Wieder aktuell (und schon nicht mehr) ;-)

Charlo-Beresfort-Shippagan Von Charlo fuhren wir über Beresfort, wo wir die Feierlichkeiten zum National Acadian Day miterlebten (wir berichteten hier), weiter den Acadian Costal Drive bis Haut-Shippagan auf der Acadian Peninsula. Wir hatten ja beschlossen, dort eine Woche “Urlaub” zu machen. Das war eine gute Entscheidung! Wir machten Strandspaziergänge bei Ebbe, saßen auf der Holzpromenade auf dem Bänkchen und tranken unseren Nachmittagskaffee (den wir uns natürlich selbst kochen mussten!) oder saßen in unseren Stühlen, legten die Füße auf den Steg und schauten auf’s Wasser. Wir haben selten so nah am Meer gestanden, außer natürlich in Spanien. Jeden Abend gab es ein Feuer in unserem Fire Pit. Hier bekamen wir wieder richtig gutes, trockenes Holz, das wunderbar abbrannte, hell lodernd, mit kleinen Harzfeuerwerken. Außerdem war es so preiswert wie nirgendwo zuvor mit $3. Also holten wir jeden Tag ein neues Bündel. Man gönnt sich ja sonst nichts! (WEIL ES NICHTS GIBT!!!) Und die schönsten Sonnenuntergänge hatten wir, zum Träumen! Und Sternenhimmel und… Ihr merkt sicher schon, dass es uns wirklich gut gefallen hat.

Haut-ShippaganHaut-ShippaganHaut-ShippaganHaut-ShippaganHaut-ShippaganFeuerFeuerSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergangSonnenuntergang

An einem Tag machten wir Fix und Boxi fahrfertig und erkundeten den letzten Teil des nördlichen Fingers des Acadian Costal Drive auf der Acadian Peninsula. Wir fuhren aber nicht mitten durch, sondern auf den kleinsten Sträßchen rechts hoch und links wieder runter. Nur auf dem letzten Stück bis zum Leuchtturm auf Miscou Island gab es nur noch eine Straße. Also schafften wir es doch noch einmal, bis zum Ende der Straße zu fahren, wenn es auch nicht an der Côte Nord war.

LeuchtturmensembleMiscou Island Lighthouse

Neben dem Lighthouse entdeckten wir am Strand ein Steinmännchenfeld, bestehend aus Dutzenden von Bauwerken, von winzig bis richtig groß. Da kann man nicht anders, als auch eins zu bauen! Smiley

SteinmännchenfeldSteinmännchenSteinmännchenSteinmännchenSteinmännchenunser Steinmännchen :-)

Auf der Rückfahrt entdeckten wir in Shippagan noch eine Fischfangflotte auf dem Trockenen.

Schiffe in ShippaganSchiffe in ShippaganSchiffe in Shippagan

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes gab es einen Höhlentag für uns. Es stürmte gewaltig mit 80-90km/h und dann setzte sintflutartiger Regen ein.

vor dem Sturmvor dem Sturmvor dem Sturmvor dem Sturmvor dem Sturm

Unser Platz war etwas abschüssig und als Uschi begann, sich Sorgen um unseren Transformator zu machen, der zwar auf einem dicken Brett, aber im Gras unter Boxi stand, war schon alles überflutet. Da blieb nur noch, Schuhe schwimmen lassen und barfuß retten, was zu retten war. Es hätte nicht mehr viel gefehlt und unser kostbarstes Teil hätte im Wasser gestanden, was ihm sicher nicht gut bekommen wäre!

Land unterLand unterLand unterLand unter

Uschi war binnen Sekunden klatschnass und beschloss, in der Rezeption Bescheid zu geben, dass wir für die letzte Nacht auf einen anderen Platz wechseln wollen, wo wir nicht knöcheltief durch Wasser laufen müssen. In der Rezeption saß ein junger Mann, den wir bisher noch nicht gesehen hatten. Er sprach nur sehr bruchstückhaft englisch! Nachdem er verstanden hatte, was Uschi von ihm wollte, versuchte er vergeblich, ihren Namen im Computer zu finden. Uschis Nachname stellt immer ein großes Problem dar, denn ein ü kennt man in der englischen Sprache ja nicht. Ü als ue zu schreiben überfordert die Intelligenz oder Erfindungsgabe der meisten Rezeptionisten, also steht dann entweder ui oder auch nur u auf der Anmeldung. Der junge Mann fand aber weder unter dem Namen (obwohl Uschi ihn auf englisch buchstabierte) noch unter der Platznummer etwas, fragte Uschi nach dem Namen ihres Husbands (der, wenn es ihn gäbe, ja vermutlich genauso heißen würde) und kurz bevor Uschi die Geduld verlor, verstand er, dass sie nur wollte, dass er nachschaut, ob einer der gegenüberliegenden Plätze frei ist, damit wir wechseln können. Es war und wir wechselten!!!

In der Nacht schliefen wir nicht besonders gut, denn unsere Stützen hatten wir nicht wieder runtergekurbelt und Boxi auf Big Fix schaukelte ganz schön. Am nächsten Morgen war es immer noch sehr windig, aber zum Glück trocken. Das Wasser in der geschützten Bucht war ziemlich aufgewühlt.

nach dem Sturmnach dem Sturm

Wir fuhren ungern weiter!   

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Nachgeliefert 6: An der warmen Bucht entlang

Baie des Chaleurs Unser nächstes Ziel war der Campground Carleton-sur-Mer. Dazu mussten wir ein Stück der Chaleur Bay oder Baie-des-Chaleurs abfahren, ein 120km langer Seitenarm des Sankt-Lorenz-Golfs. Dieser Südteil der Gaspé Peninsula ist vom Klima besonders bevorzugt und weist die wärmsten Gewässer nördlich von Virginia auf. Chaleur heißt übersetzt Wärme.

Camping de Carleton Der Camping de Carleton liegt sehr einladend auf einer Landzunge, auf drei Seiten von Wasser umgeben. Bei 301 Sites sollte für uns doch wohl etwas frei sein, dachten wir. Dachten wir!!! Zum ersten Mal auf unserer Reise gab es nicht einmal mehr auf dem Zeltplatz ohne Strom und Wasser etwas für uns! Hier hätten wir dann wohl reservieren sollen. Etwas enttäuscht liefen wir einmal rund um den kleinen Leuchtturm, hätten uns SEHR über eine Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken, gefreut und fuhren dann halt weiter. Trauriges Smiley

Carleton-sur-Mer Carleton-sur-Mer  Carleton-sur-Mer   

Uschi wollte jetzt unbedingt raus aus Französisch-Kanada! Ihr geht es unglaublich auf die Nerven, dass nur SEHR wenige der Kanadier, die wir treffen, überhaupt ein paar Brocken englisch sprechen. Sie können es wirklich nicht, einige so, dass eine Verständigung immerhin möglich ist, aber einige überhaupt nicht!!! Selbst bei den jungen Menschen ist das nicht anders, obwohl die doch bestimmt in der Schule Englischunterricht haben. Das Vorurteil ist ja immer, dass sie kein englisch reden WOLLEN, aber wir wissen jetzt, dass sie es ganz oft einfach nicht KÖNNEN, so unverständlich das auch sein mag. Aber Französisch-Kanada ist so groß, dass man im Prinzip ja auch nie irgendwo anders hinfahren muss. Warum dann eine andere Sprache lernen?

Am Ende der Chaleur-Bucht, dort, wo der Fluss Restigouche mündet, verläuft die Grenze zwischen den Regionen Québec und New Brunswick. Wir fuhren tanken und wurden nicht mehr mit “bonjour” begrüßt, sondern mit “hello”. Uschi war glücklich! Der nette Tankwart erzählte uns, dass er kein französisch sprechen würde und das gleiche Problem wie wir mit den Québecern habe. Er schien sie nicht so sehr zu mögen! Entlang der Straße war jetzt alles zweisprachig. Aber Uschi hatte sich zu früh gefreut! Camping Blue Heron Auf dem “Blue Heron Camping Héron Bleu” ein Stück hinter Campbellton in Charlo wurden wir wieder auf französisch begrüßt, aber die Rezeptionistin sprach außerdem fließend englisch. Als wir ihr sagten, dass wir das bevorzugen würden, lachte sie. Ja, einen Platz habe sie noch, auf der Zeltwiese, aber ohne Strom und Wasser! Als wir sagten, dass wir gerne zwei Nächte bleiben würden, fiel ihr ein, dass am Rande des Zeltplatzes eine Aufenthaltshütte steht und die habe eine Außensteckdose. Na prima! Wir wurden von ihrem Mann im Golf Cart escortiert über ein parkähnliches Gelände mit unglaublich großzügig bemessenen Stellplätzen

Camping Blue HeronCamping Blue Heron 

bis zu unserer Zeltwiese. Die war absolut leer. Wir könnten uns hinstellen, wo wir wollen. Unser Stromkabel, das wir griffbereit haben, weil es von der Länge her immer ausreicht, hat 10m. Außerdem gab es einen Baum, der uns am nächsten Tag Schatten spenden könnte. Also blieben wir neben dem Haus stehen. Wie herrlich, endlich mal wieder keine direkten Nachbarn zu haben! Die hatten sich dann allerdings am nächsten Morgen eingefunden, noch bevor wir wach waren, hatten ihr Zelt unter dem Baum aufgebaut, nutzten den zweiten Teil der Doppelsteckdose, standen sehr dicht neben uns, ließen ihr Radio im Zelt laufen, ob sie da waren oder nicht, machten mittags schon ein Feuer in ihrem Fire Pit und grillten dort, rauchten Kette, tranken ein Bier nach dem anderen und unterhielten sich lautstark. Zum Glück auf französisch, sodass wir nicht auch noch die Inhalte mithören mussten. Wir waren begeistert!!!

Blue Heron Nachmittags erkundeten wir ein wenig die Gegend und waren überrascht, dass es sogar einen Fußweg durch ein Wäldchen hindurch gab. Auf Marschwiesen mit stehendem Wasser staksten mehrere Blue Heron (Kanadareiher) sehr elegant herum und suchten nach ihrem Abendessen. Ein schöner Strand erwartete uns, man konnte mit dem PKW oder Wohnmobil bis direkt davor fahren und da Wochenende war, wurde davon reger Gebrauch gemacht. Und es gab sogar einen Kiosk und wir bekamen ein leckeres Eis!!!

Charlo BeachCharlo Beach   Charlo Beach

Die größte Überraschung erwartete uns aber noch! Bei unserer Ankunft hatte man uns bereits informiert, dass man an diesem Wochenende Halloween feiern würde!!! Halloween im August! Aber Christmas hatten wir ja nun auch schon im August. Es scheint so zu sein, dass die Campingplatzbetreiber wissen, dass mehr Gäste kommen, wenn sie diese Festivitäten anbieten, denn die Kinder lieben das natürlich. So wurden wir Zeuge. wie kostümierte Kinder von Platz zu Platz gingen (nur da, wo geschmückt ist, hieß es im Faltblatt), ihre Tüten und Taschen aufhielten und diverse Süßigkeiten einsackten. Das kleine Mädchen von gegenüber wartete in ihrem hübschen Kostümchen nur, dass wieder jemand vorbeikam und verteilte sehr genau und gleichmäßig. Es kamen eine ganze Reihe von Kindern! So weit, so gut (oder auch nicht). Dann aber beobachteten wir, dass völlig unkostümierte Kinder von ihrem Papa, manchmal war auch die Mama noch mit dabei, in den bei Dauercampern auf Campingplätzen sehr verbreiteten Golf Carts zu den einzelnen Plätzen gefahren wurden!!! Die Kinder stiegen aus, hielten ihre Tüten auf, drehten sich um und stiegen bei Papa wieder ein, um zum nächsten Platz gefahren zu werden. Was lernen solche Kinder wohl daraus??? Wir saßen staunend und kopfschüttelnd und fanden diese ganze Veranstaltung ziemlich bescheuert.

Holloween im AugustHolloween im August  Holloween im AugustHolloween im August  Holloween im AugustHolloween im August

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.