Hola España!!!

Am Tage unserer Abfahrt vom Col de la Pierre Saint-Martin hatten wir wieder herrlichsten Sonnenschein und einen Flugzeugblick auf die Wolken im Tal.

Ausblick von oben

Diesmal hatte Uschi das Vergnügen der Passfahrt und sie hatte eindeutig den besseren Part als ich bei der Hinfahrt. Oder auch nicht!? Immerhin konnte ich diesmal die Aussicht genießen und musste ihr nicht sagen, ob die Kurven nach rechts oder nach links gehen. Und die Aussicht war grandios!!! Über eine lange Strecke hatten wir das Gefühl, in Nordamerika unterwegs zu sein! Es fehlten nur die dort so zahlreich vertretenen Seen. Ich habe letzten Sommer mehrfach gesagt, dass wir (fast) alle diese tollen Landschaften in Europa auch haben und das bestätigt sich immer wieder. Auf dieser Strecke auf jeden Fall.

wie in Kanada!

Auf der Suche nach einem geeigneten Frühstücksplatz hatten wir Erfolg bei der Einfahrt in ein kleines Bergstädtchen. Es gab einen Picknickplatz unter Bäumen und zwei Bänke mit Ausblick auf die Stadt. Kurz vorher waren uns am Straßenrand drei ältere Spanierinnen entgegengekommen, die offensichtlich vor dem Mittagessen noch einen kleinen Spaziergang machten. Ich vermutete, dass sie bestimmt vorher auf einer der Bänke gesessen hatten. Wir waren fast fertig mit unserem Frühstück, als wir sie zurückkommen hörten. Das spanische Geschnatter hörte nicht auf und als wir Boxi verließen, saßen sie (wieder?) auf einer Bank. Nach einem freundlichen „buenos días“ unsererseits entspann sich sofort eine kleine Unterhaltung. Wo wir denn hin wollten? Zu einem Freund in der Nähe von Palencia. Valencia? Nein, Palencia. Ah, con pe! Laut lachen Als wir unseren Fahrradträger herunterließen, kam dann sehr erstaunt noch die Frage, ob wir denn keine Männer dabei hätten??? Für spanische Frauen, deutlich älter als wir, eine wohl schier unvorstellbare Konstellation, zwei auch nicht mehr ganz junge Frauen allein mit einem Wohnmobil in „der Fremde“ unterwegs. Zwinkerndes Smiley

Gesättigt und vergnügt ob dieser netten Begegnung fuhren wir die restliche Strecke bis nach Pamplona. Es ging durch die Sierra de Abodi, also in Serpentinen hinauf und wieder hinunter. Wir befanden uns auf dem Camino de Santiago bzw. auf einem davon. In Pamplona treffen nämlich drei der Hauptwege aufeinander und die Stadt ist eine wichtige Zwischenstation und voll mit Pilgern. Ständig überholten wir welche oder sahen sie an der Straße in einem Lokal sitzen. Ab und zu besagte ein Hinweisschild, dass es wieder einen Abzweig in den Wald gibt, aber über große Strecken mussten sie an der Straße entlang laufen. Das ist schon ein Projekt!!! Die Hardcore-Variante bedeutet, im Hochsommer mit Wanderrucksack, Isomatte und evtl. Zelt Hunderte von Kilometern zu laufen, entweder am Stück, was Wochen braucht oder über Jahre verteilt in Etappen. Zwar bekommt die Urkunde, die Compostela, wer mindestens die letzten 100km gelaufen oder 200km mit dem Fahrrad gefahren ist und dies mit Stempeln in seinem Pilgerausweis beweisen kann, aber den meisten wird das sicher nicht ausreichen. Obwohl ich 100km ja schon viel finde! Eine beliebte Wohnmobilvariante ist, einer läuft und einer fährt. Da hat man dann sein eigenes Bett dabei, braucht nur einen Tagesrucksack und muss sich nicht um die Verpflegung kümmern. Denn das stelle ich mir echt schwierig vor! Kochen geht nicht, viele Lebensmittel herumschleppen auch nicht, die Herbergen sind überfüllt und in Massenunterkünften mit zwar gleichgesinnten, aber dennoch fremden Menschen zu nächtigen ist ja auch nicht jedermanns Geschmack. Trotzdem vermittelt vermutlich nur dies inklusive 20kg-Rucksack das originale und gewünschte Pilgererlebnis. Eine Freundin von mir hat es vor Jahren gemacht, im Sommer, alleine, in knapp 5 Wochen von Aachen bis Santiago de Compostela!!! Sie hatte meine absolute Hochachtung!

Symbol des JakobswegesJakobswegpilgerer

Wir fuhren auf den Campingplatz „Ezcaba“, 7km von Pamplona entfernt. Es gibt zwar auch einen Wohnmobilstellplatz, aber auch der liegt außerhalb der Stadt und unbewacht wollten wir unser Zuhause nicht gerne stehen lassen. Von den Campingplätzen am Mittelmeer wissen wir, dass sie im Sommer gerne mal 60 Euro pro Nacht kosten. Hier, nahe einer beliebten Stadt, wollte man „nur“ €13/Person und €11,40/Wohnmobil. Dummerweise hatten wir die Frage nach Strom mit ja beantwortet, ohne nach dem Preis zu fragen. Der betrug nämlich satte 6 Euro pro Tag!!! Ich möchte nicht wissen, was der Campingplatz zu „San Fermin“ kostet, dem Fest, mit dem die Stadt gleichgesetzt wird. Der Schriftsteller Ernest Hemingway machte mit seinem ersten größeren Roman „Fiesta“ (ursprünglich „The Sun Also Rises“) 1926 diese spanische Tradition der Stierläufe und Stierkämpfe in aller Welt bekannt und der Erfolg des Romans machte ihn berühmt. Natürlich steht ein Denkmal vor der Stierkampfarena, eine Büste nur, nicht besonders schön, aber das ist die Arena auch nicht.

StierkampfarenaStierkampfarenaErnest Hemingway

Der Campingplatz ist groß mit über 500 Plätzen. Der eindeutig ältere Teil ist so, wie viele spanische Campingplätze der 60er/70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts angelegt wurden. Niedrig und in die Breite wachsende Bäume (dringend benötigte Schattenspender im Sommer) und kleine bis sehr kleine Parzellen. Damals reiste man mit kleinem PKW und Zelt, allenfalls mit einem kleinen Wohnwagen. Die Ausmaße der Wohnmobile von heute sprengen diese Plätze. Schon die Anfahrt der Parzellen ist oft unmöglich. Wer als Campingplatzbetreiber das Geld und die räumlichen Möglichkeiten hat, erweitert seinen Platz und schafft großzügige Stellplätze. So auch hier. Wobei von großzügig nicht so wirklich die Rede sein konnte! Und es gab noch keinerlei schattenspendenden Bewuchs. Deswegen war der alte Platzteil VOLL und der neue LEER. Ein amerikanisches Riesen-Mobil stand dort und ein normales hamburgisches. Strom gab es auch erst vereinzelt und so entschieden wir uns auch für eine parcela im alten Bereich. Wir hatten Glück und nur an drei Seiten Nachbarn. Erstauntes Smiley Dafür aber einen wirklich schönen Ausblick.

Camping "Ezcaba"Camping "Ezcaba"Camping "Ezcaba"

Am Tag unserer Ankunft passierte das Attentat auf den Ramblas in Barcelona! Genau dort, wo wir schon so oft gelaufen sind. Wenn man mit dem Zug nach Barcelona reinfährt, steigt man am Plaça de Catalunya aus und beginnt seinen Stadtrundgang genau dort, wo der Terrorist seine Gräueltat verübt hat. Nur dort ist es möglich, mit einem Fahrzeug in erfolgversprechender Geschwindigkeit auf die Ramblas zu fahren. Wie ein Mensch es fertigbringt, in voller Absicht in eine Menge harmloser Touristen, Kinder inbegriffen, zu fahren, ihren Tod nicht nur in Kauf zu nehmen, sondern zu beabsichtigen, wird sich uns nie erschließen!!! Natürlich haben wir überlegt, ob wir wirklich, wie geplant, am nächsten Tag nach Pamplona reinfahren. Wir haben es dann gemacht, aber auch, wenn man sich von diesen schrecklichen Geschehnissen nicht beeinflussen lassen will, es bleibt das ungute Gefühl verlorener Unbeschwertheit.

Vom Campingplatz aus führt ein 1,5km langer Fußweg durch eine Parkanlage am Flüsschen entlang zur Bushaltestelle. Der Bus kam für spanische Verhältnisse fast pünktlich, mit nur zwölfminütiger Verspätung. Enttäuschtes Smiley Wir hatten einen Stadtplan und ich wollte nicht am ersten großen Platz in der Nähe der Altstadt aussteigen, sondern erst am zweiten, um der Zitadelle einen Besuch abzustatten. Der Platz kam aber irgendwie nicht! Eine Weile und einige Haltestellen später fuhren wir an der Zitadelle vorbei, der Bus bog nach links ab und langsam dämmerte uns, dass wir wohl immer weiter in die falsche Richtung fuhren! Also nichts wie raus, über die Straße und mit dem nächsten Bus der Linie 4 wieder zurück! Damit hatten wir die schönen preiswerten spanischen Bustarife natürlich für diesen Tag kaputt gemacht. Weinendes Smiley

Die Altstadt von Pamplona ist überschaubar groß und interessant mit vielen historischen Gebäuden. Endlich mal wieder eine typische spanische Stadt!

AltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadtAltstadt

Leider war vieles geschlossen, trotz Urlaubszeit. In der Kathedrale Santa Maria la Real hielten wir uns lange auf, ist ihr doch ein sehr gut gestaltetes Museum angeschlossen. Der Kreuzgang wurde leider gerade restauriert und war nur zum Teil begehbar.

Kathedrale Santa Maria la Realvor der Kathedrale Santa Maria la RealPlexiglasmodell der Kathedrale Santa Maria la RealFußboden in der Kathedrale Santa Maria la Realskizze der Kathedrale Santa Maria la RealFenster in der Kathedrale Santa Maria la RealKreuzgang der Kathedrale Santa Maria la RealKreuzgang der Kathedrale Santa Maria la RealKreuzgang der Kathedrale Santa Maria la RealKreuzgang der Kathedrale Santa Maria la Real

Interessant auch die Geschichte der bronzenen Turmglocken. „La Gabriela“ ist von 1519 und immer noch aktiv. Es gab sogar ein Extra-Haus für die Glöckner!

Glöcknerhausvor dem GlöcknerhausGlockenGlockeBlick auf die Stadt

Danach war spanische Mittagsessen- und Siestazeit! Die Geschäfte werden geschlossen, Rolläden aus Metall werden heruntergelassen und innerhalb von Minuten verwandelt sich eine bunte, belebte Einkaufsstraße in eine tote, hässliche, graffitiverschmierte, slumähnliche Gegend. Für uns immer wieder erstaunlich, denn Touristen sind ja den ganzen Tag in solchen Städten unterwegs und möchten sicher auch in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr einkaufen. Aber ihre Siesta ist den Spaniern heilig! Das war schon in unseren Wintern in Spanien immer unser Problem. Bis 14 Uhr schafften wir (ich!) nicht und um 18 Uhr ist es in Spanien dunkel! Natürlich kann man auch im Dunkeln bummeln und shoppen gehen, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder Fahrrad wieder zum Campingplatz zurück müssen ist die andere Nummer.

Hunger hatten wir inzwischen auch! Am alten Rathaus entdeckten wir ein kleines Bücher-Café und witzigerweise gab es dort Möhrenkuchen. Der ist in Spanien nicht sehr verbreitet. Der freundliche Wirt freute sich, seine drei Sätze in deutsch anwenden zu können und besonders freute er sich, dass uns sein „Karotte Kuchen“ so gut schmeckte. Verliebt Hier stand, neben dem Rathaus, ein Segment der Barrikaden, die bei den Stierläufen entlang der gesamten Strecke bis zur Stierkampfarena aufgestellt werden, zum Schutze der Zuschauer. Vor dem Café müssen die Stiere rechtwinklich abbiegen. Damit sie das auch tun und nicht geradeaus in die Schaulustigen laufen, sind die Barrieren hier in doppelter Linie vorhanden. Die Stiere kennen den Streckenverlauf nicht, sie rennen einfach und keiner von ihnen läuft die Strecke ein zweites Mal! Auf dem Pflaster der Straßen sind in Abständen Eisenplatten eingelassen, in deren Vertiefungen die langen Standbeine der Barrieren verankert werden. Wir waren nicht böse, dass das Fest bereits im Juli, wie jedes Jahr seit 1591, stattgefunden hatte. Die Stadt explodiert dann und obwohl die Stierläufe nur ein Teil der gesamten Zeremonien sind, wäre es für uns einfach viel zu voll und zu laut.

Stierlauf StierlaufStierlaufRathausBarrikaden für den StierlaufVerankerung der BarrikadenVerankerungen der BarrikadenVerankerungen der Barrikaden

Bis um 17 Uhr zu warten war uns zu lange. Zwar war der Bus um 15:26 schon weg, aber 19:42 war uns definitiv zu spät. Wir hatten schon vorher die Alternative in Betracht gezogen, per Taxi zurückzufahren. Den nächstgelegenen Taxistand fanden wir, aber es gab dort kein einziges Taxi! Eine wartende Frau erklärte uns, dass man anrufen müsse. Sie könne das aber gerne für uns tun und ein zweites Taxi bestellen. Als ihr Wagen kam, vergewisserte sie sich, dass ihre Bestellung für uns funktionieren würde und wir bedankten uns. Unser Taxi kam nach kurzer Zeit tatsächlich und für akzeptable €13 incl. Trinkgeld fuhren wir sehr komfortabel zum Campingplatz zurück.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Ruhetag geplant, auch, weil es wieder sehr warm werden sollte. Als wir so gemütlich im Schatten hinter unserem Mobil saßen, fuhr auf den Platz vor uns ein Toyota-Pickup mit britischem Kennzeichen und einer Tischer-Kabine. Aber eine aus den Anfängen der Firma, von 1987! Freudiges Erstaunen auf beiden Seiten! Sofort waren die beiden Briten bei uns und hocherfreut, Boxi nicht nur von außen, sondern ausgiebig auch von innen anschauen zu können. Im Gegenzug durften wir dann auch bei ihnen reinschauen. Schon ein gewaltiger Unterschied! Sehr interessant, die Weiterentwicklung in der Technik und der Ausstattung der Wohnkabinen der Firma Tischer zu sehen. Am nächsten Morgen verabschiedeten sich die beiden von uns und meinten, sie seien sich sehr sicher, dass sie in Kreuzwertheim vorbeifahren und sich eine neue Kabine bestellen würden. Vielleicht können sie ihr altes Schätzchen dort in Zahlung geben, als Museumsstück. Smiley

Tischer-Kabine alt + neuTischer-Kabine alt + neuTischer-Kabine alt

EUSA/ORICAIN/PAMPLONA; Campingplatz „Ezcaba“ mit über 500 Parzellen auf Wiese, teilweise schattig unter niedrigen Bäumen, für größere Mobile nur Plätze ohne Schatten; Strom pro Nacht €6 (!); Pamplona in 9km Entfernung, zu erreichen per Bus oder über Radwege (Fahrradverleih am Platz); Restaurant, Schwimmbad, Kinderspielplatz, kleiner Einkaufsladen; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung vom 1. Sept. bis 30. Juni (€19); ganzjährig geöffnet; Mietunterkünfte

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Vor dem großen Regen

Wie gut, dass wir unser Huckepackgespann nicht schon am Mittwoch nach Hamburg fahren mussten! Es hat nämlich die ganze Woche immer wieder heftig geregnet und vor allem gestürmt und Big Fix, den Uschi so astrein sauber gemacht hatte, wäre wieder total verdreckt worden. Für Freitag war Regen erst ab dem frühen Nachmittag angesagt. Um halb 11 starteten wir!

Abfahrt nach HH Tachostand bei Abfahrt

Hamburg war bereits nach 1 3/4 Stunden erreicht. Wir fuhren Richtung Köhlbrandbrücke und sahen im Vorbeifahren zum ersten Mal live das neue Wahrzeichen Hamburgs, die inzwischen fast fertige Elbphilharmonie. Die Brücke ächzt inzwischen sehr unter den 25000 LKW und unzähligen PKW, die täglich über sie drüberfahren. Außerdem ist sie mit ihren 54m Höhe inzwischen zu niedrig für die neue Generation riesiger Containerschiffe. Ihr Schicksal ist besiegelt und in nicht allzu ferner Zukunft wird sie abgerissen werden.

KöhlbrandbrückeKöhlbrandbrückeKöhlbrandbrücke

Anfahrt zum "Schuppen 48" Dank der guten Vorarbeit der Firma Seabridge fanden wir den “Schuppen 48” am O’swaldkai ohne Probleme. Nachdem ich zwei Fotos zur Dokumentation gemacht hatte, gingen wir in das Gebäude und wurden sofort unfreundlich und sehr bestimmt darauf hingewiesen, dass fotografieren verboten sei. Die Fotos hätten wir zu löschen! Es würden doch überall Schilder hängen. Auf meinen Einwand, dass man diese (ein einziges am Fenster neben dem Eingang!) vom Parkplatz aus noch nicht hätte sehen können, raunzte man uns an, wir wären doch schon zweimal rein- und rausgelaufen und hätten schon mit seinem Kollegen geredet! ??? Immerhin stellte er sich nicht neben uns und kontrollierte, ob ich die Fotos auch wirklich lösche. Uschi bestand aber darauf und so löschte ich das Foto mit dem Abfertigungsgebäude. Der Kollege, mit dem wir angeblich schon geredet hatten, erlaubte uns dann später augenzwinkernd, ein Foto von Fix und Boxi in die andere Richtung zu machen.

ein Kleiner zwischen Großen Ablieferung in HH

Wir zogen eine Wartenummer und wurden umgehend aufgerufen, Schalter 4 im 1. Stock. Eine freundliche Sachbearbeiterin wollte die Fahrgestellnummer wissen und hatte daraufhin den gesamten Vorgang auf ihrem Rechner. Wir bekamen ausführliche Instruktionen wohin, wie, was und danach ging es nur für Uschi weiter. Mit übergezogener Warnweste (ist schon Vorschrift für das Betreten des Gebäudes) und einem Zettel mit Strichcode zum Öffnen der Zufahrtsschranke fuhr sie unser Gespann in das abgeriegelte Hafengelände. Ich setzte mich derweil in den nicht sehr gemütlichen Warteraum und verzehrte erst einmal mein mitgebrachtes Frühstücksbrot. Auf 2-3 Stunden Wartezeit hatte ich mich eingestellt, doch bereits nach 45 Minuten war Uschi wieder da! Alles paletti! Sie hatte bis zu einem Bürocontainer fahren müssen, dort wurden die Papiere geprüft und sie bekam die Anweisung, auf die Spur 5 zu fahren und dort zu warten. Auf zwei weiteren Spuren standen schon 11 bereits abgegebene Wohnmobile, vom Allradfahrzeug bis zum großen Vollintegrierten, von pieksauber bis ziemlich versifft. Der nette Mitarbeiter, der nach 10 Minuten auftauchte, prüfte unser Fahrzeug auf Schäden, diagnostizierte dass es SEHR sauber sei und stellte ein entsprechendes Formular aus. Mehr interessierte ihn nicht, weder der Füllstand des Dieseltanks noch der der Gasflasche. Er ging davon aus, dass Uschi Bescheid wusste und alles im Vorfeld ordnungsgemäß erledigt hatte. Die Kennzeichen hatte sie inzwischen abmontiert und in Boxi verstaut, die Aufsteckrückspiegel ebenfalls. Beides könnte ansonsten nach der Verschiffung nicht mehr vorhanden sein, was für uns mehr als ärgerlich wäre. Da die Fahrzeuge von unten noch gereinigt und desinfiziert werden, bat Uschi darum, dass man möglichst nicht in den Zwischenraum zwischen Ladekante Nissan und Aufsetzkabine spritzen möge, da wir dort (auf der Ladefläche) Sachen gelagert hätten. Es wurde ihr versprochen, entsprechende Hinweiszettel anzukleben. Dann übergab Uschi den Zündschlüssel, sprach Big Fix und Boxi noch einmal Mut zu und versprach, dass wir sie in spätestens 2 1/2 Wochen auf der anderen Seite des großen Teiches wieder abholen werden.

Das ist natürlich ein großer Vorteil, den wir mit unserem Gespann einem “normalen” Wohnmobil gegenüber haben: Wir brauchen nur einen Schlüssel abzugeben, der es ermöglicht, das Fahrzeug auf das Schiff zu fahren. Zur Wohnkabine hat niemand Zutritt! Wenn wir Oscarlotta verschiffen würden, was wir ja zuerst überlegt hatten, wäre es nur möglich, die Heckgarage und die Schiebetür zum Schlafbereich zu verschließen. Während der ganzen vorbereitenden Arbeiten ist zudem ziemlich klar geworden, dass das Ausräumen und “seefest verstauen” von Oscarlotta ein Vorhaben wäre, das man freiwillig eher nicht auf sich nimmt. Und finanziell ist es natürlich auch ein kleiner Unterschied, von allen anderen Nachteilen ganz zu schweigen. Ein Nissan wird in Nordamerika im Falle des Falles sicher um einiges weniger problematisch sein als ein Iveco.

Auf dem Weg zur S-Bahnstation fing es an zu regnen!!!

Huckepackteam auf dem Weg nach Afrika?

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

To-do-Liste/Update

Oder: Wie man sich die Wartezeit bis zu Beginn des Abenteuers Kanada/USA verkürzt Augen rollendes Smiley 

Nach der “schöpferischen” Blogschreibpause geht es jetzt (mit mäßigem) Elan in die Endphase unserer Reisevorbereitungen. Aber ganz untätig waren wir natürlich nicht. Ich war Ende Februar bei der Firman Tischer in Kreuzwertheim und habe sehr zuvorkommend die wenigen, aber nötigen Reparaturen erledigt bekommen. Außerdem hat mir Herr Tischer noch einige Kleinteile für Boxi in die Hand gedrückt, die auf unserer Reise Gold wert sein können. Mitte März ging es für mich auf dem Weg nach Norden über Haßfurt. Dort habe ich beim Autohaus Storkan, Vertretung für Nissan und Spezialist für Nissan-Pickup + Tischer-Aufsetzkabinen, vielleicht notwendig werdende Dinge eingepackt. Jetzt lagern in einem Karton ein Satz Bremsklötze (danke den “El Gordos” für den Tipp), eine Ersatzlampenbox, Luft-, Öl- und Kraftstofffilter, ein Liter Öl, ein Satz Scheibenwischerblätter sowie ein “Spezialwerkzeug” des Hauses, um das Ersatzrad unter dem Auto im Falle des Falles besser hervor zu bekommen. Ein dritter Autoschlüssel ist auch schon aufgeräumt. Jürgen Storkan hat mir noch einige wertvolle Ratschläge mit auf den Weg gegeben und sich die Mühe gemacht, mir zu zeigen, wie man die Aufsetzkabine durch zwei Klemmblöcke an den Zurrschienen des Pickups mit Spannschlössern zusätzlich sichern kann. Diese Aktion bescherte mir nicht nur eine noch bessere Befestigung von Boxi auf Big Fix, sondern anschließend auch eine Fahrt ohne Wipp-Bewegungen des Alkovens, klasse!

Im Autohaus “Storkan” könnt ihr übrigens auch schon verschiedene ausgestellte “Huckepackteams” (Nissan Pickups mit Aufsetzkabine) anschauen!

In der Zwischenzeit bin ich bei unserer Freundin Luise an der Oste gelandet. Ingrid ist mit Oscarlotta noch in ihrer Heimat unterwegs und wird hier Mitte April aufschlagen.

Bei Luise

im Hof

Bis dahin habe ich hier bei Luise den perfekten Standort, um in aller Ruhe die noch anstehenden Punkte auf der To-do-Liste abzuarbeiten. Außer dem Badehaus – steht zur Zeit mir ganz alleine zur Verfügung – darf ich auch Werkzeug, Leitern usw. aus der sehr gut sortierten Werkstatt benutzen.

Ein SternStern SternSternStern Dankeschön, Luise!

Werkstatt rechts daneben

Für Interessierte nun die Arbeitsliste im Einzelnen:

– Teil des Fahrradträgers abmontieren und sauber in Boxi verstauen (mache ich nur wegen der Kosten, -15 cm weniger Länge entsprechen etwa 40 € Kosten für die Überfahrt)

– Auto-Fahrerhaus vollständig (!) leerräumen, säubern und Schutzbezüge über die Sitze  ziehen, sowie einige Schildchen anbringen. (Maße metrisch / nicht metrisch und einen englischen Hinweis auf das mit einem Code gesicherten Radio)

– Stauräume unter der Box noch einmal leerräumen, Box noch einmal absetzen

– Auto und Box piekfein säubern, Bedingung fürs Verschiffen (zusätzliche kostenpflichtige Dampfstrahl-Aktion, um die gesamte Unterseite samt Rädern und Radkästen vom letzten Krümel Erde zu befreien, findet im Hafen statt.)

– Box wieder aufsetzen (…nur zur Übung)

– ALLES, was mit muss, SEEFEST in BOXI verstauen, das dauert… (KEINE Lebensmittel, Getränke und Medikamente). Anmerkung: Dieses Unterfangen bereitet mir noch richtig Kopfzerbrechen, hoffentlich kriegen wir alles Nötige sicher unter! Nachdenkliches Smiley

– Mein neues Fortbewegungsmittel  “Pauline” ist etwas erwachsener als Paulinchen, aber genauso OHNE elektrischen Antrieb! Sie darf mit nach Übersee, ich muss sie aber zum besseren Verstauen leider wieder zerlegen.

Sie darf mit!

– Alle Tanks (Wasser, Abwasser, Toilette) vollständig leeren, unsere Gastankflasche “leer-lotteln”, die Kraftstoffmenge so hinkriegen, dass der Tank bei Abgabe höchstens “viertel voll” anzeigt. (Da werden Luise und ich noch ein paar Einkaufs- oder Ausflugsfahrten machen müssen, ich habe mich nämlich mit der noch nötigen Spritmenge beim letzten Tanken etwas verschätzt. Zwinkerndes Smiley)

– Den restlichen Papierkram erledigen, ist auch zeitintensiv und lästig, aber nicht zu vermeiden. Erzürnt

So, das war’s für den Moment, Langeweile kommt garantiert keine auf! Bin gleich zurück

written by Uschi
photos taken with Canon EOS 600D

Das Huckepack-Team ist wieder vollständig!

Nach zwei Wochen des Alleinseins auf vier Beinen

ohne Sattel und Pferd
freute sich Boxi richtig, wieder ihren angenehmen Platz auf Big Fix einnehmen zu können. Schnecke oder Schildkröte, egal, Vor Lachen auf dem Boden wälzen !!!
alles paletti!

Big Fix war ja zwei Wochen in Haßfurt beim Autohaus Storkan in der Werkstatt gewesen zwecks Hohlraumversiegelung und Rahmenverstärkung (wir hatten „hier“ darüber berichtet). Am Montag konnten wir ihn “erstarkt”, aber leider immer noch dreckig, wieder nach Hause holen. Zum Glück gibt es ganz in der Nähe unseres Campingplatzes eine Selbstwaschanlage. Frisch geputzt bugsierte ich ihn dann am Dienstag mit Einweishilfe durch Ingrid zurück an seinen Platz unter Boxi.

topfeben ist unser Platz leider nichtnoch höher kurbelnden langsamen Allrad rein und ganz vorsichtig...

Das funktionierte alles natürlich noch nicht ganz so schnell, wie ich es jetzt geschrieben habe. Damit Boxi auch gaaanz richtig auf dem “Sattel” ihres “Pferdes” zum Sitzen kam, gab ich, als sich die Kabine schon ohne „Unter-Stützung“ auf der Ladefläche befand, in Big Fix im Vorwärtsfahrt etwas Gas und legte dann eine kurze, zackige Bremsung hin. Schon rutschte Boxi die letzten Zentimeter mit ihrem Moosgummirahmen an die Heckscheibe der Fahrerkabine ran und mit einer eleganten kleinen Drehung passgenau mit ihren Führungsleisten in die Schienen auf der Pritsche. Diese etwas rüde Methode hatte uns bei der Einweisung Herr Tischer persönlich empfohlen und auch vorgeführt.

Schiene, die mit den sichtbaren Schrauben Führungsleiste aus Holz

Wir waren begeistert, damals und aktuell, es funzte prima!

Nachdem dann das Gespann noch der schriftlichen Anleitung gemäß wieder fest miteinander verbunden war, konnten wir aufatmen. Unsere ersten Versuche, Boxi und Big Fix zu trennen und auch wieder zu vereinen, waren gelungen, ohne einen Kratzer. Zwinkerndes Smiley

An dieser Stelle möchte ich noch ein kurzes Fazit unserer Erprobungstour mit unserem Huckepack-Gespann geben. Vier Monate waren wir auf Sommertour mit 4000 gefahrenen „Testkilometern“ fast nur auf kleinen Nebenstraßen und im Gelände unterwegs. Bis auf ein auseinandergerutschtes Feststellerchen am kleinen Alkovenfenster hatten wir absolut KEINE Probleme, weder mit Boxi noch mit Big Fix! Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Firma Tischer in Kreuzwertheim. Das Fahrverhalten und der Komfort unseres Nissan Navara hat uns absolut stressfrei jeden Kilometer der Fahrt genießen lassen. Durch die nachträgliche Verstärkung des Rahmens sind wir noch besser gerüstet für unbefestigte Straßen, die Konservierung des Unterbodens macht das Fahrgestell unempfindlicher gegen salzhaltige Luft und Salzwasserspritzer. Wir freuen uns auf die nächste Tour mit unserem Gespann!

Bis dahin, liebe Leser, verabschiedet sich das “Huckepack-Team” erst einmal in eine (wohlverdiente) Winterpause. Bis die (Frühlings-)Tage!

Wir melden uns rechtzeitig vor weiteren (großen) Taten wieder zurück und jetzt geht es erst einmal im Oscarlotta-Blog weiter. Ciao,ciao, hasta luego, see you later!

written by Uschi
photos taken by Ingrid with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Das 5. Rad am Wagen

Da war doch noch was??? Richtig, Big Fix müsste humpeln, wenn ein Radwechsel notwendig würde. Wegen der Zuladung war bei unserem Nissan bereits eine Auflastung mit Goldschmitt-Luftfederungen vorhanden. Verbunden ist die Auflastung mit einer anderen Reifengröße, wovon das Reserverrad allerdings nicht betroffen war. Bei einer Reifenpanne könnten wir mit dem Not-Reservereifen allenfalls langsam bis zur nächsten Werkstatt fahren und müssten dort warten, bis ein entsprechender Reifen besorgt worden wäre. Beim Kauf hatten wir als Zugabe ein vollwertiges Reserverad herausgeschlagen, das wurde im Kaufvertrag auch vermerkt. Diese Info wurde aber offenbar nicht weitergegeben, sodass wir bei Abholung im Juni in Kreuzwertheim immer noch das Not-Reserverad vorfanden. Wir einigten uns mit Herrn Tischer darauf, dass wir auf der Rückfahrt unserer Erprobungstour in Haßfurt bei der Nissan-Niederlassung “Storkan” (wo Big Fix herkommt) vorbeifahren würden und er die Info weitergeben würde. Jetzt war es soweit. Uschi rief im Autohaus Storkan an, um einen Termin zu machen. Dort wusste man von nichts! Einen Termin bekamen wir aber trotzdem zeitnah, auch für den fälligen Ölwechsel.

Haßberge Also fuhren wir nach Haßfurt, ein Städtchen, dessen Existenz uns bis dahin nicht bekannt war. Es gibt zwei Wohnmobilstellplätze dort. Der erste, den wir anfuhren, war vollbelegt und gefiel uns auch nicht wirklich. Der zweite ist als Großparkplatz ausgewiesen mit nur 12 Stellplätzen und wir befürchteten Schlimmes. Haßfurt Vor Ort zeigte sich dann, dass Wohnmobile und PKW bunt gemischt standen und nur an einer Seite des Platzes ein Wohnmobilzeichen hing. Die 6 Plätze waren natürlich schon belegt. Gegenüber war anhand der Größenmarkierung der Parkbuchten erkennbar, dass das die anderen 6 Plätze sein sollten, aber da dort kein Wohnmobilzeichen mehr hing, parkten hier PKW. Parallel zum Main standen hintereinander ebenfalls Mobile und es gab noch eine ausreichend große Lücke für uns. Einen schöneren Platz hätten wir gar nicht finden können! Direkt vor unserem Fenster zogen Frachtkähne und Hotelschiffe in rascher Folge vorbei. Später kam eine Frau zum Kassieren der Stellplatzgebühr (€6/Nacht, €1/Strom) und versicherte uns, dass man sich auf dem gesamten Platz hinstellen könne, wo man wolle.

Haßfurt (Wohnmobilstellplatz Festplatz Gries)Haßfurt (Wohnmobilstellplatz Festplatz Gries)Haßfurt (Mainblick)Haßfurt (Hotelschiff)     

Am nächsten Mittag bei der Firma Storkan stellte sich dann heraus, dass nicht nur der Ölwechsel, sondern der gesamte Kundendienst fällig war. Das würde dauern! Da wir ein paar Fragen zum Allradbetrieb hatten, der auf Rømø nicht ganz reibungslos funktioniert hatte, kam ein Mann und erklärte uns ausführlich und anhand einer extra angefertigten Zeichnung, wie solch ein Allradantrieb konzipiert ist, welche Schwierigkeiten es geben kann und was dann zu tun ist. Wie sich später herausstellte, der Chef persönlich. Im weiteren Gespräch bejahte er die Notwendigkeit eines Unterbodenschutzes und legte uns eine Rahmenverstärkung nahe. In seiner Werkstatt zeigte er uns, wie ein Unterboden nach ein paar Jahren ohne den entsprechenden Schutz aussieht und wie ein Rahmenbruch. Beides nicht schön. Dadurch, dass der Alkoven bei einer Aufsetzkabine ja nicht fest mit dem Trägerfahrzeug verbunden ist, so wie bei einem Alkovenmobil, werden beim Fahren durch Windeinfluss und die Fahrbewegungen starke Kräfte vom Aufbau auf den Rahmen übertragen. Ein übersehenes Schlagloch oder eine Bodenwelle kann dann irgendwann dazu führen, dass an der am meisten beanspruchten Stelle der Rahmen bricht. Dann wird es richtig teuer! Also werden wir der Empfehlung von Herrn Storkan folgen und Big Fix eine nicht ganz preiswerte Rahmenverstärkung spendieren. Und eine Hohlraumversiegelung. Dafür müssen wir Big Fix ohne Boxi für 14 Tage noch einmal nach Haßfurt bringen. Ja, so ist das mit den Folgekosten. Wie heißt doch der schöne Spruch? Auto fängt mit A(hhh) an und hört mit o(hhh) auf!

Wir hatten also ausgiebig Zeit, uns das Städtchen anzuschauen. Viel gibt es nicht, eine Geschäftsstraße und eine sehr schöne Kirche. Etwas außerhalb ein großes Gewerbegebiet mit allen Firmen, die man sich vorstellen kann. Als wir abends auf unseren noch freien Stellplatz zurückkehrten (MIT dem neuen Reserverad), wurden wir von einem älteren Herrn angesprochen, woher wir denn das Auto hötten. Etwas genervt fragte ich ihn, was er denn unter Auto verstehe, den PKW oder alles. Na, ob wir den Nissan von Storkan hätten? Ja, haben wir. Das bin ich, meinte er lakonisch und dann folgte ein nettes, angeregtes Gespräch mit dem Seniorchef, der genau gegenüber wohnt und am Tag zuvor von seinem Wohnzimmerfenster auf unser Gespann geschaut und zu seiner Frau gesagt hatte, dass ihnen “so etwas” doch auch genügen würde. Sein Sohn fährt “so etwas” übrigens auch.

StadttorWallfahrtskirche Hl. Jungfrau MariaWallfahrtskirche Hl. Jungfrau MariaWallfahrtskirche Hl. Jungfrau MariaRitterkapelleRitterkapelle  ehem. Bürgerspital "Zum Heiligen Geist"

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

1. Etappe bis Wolfhagen

Sonntag um halb 12 waren wir on the road. Uschi fuhr Big Fix und ich fuhr mit Enti vorneweg. Warum das? Ja, das ist eine andere Geschichte und wird demnächst mal erzählt. Unsere volle Terrasse wurde endlich etwas leerer, Oscarlotta und Flitzi blieben gut versorgt und verstaut zurück. Ob sie froh oder traurig darüber sind, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

AbreisetagFlitzi darf nicht mit

In flotter Fahrt ging es bis zur A7 und dann wagte Enti sich seit langer Zeit mal wieder auf eine Autobahn. Wir hatten extra den Sonntag gewählt, um nicht dauernd von LKWs geschoben zu werden. Enti ist mit ihren fast 26 Jahren ja nicht mehr die Jüngste und 29PS sind auch nicht berauschend. Aber, oh Wunder, sie schnurrte wie ein zufriedenes Kätzchen und fuhr und fuhr und fuhr. kleine Verschnaufpause Wir machten eine Tankpause, etwas später eine Früh= stückspause, dann noch einmal eine Pipi- (für uns) und Ver= schnaufpause (für Enti). Wenn wir in Oscarlotta zu zweit unterwegs sind und ich fahre, geht Uschi auch während der Fahrt zur Toilette. Jetzt müssen wir anhalten, aussteigen, den Fahradträger hochklappen (es fing an zu regnen!) und dann alles wieder retour. Aber wir wollten es ja so! 😉

Stellplatz Wolfhagen Nach 360km machten wir im hessischen Wolfhagen (Landkreis Kassel) Schluss. Ein netter kleiner Wohnmobilstellplatz bei einem netten kleinen Städtchen. Uschi fuhr, unseren Allradbetrieb zugeschaltet, in die hinterste Ecke auf Wiese. Enti durfte nicht mit auf den Stellplatz, konnte aber 5m daneben stehenbleiben und brauchte auch nicht zu bezahlen. Der Stellplatz kostet aber sowieso nur €3 pro Nacht (Entsorgung inklusive, Versorgung €1 für 100l Frischwasser), Strom wird nach Zeit berechnet mit €1 für 8 Stunden. Etwas dumm ist, dass man maximal 2 Eurostücke hintereinander einwerfen kann und auch erst dann, wenn der Strom restlos verbraucht ist, sonst ist das eingeworfene Geld weg, Strom kommt aber keiner. An den Stromsäulen kann man nicht erkennen, wann der Strom verbraucht ist, das muss man in seinem Wohnmobil kontrollieren. Wenn man einen Euro einwirft, muss man einen Knopf drücken, wenn man zwei Eurostücke einwirft, darf man erst drücken, wenn der 2. Euro drin ist. Drückt man schon nach dem 1. Euro, gibt es nur Strom für 8 Stunden und der 2. Euro ist futsch! Das wird aber nirgendwo erklärt!!! Der Stellplatzkontrolleur findet auch, dass das alles weder selbsterklärend ist noch sinnvoll noch fair, aber dafür sei er nicht verantwortlich und die Gemeinde schicke nur jemanden, der die Kassenautomaten leert. Er habe auch keinen Schlüssel mehr und könne kein Geld zurückgeben und darüber sei er froh. Irgendwann habe mal ein Münchner behauptet, er habe €3 reingeworfen, es käme aber kein Strom und er wolle die €3 zurückhaben. Im geöffneten und am Abend zuvor entleerten Stromautomaten lag ein einziges Eurostück! Unser Verlust: ein Euro, als Entschädigung bekamen wir einen chicen Parkzettelhalter mit Gummisauger und Einkaufsmünze.

Stellplatz Wolfhagen

Am Montag legten wir einen Urlaubs-/Ruhetag ein. Das Städtchen Wolfhagen ist klein, aber hübsch mit vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Leider nieselte es! Wir liefen trotzdem einmal überall durch und ein leckeres Stück Kirschstreusel gab es auch. Dummerweise war der Sahneautomat kurz vorher kaputt gegangen!

ChattenturmSt. Annakirche, Alte Wache und MärchenbrunnenMärchenbrunnenFachwerkhausSitzplätzchen

written by Ingrid
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Erledigt? Erledigt!

Ja, was denn nun? Sind wir fertig? Ich schon! Mit den Nerven. Einen großen Vorteil von Oscarlotta haben wir uns mit Big Fix und Boxi ja zunichte gemacht. Wir müssen jetzt wieder “Koffer” packen! Bei Oscarlotta konnten wir uns sicher sein, dass wir alles Notwendige (allerdings auch viel Überflüssiges, was sich halt im Laufe der Jahre so angesammelt hat) dabei haben – und sei es in der hintersten Ecke der Heckgarage und auch wenn wir oft fluchen, weil wir nicht finden was wir suchen. Jetzt überlegen wir schon seit Tagen, was umziehen muss. Küchenutensilien etc. hatte Uschi schon im Winter aussortiert nach dem Motto “Aus eins mach zwei”, was noch fehlte, haben wir neu gekauft. Aber alles kann man ja nicht doppelt haben, vor allem der ganze Computer- und Handykrempel muss jeweils dort sein, wo wir auch sind. Ich werde nie vergessen, wie 2013 vor unserer Nordamerikareise bei der Durchleuchtung beim Check-In mein Bordgepäck mit Kabeln, ext. Festplatten, USB-Sticks usw. ganz besonderes Interesse erweckte. Ich erinnere, dass meine Mutter früher vor ihren Wohnwagenurlauben schon Tage vorher alles, was sie nicht vergessen wollte, auf ihrer Schlafzimmerkommode stapelte. Damals fand ich das albern. Jetzt sieht es bei uns genauso aus, mit dem Unterschied, dass wir keine Kommode haben! Vieles kann erst am Abfahrtag rüber, weil es noch gebraucht wird. Mich stresst das, Uschi nicht.

Unsere Abreise hat sich um ein paar Tage verzögert, da ich noch ein paar Kontrolluntersuchungen absolvieren musste. Es ging mir ein paar Tage nicht gut und als ich meinem Hausarzt die Symptome schilderte, fragte er mich, ob ich irgendwo sauber gemacht hätte, wo Mäuse sind. Sauber gemacht nicht, aber ich habe eine Maus beerdigt! Sein Verdacht war eine Infektion mit dem Hanta-Virus. Ich hatte die Maus mit Gartenhandschuhen und Küchenpapier angefasst, aber die Ansteckung erfolgt in erster Linie über die Atemwege, selbst dann, wenn die Maus gar nicht mehr da ist. Wenn man da saubermache, z. B. in einem Abstellraum oder auf Dachböden, wo sich Mäuse aufhalten, solle man unbedingt einen angefeuchteten Mundschutz tragen. Die Blutuntersuchung dauerte fast eine Woche, das Ergebnis war negativ. Sicher kann ich froh darüber sein, weil die Erkrankung nicht ohne ist, aber jetzt weiß ich immer noch nicht, was mit mir los war. Auf jeden Fall können wir jetzt aber starten und tun das morgen (Sonntag).

Unser bei der Übernahme ziemlich staubiger Motorraum blitzt dank Uschi, die Notsitzabteilung unseres 1 1/2-Kabiners ist wie vorgesehen zum ansonsten nicht vorhandenen Stauraum für größere Gerätschaften umfunktioniert worden. Über die Staumöglichkeiten in unserer Box sind wir sehr angenehm überrascht, allerdings war die Entscheidung für die optionalen Alkovenschränke, unsere Kleidungsstücke betreffend, ausschlaggebend dafür, dass wir insgesamt in unseren Staufächern immer noch leere Bereiche haben.
Motorraum vorherMotorraum nachherPackraumPackraum
Heute haben wir dann auch zum ersten Mal versucht, unsere Fahrräder auf den Träger zu hieven. Wir wollten ja eigentlich nie wieder einen Fahrradträger haben, der so hoch sitzt! Kriegen wir die Räder ohne Leiter so hoch gehoben? Wir können doch nicht auch noch eine Leiter mitnehmen. Unser winterliches Fitnesstraining machte sich bemerkbar und sofort im ersten Anlauf klappte es! Ein Befestigungsarm musste von links nach oben verändert werden, nur dafür brauchten wir dann eine Leiter. Sieht sehr lustig aus, wie unsere Räder da oben schweben!

FahrradträgerFahrradträgerFahrradträgerFahrradträger

AlkovenvorhangAch ja, unseren fertigen Alkovenvorhang wollten wir euch ja noch zeigen: Alkovenvorhang Big Fix und Boxi als KissenAlkovenvorhang
Die hübschen Kissen haben wir uns übrigens in der KraichgauPerle in Bad Schönborn besticken lassen.

written by Ingrid
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