen Lebensmittel wollen noch gekocht und gegessen sein, fällt aber in die Kategorie “macht Spaß”! Ansonsten gilt wie vor der Reise: Das Fahrerhaus MUSS absolut leer sein, in Boxi muss wieder alles seefest verstaut werden. Das machen wir schon freiwillig, weil der Nordatlantik um diese Jahreszeit ja schon mal ein bisschen unruhig sein kann. Die Logistik ist eigentlich die gleiche wie im Frühling in Deutschland. Damit ich die erprobten (mir nach einem halben Jahr leider nicht mehr so geläufigen) Befestigungen und Halterungen wieder so hinkriege wie gehabt, schaue ich mir die Fotos im Blogeintrag vom 27. April 2016 (Titel: Alles “seefest” verstaut)  noch einmal genau an, KEIN SCHERZ! Der “Paul” (dieses Mal werde ich nur den Lenker abschrauben) kommt mit den Stühlen und dem abgeschraubtem Fahrradträgerteil wieder in den Alkoven und alle Teile werden dort auf dem Bett mit noch anzubringenden Gurten gut gesichert. Das sind aber die allerletzten Arbeiten vor der Verschiffung. Vorher heißt es noch Koffer packen und den Inhalt aller Schränke durch Handtücher o. ä. am Rumrutschen zu hindern. Es gibt dann nur noch absolut vollgestopfte Fächer oder ganz leere. Zwinkerndes Smiley 
Damit alle diese notwendigen Arbeiten für uns (in unserem Alter) ohne großen Stress über die Bühne gehen, gönnen wir uns unser Hotelzimmer ab Mittwoch (19.10.). Dann bleibt der Donnerstag für Restarbeiten (auf dem Hotelparkplatz) und für den Spaziergang zum Spediteur, um die nötigen Papiere für die Rückverschiffung abzuholen. Am Freitag müssen wir bis spätestens 11 Uhr am Vormittag (!) Fix und Boxi im Hafen von Halifax abgegeben haben. Und dann???… machen wir Hotelurlaub mit Sightseeing in Halifax, ist ja ´ne schöne Stadt. Unser planmäßiger Rückflug nach Frankfurt startet am Montag, 24. Oktober am späten Abend.

Das Ende der Reise ist vor der Reise…

written by Uschi
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Indian Summer Loop

Wir waren sehr gespannt auf den Indian Summer! Man hat schon so viel davon gehört und Leute schwärmen in den höchsten Tönen. Im Radio wird bekannt gegeben, wo er in seiner schönsten Pracht zu bestaunen ist. Wir waren unsicher, ob das nicht auch wieder eine der unzähligen Übertreibungen der Nordamerikaner ist, schließlich haben wir in Deutschland ja auch bunte Wälder im Herbst. Gerade die Laubfärbung des letzten Jahres ist uns noch in guter Erinnerung!

Es fing langsam an, ab und zu waren ein paar Blätter farbig an einem ansonsten grünen Baum. Birken wurden gelb wie in Deutschland. Essigbäume wurden rot, Ahorne (oder heißt es Ahörner?Smiley) ebenfalls. An der Küste gibt es hauptsächlich Nadelbäume. Wir fanden keinen noch geöffneten Campingplatz, der uns gefiel. Einkaufen mussten wir auch, aber in den kleinen Ortschaften gab es nur noch kleinere Läden. Das Angebot an Brot und Käse ist für uns sowieso schon sehr eingeschränkt, hier bekamen wir gar nichts mehr außer Cheddar und weißem Toastbrot. Zu allem Überfluss wurde Uschi vor dem Laden von einer Wespe gestochen, die ihr unbemerkt in den Sweatshirtärmel gekrabbelt war. Ein kurzer Gang durch das Geschäft genügte, um zu entscheiden, wir fahren noch 50km weiter nach Antigonish. Dort waren wir nach unserer Erkundung der Prinz-Edward-Insel gewesen und wir wussten, dass a) der Campingplatz gut ist und es b) einen Sobeys-Supermarkt gibt. Bei Sobeys kriegen wir alles, sogar (fast) deutsches Brot. Außerdem bestand in Antigonish noch einmal die Chance auf einen Kaffee im Porzellanbecher!

Unsere Entscheidung erwies sich schon nach wenigen Kilometern als goldrichtig, im wahrsten Sinne des Wortes. Es standen zunehmend mehr Laubbäume an den Straßenrändern und von den Höhen sahen wir in den riesigen Waldflächen immer mehr bunte Tupfen. Doch, das sah schon schön aus!

Der Indian Summer beginntDer Indian Summer beginnt

In Antigonish hatten wir dann erstmals den Eindruck, dass die Färbung der Bäume doch noch etwas intensiver ist als in Deutschland.

Der Indian Summer beginntDer Indian Summer beginntDer Indian Summer beginntDer Indian Summer beginnt

Nach zwei Nächten und einem “Stadt”-Bummel mit Porzellanbecherkaffee (!) fuhren wir die gleiche Strecke wieder an die Küste zurück. Wie immer suchten und fast wie immer fanden wir einen schönen Frühstücksplatz. Die Sonne schien herrlich, es war noch immer richtig warm, es gab Picknicktische, also war klar, dass wir draußen frühstücken würden. Vielleicht das letzte Mal in diesem Jahr? Kaum war der Tisch gedeckt, kam der freche Johnny. Nein, nicht frech, nur angstfrei! Und offensichtlich sowohl neugierig als auch hungrig. Natürlich fiel etwas für ihn ab. Zwinkerndes Smiley

FrühstücksplatzFrühstücksplatz mit JohnnyFrühstücksplatz mit JohnnyFrühstücksplatz mit JohnnyFrühstücksplatz mit JohnnyFrühstücksplatz mit JohnnyFrühstücksplatz mit Johnny

Hier war die Natur schon richtig weit und die Farben begeisterten uns!

Der Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausIndian Summer Gelee ;-)Der Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich ausDer Indian Summer breitet sich aus

Das alles war schon letzte Woche. An der Küste wie gehabt hauptsächlich Nadelgehölz. Wir blieben ein paar Tage auf dem Murphy’s Cove Campground (Bericht folgt) und fuhren heute (Dienstag) weiter nach Halifax. Aber wir fuhren nicht auf direktem Weg, sondern machten einen kleinen, ca. 90km langen, Umweg, natürlich durch das Landesinnere. Und heute konnten wir dann nachvollziehen, warum alle, die den Indian Summer mal erlebt haben, davon schwärmen! Die nachfolgenden (nicht bearbeiteten!) Fotos können das nur unvollkommen wiedergeben, das Faszinierende ist nicht allein die unglaubliche Intensität der Farben, sondern die riesigen Flächen und die Größe und die Vielzahl der Bäume macht es aus. Genauso hatten wir uns den Abschluss unserer Reise erhofft!

Der Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller PrachtDer Indian Summer in voller Pracht

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Cape Canso

Cape Canso (Karte)Wir verließen die Insel auf demselben Weg, auf dem wir sie “betreten” hatten. Da der Canso Causeway, der Damm, der Cape Breton Island mit dem Festland verbindet, der einzige Landzugang ist, blieb uns auch nichts anderes übrig. Smiley Direkt hinter dem Damm bogen wir nach links ab Richtung Eastern Shore, fuhren zunächst die Strait of Canso immer an der Küste entlang ab und folgten dann der Straße um die Landspitze herum. Wir fanden wieder einen wirklich schönen Frühstücksplatz!

Frühstücksplatz

Jetzt ging es nur noch an der Chedabucto Bay weiter, bis an die äußerste Spitze, Cape Canso. Hier hatten wir mal wieder richtiges Glück mit dem Campground, der zwar auch wieder eher ein Stellplatz war und dafür relativ teuer, aber wir waren fast allein, hatten einen tollen Ausblick und hervorragendes Wifi! An der Rezeption hing ein Zettel, man möge sich doch einen Stellplatz aussuchen, es käme später jemand vorbei. Das passierte auch, der freundliche Mensch erklärte aber, er habe jetzt gerade keine Zeit. Immerhin verriet er uns das Internet-Passwort, wichtig!!! Er kam dann an dem Tag gar nicht mehr und um nicht morgens um 8 Uhr von ihm geweckt zu werden, klebten wir einen Zettel an unsere Tür, dass wir noch einen Tag länger bleiben würden. Es gefiel uns nämlich gut dort. Wir verlängerten dann von Tag zu Tag noch zweimal! Smiley mit geöffnetem Mund

Cape Canso RV Park + MarinaCape Canso RV Park + MarinaCape Canso RV Park + MarinaCape Canso RV Park Marina (4)Cape Canso RV Park + MarinaCape Canso RV Park + Marina

Nein, los war hier genauso wenig wie überall. Die übliche Kirche war direkt gegenüber am Hang, es gab eine ganze Reihe von Wohnhäusern, sogar ein kleines Hospital und weiter vorne im Ort eine Einkaufsmöglichkeit und eine Tankstelle. Die Menschen hier sind so unglaublich genügsam, aber sie kennen es halt nicht anders. Ich könnte (oder wollte) so nicht leben, da kann die Landschaft so schön sein wie sie will. Für ein paar Tage wunderbar, aber für immer? Da müsste man dann freischaffender Künstler werden oder sich ein anderes Betätigungsfeld schaffen. Wie gut, dass wir unsere vier Räder haben!!!

Vorne am Strand sahen wir einen !ACHTUNG! Leuchtturm durch die Bäume blitzen. Also beschlossen wir, einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Der Strand bestand aus relativ großen Steinen, sodass wir es erst einmal “außen herum” versuchten. Dort war die einzige Möglichkeit, wie fast immer, am Rand der Landstraße zu laufen. Zum Glück gibt es ja nicht viel Verkehr! Und siehe da, es gab noch einen zweiten Leuchtturm! Verliebt

Canso Rear Range Light

Da wir jetzt schon halb den Berg hochgelaufen waren, wollten wir schauen, wie der Ausblick von oben war und fanden überraschenderweise einen Hiking Trail. In USA und Kanada gibt es ja NICHT, wie z. B. in Deutschland, Wander- oder Spazierwege um Seen herum, an Flüssen entlang, durch jeden Wald, durch den Kur- oder Stadtpark der kleinsten Städte, sondern es gibt, wie AUCH in Deutschland, Wanderwege. Diese Hiking Trails gehen von Wanderparkplätzen oder vom Rand der vielen National Parks los, sind entweder Rundwege unterschiedlicher Länge oder ziehen sich als Fernwanderwege durch das Land. Einer der bekanntesten, beliebtesten und der längste reine Fußwanderweg der Welt mit 3500km ist der Appalachian National Scenic Trail, Kurzform Appalachian Trail. Unser kleiner Trail hier hatte nur bescheidene 10km, war aber total nett und liebevoll angelegt, sogar mit Toilettenhäuschen und Frischwasserzapfstellen.

Chapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully TrailChapel Gully Trail

Nein, wir sind ihn nicht ganz abgelaufen, wir wollten ja noch zum zweiten Leuchtturm! Zwinkerndes Smiley Doch wo war der Weg dorthin? Wir fanden nur Zugänge zu Privathäusern, überall Schilder “Private Property”. Als wir schon längst daran vorbei sein mussten, kam ein Grundstück, das nach einem Abstellplatz für Baufahrzeuge aussah. Wir versuchten es, kamen allerdings dann doch zu einem Privathaus. Ein Mann holte gerade seinen Rasenmäher aus dem Schuppen. Wir würden gerne ein Foto vom Leuchtturm machen, wie wir dort hin gelangen könnten? Er zeigte auf die Baumansammlung unterhalb seiner Wiese und erklärte uns, dass dort ein Strandzugang sei. Ob wir über sein Grundstück laufen dürften? Sure!!! Der Leuchtturm war ein Hübscher, aber das Dickicht zu ihm war undurchdringlich.

Canso Front Range LightCanso Front Range Light

Wir hangelten uns über die Steine am Strand zu unserem Platz zurück und saßen noch lange an einem der Picknicktische direkt am Wasser.

Cape Canso RV Park + MarinaCape Canso RV Park + MarinaCape Canso RV Park + MarinaCape Canso

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Festung Louisbourg/Fortress of Louisbourg/Forteresse-de-Louisbourg

Wir mussten umziehen auf einen anderen Campground – Saisonende am Lake. Aber wir wollten sowieso noch nach Louisbourg, uns die Festung ansehen. Der erste Campingplatz war schon geschlossen und es sah so aus, als ob nicht nur für den Winter. Der zweite war geöffnet und gefiel uns. Er ist so angelegt wie in Deutschland die Stellplätze, quadratisch, praktisch, gut. Trotzdem kostet die Nacht umgerechnet 27 Euro, allerdings incl. Strom. Die Parzellen sind nicht allzu groß und in der zweiten Nacht hatten wir dann, obwohl der Platz fast leer war, das “Glück”, dass sich ein Kastenwagen aus der Schweiz (mit Schiebetür!) direkt etwas versetzt hinter uns stellte. Da wir unsere Tür ja hinten haben, stiegen wir quasi bei ihm im Vorgarten aus Boxi aus! Zum Glück fuhren die Leute am nächsten Tag weiter und vergaßen auch noch ihre Auffahrplatten. Beides gefiel uns, denn wir hatten unsererseits bereits einen Auffahrkeil irgendwo liegengelassen. Wir steckten sie ein und betrachteten es als “Schmerzensgeld” für die Lärmbelästigung. 😎

RV Park LouisburgRV Park Louisburg

Louisbourg wurde ab 1719 von den Franzosen als befestigte Stadt erbaut, mit sieben Festungsanlagen und mehreren hundert Gebäuden. Im “Frieden von Utrecht”, der 1713 den spanischen Erbfolgekrieg beendete, musste Frankreich Neufundland sowie den größten Teil Akadiens an Großbritannien abgeben. Île Royale (heute Cape Breton) und Île Saint-Jean (heute Prince Edward Island) blieben die einzigen französischen Besitzungen in Kanadas heutiger Atlantikregion. Haupterwerb war damals die Kabeljaufischerei vor Neufundland. Sie bescherte der Region einen gewissen Wohlstand und Louisbourg entwickelte sich zu einem blühenden Handelszentrum, das Waren aus Frankreich, Québec, der Karibik und Neuengland importierte.

Louisburg um 1740Louisburg um 1740

Das entfachte Gelüste und auch die französische Lebensart war ein Dorn im Auge der puritanischen Neu-Engländer. Schon kurz nach der Fertigstellung, 1745, wurde die Stadt von den Briten mit 8400 Mann und 100 Schiffen belagert. Der Hafen war zwar gut zu verteidigen, aber landeinwärts konnten die wichtigsten Befestigungsanlagen von niedrigen und teilweise bedenklich nahen Hügelketten aus eingesehen werden – ideale Standorte für die Geschütze der Belagerer. Nach 46 Tagen war die Festung gefallen. Nur drei Jahre später wurde Louisbourg im Aachener Frieden an die Franzosen zurückgegeben, mit dem Ergebnis, 1758 ein zweites Mal belagert zu werden. Ein britische Armee, die mit 16000 Mann und 150 Schiffen angriff, eroberte die Stadt in sieben Wochen. Um zu verhindern, dass Louisbourg jemals wieder ein befestigter französischer Stützpunkt würde, wurden Festung und Stadt dem Erdboden gleich gemacht. 1928 wurde das Gelände zur National Historic Site deklariert. Niemand sah sich veranlasst, die Trümmer zu beseitigen, aber viele der Mauersteine, Ziegel und Holzschindeln sind im Laufe der Jahrzehnte abtransportiert und woanders wiederverwertet worden, beim Aufbau des modernen Louisbourg und sogar bis nach Halifax. Quelle: http://www.canada4you.de/

Louisburg oder was davon übriggelassen wurdeLouisburg, eine vergessene Stadt

Wir liefen also auf blutgetränktem Boden! 1961, also 200 Jahre später, begann die kanadische Bundesregierung ein 25-Millionen-Dollarprojekt, bei dem etwa ein Viertel der ursprünglichen Stadt und ihrer Befestigungen wiederaufgebaut wurde. Gebäude, Innenhöfe, Gärten und Straßen wurden so hergerichtet wie sie in der Zeit um 1740, vor der ersten Belagerung, aussahen. Beschäftigt wurden arbeitslos gewordene Minenarbeiter, die umgeschult wurden und bei den Ausgrabungen wurden nicht nur die Grundmauern freigelegt, sondern auch viele originale Einrichtungsgegenstände gefunden und rekonstruiert. Darüberhinaus gab es an die 750000 Seiten an Schriftmaterial sowie rund 500 Karten und Baupläne in Archiven Frankreichs, Englands, Schottlands, der Vereinigten Staaten und Kanadas, die den originalgetreuen Wiederaufbau ermöglichten. Für diesen Aufwand und für das sehenswerte Ergebnis erstaunte uns die Höhe der Eintrittsgebühr von nur € 4,00/Person! Das war allerdings der Nachsaison-Rentnerpreis, im Sommer wird es um einiges teurer sein. Wir buchten gleich noch eine einstündige Führung für lächerliche €2,60/Person dazu und gingen davon aus, dass wir durch die Anlage geführt würden und Erklärungen bekämen. Dem war aber nicht so. Die Stadtführerin versammelte uns auf einer Wiese und erläuterte eine geschlagene halbe Stunde die politische Lage, die wirtschaftliche Lage, warum Krieg und wie, stellte Fragen an die zunehmend gelangweilt Herumstehenden und machte Späßchen. Dann wurde der Standort um ein paar Straßenzüge verlagert und sie dozierte weiter.

Louisburg und die Schafe

Hatte ich mich vorher schon zum Schafe fotografieren entfernt, so beschlossen wir jetzt, 15 Minuten vor dem Ende der “Führung”, auf eigene Faust loszulaufen. Wir kamen in’s Gespräch mit einer Bäckersfrau, einem Handwerker und einem Soldaten, konnten in mehrere Gebäude hineinschauen (alle waren nicht mehr auf) und bekamen einen guten Eindruck von den Lebensbedingungen der damaligen Zeit.

BäckersfrauHandwerkerKöchin?oder Waschfrau?oder?HandwerkerHandwerkerHandwerker

Die Soldaten z. B. hatten 24-Stunden-Dienste und mussten in ihrer Freizeit meist noch an den Befestigungsanlagen arbeiten. Sie “wohnten” in Unterkünften mit vier Doppelstock-Doppelbetten, also 16 Mann pro Raum. Gewaschen wurden nur das Gesicht und die Hände, eine Doppel-Latrine gab es im Keller. Die wachhabenden Soldaten neben den Eingangstoren schliefen oder ruhten, wenn sie gerade keine Wache schieben mussten oder wenn keine Gefahr drohte, auf nicht sehr komfortabel aussehenden Holzpritschen.

Wachhäuschen/Torhauswacheschiebende(r) Soldat(in)Holzpritschen (Kaminheizung)Wachdienstwachhabende(r) Soldat(in)Stube für 16 Mannheizen und kochenDoppelbett (für 2 Soldaten!)Gewehre etc.Er fragte uns, was wir in seinem Schlafzimmer wollten ;-)Hausschuhe???Soldaten beim ExerzierenBefestigungsmauern und Zugang zu den KatakombenBrennholzvorräteAbflusssystemDas "stille Örtchen"

In den Sommermonaten bevölkern heute über 100 “Bürger” die Stadt. Studenten und Einwohner der Umgebung stellen in der Kleidung des 18. Jahrhunderts Soldaten, Handwerker, Bauern und Fischer dar. Wir sahen leider nur noch wenige von ihnen. Das Wetter spielte zum Glück mit, es war zwar grau und sah bedrohlich nach Regen aus, blieb aber trocken. Zu den Farben der Gebäude und zu der schon etwas herbstlichen Stimmung passte der Farbton des Himmels perfekt. Am nächsten Tag regnete es und wir waren sehr froh, die mehrere Kilometer lange Baustellen-Umleitungsstrecke aus rotem Sand/Lehmgemisch im Trockenen gefahren zu sein. Die Mobile, die am nächsten Abend auf den Campground gefahren kamen, sahen nicht mehr ganz frisch aus!

Und jetzt gibt es nur noch Fotos (Texte, wie auch oben, per Mauszeiger lesbar)!

Festung LouisburgKirchturmspitzeGouverneurshausArbeitszimmer und KartenraumWohnraum des GouverneursKücheSchlafstelle der KöchinVerhandlungsraumDas Bett des Königs, wenn er zu Besuch weilteLouisburgLouisburgDie Gärten von LouisburgDer Hahn von LouisburgLouisburgLouisburgLouisburgDie Kämpfer von LouisburgDas "Unschuldslamm" von LouisburgLouisburgLouisburgLouisburgLouisburg Der Weinkeller von LouisburgVorratshaltungSeile und TaueFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgFestung LouisburgPorte Frédéric (Tor zum Hafen)Festung Louisburg

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.