Pays de la Saguine

Bouctouche Auf unserer Weiterfahrt machten wir Station in Bouctouche. Dort gibt es ein kleines nachgebautes Akadier-Dorf. 1971 schrieb die akadische Schriftstellerin Antonine Maillet ein Theaterstück, für das sie später ausgezeichnet wurde, über Sagouine Sagouine, eine Putzfrau vom Lande (an Acadian cleaning lady from rural New Brunswick), die aus ihrem ereignisreichen Leben plaudert. Maillet wollte die akadische Kultur bekannter machen und verhindern, dass die alten Traditionen in Vergessenheit geraten. Das Stück besteht überwiegend aus Monologen in Acadian French und wurde später ins Englische übersetzt.

Auf einer kleinen (Floh-) Insel (Flea Island / Île-aux-Puces) wurde ein nettes Ensemble von bunten Häusern im alten Holzschindel-Stil errichtet und ein schöner, gewundener Holzsteg führt dorthin.

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Der Zöllner, der auf dem Foto so entspannt in einem Buch liest, empfing und begrüßte uns und fragte, ob wir zollpflichtige Waren dabei hätten. Wir konnten reinen Gewissens verneinen! Gekreuzte Finger

Pays de la SaguinePays de la Saguine 

Pays de la Saguine Einen kleinen Leuchtturm gibt es natürlich auch! Die große Veranstaltungshalle stört ein wenig das Gesamtbild, aber sie wird gebraucht, um Teile des Theaterstücks aufzuführen sowie für Musikveranstaltungen. Wir hatten das Glück, eine super-klasse-tolle Band zu erleben, die mitreißende rhythmische akadische Musik im Fiddler-Style machte. Neben uns hielt es einen älteren Herrn nicht mehr auf seinem Stuhl und er begann, auf kleinstem Raum besondere, uns unbekannte, Tanzschritte zu vollführen. Es dauerte nicht lange, dann tanzten seine Frau und ein weiteres recht betagtes Paar, nebeneinander aufgereiht, mit ihm mit, offensichtlich mit großem Vergnügen und unter der schmunzelnden Akzeptanz der übrigen Zuschauer.

Wir liefen überall herum, sehr weitläufig war das Gelände nicht und das Angebot ebenfalls überschaubar. Nur in drei der Gebäuden waren alte Einrichtungsgegenstände zu besichtigen, der Rest bestand aus Ess- und Trinklokalen.

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Ein besonderes Highlight war der alte Friseursalon!

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Einen Teil der Sagouine-Aufführung sahen wir uns auch noch an, aber da verstanden wir kein einziges Wort mehr! Enttäuschtes Smiley

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Weiter auf der Sternen-Route

Baie-Sainte-Anne (schwarzer Pfeil) Die nächste Etappe wurde nur eine kurze. Das Wetter war wieder schön, der Wind ließ nach, je weiter wir südlich fuhren. Wir folgten weiter dem Acadian Costal Drive, gut erkennbar und ausgeschildert mit dem weißen Akadier-Stern auf rotem Grund. Unterwegs fanden wir wieder einen Frühstücksplatz erster Güte, mit Blick auf die interessante Brücke über die Mündung des Miramichi Rivers in die gleichnamige Bucht an der gleichnamigen Stadt.

Miramichi FrühstücksplatzFrühstücksplatzFrühstücksplatz

Viel weiter fuhren wir dann nicht mehr. Wir hatten mehrere Campgrounds zur Auswahl und direkt der erste gefiel uns so gut, dass wir blieben, obwohl es erst 14 Uhr war. Wir hatten die Wahl zwischen drei Stellplätzen in der vordersten Strandreihe und entschieden uns für den, der zur Rechten Dauercampernachbarn hatte, die nicht anwesend waren und zur Linken den zweiten der drei freien Plätze. Diese zwei nebeneinanderliegenden Sites waren zwar sehr lang, aber ziemlich schmal und etwas schief. Wir waren froh, dass der benachbarte Platz frei blieb. Jetzt standen wir noch dichter am Meer als in Haut-Shippagan und es war mindestens genauso schön hier! Direkt hinter unserem Fire Pit ging es an den Strand, der seinen Namen verdiente. Es gab zwar wieder einen Streifen aus getrockneten Algen, aber es gab bei Niedrigwasser auch einen Sandstreifen und man konnte sehr gut barfuß durch das Wasser laufen. An einer Stelle stand ein Mann bis zum Bauch im Meer, in Shorts und T-Shirt und stocherte mit dem Stiel eines Spatens auf dem Meeresboden herum, bückte sich und grub mit seinen Händen irgendetwas aus, was er dann in eine Holzkiste warf, die neben ihm schwamm und mit einem Strick an ihm befestigt war. Wir hatten ja schon öfter Menschen gesehen, die bei Ebbe ins Watt laufen und graben, aber was sie da suchten, wussten wir nicht. Wattwürmer als Angelköder? Mineralien? Fossilien (in Five Islands)? Wir fragten den Mann. Er sah uns etwas erstaunt an und es muss ihm sofort klar gewesen sein, dass es sich bei uns nur um unwissende Touristen handeln kann. Trotzdem oder gerade deshalb antwortete er sehr freundlich, dass er clams, also Muscheln, suche und zeigte uns, dass es zwei Sorten gibt. Ob wir das denn noch nie gesehen hätten? Stunden später kam er, durchs Wasser watend und seine Kiste hinter sich her ziehend, am Ende des Campingplatzes an, hievte die offensichtlich recht schwere “Beute” auf die Ladefläche seines Pickups, der dort parkte, setzte sich, nass wie er war, auf den Fahrersitz und fuhr weg.

Sandy Point ParkSandy Point ParkSandy Point ParkSandy Point ParkSandy Point Park

Bei uns gab es leider keine Muscheln (und bevor ich mich 3 Stunden oder mehr ins Wasser stelle, kaufe ich sie lieber!), aber wieder einen schönen Fireabend. Leider gab es auch Mücken oder andere Stechviecher. Wenn man sich nicht eine Ganzkörpereinreibung mit Insektenschutzmittel verabreicht hat, stechen sie an den unbehandelten Stellen gnadenlos durch die Kleidung hindurch! Insgesamt können wir uns diesbezüglich aber nicht beschweren, eine Mückenplage hatten wir noch nirgendwo.

Fireabend ;-)Fireabend ;-)Fireabend ;-)

written by Ingrid
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Wieder aktuell (und schon nicht mehr) ;-)

Charlo-Beresfort-Shippagan Von Charlo fuhren wir über Beresfort, wo wir die Feierlichkeiten zum National Acadian Day miterlebten (wir berichteten hier), weiter den Acadian Costal Drive bis Haut-Shippagan auf der Acadian Peninsula. Wir hatten ja beschlossen, dort eine Woche “Urlaub” zu machen. Das war eine gute Entscheidung! Wir machten Strandspaziergänge bei Ebbe, saßen auf der Holzpromenade auf dem Bänkchen und tranken unseren Nachmittagskaffee (den wir uns natürlich selbst kochen mussten!) oder saßen in unseren Stühlen, legten die Füße auf den Steg und schauten auf’s Wasser. Wir haben selten so nah am Meer gestanden, außer natürlich in Spanien. Jeden Abend gab es ein Feuer in unserem Fire Pit. Hier bekamen wir wieder richtig gutes, trockenes Holz, das wunderbar abbrannte, hell lodernd, mit kleinen Harzfeuerwerken. Außerdem war es so preiswert wie nirgendwo zuvor mit $3. Also holten wir jeden Tag ein neues Bündel. Man gönnt sich ja sonst nichts! (WEIL ES NICHTS GIBT!!!) Und die schönsten Sonnenuntergänge hatten wir, zum Träumen! Und Sternenhimmel und… Ihr merkt sicher schon, dass es uns wirklich gut gefallen hat.

Haut-ShippaganHaut-ShippaganHaut-ShippaganHaut-ShippaganHaut-ShippaganFeuerFeuerSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

An einem Tag machten wir Fix und Boxi fahrfertig und erkundeten den letzten Teil des nördlichen Fingers des Acadian Costal Drive auf der Acadian Peninsula. Wir fuhren aber nicht mitten durch, sondern auf den kleinsten Sträßchen rechts hoch und links wieder runter. Nur auf dem letzten Stück bis zum Leuchtturm auf Miscou Island gab es nur noch eine Straße. Also schafften wir es doch noch einmal, bis zum Ende der Straße zu fahren, wenn es auch nicht an der Côte Nord war.

LeuchtturmensembleMiscou Island Lighthouse

Neben dem Lighthouse entdeckten wir am Strand ein Steinmännchenfeld, bestehend aus Dutzenden von Bauwerken, von winzig bis richtig groß. Da kann man nicht anders, als auch eins zu bauen! Smiley

SteinmännchenfeldSteinmännchenSteinmännchenSteinmännchenSteinmännchenunser Steinmännchen :-)

Auf der Rückfahrt entdeckten wir in Shippagan noch eine Fischfangflotte auf dem Trockenen.

Schiffe in ShippaganSchiffe in ShippaganSchiffe in Shippagan

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes gab es einen Höhlentag für uns. Es stürmte gewaltig mit 80-90km/h und dann setzte sintflutartiger Regen ein.

vor dem Sturmvor dem Sturmvor dem Sturmvor dem Sturmvor dem Sturm

Unser Platz war etwas abschüssig und als Uschi begann, sich Sorgen um unseren Transformator zu machen, der zwar auf einem dicken Brett, aber im Gras unter Boxi stand, war schon alles überflutet. Da blieb nur noch, Schuhe schwimmen lassen und barfuß retten, was zu retten war. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und unser kostbarstes Teil hätte im Wasser gestanden, was ihm sicher nicht gut bekommen wäre!

Land unterLand unterLand unterLand unter

Uschi war binnen Sekunden klatschnass und beschloss, in der Rezeption Bescheid zu geben, dass wir für die letzte Nacht auf einen anderen Platz wechseln wollen, wo wir nicht knöcheltief durch Wasser laufen müssen. In der Rezeption saß ein junger Mann, den wir bisher noch nicht gesehen hatten. Er sprach nur sehr bruchstückhaft englisch! Nachdem er verstanden hatte, was Uschi von ihm wollte, versuchte er vergeblich, ihren Namen im Computer zu finden. Uschis Nachname stellt immer ein großes Problem dar, denn ein ü kennt man in der englischen Sprache ja nicht. Ü als ue zu schreiben überfordert die Intelligenz oder Erfindungsgabe der meisten Rezeptionisten, also steht dann entweder ui oder auch nur u auf der Anmeldung. Der junge Mann fand aber weder unter dem Namen (obwohl Uschi ihn auf englisch buchstabierte) noch unter der Platznummer etwas, fragte Uschi nach dem Namen ihres Husbands (der, wenn es ihn gäbe, ja vermutlich genauso heißen würde) und kurz bevor Uschi die Geduld verlor, verstand er, dass sie nur wollte, dass er nachschaut, ob einer der gegenüberliegenden Plätze frei ist, damit wir wechseln können. Es war und wir wechselten!!!

In der Nacht schliefen wir nicht besonders gut, denn unsere Stützen hatten wir nicht wieder runtergekurbelt und Boxi auf Big Fix schaukelte ganz schön. Am nächsten Morgen war es immer noch sehr windig, aber zum Glück trocken. Das Wasser in der geschützten Bucht war ziemlich aufgewühlt.

nach dem Sturmnach dem Sturm

Wir fuhren ungern weiter!   

written by Ingrid
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15 Août: Celebrating National Acadian Day/la Fête nationale de l’Acadie on New Brunswick’s Acadian Peninsula

Nichtsahnend gerieten wir vor drei Tagen in eine weitere Festivität hinein, mit Sicherheit in der Region, in der wir uns gerade aufhalten, die wichtigste! Ihr wundert euch, wie wir so schnell von Pointe Lebel an der Côte Nord über den Sankt-Lorenz-Strom und die Gaspé-Halbinsel nach New Brunswick auf die Acadian-Peninsula gekommen sind? Sind wir nicht, nicht schnell zumindest. Aber von diesem Event wollten wir gerne aktuell berichten, die fehlenden Artikel dazwischen liefern wir schnellstmöglich nach. Strebersmiley

Pointe-Lebel zu Shippagan

Kurz vor Bathurst fuhren wir in Beresfort auf den Campground und wunderten uns über die üppigen Dekorationen. Schon während der Fahrt waren uns blau-weiß-rot gestreifte Telefonmasten aufgefallen und was auch immer geeignet erschien, war in den französischen Farben bemalt. Außerdem hingen Fähnchen, Wimpel, Flaggen überall, jeder Dauercamperplatz war geschmückt. Der gravierende Unterschied zur französischen Flagge ist der gelbe Stern im blauen Bereich. Dieser Stern fiel uns ja schon ganz am Anfang unserer Reise auf, wir haben die Bedeutung “hier” erläutert.

National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day

Auf dem Infoblatt des Campingplatzes fanden wir des Rätsels Lösung: Shippagan (1) siehe Überschrift! Von Dalhousie im äußersten Norden von New Brunswick bis Sackville im Südosten verläuft der Acadian Costal Drive (den wir noch ganz abfahren werden) und hier ist New Brunswick fest in französischer Hand!!! Zwar gibt es, im Gegensatz zur Region Québec, die Verordnung, dass alles konsequent und gleichberechtigt zweisprachig sein muss (alle Straßenschilder und sogar die Speisekarten bzw. Anschläge an den weit verbreiteten Imbissbuden), aber gesprochen wird ausschließlich FRANZÖSISCH.

Für die Historienliebhaber unter unseren Lesern gibt es diesen Link, dort steht die Geschichte der Akadier etwas ausführlicher (in englisch). Und was der National Acadian Day wirklich bedeutet und wie er entstanden ist, weiß Wikipedia (auch in englisch oder wahlweise in französisch).

Auf dem Campingplatz ging es laut und bunt und lustig zu. Leider hatte man uns nicht informiert, dass es auch noch ein Feuerwerk geben würde! Ein Motto des Nationalfeiertages der Akadier lautet: Es gibt kein ZU VIEL! Also versuchen sich alle Camper und alle Hausbesitzer und alle Dörfer gegenseitig zu überbieten, mit Deko und mit Paraden und mit Firework.

National Acadian Day National Acadian Day  

Durch die Akadier-Hauptstadt kamen wir am Tag nach den Feierlichkeiten, die in Caraquet eine ganze Woche angedauert hatten.

National Acadian Day

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel überfiel uns der “kleine Hunger” und wir entschieden uns für ein richtig gesundes Frühstück! Cooles Smiley

Auf der Fahrt nach ShippaganPommes rot-weiß

Auch hier war noch alles geschmückt! Es gab einen netten kleinen Strand, gut besucht, was bei den idealen Bedingungen nicht weiter verwundert: großer Parkplatz, Sandstrand, Imbissbude und Toiletten.

Auf der Fahrt nach ShippaganAuf der Fahrt nach ShippaganAuf der Fahrt nach Shippagan   Auf der Fahrt nach ShippaganAuf der Fahrt nach Shippagan 

Sogar die Leuchttürme passen sich farblich an!!!

Auf der Fahrt nach ShippaganShippagan11.jpg

Wir fanden unseren aktuellen Campingplatz in Haut-Shippagan wieder, wie fast immer, über die “Allstays”-App. Dort wurde zwar nichts über die Verfügbarkeit von Wifi gesagt, aber der Platz schien direkt am Wasser zu liegen, an der Chaleur-Bucht. Wir fuhren auf Verdacht mal hin und fragten optimistisch nach einem freien Stellplatz für ein paar Tage. Und siehe da: Wir konnten zwischen 9 Plätzen auswählen, die 1. alle Ocean View und 2. WLAN-Verfügbarkeit hatten!!! Und preiswert war er noch dazu, mit umgerechnet €21,78 (wenn man eine Woche bleibt, gibt es 10% Rabatt). Wir beschlossen, dass wir eine Woche Urlaub brauchen! Wenn ihr euch die Fotos anschaut, werdet ihr unsere Entscheidung sicher verstehen! Verliebt

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Und abends sieht es dann bei uns so aus:

Fire PitFire PitFire Pit      rundherum Lagerleben

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