Wieder vereint!!!

Endlich!!! Seabridge hatte uns mitgeteilt, dass das Schiff mit Fix und Boxi an Bord am 16. November im Hamburger Hafen einlaufen würde und wir unser Gespann am Freitag, den 18. November aus dem Hafen holen könnten. Wir glaubten das noch nicht so recht, hatte dieses Schiff doch (wie das auf der Hinfahrt im Mai auch schon) mal wieder ein paar Kursänderungen vorgenommen und war, anstatt nach der Atlantiküberquerung direkt Hamburg anzulaufen, erst noch nach Göteborg gefahren. Laut “Marine Traffic” konnten wir dann aber feststellen, dass die Atlantic Cartier tatsächlich am 16. um 03:17 in Hamburg angekommen war. Schon am nächsten Tag legte sie wieder ab und wir konnten nur hoffen, dass Fix und Boxi abgeladen worden waren, möglichst unversehrt! Am 20. Oktober hatten wir die beiden im Hafen von Halifax abgegeben und erst nach 29 (!!!) Tagen konnten wir sie wieder im Empfang nehmen. Das ist verdammt lange, bzw. doppelt so lange wie bei anderen Schiffen, die Halifax – Hamburg direkt in 14 Tagen fahren. Die Wartezeit ist uns dann doch etwas lang geworden und so waren wir froh, als wir am Freitag endlich zum Hamburger Hafen fahren konnten. Die letzten Tage hatten wir in Kaltenkirchen auf dem Stellplatz an der HolstenTherme gestanden (40-50 Plätze, 4 durch Strauchwerk getrennte Areale, Parken hintereinander, kostenfrei, 8 Stromsteckdosen 50 Cent/kW, V/E in der nächsten Seitenstraße, Stadtmitte ca. 15 Gehminuten, Penny und das American Diner “Seven” 200m).

American DinerAmerican DinerKaltenkirchen

Von 11-12 Uhr ist im Hafen Mittagspause. Wir wollten also den Zug um kurz nach 10 nehmen, der 100m neben dem Stellplatz hält. Da wir früh dran waren, dachten wir, dass wir auch noch einen Zug früher kriegen würden, hatten aber übersehen, dass der nur vom Hauptbahnhof aus fährt! Also standen wir eine halbe Stunde auf dem Bahnsteig dumm rum. Zum Glück war es trocken und nicht mehr so kalt wie die Tage vorher.

Für uns sehr früh!Stellplatz HolstenThermeStreckennetz HVVAuf dem Weg nach Hamburg

In Eidelstedt mussten wir in die S-Bahn umsteigen und in Vettel stiegen wir wieder aus. Zu Fuß ist es bis zum Terminal O’swaldkai eine Viertelstunde und pünktlich eine Minute nach 12 waren wir dort. Der Ablauf war derselbe wie bei der Ablieferung, man zieht eine Nummer am Ticketautomaten (D = Fahrzeug) und wartet, bis diese Nummer im Anzeigedisplay erscheint. Dann geht es eine Etage höher zum Abfertigungsschalter. Dort wurde uns erklärt, dass wir nach der Auslieferung des Fahrzeuges dreimal rechtsrum zum Zollgebäude fahren müssen. Uschis Reisepass wurde einbehalten, den könnten wir, wenn beim Zoll alles erledigt sei, bei ihm wieder abholen.

O'swaldkaiTicket

Ab jetzt durfte nur wieder Uschi (als Halter des Fahrzeuges) in das Hafengelände, mit Warnweste. Sie wurde am Eingang abgeholt und zu Fix und Boxi gefahren, ich setzte mich in den Aufenthaltsraum. Im Hafen ist fotografieren strengstens verboten, im Mai waren wir schon angeraunzt worden, weil wir das O’swaldkaigebäude von außen geknipst hatten und mussten das Foto löschen! 15 Minuten später war Uschi mit etwas schmutzigen, aber zum Glück unversehrten Fix und Boxi schon wieder da.

unversehrt zurück!!!Kennzeichnung

Zum Zoll durfte ich mitfahren. Vorher mussten aber die amtlichen Kennzeichen und die Aufsteckspiegel wieder montiert werden. Wir kamen ins Gespräch mit einem Ehepaar, das ihre Freunde zur Abholung des Wohnmobils zum Hafen gefahren hatte. Die hätten jetzt die Gelegenheit gehabt, ihre sämtlichen Schmuggelwaren vom Wohnmobil in den PKW umzuladen. Vielleicht praktischerweise nicht direkt vor dem O’swaldkai, aber nach der nächsten Kurve. Wir hatten kein Schmuggelgut, aber diesmal nicht alle Lebensmittel aus Boxi entfernt. Nach dem Motto, wegschmeißen können wir immer noch. Beim Zoll wurden aber lediglich Uschis Personalien überprüft und eine Zollbeamtin verglich die Fahrgestellnummer mit ihren Unterlagen. Das war es! Keine einzige Frage nach irgendwelchen Mitbringseln. Der Innenraum von Boxi interessierte sie überhaupt nicht.

beim Zoll

Wir holten noch Uschis Pass ab, der Mensch am Schalter hatte schon vom Zoll die Freigabe bestätigt bekommen und so konnten wir fahren. Alles in allem hatte es 1 1/2 Stunden gedauert. Die brauchten wir dann noch einmal, bis wir über die Köhlbrandbrücke, durch den Elbtunnel und durch diverse Autobahnbaustellen hindurch wieder in Kaltenkirchen waren.

HafenKöhlbrandbrückewieder vereint

Und jetzt müsst ihr ein wenig warten, auf den nächsten Beitrag in diesem Blog. Wir berichten hier erst wieder, wenn eine neue Reise mit Fix und Boxi ansteht und das erfahrt ihr bei Oscarlotta.

Wir bedanken uns für die vielen Zugriffe, die “likes” und die netten Kommentare und freuen uns, Smiley Smiley dass so viele von euch gerne mit uns mitgereist sind, virtuell und real mit dem Finger auf der Landkarte.

Bis demnächst an diesem Ort!!! Big Fix und Boxi tauchen dann mal eine Weile ab!

Walfluke in Margarine

OH – fast vergessen!!! Es fehlt ja noch die Karte mit unserer Gesamtroute! Sie ist zweigeteilt, einmal ist die vor der Reise angedachte Route (türkis) eingezeichnet und einmal die, die wir dann tatsächlich gefahren sind (rot).

route-gefahren

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Statistik

Auch wenn wahrscheinlich die wenigsten unserer Leser vorhaben, ihr eigenes Wohnmobil (falls überhaupt vorhanden) nach Nordamerika zu verschiffen, haben wir uns gedacht, dass es den einen oder anderen interessieren könnte, was wir für diese Halbjahresreise denn so ausgegeben haben.

1. Fangen wir also mal mit der Verschiffung an:

Die Firma Seabridge handelt den Transport mit einer Reederei aus und man kann über sie sowohl eine Seetransportversicherung (optional) als auch eine amerikanische KFZ-Versicherung (Pflicht) buchen.

– Die Kosten für den Fahrzeugtransport berechnen sich nach Kubikmetern. Aktuell kostet es €47,00/m³. Dazu kommen diverse Zuschläge (siehe Foto). Der Gesamtpreis blieb bei der Rückverschiffung gleich (abzüglich der Unterboden-Reinigung und der Agriculture Inspection). Die Kanadier sind bei der Einfuhr eines Fahrzeuges sehr viel pingeliger als die Deutschen!

Frachtkosten

– In Halifax müssen beim Spediteur (Custom Broker) 150 CAD bei der Abholung der Hafenpapiere vor Ort gezahlt werden (vor der Rückverschiffung noch einmal).

– Die Seetransportversicherung beläuft sich auf 0,9% vom Zeitwert des Fahrzeuges. Bei uns waren das dementsprechend hin und zurück €1116,00.

– Die amerikanische KFZ-Versicherung (gilt in Kanada und USA) wurde bei uns getrennt nach dem PKW (Nissan) und der Tischer-Aufsetzkabine berechnet. Der Gesamtpreis ist, wie bei allen Versicherungen, abhängig vom Wert des Fahrzeuges und der Höhe der Selbstbeteiligung. Grundsätzlich macht sie einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Bei uns waren es €425/Monat!!! Erstauntes Smiley

Amerik. VersicherungAmerik. Versicherung (Bedingungen)

Bei der deutschen Versicherung konnten wir die Vollkasko für ein halbes Jahr aussetzen (wurde nach Reisebeginn bereits erstattet). Nachdem wir wissen, wann unser Gespann in Hamburg ankommen wird (16. November), haben wir die Versicherung darüber informiert und per eMail um die Versicherungswiederaufnahme gebeten.

– Hinzugerechnet werden müssen individuelle Kosten für die Abgabe des Fahrzeuges in Hamburg (Anreise mit und Rückreise ohne Fahrzeug), die Abholung des Fahrzeuges in Halifax im Hafen (Anreise per Bus oder Taxi), die Abgabe des Fahrzeuges im Hafen für die Rückverschiffung (zurück zum Hotel und/oder Flughafen per Bus/Taxi/Shuttle) und die Anreise zur Abholung im Hamburger Hafen.

2. Flugkosten:

– Wir haben bereits im November 2015 gebucht. Direktflüge von Frankfurt nach Halifax wurden angeboten von Condor für €793,94 (Hin- und Rückflug/Person).

3. Hotelkosten:

– Wir haben uns für das Cambridge Suites Hotel in der Nähe der Zitadelle entschieden. Das Hotel liegt preislich im Mittelklassebereich und hatte für uns den großen Vorteil, dass sowohl der Custom Broker als auch das Zollgebäude in wenigen Gehminuten zu erreichen war. Der Restaurantbereich war direkt “um die Ecke”, die Geschäftsstraßen, Malls und der hübsche Public Garden waren ca. 10 Gehminuten entfernt, ebenso der Boardwalk an der Waterfront von Halifax.

4. Dieselkosten:

Der Durchschnittspreis (USA/Kanada) für einen Liter Diesel war 62 Euro-Cent. Wir haben bei einem Verbrauch von 13l/100km für unsere Gesamtkilometerzahl von 11000km €900 ausgegeben.

5. Campingplätze:

Die (Übernachtungs-) Preise schwanken von €0,00 bis €40,00. Unser Durchschnittspreis/Nacht betrug ca. €28,00. Da wir nur eine einzige Nacht kostenfrei übernachtet haben (Walmart-Parkplatz), betragen unsere Gesamtkosten für 153 Nächte vom 19. Mai bis 19. Oktober ca. €4284,00. Jetzt werden die ganzen “Freisteher” sagen, dass man sich dieses Sümmchen doch gut sparen kann. Sicher findet man genügend Freistehplätze, ob man dort unbehelligt bleibt, wissen wir nicht, da wir es nicht ausprobiert haben. Auf den Walmart-Parkplätzen, die sehr beliebt sind, gibt es ebenfalls weder Strom noch Ent- oder Versorgungsmöglichkeiten, außerdem ist dort ebenfalls ein “Camping”verhalten unerwünscht. Wir haben es an den Campingplätzen geschätzt, eine warme Dusche zur Verfügung zu haben (meistens kostenfrei), sowie die Möglichkeit, unsere Wäsche waschen und trocknen zu können (gegen geringe Gebühr). Wir haben es sehr geschätzt, auf jedem Platz unsere eigene Tisch-/Bankkombination sowie unseren eigenen Fire Pit zu haben (Feuerholz unterschiedlicher Brennqualität meist am Campingplatz gegen geringe Gebühr erwerbbar). Und wir haben es besonders geschätzt, fast immer einen Frischwasseranschluss und eine Entsorgungsmöglichkeit für die Toilettenkassette und das Grauwasser direkt auf der Parzelle zu haben. Nicht zu vergessen der Strom mit einer Absicherung von 15 oder 30 Ampere, der IMMER im Platzpreis schon inbegriffen war. Wir konnten also immer sowohl mit Strom heizen (Truma Combiheizung Gas/Elektro) als auch mit einer Induktionskochplatte kochen. Voraussetzung dafür ist ein Transformator, der die in Nordamerika üblichen 110 Volt in die benötigten 230 Volt umwandelt. Wir kauften unseren (mobilen) gebraucht beim Seabridge-Treffen für €100.

Trafo

6. Gas:

Insgesamt haben wir, aus oben genannten Gründen, nur 4,5kg (!) LPG-Gas verbraucht. Da unsere 5kg-LPG-Tankflasche natürlich für die Rückverschiffung total leer sein musste, musste Uschi am letzten Tag noch das restliche Gas ablassen. Die Vorschrift, dass leere Gasflaschen vor der Rückverschiffung von einer Firma “gespült” werden müssen (11kg-Flasche €100), war während unseres Aufenthaltes aufgegeben worden, was uns Seabridge per eMail mitteilte.

7. Lebenshaltung:

Lebensmittel sind besonders in Kanada generell teurer als in Deutschland, besonders der Käse!!! Über Alkohol, Fleisch, Wurst, Tabakwaren können wir keine Auskunft geben. Zwinkerndes Smiley

8. Sonstiges:

Fährfahrten, Museen, ÖPNV, Fast-Food = preiswert. Fast immer Preisnachlass ab 65 Jahren (außer bei Fast Food)!

Die „Allstays“-App, die uns so hervorragend auf den Fahretappen geleitet sowie Campingplatz-Infos zur Verfügung gestellt hat, kostet €9,99.

Die Nummer des Internationalen Führerscheins wird von Seabridge sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer (falls als zweiter Fahrer beantragt und bezahlt) beim Abschluss der amerik. Versicherung erfragt. Kosten: €15-€20 (Gültigkeit: 3 Jahre, Voraussetzung: Führerschein im Scheckkartenformat/EU-Kartenführerschein)

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Sommerfrische beendet

Oscarlotta hat ja neuerdings ein Saisonkennzeichen, von Ende Mai bis Anfang November darf sie nicht fahren. Also genau entgegen der üblichen Praxis! Aber nicht deswegen hat sie die Sommerfrische bei Luise auf dem Hof verbracht, sondern natürlich, weil wir ja mit Fix und Boxi fort waren. Nein, wir haben nicht vergessen, dass Oscarlotta ihr eigenes Blog hat, aber da die Berichterstattung hier erst abgeschlossen ist, wenn wir Fix und Boxi wieder glücklich in Empfang genommen haben, geht es jetzt erst noch hier weiter. Ist euch ja sicher egal!

Am Montag kam ein junger Mann, der Luises Hauswände mit dem Kärcher bearbeitet hat. Eine gute Gelegenheit, fanden wir, Oscarlotta auch von ihrem Moosbefall befreien zu lassen. Normalerweise waschen wir von Hand, aber ein schmutziges Dach zu säubern ist so schon nicht besonders angenehm und ein vermoostes erst recht nicht. Innerhalb einer Stunde war Oscarlotta mit Vorwäsche, einshampoonieren und nachspülen wieder schmuck. Die Überraschung kam beim Betreten des Innenraumes und seitdem wissen wir, dass Hochdruckreiniger und Zwangsentlüftungen von Dachluken sich nicht vertragen!!! Nicht nur Pfützen unterhalb der Dachluken waren zu beklagen, sondern der ganze Dreck sitzt jetzt zwischen den beiden Kunststoffschalen! Da hilft nur abschrauben und manuell säubern. Demnächst einmal! Augen rollendes Smiley

Für Donnerstag hatte Luise uns einen TÜV-Termin gemacht, denn durch das Fahrverbot war der TÜV seit Juni überfällig und die erste Fahrt sollte dann doch vielleicht dorthin gehen. Nachdem wir Oscarlotta am Sonntag mühsam und Zentimeter um Zentimeter aus ihrem “Sommerloch” vor Luises Hoftor wieder herausgeholt hatten, standen wir noch bis heute quer vor den Garagen. Uschi räumte alles in Oscarlottas Heckgarage ein, was sie in Luises Badehaus zwischengelagert hatte, weil es in Nordamerika nicht gebraucht wurde. Wir wurden noch einige Male von Luise bekocht, frühstückten miteinander, verglichen den deutschen Herbst an der Oste mit dem Indian Summer und verabschiedeten uns heute. Trauriges Smiley

An der OsteAn der OsteAn der OsteAn der OsteAn der OsteAn der Oste

Der TÜV-Termin war um 14 Uhr und eigentlich war alles in Ordnung, aber eine neue Plakette hat Oscarlotta trotzdem nicht bekommen! Das Diagnosegerät gab bei der Abgasuntersuchung zwei Fehlermeldungen aus und der TÜV-Prüfer konnte sie nicht löschen. Das könne nur eine Iveco-Werkstatt! Er könne die Abgasprüfung nun leider nicht durchführen und deswegen auch keine Plakette erteilen. So ein Mist!!! Wo ist die nächste Iveco-Werkstatt im näheren Umkreis, die auch einen LKW-Service anbietet? Unser Servicebuch sagte Elmshorn. Wir wollen ja sowieso Richtung Hamburg, also rief ich dort an und bat darum, morgen (Freitag) vorbeikommen zu dürfen. Kein Problem, außerdem sei der TÜV freitags immer im Haus. Na, besser geht es ja nicht! Wir vergaßen vor lauter Frust, dass wir eigentlich noch im benachbarten Baumarkt einen Gasflasche hatten tauschen wollen und fuhren ganze 29km bis Wischhafen. Dort gibt es sogar vier verschiedene Wohnmobilstellplätze, aber nur der am alten Hafen verfügt auch über Strom. Und da wir eine neue Kaffeemaschine haben, aber keinen so starken Wechselrichter wie nötig wäre, stehen wir jetzt natürlich hier (12 Plätze, 6 Stromanschlüsse, 1€/2kW, keine V/E).

Stellplatz WischhafenStellplatz WischhafenStellplatz Wischhafen (fast wie in Amerika!)

Nescafé Dolce Gusto Unsere Nespresso-Maschine hat, pünktlich nach Ablauf der Garantiezeit, mal wieder ihren Geist aufgegeben! Das passiert uns jetzt zum dritten Mal. Einmal haben wir noch teuer reparieren lassen, zweimal teuer neu gekauft. Vielleicht verträgt die Elektronik/Elektrik/Mechanik die Rüttelei in einem Wohnmobil nicht? Diesmal war ein Teil eines Zahnrädchens abgebrochen. Jetzt reist eine Nescafé Dolce Gusto mit uns, ohne Füllstoppautomatik und hoffentlich etwas robuster! Gerade probieren wir alle verfügbaren Kaffeeangebote durch und stellen mit Erschrecken fest, dass über die Hälfte aller Tee-/Kaffee-/Kakaogetränke bis zu 48,3% Zucker enthalten! Das ist der Hammer!!! Muss mein Cappuccino, Latte oder Chococino schon vorgesüßt sein oder kann ich das nicht vielleicht auch selber machen, so süß, wie ich es mag? Schon jetzt können wir sagen, dass Nespresso eindeutig die bessere Kaffeeauswahl hat, aber eben auch um einiges teurer ist und die Maschinen uns zu anfällig sind.

Morgen steht also mal wieder die Fährüberfahrt über die Elbe von Wischhafen nach Glückstadt an und dann halt Iveco Elmshorn. Wir werden die nächsten zwei Wochen Hamburg weiträumig umkreisen, bis wir die Mitteilung bekommen, dass das Schiff mit Fix und Boxi angekommen ist. Es ist nämlich erst gestern Abend in Halifax ausgelaufen! Halifax ist der erste Hafen auf der Hintour, danach fährt das Schiff weiter nach New York und auf dem Rückweg läuft es Halifax ein zweites Mal an. Zwischen Halifax 1 und Halifax 2 liegen 8 Tage, um die sich die Rückverschiffung verlängert. Ob Fix und Boxi überhaupt schon am 24. Oktober an Bord waren oder erst jetzt eingeladen wurden, wissen wir nicht! Gestern Abend beobachteten wir per verschiedener Webcams, wie die Atlantic Cartier den Halifaxer Hafen verließ, hoffentlich mit unserem Gespann an Bord!!! Enttäuschtes Smiley

Atlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic Cartier

Jetzt wurde uns durch Seabridge auch noch mitgeteilt, dass durch eine Reihenfolgeänderung der anzulaufenden Häfen das Schiff jetzt erst noch nach Schweden fährt! Wir werden uns also noch gedulden müssen!!! Zum Glück sind wir ja nicht obdachlos!

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Urlaub vom Urlaub

Unsere Aussage, dass wir bereits im Hotel sein werden, wenn der vorherige Beitrag online ist, stimmte nicht. Erstens hatte ich die Zeitverschiebung vergessen (18 Uhr in Deutschland ist ja erst 13 Uhr hier und wir konnten erst ab 15 Uhr einchecken) und zweitens ergab sich kurzfristig eine Planänderung. Auf dem Woodhaven Campground, auf dem wir auf den Mittwoch warteten, trudelten nach und nach weitere Wohnmobilfahrer ein, die mit demselben Frachter zurück nach Hamburg verschiffen wollten. Vier Besatzungen waren es insgesamt, zwei davon waren ein ganzes Jahr unterwegs gewesen, von Südamerika bis Alaska und dann quer rüber zur Ostküste! Ein anderes Paar hatte “nur” ein halbes Jahr wie wir, aber sie konnten 25000 Fahrkilometer vorweisen (wir jetzt knapp 11000km). Übereinstimmend waren die Aussagen aber, dass es teilweise sehr anstrengend gewesen sei und dass man sich auf zu Hause freue und erst einmal zur Ruhe kommen müsse. Das hörte sich für uns danach an, dass wir alles richtig gemacht haben. Und im Prinzip geht es ja auch nur darum, dass man es so macht, wie es für einen selbst richtig ist oder richtig erscheint und da sind wir uns zum Glück immer einig. Oft haben wir nämlich den Eindruck, dass es überwiegend die Männer sind, die diese “Gewalttouren” wollen, während den Frauen das oftmals zu anstrengend ist. Uns gefällt, dass wir so viele Einblicke in den doch in vielen Bereichen völlig anderen Lebensstil der Nordamerikaner bekommen haben und ein relativ vollständiges Landschaftsbild des Nordostens von Kanada und den USA. Das gelingt nur, wenn man sich Zeit lässt und dadurch auch in Kontakt zu den “locals” kommt. Uns geht es nicht darum, sagen zu können, dass wir auch in Alaska oder Feuerland oder… waren und wir wollen uns nicht unnötig stressen. Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass niemand etwas Genaues über die von Seabridge angekündigte um vier Tage verspätete Abfahrt des Schiffes von Halifax nach HH wusste! Einige hatten bereits ihre Frachtpapiere beim Broker abgeholt und der wusste von gar nichts! Das war uns zu heiß!!! Die Mobile müssen mindestens drei Werktage vorher im Hafen abgegeben werden und wenn das Schiff fahrplanmäßig am nächsten Montag fahren würde, wäre heute (Freitag) schon zu spät gewesen. Dann wären Fix und Boxi erst eine ganze Woche später mitgenommen worden. Wir beschlossen also, am Mittwoch bei der Fahrt zum Hotel beim Broker vorbeizufahren, unsere Frachtpapiere zu holen und am nächsten Tag zum Hafen zu fahren. Zum Glück hatten wir schon alles verstaut, was verstaut werden konnte und es mussten nur noch ein paar Restarbeiten erledigt werden, wie den Kühlschrank abtauen, die Sachen auf dem Bett verzurren und das Klappwaschbecken sichern. Wir hatten auch jetzt wieder solch ein Glück mit dem Wetter!!! Den ganzen Dienstag schien die Sonne, sodass wir alles draußen auf dem Picknicktisch zwischenlagern konnten, was vom Inneren des Nissan in die Staukästen von Boxi wandern musste, denn auch jetzt galt wieder die Bestimmung, dass das “Fahrerhaus” blickleer sein muss. Wie wir das alles bewerkstelligt hätten, wenn es geregnet hätte – keine Ahnung! Aber es regnete erst am nächsten Tag und auch nur, bis wir am Hotel waren! Der Broker (er war noch neu, im Mai war es eine Frau, mit der wir zu tun hatten), wusste wirklich nicht viel. Er wollte uns sogar weismachen, dass das Schiff erst am 30. oder sogar erst am 31. Oktober fahren würde. Das hätte aber bedeutet, dass ein Schiff dazwischen völlig ausfallen würde, was allerdings nicht sehr wahrscheinlich ist. Ja, so genau wisse er das nicht. Jetzt waren wir absolut überzeugt davon, dass es sehr sinnvoll sein würde, unser Gespann bereits am nächsten Tag zum Hafen zu bringen!

letzte Vorbereitungenletzte Vorbereitungenin Wartepositionin Warteposition

So geschah es dann auch. Wir standen extrem früh auf, FRÜHstückten kurz und fuhren im schönsten Sonnenschein am Wasser und an Indian Summer-Bäumen entlang zum Hafen. Diesmal wussten wir ja genau, wo wir hin mussten. Und wir wussten auch, dass wir uns in dem Kontrollhäuschen an der Zufahrtsschranke melden müssen, um registriert zu werden, eine Besucherkennzeichnung zu erhalten und entweder die eigenen Warnwesten vorzuzeigen oder welche ausgeliehen zu bekommen. Im Mai waren wir nämlich einfach durchmarschiert und niemand hatte uns aufgehalten. Cooles Smiley

Der freundliche Angestellte erklärte uns, dass wir unsere Westen anziehen und dann mit unserem Auto mit eingeschalteten Warnblinkern bis zur Schranke vorfahren sollen. Dort würde er auf uns warten und uns mit seinem Fahrzeug zum Abstellplatz geleiten. Das war genau dort, wo wir Fix und Boxi im Mai vorgefunden hatten, die gelbfüßigen Nachbarn standen auch wieder da, eins von den Wohnmobilen und die anderen beiden kamen nach kurzer Zeit ebenfalls an. Wir wurden wieder, wie im Mai, auf deutsch begrüßt und verabschiedet von dem Menschen, der unser Gespann vermaß, die Fahrgestellnummer mit seinen Unterlagen abglich und uns schon im Mai erzählt hatte, dass er schon einen seiner Geburtstage in Koblenz gefeiert hätte. “Auf Wiedersehen” und “Gute Reise” war das, was er noch konnte.

im Hafenim Hafen im Hafenletzter Blick zurück

Uschi musste ein paar Unterschriften leisten und das war es dann schon. Fix und Boxi erinnerten sich, was auf sie zukommen würde und ergaben sich in ihr Schicksal und wir ließen sie mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Nein, wir fliegen nicht gerne nach Deutschland zurück! Nein, wir haben nicht das Gefühl, dass wir schon ein halbes Jahr unterwegs sind. Wir könnten uns gut vorstellen, das nächste halbe Jahr noch hier zu bleiben, vielleicht etwas weiter südlich. Smiley

Stadtrundfahrtbusse Oben an der Straße war die Bushaltestelle der Linie 9, mit der wir im Mai zum Hafen gefahren waren. Wir fuhren mit bis zum Casino. Dort beginnt der Harbour Boardwalk, der uns so gut gefallen hatte (siehe hier). Viiiiiele andere Menschen waren unterwegs. Das lag einerseits wohl an dem wunderbaren Wetter, aber auch daran, dass drei Kreuzfahrtschiffe vor der Stadt lagen.

Waterfront Halifax HarbourFähre nach DartmouthWaterfront Halifax Harbourkein Kreuzfahrer ;-)kein Kreuzfahrer ;-)ein Kreuzfahrer

Wir bummelten genüsslich an der Waterfront entlang, sahen einen Picknicktisch, der uns Rätsel aufgab, gönnten uns einen riesigen Caffé Latte und ein ebenso riesiges Croissant, setzten uns auf eine Bank und bekamen Besuch von ganz hübschen, zutraulichen und offensichtlich hungrigen Vögelchen mit wunderbar schillerndem Federkleid. So welche haben wir noch nie gesehen und wissen demzufolge auch nicht, wie sie heißen. (?)

seltsamer Picknicktischnormaler PicknicktischPicknicktisch für RollstuhlfahrerWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax Harbour

Ein paar hundert Meter weiter wurde für eine 20-minütige Leinwand-Show über die legendäre “Bluenose” geworben. Die hat absoluten Kultstatus in Kanada und ist auf jedem 10-Centstück verewigt. Wir landeten in einem Zeltbau, die gesamte Kuppel war Leinwand, wir bekamen Kopfhörer, eine Einweisung, fläzten uns in die Liegesessel und ließen das Geschehen über uns ergehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Es war sehr interessant durch viele Erzählungen und original Filmaufnahmen und kurzweilig durch mehrere Musikeinlagen. Die Bluenose muss wirklich ein tolles Segelschiff gewesen sein, gebaut als absolutes Arbeitsschiff für den Fischfang vor Neufundland und überraschenderweise so schnell, dass sie über viele Jahre jede Regatta gewann. Wir hatten “hier” schon einmal darüber berichtet. Die folgenden Fotos sind situationsbedingt qualitativ nicht besonders hochwertig, aber interessant. Sie stammen allerdings von dem Nachbau, der Bluenose II.

BluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenose

Die Kreuzfahrer sahen wir uns natürlich auch noch aus der Nähe an, streiften durch die Markthallen des Farmer Markets, beobachteten die Urlauber, die an den Kontrollen entlang wieder auf ihr Schiff zurückkehrten und liefen dann, mit einem Abstecher über ein Lokal mit dem besten Falafel aller Zeiten, zu unserem Hotel zurück. Dort fielen wir auf unsere Betten und schauten den restlichen Abend amerikanisches Fernsehen. Wir haben halt nichts Besseres zu tun! Zwinkerndes Smiley

KreuzfahrtschiffKreuzfahrtschiffKreuzfahrtschiffWaterfront Halifax Harbour

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Der Tag der Entscheidung fing um viertel nach 6 für uns an!!! Der Ablaufplan, an den man sich halten muss, wenn man sein verschifftes Mobil auslösen will, besagt, dass man zuerst zur Spedition muss (Öffnungszeit 08:30), um die Frachtpapiere zu bekommen, dann zum Zoll (Öffnungszeit 08:00) und dann zum Hafen (Öffnungszeit BIS 11:30). Die Zeiten von Spedition und Zoll sollten sinnvollerweise genau andersherum sein! Je nachdem, wie viele Fahrzeuge verschifft worden sind (Uschi hatte bei der Abgabe von Fix und Boxi in HH schon 11 weitere Mobile gesehen), kann der Bürokratiekram so lange dauern, dass der Hafen schon geschlossen hat und man sein Fahrzeug erst am folgenden Tag erhält. DAS WOLLTEN WIR NICHT!!!

SpeditionsbüroWir waren ja nun schon zweimal bei der sehr freundlichen Spediteurin vorstellig geworden und Uschi konnte sie überreden, uns die Frachtpapiere schon am Tag zuvor auszuhändigen, vorausgesetzt, dass sie sie dann schon vorliegen hat. Das klappte dann am Mittwochnachmittag wirklich! Wir bezahlten CAD 150 (€101,91).
Also standen wir am Donnerstag um kurz vor 8 Uhr (nach einem schnellen Frühstück im Hotel) beim Zoll auf der Matte und waren die Ersten! Eine junge Zollbeamtin in Uniform und mit Waffengürtel hinter einer Panzerglasscheibe fertigte uns ab. Zollpapiere, Reisepass und die üblichen Fragen nach Waffen, Drogen, Alkohol, Lebensmittel. Und was wir in Kanada wollen. Laut der Instruktionen von Seabridge sollte man anführen, dass man eine Rundreise durch Kanada, gegebenenfalls auch durch die USA, machen will. Keinesfalls solle man angeben, dass man länger als 30 Tage an einem Ort bleiben wolle oder Verwandte besuchen oder sein Fahrzeug in einem Storage (Garage) unterstellen und nach Deutschland zurückfliegen wolle. Wir brauchten nicht zu lügen! Die benötigten Papiere für den Hafen wurden uns ausgehändigt und um viertel nach 8 standen wir schon an der Bushaltestelle zwei Straßen weiter.

 Zollgebäudebeim Zoll 1beim Zoll 2

Buslinie 9Die Busverbindungen in Halifax sind hervorragend und preiswert. Es gibt keine Tarifzonen, sondern Standardpreise, für Rentner z. B. CAD 1,75 (€1,19), die den ganzen Tag bis 18 Uhr gelten. Man bezahlt vorne beim Busfahrer, schmeißt sein Kleingeld in eine Art Trichter und bekommt nur dann einen Fahrschein, wenn man ihn anfordert (weil man ihn noch für weitere Fahrten braucht). Bei unserer ersten Busfahrt wollten wir mit einem 20-Dollar-Schein bezahlen. Der Busfahrer gab uns zu verstehen, dass er nicht herausgeben könne. Auf unsere Frage, was es denn überhaupt kosten würde (wir hätten auch noch Kleingeld gehabt), winkte er uns nach hinten durch und wir fuhren umsonst! Kontrolleure gibt es keine, jeder, der einen Bus benutzt, muss vorne beim Fahrer durch und zeigt ihm seine Monatskarte oder eben seinen Fahrschein. Wir sind wieder sehr angetan von der absoluten Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hier. So ist es z. B. absolut üblich, sich beim Aussteigen beim Busfahrer zu bedanken. Da ruft ein Jugendlicher mit Baseballcap vom hinteren Ausstieg sein “thank you” durch den ganzen Bus! Das stelle man sich mal in Deutschland, insbesondere vielleicht in Berlin, vor!!! Der Busfahrer würde vermutlich hinterher laufen und ihm eine klatschen. 😉

Ich schweife ab! Die Buslinie 9 fährt alle 20 Minuten in der Nähe des Zollbebäudes ab. Diese Info hatte Uschi an der Rezeption unseres Hotels eingeholt und da wir so zeitig dran waren, konnten wir uns eine Taxifahrt sparen. Die Busfahrerin bestätigte, dass sie in die richtige Richtung fährt und öffnete, als wir an der von uns vermuteten richtigen Haltestelle hinten ausgestiegen waren (nicht ohne uns zu bedanken!), noch einmal ihre vordere Tür, rief uns hinein und erklärte uns, wie wir jetzt am schnellsten zum Hafenterminal laufen.

Wir liefen an langen Spuren mit wartenden Trucks vorbei und standen vor einem Zaun. UND DAHINTER STANDEN FIX UND BOXI!!! Aber wo war der Eingang? Bevor wir in beide Richtungen geschaut hatten, war jenseits des Zaunes schon ein PKW hergefahren und der Fahrer erklärte uns, dass wir zu den Trucks zurückgehen müssten und an dem Abfertigungsgebäude durch den Einlass. Dort interessierte sich niemand für uns und wir marschierten einfach durch. Bei der Ausfahrt wurden wir dann kontrolliert und nach den ausgeliehenen Warnwesten und den Namensschildern gefragt, die wir wohl hätten bekommen sollen. Nun, Warnwesten hatten wir unsere eigenen dabei und zogen sie auch an und nach unseren Namen fragte niemand.

im Hafenim Hafenim Hafenda sind sie!!!

Zuerst gingen wir natürlich zu Fix und Boxi!!! Die hatten sich bereits mit ihrem gelbfüßigen Nachbarn angefreundet und waren ganz zufrieden, endlich wieder in der Sonne und am Licht stehen zu dürfen. Ob sie seekrank geworden waren, konnten wir nicht ermitteln. Aber der Mensch in Hamburg, der Uschi versprochen hatte, mit einem Hinweisschild zu verhindern, dass man beim Reinigen des Unterbodens Wasser in unsere Staukästen spritzt, hatte Wort gehalten und zwei wunderschöne Zettel angebracht. Alles war trocken! Auch sonst sah alles gut aus, keine Beschädigungen. Ein wenig verstaubt und mit vielen Zetteln und Siegeln versehen, aber heil und DA!

im Hafenim Hafenim Hafenim Hafenim Hafenim Hafenim HafenStauplan ACLHinweiseHinweise

Der Mann im Auto war auch schon wieder da und erklärte uns, wo das Büro sei. Dort wollten wir, nachdem unsere Papiere geprüft worden waren, die von Seabridge angekündigten CAD 165 bezahlen (Hinweis, es müsse Bargeld sein), aber niemand wollte Geld von uns. Auf unser Erstaunen hin wurde an anderer Stelle noch einmal nachgefragt, nein, wir müssten nichts mehr bezahlen! Ein weiterer Mitarbeiter bekam Papiere in die Hand gedrückt und demonstrierte uns freudig, dass er auf deutsch zählen könne. Er kam bis 6 und vergaß 4! “Guten Morgen” und “Wie geht es?” konnte er auch und erzählte uns, dass er in Bonn, Köln, Mainz und München gewesen sei und am Rhein!

Die erste Amtshandlung war, Big Fix mit Kennzeichen zu versehen. Aus Diebstahlschutzgründen hatte Uschi die vor der Verschiffung im Hamburger Hafen abmontiert. In Amerika haben die Autos nur hinten ein vorgeschriebenes Kennzeichen und vorne gar keins oder eine Phantasiekennzeichen. So ist es bei uns jetzt auch! Wir haben hinten allerdings nicht eines mit Plaketten befestigt, sondern ein ungestempeltes von Boxi. Den Amerikanern ist das egal und falls uns das ein “Sammler” entwendet, wäre es nicht so teuer für uns. Interessiert beobachtet wurden wir von zwei Hafenarbeitern und dann auch bald gefragt, ob wir “guys” denn nicht mal auf die Straße wollten. 😉

KOA Halifax

Doch, wollten wir, Big Fix und Boxi auch. Unser mitgebrachter TomTom wurde gefüttert und lotste uns zurück zum Hotel. Um 2 Minuten nach 10 waren wir schon wieder dort! Unser Gepäck stand schon fertig im Zimmer, für Fix und Boxi hatten wir uns schon Tage vorher eine Parkberechtigung auf dem Hotelparkplatz für eine Stunde besorgt. Wir “schmissen” alles nur irgendwie in Big Fix und in Boxi, ich deponierte meinen leeren Koffer an der Rezeption und dann ging es endgültig los!

Zuerst stand Gas tanken auf dem Plan. Seabridge hatte uns eine Adresse mit GPS-Koordinaten mitgeteilt. Es handelte sich dann nicht um eine Tankstelle, sondern um eine Gasfirma, die auf dem Hinterhof einen Füll-LKW stehen hatte. Wir bezahlten relativ teure €2,30 pro kg. Schwieriger gestaltete es sich, eine Tankstelle mit Diesel zu finden, aber auch das gelang uns. Danach auf zum Walmart! Wir hatten ja NICHTS mehr in Boxi!

erster Einkauferster Einkauf

Ein paar Kilometer außerhalb von Halifax gibt es einen KOA-Kampground. Am Montag ist hier in Kanada Nationalfeiertag, es ist also damit zu rechnen, dass es überall voll wird. Die Nordamerikaner sind ja ein absolutes Camping- und Outdoorvolk. Und wirklich gab es nur noch wenige freie Plätze! Unser Vorteil wieder, dass Fix und Boxi (für amerikanische Verhältnisse) so klein sind. Wir haben einen wunderschönen Platz am Fluss bekommen! Hier bleiben wir mindestens bis Dienstag und versuchen, eine Wohnordnung herzustellen!

Für alle, die an Infos interessiert sind:

Unser Hotel “Cambridge Suites” hat sich als hervorragend geeignet erwiesen. Es liegt sowohl zentral in fußläufiger Entfernung zu allen wichtigen Locations von Halifax als auch in der Nähe (200m) des Speditionsbüros und des Zollgebäudes. Dadurch, dass wir bei der Spediteurin für uns unproblematisch mehrfach vorstellig werden konnten, haben wir den Abholtag so stressfrei bewältigen können. Das Hotel liegt preislich in der Mittelklasse, wir hatten ein schönes großes Zimmer, fast schon eine Suite. Es gab eine kleine Kochzeile, einen Ess- bzw. Arbeitstisch, einen Sessel am Fenster und einen Coachtisch mit zweisitzigem Sofa. Der Flatscreen auf einer Kommode direkt gegenüber vom Bett! Abgesehen davon, dass Hotelleben auf Dauer für uns nichts ist, haben wir uns dort sehr wohl gefühlt.

unser Hotelunser Zimmer

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Schiff da!!! Schiff weg!

Wir waren sooo müde! Es wurde dann doch etwas später vorletzte Nacht, weil wir es nicht schafften, ins Bett zu gehen, bevor wir nicht Webcamfotos zu sehen bekommen hatten. Es wurde halb eins! Mein Computer zeigt aus unerfindlichen Gründen weiterhin die deutsche Zeit an, also halb sechs – und entsprechend müde fühlte ich mich. Irgendwann war es mir sowas von egal, ob das Schiff nun unter der Macdonald Bridge hindurchfährt oder nicht. Morgens musste ich mich dann sehr überreden, für das Hotelfrühstück aufzustehen! Es gibt nur Frühstück bis 10 Uhr und wer mich kennt, weiß, dass das für mich SEHR früh ist.

Also, irgendwann entdeckte Uschi in der Hafenzufahrt (das ist das gesamte Wassergebiet südlich von Halifax incl. der McNabs-Inseln) ein erstes Licht. Das musste sie sein! Parallel sahen wir auf der Webseite von “MarineTraffic”, wie ein Pilotschiff der Atlantic Star entgegenfuhr, vor ihr drehte und sie weiter in Richtung Hafen geleitete.

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Dann übernahmen zwei Hafenschlepper den Job. Und dann endlich konnte man sie schon sehen, schemenhaft zwar nur, es war ja dunkel, aber sie war es eindeutig! Ach, was waren wir glücklich!!!

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Alle 30 Minuten kam eine eMail von MarineTraffic (hatten wir in unserem Account so eingestellt) und sagte uns die aktualisierte Position. Wir schalteten von einer Webcam-Location zur anderen und machten Screenshots, Screenshots, Screenshots, 😉 (die ihr unten in einem kleinen Video zusammengefügt sehen könnt). Dann kam es wie immer in wirklich wichtigen Situationen, die Internetverbindung machte schlapp, die Seiten aktualisierten sich nicht mehr schnell genug und es wurde etwas hektisch bei uns!

 

Irgendwann fielen wir ins Bett. Gestern Morgen vergewisserte sich Uschi als Erstes, dass sie nicht alles nur geträumt hatte. Aber nein, die Atlantic Star lag wirklich im Hafen von Halifax! Wir wollten mit der Fähre nach Dartmouth, vielleicht würden wir sie ja sehen, wenn sie wieder ausläuft. Sie muss ja schnell nach New York! Unsere Infos besagten, dass sie um 13:24 unserer Zeit wieder ablegen würde. Wir setzten uns auf eine Restaurantterrasse direkt an der Waterfront und warteten – vergebens!

Halifax Waterfront

Um halb fünf erwartete uns die Brokerin, wir mussten also zurück. Im Hotel kam die Nachricht per eMail, dass die Atlantic Star ausgelaufen sei! Was nun? Wir wollten sie doch so gerne endlich mal in natura sehen! Die Webcams liefen schon wieder und dann entschlossen wir uns, dass Uschi allein zur Spedition gehen würde und ich auf die Dachterrasse unseres Hotels.

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Es dauerte nur wenige Minuten, bis aus virtuell real wurde und so schnell sie da war, so schnell war sie auch schon wieder weg!

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Wir hoffen nur, dass Fix und Boxi abgeladen wurden und wir nicht noch nach New York müssen! Ich wollte rufen, aber die Distanz war etwas zu weit, als dass Big Fix mich hätte hören können.

Uschi kam mit der Nachricht zurück, dass noch keine Zollpapiere vorliegen würden. Am Mittwoch wird es also definitiv noch nichts mit der Abholung! Das ist uns aber inzwischen egal, Hauptsache, unser Gespann steht auf dem Hafengelände!!!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

*update* Planänderung

Wir wohnen zum Glück direkt in downtown Halifax. „Um die Ecke“ ist das Büro der Spedition, dort gingen wir natürlich heute Morgen sofort hin. Man wusste von nichts! Nachdem wir der Brokerin unser Anliegen geschildert und diverse screenshots auf unseren Smartphones gezeigt hatten, suchte sie nach Informationen im Internet. Das Schiff sei etwas „late“, aber unterwegs und käme heute Nacht in Halifax an! Wir glaubten ihr kein Wort! Daraufhin rief sie bei der Reederei an: „Das Schiff kommt von Rotterdam und wird am 17. Mai um 1 Uhr im Hafen von Halifax erwartet.“ Mehr könne sie uns im Moment nicht sagen, wir könnten aber gerne morgen per Telefon bei ihr nachfragen. Wir einigten uns darauf, dass wir morgen Nachmittag kurz vor Büroschluss um 17 Uhr noch einmal bei ihr vorbeischauen werden, evtl. hätte sie dann die Frachtpapiere, die wir beim Zoll und im Hafen benötigen, schon vorliegen. Im besten Falle könnten wir unseren Camper am Mittwoch abholen!

Wir trauten uns noch nicht wirklich, uns zu freuen! Im Internet waren immer noch keine anderen Informationen zu bekommen und seltsam ist immer noch, dass das Schiff völlig außerplanmäßig Rotterdam angelaufen hat. Wir haben der netten Dame auch den geänderten Fahrplan des Schiffes gezeigt, worauf sie behauptete, dass das Schiff auf jeden Fall zuerst Halifax anlaufen würde, dann erst New York, Baltimore und Norfolk und danach wieder nach Halifax zurückkehren würde. ??? Etwas seltsam, finden wir.

Jetzt bleibt uns nichts anderes übrig, als zu warten! Auf allen verfügbaren internetfähigen Geräten läuft die Webcam von der Hafeneinfahrt. 😉 Uschi hat inzwischen auch herausgefunden, dass 1 Uhr UTC-Zeit ist. Halifax liegt in der Zeitzone UTC-3 (Stunden). Also  kommt unser Schiff um 22 Uhr hiesiger Zeit an, wenn es ankommt. Nein, auf die Angus L. Macdonald Bridge werden wir uns so spät und mit so vagen Angaben nicht stellen, aber sicher gebannt auf die Displays unserer Laptops schauen! Morgen wissen wir mehr!!!

written by Ingrid

UPDATE 21:03 UTC-3 / 02:03 UTC+2
SIE KOMMT!!!

sie kommt!!!