Visit Denmark

DK Wie schön Dänemark ist, haben wir auf unserer Reise wieder einmal festgestellt und konnten diesen persönlichen Eindruck vielleicht an euch weitergeben. Für uns bietet dieses kleinste der skandinavischen Länder so viel, dass es eine echte Alternative zu den um einiges weiter entfernten und um einiges teureren Brüdern/Schwestern Schweden, Norwegen, Finnland darstellt. Aber das mag bei jedem von euch anders sein! Norwegen hat natürlich spektakulärere Fjorde, Schweden hat mehr Seen und die Schärenlandschaft, Finnland unendliche Wälder. Dänemark hat von allem ein wenig in kleinerem Format, sozusagen der Landesgröße proportional angepasst. 😉 Wir waren damit zufrieden und haben ja sogar nur einen kleinen Teil der Gesamtfläche Dänemarks bereist.

Ein paar Besonderheiten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) möchten wir mal auflisten:


 
– Die Duschen auf Camping- und sogar Stellplätzen sind sehr oft richtige “Familienbäder”, es gibt außer der Duschmöglichkeit ein Waschbecken sowie ein WC. Und dies nicht nur in ein- oder zweifacher Ausführung, sondern zahlreich oder sogar ausschließlich. Darüberhinaus natürlich noch nur WCs und auch noch Einzelwaschkabinen.

– An sehr vielen öffentlichen Badestellen gibt es Toilettenhäuschen und oft auch ein Picknick-Ensemble (Tisch mit Bänken).

Picknickecke

– Viele Camping- und Stellplätze bieten kostenloses und schnelles WLAN an.

– Eine dänische SIM-Karte für Internet über Mobilfunk kann man als Ausländer zwar in den Mobilfunkläden kaufen, aber auch nur dort wieder cash aufladen, da ausländische Kreditkarten bei dem Versuch einer Aufladung online nicht akzeptiert werden (ohne festen Wohnsitz in Dänemark).

– Schon ab Mitte August beginnt die Nebensaison mit teilweise erheblichen Preisunterschieden bei Campingplätzen, außerdem wird ab da die ACSI-Karte wieder akzeptiert.

– Die Preise, die unter denen von Rest-Skandinavien liegen, sind im deutschen Vergleich trotzdem teilweise “gesalzen”. Das betrifft z. B. Coca-Cola (1l=3,15€) und Eis (Kugel nicht unter 2,50€). Sogar das landestypische Softeis gibt es in der kleinsten Ausführung nicht unter 22DKK (2,97€). Restaurantbesuche sind, im Vergleich zu deutschen Preisen, dermaßen überteuert, dass wir kein einziges Mal essen gegangen sind.

– Einige für uns wichtige Lebensmittel sind nur schwer zu bekommen, z. B. Kondensmilch, H-Milch, aromatisierter Tee. Eine Hilfe ist, dass es auch in Dänemark überall Aldi und Lidl gibt, allerdings ist das Angebot sehr stark auf die Vorlieben der Dänen abgestimmt (nicht so wie in Spanien, wo diese Ketten sehr deutsch-orientiert sind). Sehr enttäuscht war ich, als Käseliebhaber, von der SEHR eingeschränkten Käseauswahl. Cheddar gibt es in zig Variationen (mag ich nicht), darüberhinaus Emmentaler und Streichkäse. Nirgendwo haben wir in den Supermärkten eine Käsetheke mit Käse am Stück gesehen, wie es in Deutschland Standard ist. MeiereiEinmal hatten wir das Glück, auf unserer Strecke an einer Meierei vorbeizukommen. Dort konnte man von allen angebotenen Sorten probieren (Würfelchen in Plastikschälchen). Das taten wir ausgiebig (war noch vor unserem Frühstück!). Aber wir haben dann auch ausgiebig gekauft!

Meierei Meierei

– Die kilometerlangen Sandstrände, die streckenweise mit Autos befahren werden können und dürfen, sind toll. Die kilometerlangen Sandstrände, die NICHT mit Autos befahren werden können und dürfen, sind besonders toll!!!

– Die Sprache ist einigermaßen leicht verständlich, wenn man sie liest – und absolut unverständlich, wenn man sie hört. NO CHANCE!!!

Unser Fazit: VISIT DENMARK – jederzeit gerne wieder!!!

Unsere Reiseroute:

Reiseroute

written by Ingrid
photos and video taken with iPhone, map taken by Uschi

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Kommandørgård und Hattesgaart

Rømø Wir waren also noch einmal auf Rømø und Zeit hatten wir auch. So fuhren wir mal in den Norden der Insel, dieser Teil fehlte uns noch. Wieder gab es eine Reihe alter Bauernhäuser mit schönen Gärten, teilweise bewirtschaftet, und sonst nicht viel. RømøEine Schotterstraße führte Richtung Meer, am Ende durfte man den Deich aber unter Lebensgefahr nicht betreten, militärisches Sperrgebiet! Auf der Hinfahrt hatten wir einen Hinweis auf ein Museum gesehen, dort hielten wir jetzt an.

Kommandørgård

Es stellte sich heraus, dass es sich um einen aus dem Jahr 1749 stammenden Erbhof einer wohlhabenden Kapitänsfamilie handelte, den Kommandørgården, Kommandørgårdüber 12 Generationen derselben Familie weitervererbt. Die männlichen Mitglieder fuhren allesamt zur See (Jungen schon ab 6 Jahre), waren den Winter über auf Walfang und die Frauen waren Alleinversorger und alleinverantwortlich.

KommandørgårdKommandørgård

Wir schauten uns in dem Gebäude um (Eintritt frei) und bestaunten das präparierte Skelett eines Wales. Diese Zähne!!!

Kommandørgård-MuseumKommandørgård-MuseumKommandørgård-MuseumKommandørgård-MuseumKommandørgård-MuseumKommandørgård-Museum

Danach brauchten wir selbst etwas zwischen die Zähne! Es gab zwar auch ein kleines Museums-Café, aber uns zog es noch einmal in das hübsche Hattesgaart-Café. Wir hatten den Betreibern eine eMail geschickt mit einem Link zu unserem Bericht über ihr Antik-Café und sie hatten sich nett bedankt und uns jederzeit erneut willkommen geheißen. Hattesgaard-CaféDieses Mal war das Wetter nicht so schön wie bei unserem ersten Besuch, draußen sitzen wäre zwar möglich, aber nicht gemütlich gewesen. So fanden wir das Café, eigentlich ja den Verkaufsraum, vollbesetzt. Randi bot uns an, einen weiteren mit Dekosachen belegten Tisch freizuräumen, aber in der 1. Etage gab es auch noch Sitzmöglichkeiten inmitten von antiken Gegenständen. Der Kuchen war wieder köstlich und als “Belohnung” für die Werbung in unserem Blog bekamen wir noch zwei leckere Mohrenköpfe geschenkt. Einen schöneren Abschluss unserer Dänemark-, besser Jütlandrundreise hätten wir uns nicht wünschen können!

Hattesgaard-CaféHattesgaard-CaféHattesgaard-CaféHattesgaard-CaféHattesgaard-Café

written by Ingrid
photos taken with iPhone

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Noch einmal Rømø

Unsere Dänemarkzeit geht langsam zu Ende und zum Abschluss unserer Rundreise beschlossen wir einen erneuten Kurzbesuch auf Rømø. Genau gesagt wurden wir von unseren beiden Kite-Girls gefragt, ob wir sie nicht noch einmal auf dem Strand von Lakolk treffen wollten. Natürlich wollten wir!

Rømø Strand

Dieses Mal reservierten wir vorher per mail einen Stellplatz auf dem “Autocamperplads Oasen Rømø”. Wir hatten Glück und bekamen den letzten freien Platz! In diesem Winter wird der Stellplatz um weitere 77 Plätze erweitert, dann kann man allerdings nicht mehr reservieren. Oasen RømøDenn auch hier machen die Betreiber die Erfahrung, dass Wohnmobilisten einen Platz reservieren, dann aber nicht kommen und noch nicht einmal absagen. So geschehen auch während unseres Aufenthaltes, als der reservierte Platz neben uns frei blieb. Wir standen wieder an der Pferdekoppel, ein paar Plätze weiter als beim letzten Mal und stellten unsere Räder zusammengeschlossen wieder an einen Zaunpfosten, oberhalb der Böschung. Spät am Abend ein schepperndes Geräusch draußen, wir schreckten hoch, sahen uns fragend an und ich hatte sofort den Gedanken, dass eins der Oasen RømøPferde unsere Fahrräder umgeworfen hat. So war es dann auch tatsächlich! Es hing seinen Hals weit und offenbar ohne Schmerzempfinden über den Stacheldrahtzaun, um unbedingt das Gras jenseits des Zaunes rupfen zu können. Es gab viel Gras, der Zaun ist endlos, es hätte netterweise auch um unsere Räder herumfressen können. 😦 Es sah uns ganz ruhig an, so als wollte es sagen, warum stellt ihr eure blöden Räder denn auch nicht woanders hin? Von Schuldbewusstsein keine Spur! Im Gegenteil, war da nicht sogar ein kleines Aufblitzen von aufmüpferischer Genugtuung in seinen Augen? Und was hat es jetzt davon, dass mein erst im Winter ersetztes Gangschaltungsdisplay wieder gesprungen ist??? Blödes Pferd!

written by Ingrid
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Lyngvig Fyr

Den schönen Leuchtturm Lyngvig Fyr (erbaut 1906) sahen wir ja direkt aus Boxi heraus, bei Tag und – besonders eindrucksvoll – bei Nacht. Natürlich mussten wir auch mal näher hin zu ihm, was einen Spaziergang durch die Dünen bedeutete. Je näher wir kamen, desto schöner wurde er.Lyngvig Fyr Jetzt wollten wir ihn auch besteigen! Lyngvig FyrDas bedeutete erstens, Eintritt bezahlen (€6,70 incl. Leuchtturm= museum) und zweitens, 228 Stufen erklimmen!!! Also los!

Lyngvig FyrLyngvig Fyr 

Die Wendeltreppe war “einspurig” mit Ausweichen für den Gegenverkehr an regelmäßig vorkommenden Stellen.

Lyngvig FyrLyngvig Fyr (10)Lyngvig FyrLyngvig Fyr

Ganz zum Schluss gab es noch eine “Hühnerleiter” mit Ausstieg durch eine Klappluke, das allerdings nur noch auf allen Vieren! Der Ausblick entschädigte dann zum Glück für die Mühen, wir hatten gute Wetterverhältnisse und somit eine weite Sicht bis zum Fjord, über den Campingplatz und auf das Meer.

Lyngvig FyrBlick zum Ringøbing FjordBlick zum Ringøbing FjordAusblick von obenAusblick von obenAusblick von obenAusblick auf den Campingplatzwer entdeckt Big Fix und Boxi?

Das kleine, aber sehr liebevoll gestaltete Museum zeigte u. a. eine Rettungsrakete, mit der ab 1847 Leinen zu gestrandeten Schiffen geschossen werden konnten. Mit ihnen wurden kräftige Seile herübergezogen, an denen Rettungssitze befestigt waren. Auf diese Art wurden zu der damaligen Zeit zahlreiche Schiffbrüchige sicher an Land gebracht.

RettungsraketeRettungsraketeRettungsraketeRettungsraketeRettungsrakete

Der letzte Leuchtturmwärter von Lyngvig ging 1965 in Rente, nachdem der Leuchtturm automatisiert wurde. In früheren Zeiten taten außer ihm noch ein Leuchtturmmeister und ein Leuchtturmassistent Dienst. Sie lebten jeweils mit ihren Familien in eigenen Wohnungen im Leuchtturmwärterhaus, in dem heute das Museum, ein Shop und ein Café untergebracht sind. Außer diesen Menschen lebte niemand in der öden Dünenheide. Sie waren absolute Selbstversorger durch Jagd, Fischerei und die Bewirtschaftung von Kohlbauernhöfen. Sie verbrachten viel Zeit damit, das Gewicht für das Uhrwerk der Linse zu ziehen (alle 3-4 Stunden), die Linse zu warten und zu putzen, was einmal pro Woche 30 Stunden dauerte (!) sowie die Fenster des Leuchtturms zu putzen, die durch das salzige Meerwasser schnell undurchsichtig wurden.

Lyngvig FyrLyngvig Fyr   

written by Ingrid
photos taken with iPhone and with Canon EOS 600D

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Nørre Lyngvig Camping

Wie schon erwähnt, fuhren wir zum Nørre (Nr.) Lyngvig Campingplatz am Ringkøbing Fjord in der Nähe von Hvide Sande, ein naturbelassener Dünenplatz. Naturbelassen heißt, dass er nicht parzelliert ist. Durch die Lage mitten in den Dünen ergeben sich benutzbare Stellplätze von allein, manche einigermaßen eben, manche voller Sand (-löcher). Da hängt es dann davon ab, was für Reifen man hat und ob Vierradantrieb oder nicht, ob das Mobil schwer ist oder nicht. Es gab viele romantische kleine Buchten, ideal für Zelturlauber. Das alles ist aber hauptsächlich im hinteren Campingplatzbereich so, weiter vorne gibt es auch topfebene Rasenplätze. Wenn alle Plätze belegt sind, was aber nach Angaben der Rezeptionistin noch nie vorgekommen ist, können 4000-5000 Menschen auf dem Campingplatz sein. Da das Gelände riesig ist und durch die Dünen so verschachtelt, wäre das vermutlich aber noch nicht einmal so unangenehm. Außer vielleicht in den Sanitärgebäuden, von denen es aber auch fünf große gibt. Vom hinteren Bereich des Platzes ist man sofort am Strand, muss allerdings ca. 30m runter (macht Spaß) und später wieder rauf (macht etwas weniger Spaß). Es gibt keine Treppe wie in Løkken, nur weichen Sand. Gut für die Oberschenkelmuskulatur!

Lyngvig FyrWir parkten erst einmal, liefen über den Platz und staunten über die Weitläufigkeit. Meine Prioritäten waren: nahe am Strand und mit Blick auf den Leuchtturm! Alle guten Plätze waren natürlich schon belegt, langweilig auf der Wiese stehen unser Platzwollten wir nicht, zum Sanitärhaus mit Chemietoilettenausguss sollte es auch nicht so weit sein. Wir wurden letztendlich doch noch fündig und Big Fix meisterte die Herausforderung mal wieder mit Bravour. Wieder blinkte uns abends ein Leuchtturm an!

Nørre Lyngvig Campingplatz Schattenbildoben auf der DüneDünenlandschaftAusblickauf's Meer

written by Ingrid
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Von Ost nach West

Auf der Hinfahrt waren wir am Ringkøbing Fjord nur vorbeigefahren, auf der 30km langen Nehrung namens Holmsland Klit, die den Fjord von der offenen Nordsee trennt. Eigentlich hatten wir dort auf einem Campingplatz bleiben wollen, der uns von Steffi und Birgit empfohlen worden war, aber es war uns überall einfach noch zu voll und auch zu teuer. Nachdem wir dann aber noch einen Kommentar von einem Blogleser bekamen, der uns auch genau diesen Campingplatz empfahl, beschlossen wir, nicht an der Ostseeküste weiter südlich, sondern noch einmal quer rüber an die Nordsee zu fahren. Das war eine gute Tagesetappe (für uns!). RaststätteDiesmal wählten wir auch die Autobahn und machten Frühstückspause auf einer offensichtlich brandneuen Raststätte. Wenn noch Absperrböcke gestanden hätten, wäre es verständlich gewesen, dass wir die einzigen Gäste waren, so war es etwas irritierend. Ein sogar für die Hauptsaison sicherlich völlig überdimensionierter Rastplatz, sehr schön geplant und angelegt.

RaststätteRaststätteRaststätte   RaststätteRaststätte

In der Zeit unseres Aufenthaltes kamen zwei weitere Autos und stellten sich rechts von uns auf den Behindertenparkplatz und links von uns auf den nächsten Parkplatz, sodass wir, die wir unser Gespann quer über zwei Plätze geparkt hatten, kaum wieder wegfahren konnten! Man wollte halt nicht so weit zu den Toiletten laufen.

Wir fuhren bis Ringkøbing und blieben für eine Nacht auf dem Stellplatz am Hafen (Ringkøbing Havn, 56°5’10”N/8°14’26”E). Stellplatz Ringkøbing Havn
Dort fanden gerade irgendwelche Windsurfing-Regatten statt, aber zum Glück gab es noch freie Plätze. Wir schauten den Jungs und Mädels ein wenig zu, wie sie vor unserer Nase hin und her flitzten und genossen danach die Ruhe und den Ausblick auf den Fjord.

Ringkøbing-FjordRingkøbing-Fjord

RingkøbingAm nächsten Tag begaben wir uns per Rad in die Innenstadt, die in fußläufiger Entfernung war, wie sich herausstellte. Ein nettes kleines Städtchen mit einer richtigen Fußgängerzone und einer Reihe schöner Geschäfte. Noch besser gefallen hat uns allerdings die alte Fischerhäuschenansammlung direkt neben dem Stellplatz am Hafen.

FischersiedlungFischersiedlung   Fischersiedlung Ringkøbing HavnRingkøbing HavnRingkøbing Havn

written by Ingrid
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(White) Cliffs of Blushøj

Nach unserer Frühstücks- und Fotografierpause im Landgut Skaføgård fuhren wir noch eine ganze Weile durch dichte Wälder, die sicher zum Grundbesitz dieses beeindruckenden Gehöfts gehören. Wir waren inzwischen schon auf der Halbinsel Djursland, aber das reichte uns noch nicht. Wir wollten auf die Halbinsel auf der Halbinsel! Im Süden gibt es noch drei Land-Ausbuchtungen, die äußerste hatte es uns angetan. Auf ihr liegt die Stadt Ebeltoft geschützt in einer der vielen Buchten. Ebeltoft ist bekannt für das kleinste Rathaus und das längste Holzschiff der Welt.

kleinstes Rathaus der Welt längstes Holzschiff der Welt

Die 61 m lange Fregatte Jylland ist eines der letzten, vornehmlich aus Holz gebauten Kriegsschiffe und gilt als das längste Holzschiff der Welt. Die fast ausschließlich aus Eiche gefertigte „Jylland“ lief 1860 vom Stapel und hatte ihren größten Einsatz 1864 in der Schlacht bei Helgoland gegen die Preußisch-Österreichische Flotte. Das über 400 Mann fassende Schiff wurde nach 1960 ohne Masten und Interieur nach Ebeltoft geschleppt und seit 1994, nach 10-jähriger, aufwendiger Restaurierung, liegt es nun in einem Trockendock am Hafen. Info: www.fejo.dk/de/orte/ebeltoft/

Ebeltoft ist eine wirklich hübsches altes Städtchen (Stadtrechte seit 1301) mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster. Wenn wir direkt am Tag nach unserer Ankunft in die Stadt gegangen wären, hätten wir – vielleicht – die Königin und ihren Prinzgemahl mit eigenen Augen sehen können. Die kommen gemeinsam höchstens alle 10-15 Jahre zu einem Besuch und dementsprechend aufgeregt waren alle Untertanen. Es war alles abgesperrt für den Normalverkehr, die ganze Stadt stand Kopf und den Trubel haben wir uns erspart.

EbeltoftEbeltoft EbeltoftEbeltoftEbeltoftEbeltoftGutshofBlushøj-Camping

Wir fuhren noch quer über diese winzige Halbinsel bis an die Kattegatseite. Dort gibt es zwei Campingplätze, einer davon, der “Blushøj Camping” ist terrassenförmig angelegt und von einigen Stellplätzen schaut man von bis zu 35m Höhe auf das Meer. Das war natürlich was für uns! Wir suchten uns einen der spektakulärsten Plätze aus, 5m bis zur Kante (!) und verdrängten den Gedanken, was denn wohl wäre, wenn… Das Wetter war ziemlich wechselhaft, es stürmte, es regnete, dann kam die Sonne mal kurz raus. Unser Ausblick war besser als jedes Fernseh- oder Kinoprogramm, das Meer sah von Minute zu Minute anders aus.

Insel Hjelm

Gegenüber in ca. 5km Entfernung lag die unbewohnte Insel Hjelm, die in Privatbesitz ist. Mit bloßem Auge (wir haben leider unser Fernglas nicht dabei) erkannte man lange Sandstrände, ein großes Wohnhaus und – unübersehbar – den schönen weißen Leuchtturm, der photovoltaisch betrieben wird. Der blinkte uns jeden Abend zu. Blushøj-Camping (Insel Hjelm)Hjelm war bereits in der Steinzeit bewohnt. 1286 wurde die Insel im Zusammenhang mit der Ermordung Erik V. Klippings in Finderup Lade erstmals geschichtlich erwähnt. Blushøj-Camping (Insel Hjelm) Der des Mordes beschuldigte dänische Marschall Marsk Stig befestigte 1290 Hjelm und betrieb von dort aus eine Falschmünzerei. Eine historisch sehr bedeutende Insel für Dänemark also. Ich hätte stundenlang auf das Meer und rüber zur Insel sehen können, die wechselnden Lichtspiele und die Schiffe und Boote beobachten und mir vorstellen, was auf Hjelm wohl so alles passiert sein mag. Liebend gern wären wir mal per Boot rüber gefahren.

Trotz des nicht so guten Wetters blieben wir eine ganze Woche dort und relaxten, fuhren Rad, besuchten Ebeltoft (lohnend) und Grenaa (weniger lohnend) und ließen unsere Seelen von oben über das Meer baumeln. Ich wollte gar nicht mehr weg! Und diese wunderbaren Eindrücke haben wir in einem Extraalbum zusammengefasst, “hier” anzuschauen. 

written by Ingrid
photos taken with iPhone and with Canon EOS 600D

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.