Cape Breton oder Capbreton

Da die Wetter-Apps weiterhin regnerisches Wetter vorhersagten, für die französische Atlantikküste aber sogar Sonnenschein, beschlossen wir, Spanien Lebewohl zu sagen. Am nächsten Tag hatte uns Frankreich wieder! Wieder war Sonntag und die Franzosen sind offenbar genauso flanierfreudig wie die Spanier. Alle Küstenorte waren zugeparkt, keine Chance auf einen Café au lait. Wir kamen an einem Wohnmobilstellplatz vorbei, an dem schon ein Wohnmobil in der Zufahrt stand und wohl darauf wartete, dass noch ein Platz frei werden würde. Ich glaube, das war in Biarritz. Zum Glück wollten wir dort nicht hin! Es ist ja schon Nachsaison, die Schulen haben wieder begonnen, aber offenbar werden die französischen Familienurlauber nahtlos abgelöst von den französischen Rentnern. Und Scharen von Niederländern sind unterwegs! Ein wenig beschlich uns die Sorge, dass der von uns angesteuerte Platz auch voll sein könnte. Allerdings wies der Bordatlas 135 Stellplätze aus, die würden doch wohl nicht alle belegt sein?!?! Enttäuschtes Smiley Der erste Blick auf den Platz ließ uns aufatmen, es war genug frei. Es handelt sich um einen großen Asphaltplatz mit Stellplätzen rundherum am Rand und zweireihig in der Mitte. Wir entschieden uns für den Rand an einer Sanddüne und ließen rechts und links je einen Platz frei. Das war doch schon mal nicht schlecht!

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Gegen 17 Uhr kam eine Bedienstete der Gemeinde oder der Gesellschaft, die den Platz verwaltet, und kassierte €13,50 (incl. Strom und VE). Wir bezahlten gleich für zwei Nächte, denn wir wollten noch einmal Strand und Meer. Ist auch nicht mehr ganz preiswert!

Uschi düste mit dem Roller los und landete aber offenbar schon im Nachbarort mit Yachthafen und den üblichen touristischen Saisonlokalen, -geschäften, -kiosken. Den eigentlichen Kern Capbretons entdeckten wir erst am übernächsten Tag bei unserer Weiterfahrt. Hier sah es so aus, als ob das ganze Jahr über Betrieb sein würde.

Am zweiten Tag ging es an den Strand! Das Wetter war wirklich so schön wie vorhergesagt und wir konnten noch einmal barfuß durch die Wellen laufen.

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Bereits nach kurzer Zeit lagen die ersten Bunkerreste im Sand. Diese Überbleibsel des Atlantikwalls hatten wir vor zwei Jahren in Dänemark ja schon gesehen, hier waren sie allerdings schon erheblich näher an die Meereskante gerutscht. Dass solche tonnenschweren Gebilde sich überhaupt von ihrem ursprünglichen Platz wegbewegen können, erscheint ganz unmöglich. Von Algen überwuchert und Graffiti-Künstlern verschönert, sahen sie nicht mehr ganz so bedrückend aus. Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass so etwas nie wieder gebraucht wird!!!

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Capbreton Am Ende dieses breiten, langen, feinsandigen Strandes fing eine Promenade an mit geöffneten Lokalen, Geschäften und einer Eisdiele. Es gab also erst den Café au lait und dann für den Rückweg ein Eis auf die Faust! Die Eispreise, in Frankreich ja immer schon “etwas” höher, liegen aktuell bei €2,50 für eine, allerdings sehr große, Kugel. Je mehr Kugeln, desto preiswerter im Verhältnis. Aber mehr als eine Kugel braucht man (wir) wirklich nicht, so große Waffeltüten gibt es auch gar nicht. Und Eis aus dem Pappbecher macht keinen Spaß! Cooles Smiley

Auf dem Rückweg bezog sich der Himmel und es sah so aus, als ob wir nicht trocken nach Hause kommen würden. Aber der aufgekommene Wind vertrieb die Regenwolken. Ein einzelner Kite-Surfer versuchte sein Glück und obwohl man erkennen konnte, dass er seinen Schirm beherrschte, hatte er keine Chance. Mühsam musste er erst diesen über einige Meter von der Wasseroberfläche an Land ziehen und dann zu seinem in den ziemlich hohen Wellen treibenden Board schwimmen, um es zu retten. Nicht nur wir beobachteten sein nicht ungefährliches Treiben und verließen den Strand erst, als er wieder an Land war.

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Letztes Jahr um fast die gleiche Zeit, mit nur wenigen Tagen Unterschied, waren wir auf der anderen Seite des Atlantiks auf Cape Breton, der östlichen Halbinsel von Nova Scotia. Woher die ihren Namen hat, war uns hier, in Capbreton, dann sonnenklar. Smiley

CAPBRETON; Aire de Camping-car „Place des Océanides“, Stellplatz für 135 Mobile auf Asphalt; 13,50 Euro (wird kassiert) incl. Strom, Wasser, Entsorgung; auch für große Mobile geeignet; kein Schatten; das kostenfreie WLAN war (zumindest von unserem Platz aus) nicht verwendbar; max. Aufenthaltsdauer 48 Stunden; Preisstaffelung je nach Monat, Dez.-März kostenfrei (?); direkter Strandzugang, Ort mit Einkaufsmöglichkeit in fußläufiger Entfernung

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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