Red Sands Shore

Nun fehlte uns noch die südliche Küste des Central Coastal Drives. Warum sie Red Sands Shore heißt, wird bald klar.

Red Sands ShoreRed Sands Shore

Natürlich suchten und fanden wir auch wieder einen Leuchtturm! Smiley Einen hübschen sogar und er stand an einen traumhaften Platz oberhalb der Steilküste. Er schien nicht mehr in Betrieb zu sein und zusammen mit der Lage und dem angrenzenden Wohnhäuschen hätte man durchaus auf die Idee kommen können, ihn zu erwerben, zu restaurieren und ein deutsches Sommercafé dort zu betreiben. Mit richtigem Kuchen!!! Und Tassen und Tellern aus Porzellan! Kuss senden

Blockhouse Point LighthouseRed Sands ShoreRed Sands ShoreRed Sands ShoreRed Sands ShoreRed Sands ShoreRed Sands Shore

Weiter geht es die Küste entlang Richtung Westen. Wunderschöne leuchtend gelb blühende Rapsfelder begleiten uns!

Red Sands ShoreRed Sands ShoreRed Sands Shore

Der Zufall führt uns durch Victoria oder, um ehrlich zu sein, auf der Karte waren zwei Leuchtturmsymbole vermerkt. Zwinkerndes Smiley Aber nicht nur das Victoria Lighthouse ist hübsch, sondern der ganze Ort mit ca. 100 Einwohnern überrascht uns mit einigen kunstgewerblichen Geschäften, einem netten kleinen Hafen und sonntäglichem Flair.

VictoriaVictoriaVictoriaVictoriaVictoriaVictoria Lighthouse

Uns gefällt die Insel immer besser, je mehr wir von ihr kennenlernen. Es ist diese Vielfalt, die uns begeistert. Rote Steilküsten, rote Äcker, rote Sandwege, manchmal ist sogar der Asphalt rot. Bei Regen ist das sicher nicht mehr so lustig und man sieht vorwiegend hochbeinige Pickup Trucks auf den Straßen. Bauernland mit Wiesen, Hecken, Zäunen und Wald. Dann wieder fast weiße Sandstrände, mal breiter, mal schmaler und Dünen wie in Dänemark oder Holland. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Überwiegend sieht man sehr gepflegte Anwesen mit hübschen Holzhäusern, von Ferienhausgröße bis zu richtigen Villen. Die akadische Flagge weht auch hier noch des öfteren, die Umgangssprache ist aber wieder englisch. In Victoria trafen wir in einem Laden eine deutsche Frau aus Pforzheim, die schon vor mehr als 30 Jahren mit ihrem Mann nach Kanada ausgewandert ist, 25 Jahre auf Prince Edward Island ein deutsches Restaurant betrieb und dann zu ihrer Tochter nach Québec gezogen ist. Jetzt werden sie auf die Insel zurückkehren und suchen ein geeignetes Haus oder Grundstück. Nein, nicht in Victoria, dort würden im Winter nur noch 30 Leute leben. Sie möchte in die Nähe einer größeren Stadt, wo es samstags den obligatorischen Farmers Market mit frischen Lebensmitteln und den neuesten Nachrichten aus der Region gibt. Ob sie es jemals bereut hätte, nach Kanada gegangen zu sein, fragten wir sie. Nein, niemals, es sei einfach ein anderes Lebensgefühl hier, sagte sie und dass Kanada einen so sein und machen lässt, wie man will.

Red Sands ShoreRed Sands ShoreRed Sands Shore

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Werbeanzeigen

Auf der Kartoffelinsel

Karte Seit letztem Donnerstag sind wir auf Prince-Edward-Island, im allgemeinen Sprachgebrauch nur P.E.I genannt – oder – weil es die Acadians ja hier auch noch gibt: I.P.E. (Île-du-Prince-Édouard). Hier herrscht Landwirtschaft vor, an erster Stelle der Anbau von Kartoffeln. 250 Kartoffelanbaubetriebe, alle familiär, erzeugen 25% der Kartoffelertrages ganz Kanadas! Das begünstigte Klima ist begründet durch die abgeschirmte Lage der Insel am südlichen Rand des St.-Lorenz-Golfes. Hier leben nur 145000 Menschen auf einer Fläche von 5660 km², die Gesamtlänge der Insel beträgt 224km. P.E.I. ist eine Provinz, die kleinste Kanadas, aber eine bedeutende. Hier wurde Geschichte geschrieben und hart verhandelt. Im September 1864 fand die Charlottetown-Konferenz statt, an der erstmals über den möglichen Zusammenschluss verschiedener britischer Kolonien zur Kanadischen Konföderation beraten wurde. Prince Edward Island war mit dem Verhandlungsergebnis nicht zufrieden und trat 1867 dem neuen Staat vorerst nicht bei. 1871 begannen auf der Insel die Bauarbeiten für ein Eisenbahnnetz, außerdem fanden Verhandlungen über einen möglichen Beitritt zu den Vereinigten Staaten statt. Der kanadische Premierminister John Macdonald wollte die amerikanische Expansion verhindern und führte daher ebenfalls Verhandlungen. Die kanadische Bundesregierung verpflichtete sich, die Kosten für den Bau der Prince Edward Island Railway zu übernehmen, woraufhin die Kolonie sich am 1. Juli 1873 der Konföderation anschloss. (Quelle: Wikipedia)

Auf die Insel gelangt man auf drei verschiedene Arten, by air, by ship und über die Confederation Bridge. Diese hält mit 12,9km den weltweiten Rekord als eine Brücke, die über ein zufrierendes Gewässer führt. Außerdem ist sie die längste Brücke Kanadas. Der lohnenswerte Link für Brückenliebhaber und Technikinteressierte: https://de.wikipedia.org/wiki/Confederation_Bridge

Brücke vom Festland ausBrücke vom Festland ausBrücke vom Festland aus   Brücke von der Insel aus

Faszinierend hier auf der Insel sind die ockerfarbenen, terrakottafarbenen, sattroten Böden, je nach Lage und Lichteinfall. Ein findiger Mensch entwickelte daraus eine Geschäftsidee, das P.E.I. Dirt Shirt oder Mud Shirt (mud=Schlamm, Matsch). Wahrscheinlich sahen mindestens die Kinder so aus, wenn sie im Watt gespielt hatten (siehe Video).

rote Erde alter Treckeralter Trecker

P.E.I. ist ein begehrtes Urlaubsziel mit 1 Million Touristen pro Jahr. Inseln sind ja immer beliebt und hier im schon recht rauen Teil Kanadas kurz vor Neufundland ist das erst recht kein Wunder. Im Süden der Insel zur Northumberland Strait überwiegen Steilküsten aus rotem Sandstein, im Norden zum offenen Atlantik hin weite Sandstrände. Wir blieben die ersten zwei Nächte auf einem eher unspektakulären Campground in der Mitte der Insel an einer großen Bucht. Das Wetter lud nicht dazu ein, etwas zu erkunden und wir verbrachten zwei Höhlentage mit heftigem Sturm. Immerhin standen wir mit Meerblick! Und gut geschützt neben einem riesigen Fifthwheeler, dessen ununterbrochen laufende Klimaanlage durch die lauten Windgeräusche für uns etwas erträglicher wurde. In Nordamerika ist ja alle Technik LAUT, ob Air Condition oder Heizung, die Automatik für die Hubstützen oder Slide Outs und die Motoren! Und dann gibt es noch eine ganz blöde Einrichtung: Wenn man seinen PKW per Fernbedienung abschließt, hupt er! Besonders angenehm, wenn die Nachbarn erst spät in der Nacht nach Hause kommen!

Lower New AnnanLower New Annan  Lower New Annan

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Pays de la Saguine

Bouctouche Auf unserer Weiterfahrt machten wir Station in Bouctouche. Dort gibt es ein kleines nachgebautes Akadier-Dorf. 1971 schrieb die akadische Schriftstellerin Antonine Maillet ein Theaterstück, für das sie später ausgezeichnet wurde, über Sagouine Sagouine, eine Putzfrau vom Lande (an Acadian cleaning lady from rural New Brunswick), die aus ihrem ereignisreichen Leben plaudert. Maillet wollte die akadische Kultur bekannter machen und verhindern, dass die alten Traditionen in Vergessenheit geraten. Das Stück besteht überwiegend aus Monologen in Acadian French und wurde später ins Englische übersetzt.

Auf einer kleinen (Floh-) Insel (Flea Island / Île-aux-Puces) wurde ein nettes Ensemble von bunten Häusern im alten Holzschindel-Stil errichtet und ein schöner, gewundener Holzsteg führt dorthin.

Pays de la SaguinePays de la SaguinePays de la Saguine

Der Zöllner, der auf dem Foto so entspannt in einem Buch liest, empfing und begrüßte uns und fragte, ob wir zollpflichtige Waren dabei hätten. Wir konnten reinen Gewissens verneinen! Gekreuzte Finger

Pays de la SaguinePays de la Saguine 

Pays de la Saguine Einen kleinen Leuchtturm gibt es natürlich auch! Die große Veranstaltungshalle stört ein wenig das Gesamtbild, aber sie wird gebraucht, um Teile des Theaterstücks aufzuführen sowie für Musikveranstaltungen. Wir hatten das Glück, eine super-klasse-tolle Band zu erleben, die mitreißende rhythmische akadische Musik im Fiddler-Style machte. Neben uns hielt es einen älteren Herrn nicht mehr auf seinem Stuhl und er begann, auf kleinstem Raum besondere, uns unbekannte, Tanzschritte zu vollführen. Es dauerte nicht lange, dann tanzten seine Frau und ein weiteres recht betagtes Paar, nebeneinander aufgereiht, mit ihm mit, offensichtlich mit großem Vergnügen und unter der schmunzelnden Akzeptanz der übrigen Zuschauer.

Wir liefen überall herum, sehr weitläufig war das Gelände nicht und das Angebot ebenfalls überschaubar. Nur in drei der Gebäuden waren alte Einrichtungsgegenstände zu besichtigen, der Rest bestand aus Ess- und Trinklokalen.

Pays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la Saguine  Pays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la Saguine

Ein besonderes Highlight war der alte Friseursalon!

Pays de la SaguinePays de la SaguinePays de la SaguinePays de la Saguine   

Einen Teil der Sagouine-Aufführung sahen wir uns auch noch an, aber da verstanden wir kein einziges Wort mehr! Enttäuschtes Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

15 Août: Celebrating National Acadian Day/la Fête nationale de l’Acadie on New Brunswick’s Acadian Peninsula

Nichtsahnend gerieten wir vor drei Tagen in eine weitere Festivität hinein, mit Sicherheit in der Region, in der wir uns gerade aufhalten, die wichtigste! Ihr wundert euch, wie wir so schnell von Pointe Lebel an der Côte Nord über den Sankt-Lorenz-Strom und die Gaspé-Halbinsel nach New Brunswick auf die Acadian-Peninsula gekommen sind? Sind wir nicht, nicht schnell zumindest. Aber von diesem Event wollten wir gerne aktuell berichten, die fehlenden Artikel dazwischen liefern wir schnellstmöglich nach. Strebersmiley

Pointe-Lebel zu Shippagan

Kurz vor Bathurst fuhren wir in Beresfort auf den Campground und wunderten uns über die üppigen Dekorationen. Schon während der Fahrt waren uns blau-weiß-rot gestreifte Telefonmasten aufgefallen und was auch immer geeignet erschien, war in den französischen Farben bemalt. Außerdem hingen Fähnchen, Wimpel, Flaggen überall, jeder Dauercamperplatz war geschmückt. Der gravierende Unterschied zur französischen Flagge ist der gelbe Stern im blauen Bereich. Dieser Stern fiel uns ja schon ganz am Anfang unserer Reise auf, wir haben die Bedeutung “hier” erläutert.

National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day National Acadian Day

Auf dem Infoblatt des Campingplatzes fanden wir des Rätsels Lösung: Shippagan (1) siehe Überschrift! Von Dalhousie im äußersten Norden von New Brunswick bis Sackville im Südosten verläuft der Acadian Costal Drive (den wir noch ganz abfahren werden) und hier ist New Brunswick fest in französischer Hand!!! Zwar gibt es, im Gegensatz zur Region Québec, die Verordnung, dass alles konsequent und gleichberechtigt zweisprachig sein muss (alle Straßenschilder und sogar die Speisekarten bzw. Anschläge an den weit verbreiteten Imbissbuden), aber gesprochen wird ausschließlich FRANZÖSISCH.

Für die Historienliebhaber unter unseren Lesern gibt es diesen Link, dort steht die Geschichte der Akadier etwas ausführlicher (in englisch). Und was der National Acadian Day wirklich bedeutet und wie er entstanden ist, weiß Wikipedia (auch in englisch oder wahlweise in französisch).

Auf dem Campingplatz ging es laut und bunt und lustig zu. Leider hatte man uns nicht informiert, dass es auch noch ein Feuerwerk geben würde! Ein Motto des Nationalfeiertages der Akadier lautet: Es gibt kein ZU VIEL! Also versuchen sich alle Camper und alle Hausbesitzer und alle Dörfer gegenseitig zu überbieten, mit Deko und mit Paraden und mit Firework.

National Acadian Day National Acadian Day  

Durch die Akadier-Hauptstadt kamen wir am Tag nach den Feierlichkeiten, die in Caraquet eine ganze Woche angedauert hatten.

National Acadian Day

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel überfiel uns der “kleine Hunger” und wir entschieden uns für ein richtig gesundes Frühstück! Cooles Smiley

Auf der Fahrt nach ShippaganPommes rot-weiß

Auch hier war noch alles geschmückt! Es gab einen netten kleinen Strand, gut besucht, was bei den idealen Bedingungen nicht weiter verwundert: großer Parkplatz, Sandstrand, Imbissbude und Toiletten.

Auf der Fahrt nach ShippaganAuf der Fahrt nach ShippaganAuf der Fahrt nach Shippagan   Auf der Fahrt nach ShippaganAuf der Fahrt nach Shippagan 

Sogar die Leuchttürme passen sich farblich an!!!

Auf der Fahrt nach ShippaganShippagan11.jpg

Wir fanden unseren aktuellen Campingplatz in Haut-Shippagan wieder, wie fast immer, über die “Allstays”-App. Dort wurde zwar nichts über die Verfügbarkeit von Wifi gesagt, aber der Platz schien direkt am Wasser zu liegen, an der Chaleur-Bucht. Wir fuhren auf Verdacht mal hin und fragten optimistisch nach einem freien Stellplatz für ein paar Tage. Und siehe da: Wir konnten zwischen 9 Plätzen auswählen, die 1. alle Ocean View und 2. WLAN-Verfügbarkeit hatten!!! Und preiswert war er noch dazu, mit umgerechnet €21,78 (wenn man eine Woche bleibt, gibt es 10% Rabatt). Wir beschlossen, dass wir eine Woche Urlaub brauchen! Wenn ihr euch die Fotos anschaut, werdet ihr unsere Entscheidung sicher verstehen! Verliebt

Camping ShippaganCamping ShippaganCamping ShippaganCamping ShippaganCamping ShippaganCamping ShippaganCamping Shippagan Camping ShippaganCamping Shippagan Camping Shippagan

Und abends sieht es dann bei uns so aus:

Fire PitFire PitFire Pit      rundherum Lagerleben

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Annapolis Royal

Ein kleiner Ort (500 Einwohner) mit großer Historie. Bereits 1605 wurde die Siedlung von französischen Einwanderern gegründet und war 100 Jahre lang unter dem Namen Port Royal Hauptstadt der französischen Acadie. So nannten die Siedler ihre Kolonie. Die Siedlung wurde als Fort errichtet, nicht nur wegen der konkurrierenden Engländer, sondern auch wegen der hier heimischen Ureinwohner. Um den rechteckigen Innenhof mit einem Brunnen reihten sich die rustikalen, aus rohen Stämmen gezimmerten Palisadenbauten. Es gab einen Gouverneur, einen Priester, einen Schmied, einen Bäcker, einen Apotheker und Soldaten. Als man merkte, dass die dort ansässigen Mi’kmaq friedlich gestimmt waren, entstand ein reger Tauschhandel mit Pelzen. Ein Problem waren die harten Winter und regelmäßig starben einige der Männer an Skorbut. Ab 1607 begann man Landbau in den Niederungen des Annapolis River zu betreiben und die erste Getreidemühle des Kontinents wurde errichtet. 1613 nahmen englische Truppen das Fort ein und zerstörten es. Da der Zustrom französischer Siedler nicht nachließ, baute man das Fort zwei Jahrzehnte später wenige Kilometer weiter flussaufwärts wieder auf. Erst 1710 nahmen die Engländer das Fort nach mehreren weiteren Angriffen endgültig ein und nannten es Annapolis Royal. Erhalten sind aus dieser Zeit noch die Befestigungsanlagen des 18. Jahrhunderts, Erdwälle, das steinerne Pulvermagazin und einige alte Kanonen. In der Stadt selbst reihen sich entlang der Hauptstraße einige gut erhaltene historische Gebäude auf, u. a. das älteste Holzhaus Kanadas von 1708.

Quelle: Reise-Handbuch KANADA Der Osten, DuMont Reiseverlag

Wir bummelten ein wenig über den hübsch angelegten Boardwalk und fuhren dann weiter.

Annapolis RoyalAnnapolis RoyalSpielhausSpielhaustrauriger Elefantglückliche ElefantenElefantensäuleElefantengatter:-)LighthouseLighthouse

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Cape Forchu Lighthouse

Cape Forchu Lighthouse Wir brauchten mal wieder einen Ruhetag. Außerdem gefiel es uns auf dem Campground “Camper’s Haven”. Leider war das Wetter nicht mehr so schön sonnig und warm wie am Vortag (das wechselt hier von Tag zu Tag), aber wir fuhren trotzdem oder gerade deswegen ein wenig “in’s Blaue”. Das Wahrzeichen der Gegend ist das Cape Forchu Lighthouse, eine etwas ungewöhnliche Konstruktion. Gebaut wurde es 1840 in traditioneller Bauweise, da vor dem Kap viele Schiffe havarierten. 1962 ersetzte man den beschädigten Leuchtturm mit einem in “Apple Core” (Apfelkern(gehäuse)) Bauweise und aus Beton errichteten. Ich habe mal gegoogelt, was denn wohl eine Apple-Core-Bauweise ist und fand die unterschiedlichsten Bezeichnungen für das abgegessene Überbleibsel eines aus der Hand verspeisten Apfels.

Cape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu Lighthouse

Ob man den Leuchtturm nun schön findet oder nicht, ist reine Geschmacksache. Ich bevorzuge die traditionelle Bauweise. 😉 Das Gelände rundherum ist im Stil einer großen Picknickanlage angelegt, mit vielen Bänken und vielen erklärenden Schautafeln. Und natürlich ist der Blick überall grandios! Das Gestein hier ist nicht mehr Granit, sondern überwiegend Schiefer. Leider schien die Sonne nicht, sonst hätten wir bestimmt ganz “schillernde” Fotos machen können.

Cape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu LighthouseCape Forchu Lighthouse

Zumindest hat Uschi sich bemüht, noch ein Highlight zu setzen!

Uschi relaxedUschi relaxed

Bei der Nummer 3 oben auf der Karte waren wir auch noch, aber davon haben wir keine Fotos. Das Wetter ermutigte nicht mehr dazu, es war zwar trocken, wurde aber immer nebliger. Wie überall hier in der Gegend waren die Straßen gesäumt von gepflegten, oft schon “manikürten”, Grundstücken und schönen Holzhäusern. An vielen dieser Häuser klebt ein großer Stern, mal blau, mal weiß, mal in der Farbe des Hauses oder darauf abgestimmt. Wir konnten uns die Bedeutung nicht erklären, dachten zuerst an eine bestimmte Religionszugehörigkeit. Aber nein, dieser Stern besagt, dass in dem betroffenen Haus Abkömmlinge der ersten französischen Siedler leben. Die kamen schon 1604 und lebten mit dem schon seit Jahrhunderten hier ansässigen Volk der Mi’kmaq während der nächsten 150 Jahre friedlich zusammen. Innerhalb des entstehenden “New France” bildete sich die Gruppe der “Akadier” in den Gegenden Nova Scotia, New Brunswick, Prince Edward Island und einem Teil von Maine sowie Québec. Während des Krieges von 1754-1763 (French and Indian War) wurden geschätzt 11500 von ihnen von den Briten deportiert, ein Drittel davon starben. Einigen gelang es, sich nach Louisiana abzusetzen, die meisten wurden nach Frankreich gebracht. Viele von ihnen oder ihre Nachfahren kehrten später zurück.

Holzhaus

Wir fanden ein hübsches kleines Café französischen Stils und freuten uns, richtig guten Café au lait zu bekommen. Am Nachbartisch saßen zwei Männer und unterhielten sich in einer für uns absolut unverständlichen Sprache. Es hörte sich an wie eine Mischung aus Englisch und Französisch. Und tatsächlich gibt es die Sprachvariante Acadian French, abgeleitet von Canadian French, abgeleitet vom Ursprungsfranzösisch. Inzwischen gibt es eine weitere Unterkategorie, “Chiac”, aber auch einen Dialekt von amerikanischem Englisch, genannt Cajun English. Das ist also ungefähr so wie der Unterschied zwischen Hochdeutsch und Switzerdütsch. Kein Wunder, dass wir nichts verstanden haben! Verwirrtes Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.