Ein Schloss am Meer

Wir fuhren weiterhin an Weinstöcken entlang, weitläufig rechts um Bordeaux herum und auf der östlichen Seite der Gironde hoch bis zu ihrer Mündung. Wir kamen durch ein Örtchen, dessen Name länger war als der Ort selbst: Chenac-Saint-Seurin-d‘Uzet. Die Franzosen lieben ja nicht nur Kreisverkehre, sondern auch Bindestriche. Smiley mit geöffnetem Mund Aber einen hübschen kleinen Hafen gab es und sogar einen kostenfreien Wohnmobilstellplatz, für vielleicht drei oder vier Mobile.

unterwegsChenac-Saint-Seurin-d‘UzetChenac-Saint-Seurin-d‘Uzet

In Blaye verfuhren wir uns kurz, kamen ein Stück zu weit in den Ort hinein und so kam ich zu einem Foto meines Lieblings“wohnmobils“, ein Citroen HY. Eine große Festung gibt es, auch einen Wohnmobilstellplatz und es würde sich wohl lohnen, dort noch einmal vorbeizufahren. Allerdings ist der Platz nur von Mai bis September geöffnet.

HYHY

Wir wollten aber noch ein letztes Mal so dicht wie möglich ans Meer, bevor wir ins Landesinnere abbiegen würden. Kurz vor der Île d‘Oléron machten wir Station in dem kleinen Küstenort St. Palais-sur-Mer.

St. Palais-sur-Mer

Es gab zwei Campingplätze, die auch beide noch geöffnet hatten, einer von ihnen bot ACSI an. Er war noch erstaunlich gut besucht und wir hatten die Wahl zwischen fünf Plätzen. Das angepriesene WLAN gab es wieder nur in einem Internetraum, der auch gleichzeitig Billard- und Fernsehraum war, sehr gemütlich eingerichtet. Mit Registrierung gab es jeden Tag 30 Minuten Internetzugang pro Gerät umsonst, das Bezahl-Internet war (zu) teuer. Als ich das erste Mal dort saß, ging ein kräftiger Gewitterregen mit Sturm los, der die Pendeltür zum Eingangsbereich nach innen öffnete, sodass es heftig hineingeregnet hätte, wenn ich die Tür nicht mit einem zum Glück herumliegenden Aufnehmer hätte verklemmen können. Am zweiten Abend wollten wir gemeinsam unsere 30 Minuten nutzen, draußen saß ein Holländer, der uns mitteilte, dass der Internet- und Fernsehraum bereits geschlossen sei. Es war kurz nach 20 Uhr und mit Schließung der Rezeption wurde offensichtlich auch hier geschlossen. Wer schaut denn auch schon nach 20 Uhr fern? Oder will noch ins Internet??? Draußen war es uns eindeutig zu kalt, da nutzten wir doch lieber unser eigenes Internet schön im Warmen in Boxi! Das ist einer der Vorteile von ACSI, dass im Preis 4 kW Strom pro Nacht enthalten sind. Und die Heizung in Boxi läuft wahlweise über Gas oder über Strom. Smiley

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Der „Ort“ besteht aus einer Reihe von Restaurants und einer Promenade. Ganz am Ende gibt es sogar einen schönen Sandstrand, die restliche Küste besteht aus Klippen.

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Kleine Anglerhütten auf riesigen Stelzen stehen im Meer und man wundert sich, dass sie die Winterstürme unbeschadet überstehen. Ab und zu wohl auch nicht, dann bleiben zwar vielleicht noch die Stützen stehen, aber die Hütte geht schwimmen.

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Wir machten direkt nach unserer Ankunft einen schönen Spaziergang direkt an den Klippen entlang. Dieser Fuß- und Radweg führt kilometerlang am Meer entlang, vielleicht sogar bis Royan, direkt an der Mündung der Gironde ins Meer. Von dort geht eine Autofähre hinüber nach Le Verdon-sur-Mer. Den Leuchtturm von Cordouan, der dienstälteste Leuchtturm Frankreichs, an dem die Fähre vorbeifährt, konnten wir von St. Palais-sur-Mer aus auch sehen, nicht nur auf der Schautafel.

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Und wir vermuten, dass der Ort seinen Namen von diesem Schlösschen hat, inzwischen angebaut und zum Hotel erweitert. Wobei wir unter einem Palast (palais) eigentlich etwas größeres verstehen würden. Und warum heilig (St. = Saint = Sankt)???

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Eine weitere Frage blieb ebenfalls unbeantwortet: Was macht man hier im Urlaub??? Angeln, essen gehen, mit dem Rad (falls man eins dabei hat) zum Strand fahren und (sonnen)baden? Den Klippenweg entlanglaufen und zum Leuchtturm hinüberschauen? Gut, für eine Woche mag das reichen, für manche Menschen vielleicht sogar für zwei Wochen. Und mehr Urlaub am Stück macht „man“ wahrscheinlich nicht. Keine Frage, es ist hübsch dort, vor allem auch der Campingplatz, der direkt an der Uferstraße liegt. Der muss mal größer gewesen sein, an einer Stelle war eindeutig eine Durchfahrt gewesen, jetzt war hinter dem Zaun noch eine Außendusche zu sehen und ansonsten dschungelartiger Wald.

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

St. Palais-sur-Mer Der Campingplatzplan wies auch einen Freilaufbereich für Hunde aus. Der war sogar in zwei getrennte Bereiche unterteilt, für den Fall, dass einige Hunde sich nicht vertragen. „Happy Dogland“ hieß die Doppelbahn mit Wasserstelle und Hundedusche. Wir haben nur einen Hund dort gesehen und der sah eher gelangweilt als happy aus. HAPPY DOGLAND, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen in einem Land, in dem ansonsten AUSSCHLIESSLICH französisch gesprochen wird! Enttäuschtes Smiley Aber dieser Platz war auch in anderer Hinsicht außergewöhnlich, es gab nämlich Beschriftungen und Platzpläne außer in französisch auch in englisch, niederländisch und deutsch! Das hatten wir selten bis nie!!! Meistens waren wir schon froh, wenn die Rezeptionisten englisch sprachen. Also Vielfalt und individuelle Freiheit, sogar für Bäume!

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ST. PALAIS-SUR-MER; Campingplatz „Le Puits de l’Auture“ mit 186 Parzellen auf Gras, teilweise schattig; kleiner Einkaufsladen, Kinderspielplatz, Internet- und Fernsehraum, Hundefreilaufflächen; Restaurants, Bars, Geschäfte in unmittelbarer Umgebung; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung (€17) vom 26. Aug. bis 3. Okt. und vom 27. April bis 9. Juli; Mietunterkünfte

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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