Wieder vereint!!!

Endlich!!! Seabridge hatte uns mitgeteilt, dass das Schiff mit Fix und Boxi an Bord am 16. November im Hamburger Hafen einlaufen würde und wir unser Gespann am Freitag, den 18. November aus dem Hafen holen könnten. Wir glaubten das noch nicht so recht, hatte dieses Schiff doch (wie das auf der Hinfahrt im Mai auch schon) mal wieder ein paar Kursänderungen vorgenommen und war, anstatt nach der Atlantiküberquerung direkt Hamburg anzulaufen, erst noch nach Göteborg gefahren. Laut “Marine Traffic” konnten wir dann aber feststellen, dass die Atlantic Cartier tatsächlich am 16. um 03:17 in Hamburg angekommen war. Schon am nächsten Tag legte sie wieder ab und wir konnten nur hoffen, dass Fix und Boxi abgeladen worden waren, möglichst unversehrt! Am 20. Oktober hatten wir die beiden im Hafen von Halifax abgegeben und erst nach 29 (!!!) Tagen konnten wir sie wieder im Empfang nehmen. Das ist verdammt lange, bzw. doppelt so lange wie bei anderen Schiffen, die Halifax – Hamburg direkt in 14 Tagen fahren. Die Wartezeit ist uns dann doch etwas lang geworden und so waren wir froh, als wir am Freitag endlich zum Hamburger Hafen fahren konnten. Die letzten Tage hatten wir in Kaltenkirchen auf dem Stellplatz an der HolstenTherme gestanden (40-50 Plätze, 4 durch Strauchwerk getrennte Areale, Parken hintereinander, kostenfrei, 8 Stromsteckdosen 50 Cent/kW, V/E in der nächsten Seitenstraße, Stadtmitte ca. 15 Gehminuten, Penny und das American Diner “Seven” 200m).

American DinerAmerican DinerKaltenkirchen

Von 11-12 Uhr ist im Hafen Mittagspause. Wir wollten also den Zug um kurz nach 10 nehmen, der 100m neben dem Stellplatz hält. Da wir früh dran waren, dachten wir, dass wir auch noch einen Zug früher kriegen würden, hatten aber übersehen, dass der nur vom Hauptbahnhof aus fährt! Also standen wir eine halbe Stunde auf dem Bahnsteig dumm rum. Zum Glück war es trocken und nicht mehr so kalt wie die Tage vorher.

Für uns sehr früh!Stellplatz HolstenThermeStreckennetz HVVAuf dem Weg nach Hamburg

In Eidelstedt mussten wir in die S-Bahn umsteigen und in Vettel stiegen wir wieder aus. Zu Fuß ist es bis zum Terminal O’swaldkai eine Viertelstunde und pünktlich eine Minute nach 12 waren wir dort. Der Ablauf war derselbe wie bei der Ablieferung, man zieht eine Nummer am Ticketautomaten (D = Fahrzeug) und wartet, bis diese Nummer im Anzeigedisplay erscheint. Dann geht es eine Etage höher zum Abfertigungsschalter. Dort wurde uns erklärt, dass wir nach der Auslieferung des Fahrzeuges dreimal rechtsrum zum Zollgebäude fahren müssen. Uschis Reisepass wurde einbehalten, den könnten wir, wenn beim Zoll alles erledigt sei, bei ihm wieder abholen.

O'swaldkaiTicket

Ab jetzt durfte nur wieder Uschi (als Halter des Fahrzeuges) in das Hafengelände, mit Warnweste. Sie wurde am Eingang abgeholt und zu Fix und Boxi gefahren, ich setzte mich in den Aufenthaltsraum. Im Hafen ist fotografieren strengstens verboten, im Mai waren wir schon angeraunzt worden, weil wir das O’swaldkaigebäude von außen geknipst hatten und mussten das Foto löschen! 15 Minuten später war Uschi mit etwas schmutzigen, aber zum Glück unversehrten Fix und Boxi schon wieder da.

unversehrt zurück!!!Kennzeichnung

Zum Zoll durfte ich mitfahren. Vorher mussten aber die amtlichen Kennzeichen und die Aufsteckspiegel wieder montiert werden. Wir kamen ins Gespräch mit einem Ehepaar, das ihre Freunde zur Abholung des Wohnmobils zum Hafen gefahren hatte. Die hätten jetzt die Gelegenheit gehabt, ihre sämtlichen Schmuggelwaren vom Wohnmobil in den PKW umzuladen. Vielleicht praktischerweise nicht direkt vor dem O’swaldkai, aber nach der nächsten Kurve. Wir hatten kein Schmuggelgut, aber diesmal nicht alle Lebensmittel aus Boxi entfernt. Nach dem Motto, wegschmeißen können wir immer noch. Beim Zoll wurden aber lediglich Uschis Personalien überprüft und eine Zollbeamtin verglich die Fahrgestellnummer mit ihren Unterlagen. Das war es! Keine einzige Frage nach irgendwelchen Mitbringseln. Der Innenraum von Boxi interessierte sie überhaupt nicht.

beim Zoll

Wir holten noch Uschis Pass ab, der Mensch am Schalter hatte schon vom Zoll die Freigabe bestätigt bekommen und so konnten wir fahren. Alles in allem hatte es 1 1/2 Stunden gedauert. Die brauchten wir dann noch einmal, bis wir über die Köhlbrandbrücke, durch den Elbtunnel und durch diverse Autobahnbaustellen hindurch wieder in Kaltenkirchen waren.

HafenKöhlbrandbrückewieder vereint

Und jetzt müsst ihr ein wenig warten, auf den nächsten Beitrag in diesem Blog. Wir berichten hier erst wieder, wenn eine neue Reise mit Fix und Boxi ansteht und das erfahrt ihr bei Oscarlotta.

Wir bedanken uns für die vielen Zugriffe, die “likes” und die netten Kommentare und freuen uns, Smiley Smiley dass so viele von euch gerne mit uns mitgereist sind, virtuell und real mit dem Finger auf der Landkarte.

Bis demnächst an diesem Ort!!! Big Fix und Boxi tauchen dann mal eine Weile ab!

Walfluke in Margarine

OH – fast vergessen!!! Es fehlt ja noch die Karte mit unserer Gesamtroute! Sie ist zweigeteilt, einmal ist die vor der Reise angedachte Route (türkis) eingezeichnet und einmal die, die wir dann tatsächlich gefahren sind (rot).

route-gefahren

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Besonderheiten in Nordamerika

Dass es uns gut gefallen hat auf diesem Kontinent, trotz oder gerade wegen all der Unterschiede zu Deutschland/Europa, haben wir ja schon gelegentlich erwähnt. Zwinkerndes Smiley Wir haben immer, wenn uns etwas auffiel, das so völlig anders ist, eine Zettelnotiz angelegt und die arbeite ich jetzt mal ab! Vielleicht interessiert auch das ja den einen oder anderen unserer Leser? Einen Anspruch auf Vollständigkeit gibt es allerdings nicht und einiges werden wir schon in den diversen Blogbeiträgen erwähnt haben. WARNUNG: Es wird LAAAANG!!! Laut lachen

 

CAMPGROUNDS:

– Die Sanitäranlagen entsprechen in keinster Form dem Standard, den wir gewöhnt sind. Die Inneneinrichtungen sind sehr einfach, wenig geschmackvoll, seltenst beheizbar. Es gibt ÜBERALL als Abtrennung der Duschkabinen zu den Vorräumen Duschvorhänge! Manchmal gibt es auch keinen abschließbaren Vorraum, aber das ist eher die Ausnahme. Die Duschkabinen sind meistens standardisierte Kunststoffboxen, nicht besonders geräumig. Die Anzahl der Duschen ist auch bei sehr großen Plätzen sehr gering, was insofern unverständlich ist, als es auf jedem Campground viele Zeltplätze gibt, die auch stark frequentiert sind. Außerdem sind eine ganze Menge Reisende mit sehr kleinen Wohnwagen unterwegs, die über keine eigene Dusche verfügen. Hübsche Sanitärräume mit persönlichem Flair haben wir insgesamt drei- oder viermal erlebt, überwiegend auf kleinen, privat geführten Plätzen.

Standard-DuschraumDuschvorhanghübschohne Duschvorhang, aber auch ohne Vorraumnette Dekonette Dekonette Deko

– Oft findet man auf den Platzbereichen der “unserved sites”, also den Plätzen ohne Wasser und Strom, Toilettenhäuschen mit Trockenklos (solche, wie sie gerade bei deutschen Wohnmobil-Dauerbewohnern “in” sind)!

die Häuschen mit dem HerzTrockenkloinnen nur EINE Toiletteso kann es auch aussehen!die Häuschen mit dem HerzTrockenklo

Waschmaschinen + Trockner gibt es fast immer und zwar, im Gegensatz zu den Duschen, in geradezu verschwenderischer Menge. Die Preise schwanken zwischen sehr preiswerten 1 Dollar bis zu 2,50 pro Gerät. Meistens gibt es auch Tische zum Zusammenlegen der Wäsche. Was es nicht gibt, sind integrierte Heizungen in den Maschinen, d. h., die Waschtemperatur ist nur so hoch wie das zugefügte Wasser warm bzw. heiß ist. So RICHTIG sauber werden z. B. Geschirrtücher nicht. Unüblich und unerwünscht bis verboten ist es, auf den Plätzen Wäscheleinen zu spannen. Sein Duschhandtuch trocknet man über dem Außenspiegel, der Stuhllehne oder am nächsten Ast.

Waschmaschinen und TrocknerWaschmittelautomat und Desinfektionsmittelspender

– Die Campingfahrzeuge sind, unabhängig von der Sorte (RV, Trailer, Fifthwheeler, Truck Camper), sehr unterschiedlich in ihrer Größe. Es gibt die “Monster-RVs”, meist noch mit einem ausgewachsenen SUV dahinter (man fährt über die Interstates nur von einem riesigen Campground zum nächsten oder bleibt gleich Monate auf ein und demselben, z. B. zum Überwintern in Florida, Kalifornien, Arizona) und es gibt so kleine Wohnwagen, dass es fast so aussieht, als wäre das nur die Behausung für den Familienhund.

RV mit Pickup Trucktypischer AnblickGrößenvergleich (in der Mitte Fix und Boxi!)

– Wohnwagen verfügen über KEINE Bugräder an der Deichsel, diese wird auf Steinen oder Holzstücken abgelegt (siehe nächstes Foto), was ab und zu dazu führt, dass der Wagen das Übergewicht kriegt und mittels eines Motors wieder in die Waagerechte befördert werden muss.

großer Trailerkleiner (Falt-) WohnwagenHundehütte???Fifthwheeler XXLFifthwheeler, eher klein

– Die Konstruktion/Bauweise der amerikanischen Truck Camper (Basisfahrzeug mit Aufsetzkabine) ist völlig anders und lange nicht so elegant wie in Europa. Die Befestigung der Kabine erfolgt von außen mittels Stahlbügeln und Ketten. Wir wurden zigmal auf unser Gespann angesprochen und alle waren total begeistert, egal ob Männer oder Frauen.

amerik. Truck Camperdeutsche Ausführung

– Viel einfacher als in Deutschland ist es, einen PKW mitzuführen. Man braucht keinen Anhänger, sondern kann ihn über eine Vorrichtung an der Front des PKW direkt anhängen, sodass der PKW auf allen vier Rädern hinterherläuft. Eine andere Möglichkeit ist ein Ein-Achshänger, in den die Vorderräder eingehängt werden, sodass nur die Hinterräder des PKW mitrollen.

einachsiger Anhänger

– Absolut gewöhnungsbedürftig ist die Art, wie Fahrräder transportiert werden, egal ob per PKW, Campingfahrzeug oder Linienbus. Es scheint da keinerlei Vorgaben zu geben, jeder macht es so, wie er kann oder will. Vorne, hinten, hochkant, diagonal, ein oder mehrere Räder, wie auch immer befestigt. In Deutschland würde so manches Fahrzeug sofort aus dem Verkehr gezogen!!!

FahrradtransportFahrradtransportFahrradtransportFahrradtransportFahrradtransportFahrradtransport

– Auf so gut wie jedem Campground gibt es auf jedem Stellplatz (Site) einen Fire Pit, denn das mittägliche, nachmittägliche, abendliche Feuer ist ein MUSS in Nordamerika! Oft sind die Zeiten angegeben, bis wann das Feuer wieder aus sein muss. Fire Pits bestehen i. d. R. aus alten Waschmaschinentrommeln oder Autofelgen unterschiedlicher Größe. Besonders clever war die mobile Variante auf Rasenmäheruntergestellen!!! Es wird immer darum gebeten, die Fire Pits nicht an eine andere Stelle zu versetzen, da der Boden darunter verbrennt, aber es wird sich leider nicht überall daran gehalten. Natürlich kann man überall auf den Plätzen Brennholz kaufen, zu sehr unterschiedlichen Preisen und auch in sehr unterschiedlicher Qualität. Einige Male hatten wir keine Chance, ein vernünftiges Feuer zu entfachen, weil das Holz nicht trocken genug war. Es wird übrigens sehr davor gewarnt, Feuerholz zu transportieren, da man dadurch auch die eventuell enthaltenen Schädlinge weiterverbreitet. Deswegen ist es auch strengstens untersagt, Holz über die Landesgrenzen zu bringen.

Fire Pit (Felge)mobiler Fire PitFire Pit mit BesucherFire Pit (Waschmaschinentrommel)

– Ebenfalls absolut üblich – und zwar nicht nur auf Campgrounds – sind die Tisch/Bankkombinationen, die es in allen möglichen Ausführungen gibt, von naturbelassen bis neu lackiert mit allen Zwischenzuständen, klein, groß und, wie wir in Halifax gesehen haben, sogar für Rollstuhlfahrer. Das Bauprinzip ist immer gleich, nicht aber die Breite der Sitzflächen und der Abstand der Bänke zum Tisch. Manchmal muss man sich am Tisch festkrallen, um beim Hinsetzen oder Aufstehen nicht umzufallen! Diese Picnic Tables findet man in den Parks der Städte sowie an unzähligen Rastplätzen an allen Straßen oder einfach irgendwo am Rande einer Bucht.

Picnic TablePicnic TablePicnic Table für RollstuhlfahrerPicnic TablePicnic Table

– Und dann gibt es noch die TYPISCH amerikanischen Armlehnensessel, die wirklich ÜBERALL herumstehen, innerhalb und außerhalb von Campgrounds. Vor quasi jedem amerikanischen Haus sieht man sie, auf jeder Terrasse oder Veranda, in Erwachsenen- und in Kindergröße, meistens aus Holz, naturbelassen oder lackiert, inzwischen auch oft aus Kunststoff (die aus Holz sind so schwer, dass ein Mensch allein sie fast nicht bewegen kann), manchmal als Schaukelstuhl. Ich habe mich schon vor drei Jahren in sie verliebt und werde, sobald ich – im Alter – mal wieder sesshaft werden sollte, mindestens einen davon in Amerika kaufen und verschicken lassen oder über das Internet bestellen!!! Aber aus Holz muss er sein!

All American ChairAll American ChairAll American ChairAll American ChairAll American ChairAll American ChairAll American ChairAll American Chair

– Neben den “unserved sites” (ohne alles) gibt es auf jeder sogenannten “two way”-Parzelle Strom und Frischwasser. Sehr üblich sind auf den Campgrounds “three way”-Parzellen mit Anschlussmöglichkeit für den permanenten Frischwasserschlauch und die permanenten Abwasserschläuche, für greywater (Abwasser) und blackwater (Toilette). Permanent bedeutet, dass sie während des gesamten Aufenthaltes angeschlossen und funktionsbereit sind. Damit das Abwasser abfließen kann, was ein gewisses Gefälle voraussetzt, gibt es entsprechende Gestelle.

AbwasserleitungAbwasserleitung im Detail

– Die Rezeptionen werden offensichtlich NICHT als Aushängeschild betrachtet, als erster Eindruck, den man von einem Campingplatz bekommt. Aber das passt wohl zur allgemeingültigen Auffassung, dass das äußerlich Sichtbare nichts mit den inneren Werten, der Qualität zu tun hat. Das gilt sowohl für Sachwerte als auch für Menschen. Vielleicht mit Ausnahme von Fashion-Hochburgen interessiert es nicht, was man an hat und man wird nicht anhand seiner Kleidung klassifiziert.

-Leider ist es auch nicht üblich, dass es auf Campingplätzen angeschlossene Restaurants gibt! Dafür steht in jeder Rezeption eine Kaffeemaschine oder Thermoskanne und meistens gibt es Kaffee (in amerikanischer Qualität) satt für umsonst. Nur beim KOA in Québec City mussten wir dafür bezahlen.

 

EINKAUFEN UND ESSEN GEHEN:

– JEDER Mensch, mit dem man es, wo auch immer, zu tun hat, fragt wie es einem heute geht! Jede Verkäuferin fragt, bevor sie, z. B. an der Supermarktkasse, die Waren durch ihren Scanner zieht. Die Waren muss man nur in Ausnahmefällen selbst einpacken, entweder die Frau an der Kasse erledigt das parallel mit Hilfe eines Drehgestellls oder es gibt einen Extra-Angestellten dafür. Sortiert wird dabei nach den diversen Kategorien der eingekauften Waren und als Käufer muss man lediglich die fertigen Tüten eine nach der anderen in Empfang nehmen. Mit Plastiktüten wird leider nicht gespart, aber es gibt auch schon einige Käufer, die ihre eigenen Stofftaschen mitbringen und der Kassiererin aushändigen.

Drehkarussell

Vollkornbrot, wie wir es verstehen, gibt es fast nirgendwo, außer man findet einen deutschen Bäcker. Aber das Problem hat man in Europa außerhalb Deutschlands ja auch! Besonders Käse ist extrem teuer, wenn es etwas anderes sein soll als der allgegenwärtige Cheddar. Für ein nicht allzu großes Stück Brie oder Saint Albray an die 9 Euro zu bezahlen (34,50/kg) tut schon etwas weh! Darüberhinaus gibt es keine offenen Verkaufstheken, wo am Stück verkauft wird, auch nicht für Wurstwaren. In der Regel sind alle Waren eingeschweißt oder tiefgekühlt.

teurer Käse€34,50/Kilo

– Schmerzlich vermisst habe ich die in Deutschland so üblichen Bäckerei-Theken mit und ohne Sitzecke, um nach erfolgtem Einkauf in aller Ruhe einen Kaffee trinken oder zumindest ein paar Stücke Kuchen mit nach Hause nehmen zu können. Das gibt es NIRGENDWO!!! Allerdings gibt es bei den großen Supermarktketten Kuchentheken, mit selbsthergestellten frischen Torten, die man per Stück oder stückweise kaufen kann.

Tortentheke

– ES GIBT AUCH KEINE EISDIELEN! Natürlich gibt es Icecream, aber keine Eisbecher, so wie wir sie kennen. Es gibt Softeis oder auch Milcheis in Waffelhörnchen oder Pappbechern und auf Wunsch und gegen Aufpreis verschiedenen Toppings. Der beste “Eisbecher”, den ich hatte, sah so aus:

Softeis mit Ananasstückchen

– Vergeblich sucht man Fischsalate, egal ob mit oder ohne Mayonnaise oder Bratheringe oder Heringe “Hausfrauen-Art”. Allenfalls Krabbenfleisch, Lachs und NATÜRLICH Lobster, also Hummer, gibt es in allen möglichen Ausführungen als Salat oder auch als Dip. Fisch wird selbst gefangen oder im Ganzen gekauft und gegrillt. Ein “Nordsee”-Ladenlokal wird man hier nicht finden, obwohl an Fastfoodketten und Schnellrestaurants ja wirklich kein Mangel herrscht.

Lobster scheint das Nahrungsmittel Nr.1 zu sein! Gleich danach kommt crab, also Krebse. Für die Zubereitung und Zerlegung von Lobstern gibt es unzählige Gerätschaften. In JEDER Imbissbude gibt es Lobster Rolls (Brötchen), ganze oder halbe Lobster, schon gekocht oder auch noch lebend. Die armen Viecher werden mit zusammengebundenen Scheren tagelang zusammengepfercht in kleinen Wasserbecken gehalten. So etwas können wir NICHT essen!

Lobster (Hummer)Lobster-Auto

– Nicht zu erwähnen brauchen wir wohl die Unmengen an Chipssorten in JEDEM noch so kleinen Geschäft! Daneben stehen unzählige Gläser mit verschiedensten Dips. Überhaupt ist das Warenangebot gigantisch. Gerechterweise muss man aber sagen, auch, was frisches Gemüse und Obst betrifft.

Chips und Dips

– Eine für uns ungewöhnliche Sache ist auch, dass es in größeren Supermärkten eine apothekenähnliche Sonderabteilung gibt, wo man rezeptfreie sowie rezeptpflichtige Arzneimittel bekommt und sofort dort an einer eigenen Kasse bezahlt. Das Verkaufspersonal sieht aus wie bei uns die Apotheker und verfügt vermutlich auch über die entsprechende Qualifikation. Apotheken, wie wir sie kennen, gibt es nicht, wohl aber große Drogeriegeschäfte, die teilweise auch wieder eine Apothekenabteilung haben.

Shoppers Drug Mart

– Alkohol kauft man in separaten “Liquor Stores”, manchmal auch in separierten Bereichen z. B. bei Walmart. Restaurants werben damit, dass sie die Lizenz haben, um Alkohol ausschenken zu dürfen.

– Alle Waren und Dienstleistungen werden mit Netto-Preisen angegeben. Ein vermeintliches “Schnäppchen” stellt sich dann oft an der Kasse als gar nicht mehr so preiswert heraus, weil man vergessen hat, dass ja noch eine Mehrwertsteuer, “(Sales) Tax” aufgeschlagen wird. Die ist in den verschiedenen Bundesstaaten und Provinzen unterschiedlich hoch. Auch wenn einige Staaten offiziell gar keine Steuer erheben, können die einzelnen Städte und Gemeinden trotzdem eine lokale Steuer erheben. Etwas kompliziert und unübersichtlich also!

– Es gibt KEINE Fußgängerzonen, allenfalls Malls. Das sind Einkaufszentren außerhalb des Ortskernes, entweder als Einzelgeschäfte nebeneinander aufgereiht um einen riesigen Parkplatz herum oder als überdachte Shopping Mall. Die sind allerdings ganz oft erstaunlich unbelebt und nicht besonders einladend. Wir waren ja gerade in der größten Mall Kanadas, die nicht konkurrieren kann mit z. B. dem CentrO in Oberhausen! Nicht von der Größe her, aber auch nicht von der Exklusivität oder dem Ambiente der einzelnen Geschäfte.

Einkaufszentrum

– Es gibt KEINE Schreibwarengeschäfte, wie wir sie kennen. Schulzubehör kauft man in den Supermärkten, die vor dem Schulbeginn nach der dreimonatigen Sommerpause mit vielen Superrabatten werben. Es ist auch üblich, dass Kinder zum Schulbeginn nach den Sommerferien neu eingekleidet werden.

– Es gibt viele Lokale, an denen Café steht, es sind aber immer in erster Linie Imbissbuden oder kleine Esslokale. Wenn man viel Glück hat, bekommt man einen Brownie oder Muffin oder Cookie und mit noch mehr Glück wird der Kaffee im Porzellanbecher serviert. Das passierte uns allerdings nur ein einziges Mal in der ganzen Zeit, in Antigonish. Dafür gab es dort dann aber nichts Süßes! Wir waren trotzdem gleich zweimal dort!!! In der Regel sieht es aus wie auf dem letzten Foto.

sogenanntes CaféKuchen auf PorzellantellernKaffee aus PorzellanbechernPappe und Plastik und "Kuchen"

Gemütlich oder ansprechend mit Blumenschmuck oder dekorativen Elementen ist es nirgendwo! So wie auf obigem Foto ist der überwiegende Standard. In besagtem Speiselokal in Antigonish lagen immerhin braune Kunstleder-Sets auf dunkelbraunen Tischen! Reingehen und sich selbst einen freien Tisch aussuchen darf man in der Regel nicht. Schon am Eingang wird man aufgefordert, zu warten, bis einen die Kellnerin oder der Kellner an einen Tisch geleitet. Sogar auf Restaurantterrassen ist das so. In den Schnellrestaurants nicht und wie die Inneneinrichtung in den “besseren” Restaurants aussieht, wissen wir leider nicht, weil wir in keinem waren.

Anweisung Restaurant

 

AUF DEN STRASSEN:

– Nordamerika ist ein Autofahrerkontinent! Es gibt so gut wie KEINE Bürgersteige, außer natürlich in den größeren Städten. Wenn man allerdings als Fußgänger unterwegs ist und nur ansatzweise den Anschein erweckt, eine Straße überqueren zu wollen, hält JEDER Autofahrer an und lächelt oder winkt freundlich. Wenn man selbst fährt, muss man immer damit rechnen, dass der vor einem Fahrende plötzlich und unvermittelt bremst, auch wenn KEIN Zebrastreifen zu sehen ist!

– Die sehr zahlreich anzutreffenden Schulbusse dürfen, wenn sie halten und ihre Warnblinkanlage eingeschaltet haben, in KEINER Richtung überholt werden. Vor und hinter den offiziellen Haltestellen gibt es jeweils eine ca. 100m lange School Zone und wer sich dort nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält, zahlt den doppelten Bußgeldbetrag! Bei Überlandfahrten hält der Schulbusfahrer dort, wo die Kinder wohnen oder an der nächstgelegenen Sammelstelle. IMMER stehen dort die Mütter, Väter, Großeltern oder ältere Geschwister und holen die jüngeren Schulkinder ab, entweder zu Fuß oder per Auto. Nur, wenn der Bus DIREKT vor dem Wohnhaus hält, läuft ein Kind auch mal allein über die Straße. Es und seine Familie können ja sicher sein, dass es von keinem Auto überfahren wird.

Autofahren geschieht in Nordamerika absolut entspannt! Es wird nicht gerast, es wird nicht gedrängelt. Geschwindigkeitslimits werden eingehalten, obwohl wir keine Radarfallen gesehen haben und auch die Polizeipräsenz sich stark in Grenzen hält. Abbiegende oder einscherende Autos werden immer vorgelassen, oftmals gibt es “three stop” oder “four stop”-Kreuzungen. Das heißt, an jeder Straßeneinmündung steht ein Stoppzeichen und fahren darf der, der zuerst da war. Im Zweifel gewährt einer dem anderen die Vorfahrt, alles IMMER freundlich und gelassen. In Halifax konnten wir von einem Lokal aus beobachten, dass der Strom ausfiel und damit auch die Ampelanlage der großen Kreuzung. Es gab KEINE Stoppschilder und auch keine erkennbare Hauptstraße, also einfach keinerlei vorfahrtsregelnde Beschilderung. Wie schlafwandlerisch flüssig der Verkehr ohne Probleme weiterlief, war faszinierend zu beobachten! Jeder Autofahrer war absolut konzentriert, jeder wusste, wann er an der Reihe war, zu fahren, es gab kein Gedrängel, kein Gehupe, keine erkennbare Ungeduld.

– Oft darf man als Rechtsabbieger auch bei ROT fahren, wenn man vorher an der Einbiegung kurz angehalten und sich vergewissert hat, dass von links kein Fahrzeug kommt. Manchmal weist ein Schild an der Kreuzung darauf hin, ansonsten macht man es so wie das Auto vor einem, vorausgesetzt, es hat ein einheimisches Kennzeichen.

Kennzeichen, also “Nummernschilder”, sind nur für das Heck eines Fahrzeuges vorgeschrieben. Vorne ist entweder keines oder ein Spaßkennzeichen. Deswegen durften wir auch so herumfahren. Hinten hatten wir nur an Boxi eines unserer deutschen Kennzeichen befestigt (normalerweise ist auch eins an Big Fix) und zwar eines OHNE Plaketten, weil das 1. niemanden hier interessiert und es 2. nicht so teuer in der Wiederbeschaffung wäre, falls es einem “Sammler” zum Opfer gefallen wäre.

Spaßkennzeichen

– Etwas (manchmal auch sehr) störend ist die Angewohnheit, den Motor EWIG laufen zu lassen, bevor man losfährt oder wenn man irgendwo anhält, weil man jemanden getroffen hat, mit dem man sich von Auto zu Auto unterhalten möchte. Bei der Ankunft an einem Campground geht man zur Anmeldung in die Rezeption OHNE den Motor auszuschalten. Meistens liegt das daran, dass man die Klimaanlage nicht unterbrechen möchte.

Klimaanlagen/Heizungen in Campingfahrzeugen, aber auch in Hotels/Motels sind unglaublich laut! Aber geräuschempfindlich darf man sowieso nicht sein! Es gibt z. B. die aus unserer Sicht völlig unsinnige Einrichtung, dass ein Auto, wenn man es über die Zentralverriegelung abschließt, HUPT!!! Besonders schön, wenn der Campingplatznachbar erst spät abends nach Hause kommt. Wenn man über einen Supermarktparkplatz geht, zuckt man dauernd zusammen, weil man glaubt, dass man jemandem im Weg ist.

Motorradfahrer ziehen an, was immer sie für richtig halten! Im Sommer kleidet man sich den Temperaturen entsprechend, kurze Hose, Top, FlipFlops. Schutzhelme sieht man so gut wie nie, dafür öfter ein schickes Tuch um die Stirn oder evtl. ein Basecap gegen die Sonne.

– New Hampshire hat in seiner Verfassung, dass man sich im Auto auch nicht anschnallen muss (auf den Auto- und Motorradkennzeichen steht das Motto des Bundesstaates “Live free or die”). Wenn man die Staatsgrenze überschreitet, weisen Schilder darauf hin, dass jetzt wieder Anschnallpflicht herrscht.

Dieselkraftstoff gibt es nicht an jeder Tankstelle! Wenn man, wie wir, einen relativ kleinen Tank hat, ist es ratsam, schon bei halbleerem Tank nachzutanken, sobald sich die Gelegenheit ergibt. Bezahlt haben wir im Schnitt 62 Eurocent/Liter! Da braucht man sich über ein paar Kilometer mehr oder weniger keine Gedanken zu machen und eben auch nicht darüber, ob man seinen Motor ausschaltet.

 

HÄUSER:

– Fast alle Häuser sind aus Holz gebaut. Manchmal haben sie einen steinernen Sockel, so gut wie nie sind sie unterkellert. Alles, was im Haus nicht untergebracht werden kann, wird entweder offen im Garten gelagert oder in einem Schuppen (Barn) oder gegen eine Mietgebühr in einem sog. Storage. Das sind garagenähnliche Gebäude unterschiedlicher Größe, die es in so gut wie jeder kleinen Ortschaft gibt.

HausHäuschenHäuser

– Es gibt seltenst Regenrinnen an den Häusern. Regenwasser läuft einfach dort herunter, wo es gerade ist.

– Wenn ein Haus verkauft werden soll, steht ein nicht zu übersehendes Schild an der Straße, meistens mit Namen und Telefonnummer des Maklers.

– In den Vorgärten der Häuser, auch der, die nicht verkauft werden sollen, stehen die Autos, die zum Verkauf stehen. Oder auch Motorräder, Boote oder was man eben loswerden möchte. Sogar LKWs haben wir dort schon gesehen.

Toiletten heißen zwar toilets, aber es schickt sich nicht, so danach zu fragen. Die öffentlichen Toiletten oder die in Restaurants heißen Washroom(s). Die toilets sind die Porzellanbecken, die mit Wasser gefüllt sind, das nach dem Abspülen sofort wieder bis ca. zur Hälfte des Beckens nachläuft.

– Da es so unglaublich viele verschiedene Religionsgemeinschaften gibt, gibt es auch unglaublich viele Kirchen. In jeder noch so kleinen “Ortschaft”, die manchmal nur eine Ansammlung von ein paar Häusern ist, mindestens zwei verschiedene. Meistens natürlich auch aus Holz und von klein und schnuckelig bis imposant.

KircheKircheKircheKircheKirche

– Auch die Opernhäuser sind nicht das, was wir darunter verstehen!

OpernhausOpernhaus

 

INTERNET, WIFI, MOBILFUNKNETZ:

– Ich hatte ja meinen Vodafone-Vertrag so abgeändert, dass ich die Easy-Travel-Flat dazu buchen konnte, mit monatlichen 5 Euro Aufpreis (allerdings Mindestlaufzeit von einem Jahr). Damit konnte ich meinen Tarif so nutzen wie in Deutschland, auch das inkludierte Datenvolumen. Voraussetzung ist, dass ich in einem Partnernetz von Vodafone eingebucht bin. In Kanada ist das Rogers, in USA AT&T. Beides sind die stärksten, also weitverbreitetsten Anbieter und so war davon auszugehen, dass es trotz der Größe der beiden Länder klappen würde. Hat es auch überwiegend, ich bin insgesamt sehr zufrieden. Lediglich auf der Gaspé-Halbinsel (Provinz Québec) hatten wir gar kein Mobilfunknetz, auf Cape Breton Island eingeschränkt und zwischendurch immer mal wieder dann, wenn wir allzusehr in der “Pampa” waren.

– WLAN, was hier Wifi heißt, gibt es auf so gut wie jedem Campground, es sei denn, es sind National oder Provincial Parks. Die Modalitäten sind sehr unterschiedlich. Manchmal ist das Wifi komplett kostenlos verfügbar, für alle Geräte, die man betreiben möchte. Manchmal kann man nur mit einem Gerät kostenfrei darauf zugreifen und zahlt für jedes weitere Gerät. Manchmal ist aber auch keine Zuzahlung möglich und man muss überlegen, ob der Laptop oder das Smartphone bevorzugt wird. Ob man, egal mit wie vielen Geräten, dann auch ins Internet kommt, ist jedes Mal erneut eine Überraschung. Oft funktionierte es nur im Bereich der Rezeption und/oder nur zu bestimmten Zeiten, abhängig von der Auslastung des Platzes, des Wetters, der Uhrzeit. Völlig ohne Internet, also kein Mobilfunknetz und kein Wifi (und sei es nur in der Rezeption) waren wir nie. Jeder Supermarkt, vermutlich alle Food-Ketten, jede öffentliche Bibliothek, viele Lokale, Geschäfte, Tankstellen etc. bieten kostenfreies Wifi an. Daran herrscht wahrlich kein Mangel! Mein Vodafone-Volumen habe ich nur ein einziges Mal restlos aufgebraucht. Öffentliches WLAN ist viel weiter verbreitet als in Deutschland.

 

UMGANG MITEINANDER:

Freundlichkeit, Rücksichtnahme, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft (unaufgefordert), Gelassenheit, Toleranz sind offensichtliche Standardwerte. Der Fahrgast im Bus bedankt sich beim Fahrer, der wünscht jedem beim Aussteigen noch einen schönen Tag. Genauso macht es jede Verkäuferin, die erkundigt sich darüberhinaus noch nach dem aktuellen Befinden. Das mag Gewohnheit und eine Floskel sein, erleichtert den Umgang miteinander aber ungemein. Sobald man nur den Anschein erweckt, Hilfe zu benötigen, wird man angesprochen. Wenn man an einem Straßenrand steht, die Straße aber gar nicht überqueren möchte, sollte man sich mit dem Rücken zur Straße stellen, weil sonst garantiert der nächste Autofahrer anhält. Eine ausgesprochene Bitte wird, egal von wem, umgehend erfüllt, falls möglich. Die amerikanische Variante von unserem “gern geschehen” lautet “you’re welcome” und wird nach JEDEM Dankeschön geantwortet. Immer freundlich, manchmal besonders herzlich mit “you are very welcome”. Natürlich gilt überall auf der Welt, “wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus”, aber hier fällt es sehr leicht, freundlich zu sein, weil alle freundlich sind.

Rücksichtslosigkeit, Egoismus findet man in Bezug auf Geräusche. Das mag aber evtl. keine Absicht sein, denn hier ist ALLES laut und die Menschen sind es so gewöhnt. Die Motoren sind laut, die Klimaanlagen sind laut, die Heizungen sind laut. Besonders laut sind die ewig langen Güterzüge mit über 100 Waggons. Bis so ein Zug durch ist, dauert es! Dazu wird vor jedem Bahnübergang mehrfach LAUT Signal gegeben. Wir standen vor drei Jahren mal direkt neben einer Bahnstrecke (auf einem KOA Kampground!) und hatten das Gefühl, der Zug fährt direkt durch unser Bett! Ohne Ohrstöpsel war an Schlaf nicht zu denken, denn der Zug fuhr auch nachts. Die Klimaanlagen/Heizungen in den Campingfahrzeugen laufen ständig, da der Strom ja inklusive, also schon mitbezahlt ist. Auf einem Campingplatz daneben zu stehen ist nicht lustig! Die Automotoren werden nicht ausgeschaltet, damit die Klimaanlagen weiterlaufen können. Die Überzeugung, dass Dieselmotoren warmlaufen müssen, ist hier noch weit verbreitet. Ferngesehen wird auch bei geöffneter Wohnmobiltür oder das Radio läuft drinnen mit voller Lautstärke, weil man es sonst am Fire Pit nicht mehr hören würde. Dauercamperzusammenkünfte können ebenfalls lang und laut sein! Aber so etwas gibt es ja in Europa auch!!! Auch ohne Fire Pit.

Fire PitFire Pit

Wem diese Aufstellung nicht ausführlich genug war, Smiley mit geöffnetem Mund Erstauntes Smiley Zwinkerndes Smiley den verweisen wir auf unsere Besonderheitenauflistung, die wir am Ende unseres dreimonatigen Nordamerika-Aufenthaltes 2013 erstellt haben, “hier” nachzulesen.

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Statistik

Auch wenn wahrscheinlich die wenigsten unserer Leser vorhaben, ihr eigenes Wohnmobil (falls überhaupt vorhanden) nach Nordamerika zu verschiffen, haben wir uns gedacht, dass es den einen oder anderen interessieren könnte, was wir für diese Halbjahresreise denn so ausgegeben haben.

1. Fangen wir also mal mit der Verschiffung an:

Die Firma Seabridge handelt den Transport mit einer Reederei aus und man kann über sie sowohl eine Seetransportversicherung (optional) als auch eine amerikanische KFZ-Versicherung (Pflicht) buchen.

– Die Kosten für den Fahrzeugtransport berechnen sich nach Kubikmetern. Aktuell kostet es €47,00/m³. Dazu kommen diverse Zuschläge (siehe Foto). Der Gesamtpreis blieb bei der Rückverschiffung gleich (abzüglich der Unterboden-Reinigung und der Agriculture Inspection). Die Kanadier sind bei der Einfuhr eines Fahrzeuges sehr viel pingeliger als die Deutschen!

Frachtkosten

– In Halifax müssen beim Spediteur (Custom Broker) 150 CAD bei der Abholung der Hafenpapiere vor Ort gezahlt werden (vor der Rückverschiffung noch einmal).

– Die Seetransportversicherung beläuft sich auf 0,9% vom Zeitwert des Fahrzeuges. Bei uns waren das dementsprechend hin und zurück €1116,00.

– Die amerikanische KFZ-Versicherung (gilt in Kanada und USA) wurde bei uns getrennt nach dem PKW (Nissan) und der Tischer-Aufsetzkabine berechnet. Der Gesamtpreis ist, wie bei allen Versicherungen, abhängig vom Wert des Fahrzeuges und der Höhe der Selbstbeteiligung. Grundsätzlich macht sie einen großen Teil der Gesamtkosten aus. Bei uns waren es €425/Monat!!! Erstauntes Smiley

Amerik. VersicherungAmerik. Versicherung (Bedingungen)

Bei der deutschen Versicherung konnten wir die Vollkasko für ein halbes Jahr aussetzen (wurde nach Reisebeginn bereits erstattet). Nachdem wir wissen, wann unser Gespann in Hamburg ankommen wird (16. November), haben wir die Versicherung darüber informiert und per eMail um die Versicherungswiederaufnahme gebeten.

– Hinzugerechnet werden müssen individuelle Kosten für die Abgabe des Fahrzeuges in Hamburg (Anreise mit und Rückreise ohne Fahrzeug), die Abholung des Fahrzeuges in Halifax im Hafen (Anreise per Bus oder Taxi), die Abgabe des Fahrzeuges im Hafen für die Rückverschiffung (zurück zum Hotel und/oder Flughafen per Bus/Taxi/Shuttle) und die Anreise zur Abholung im Hamburger Hafen.

2. Flugkosten:

– Wir haben bereits im November 2015 gebucht. Direktflüge von Frankfurt nach Halifax wurden angeboten von Condor für €793,94 (Hin- und Rückflug/Person).

3. Hotelkosten:

– Wir haben uns für das Cambridge Suites Hotel in der Nähe der Zitadelle entschieden. Das Hotel liegt preislich im Mittelklassebereich und hatte für uns den großen Vorteil, dass sowohl der Custom Broker als auch das Zollgebäude in wenigen Gehminuten zu erreichen war. Der Restaurantbereich war direkt “um die Ecke”, die Geschäftsstraßen, Malls und der hübsche Public Garden waren ca. 10 Gehminuten entfernt, ebenso der Boardwalk an der Waterfront von Halifax.

4. Dieselkosten:

Der Durchschnittspreis (USA/Kanada) für einen Liter Diesel war 62 Euro-Cent. Wir haben bei einem Verbrauch von 13l/100km für unsere Gesamtkilometerzahl von 11000km €900 ausgegeben.

5. Campingplätze:

Die (Übernachtungs-) Preise schwanken von €0,00 bis €40,00. Unser Durchschnittspreis/Nacht betrug ca. €28,00. Da wir nur eine einzige Nacht kostenfrei übernachtet haben (Walmart-Parkplatz), betragen unsere Gesamtkosten für 153 Nächte vom 19. Mai bis 19. Oktober ca. €4284,00. Jetzt werden die ganzen “Freisteher” sagen, dass man sich dieses Sümmchen doch gut sparen kann. Sicher findet man genügend Freistehplätze, ob man dort unbehelligt bleibt, wissen wir nicht, da wir es nicht ausprobiert haben. Auf den Walmart-Parkplätzen, die sehr beliebt sind, gibt es ebenfalls weder Strom noch Ent- oder Versorgungsmöglichkeiten, außerdem ist dort ebenfalls ein “Camping”verhalten unerwünscht. Wir haben es an den Campingplätzen geschätzt, eine warme Dusche zur Verfügung zu haben (meistens kostenfrei), sowie die Möglichkeit, unsere Wäsche waschen und trocknen zu können (gegen geringe Gebühr). Wir haben es sehr geschätzt, auf jedem Platz unsere eigene Tisch-/Bankkombination sowie unseren eigenen Fire Pit zu haben (Feuerholz unterschiedlicher Brennqualität meist am Campingplatz gegen geringe Gebühr erwerbbar). Und wir haben es besonders geschätzt, fast immer einen Frischwasseranschluss und eine Entsorgungsmöglichkeit für die Toilettenkassette und das Grauwasser direkt auf der Parzelle zu haben. Nicht zu vergessen der Strom mit einer Absicherung von 15 oder 30 Ampere, der IMMER im Platzpreis schon inbegriffen war. Wir konnten also immer sowohl mit Strom heizen (Truma Combiheizung Gas/Elektro) als auch mit einer Induktionskochplatte kochen. Voraussetzung dafür ist ein Transformator, der die in Nordamerika üblichen 110 Volt in die benötigten 230 Volt umwandelt. Wir kauften unseren (mobilen) gebraucht beim Seabridge-Treffen für €100.

Trafo

6. Gas:

Insgesamt haben wir, aus oben genannten Gründen, nur 4,5kg (!) LPG-Gas verbraucht. Da unsere 5kg-LPG-Tankflasche natürlich für die Rückverschiffung total leer sein musste, musste Uschi am letzten Tag noch das restliche Gas ablassen. Die Vorschrift, dass leere Gasflaschen vor der Rückverschiffung von einer Firma “gespült” werden müssen (11kg-Flasche €100), war während unseres Aufenthaltes aufgegeben worden, was uns Seabridge per eMail mitteilte.

7. Lebenshaltung:

Lebensmittel sind besonders in Kanada generell teurer als in Deutschland, besonders der Käse!!! Über Alkohol, Fleisch, Wurst, Tabakwaren können wir keine Auskunft geben. Zwinkerndes Smiley

8. Sonstiges:

Fährfahrten, Museen, ÖPNV, Fast-Food = preiswert. Fast immer Preisnachlass ab 65 Jahren (außer bei Fast Food)!

Die „Allstays“-App, die uns so hervorragend auf den Fahretappen geleitet sowie Campingplatz-Infos zur Verfügung gestellt hat, kostet €9,99.

Die Nummer des Internationalen Führerscheins wird von Seabridge sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer (falls als zweiter Fahrer beantragt und bezahlt) beim Abschluss der amerik. Versicherung erfragt. Kosten: €15-€20 (Gültigkeit: 3 Jahre, Voraussetzung: Führerschein im Scheckkartenformat/EU-Kartenführerschein)

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Plakette klebt!

Um halb 11 waren wir am Fähranleger, natürlich war wieder Stau. Aber nicht schon von der Kreuzung an, sondern erst ab Höhe des Stellplatzes. Schon mit der zweiten Fähre kamen wir mit, €21 für Oscarlotta und uns. Witzigerweise wurden wir rückwärts über die Elbe gefahren, das hatten wir auch noch nicht. Es war Niedrigwasser und der Schlamm am Ufer erinnerte uns sehr an die Fundy Bay, nur die Farbe stimmte nicht! Erst kurz vor der Ankunft, schon im Hafenbecken, drehte der Kapitän das Schiff, sodass wir freundlicherweise nicht rückwärts von Bord fahren mussten. Der Autotransporter vor uns saß heftig auf und schleifte seinen Anhänger mit unschönen Geräuschen hinter sich her. Oscarlotta hatte dank der Goldschmitt-Luftfederung keinerlei Probleme.

Fähre Wischhafen-Glückstadt Fähre Wischhafen-GlückstadtFähre Wischhafen-GlückstadtFähre Wischhafen-GlückstadtFähre Wischhafen-Glückstadt

Kurz vor Elmshorn war unsere Strecke gesperrt. Keine Umleitung war ausgeschildert. Tommie wollte natürlich dauernd, dass wir entweder wenden oder bei jeder nächsten Gelegenheit links abbiegen. Mit etwas verfahren und über kleinste Nebenstraßen kamen wir kurz vor 13 Uhr bei der Firma Iveco-Kühl an. Gefrühstückt hatten wir noch nicht, obwohl Uschi extra vor unserer Abfahrt noch zum Bäcker gelaufen war und frische Brötchen geholt hatte.

Nach der Mittagspause ging es los, drei Mechaniker bemühten sich, die Fehlermeldungen zu löschen – ohne Erfolg! Inzwischen war der Mann vom TÜV dazugestoßen und gab sein Okay dazu, die Abgasuntersuchung auf die herkömmliche Art zu machen, über den Auspuff. Der TÜV-Mensch in Hemmoor hatte behauptet, dass das nur bei älteren Fahrzeugen geht, er hatte wohl keine Lust, sich unter Oscarlotta zu schmeißen.

Ein Mann stand am Computer, ein anderer gab Vollgas, alles paletti, Abgasuntersuchung bestanden! Der nette Mensch vom TÜV hielt uns noch einen kleinen Vortrag über die Überziehung, war aber mit unseren Erklärungen einverstanden und lobte uns, dass unsere erste Fahrt nach Beendigung der Ruhezeit direkt zum TÜV Hemmoor geführt hatte. Er werde dann jetzt nur eine einfache Nachprüfung berechnen. Das waren erträgliche €16,54. Der größere Batzen bestand aus den Kosten für das versuchte Löschen der Fehlercodes, die sich, wie man uns erklärte, nach 800 Stunden selbsttätig löschen! €44,80 wurden uns berechnet. Das ist insofern besonders ärgerlich, als der TÜV-Mensch in Hemmoor sie uns durchaus hätte ersparen können, wenn er nur gewollt hätte. Aber er machte an dem Tag Krankheitsvertretung und war wohl nicht ausreichend motiviert. Und wenn einem ein “Offizieller” sagt, das und das gehe nicht, sind zumindest wir geneigt, es ihm zu glauben. Macht also völlig unnötige €61,34 plus eine Stunde Zeit plus die Fahrt nach Elmshorn!!! Das ist ärgerlich, aber letztendlich waren wir froh, dass wir a) sofort “behandelt” worden waren, b) alle sehr freundlich und bemüht waren und c) Oscarlotta eine hübsche rosafarbene Plakette bekommen hat. Rosa ist in Ordnung, sie ist ja ein Mädchen! Smiley

TÜV-Plakette

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Sommerfrische beendet

Oscarlotta hat ja neuerdings ein Saisonkennzeichen, von Ende Mai bis Anfang November darf sie nicht fahren. Also genau entgegen der üblichen Praxis! Aber nicht deswegen hat sie die Sommerfrische bei Luise auf dem Hof verbracht, sondern natürlich, weil wir ja mit Fix und Boxi fort waren. Nein, wir haben nicht vergessen, dass Oscarlotta ihr eigenes Blog hat, aber da die Berichterstattung hier erst abgeschlossen ist, wenn wir Fix und Boxi wieder glücklich in Empfang genommen haben, geht es jetzt erst noch hier weiter. Ist euch ja sicher egal!

Am Montag kam ein junger Mann, der Luises Hauswände mit dem Kärcher bearbeitet hat. Eine gute Gelegenheit, fanden wir, Oscarlotta auch von ihrem Moosbefall befreien zu lassen. Normalerweise waschen wir von Hand, aber ein schmutziges Dach zu säubern ist so schon nicht besonders angenehm und ein vermoostes erst recht nicht. Innerhalb einer Stunde war Oscarlotta mit Vorwäsche, einshampoonieren und nachspülen wieder schmuck. Die Überraschung kam beim Betreten des Innenraumes und seitdem wissen wir, dass Hochdruckreiniger und Zwangsentlüftungen von Dachluken sich nicht vertragen!!! Nicht nur Pfützen unterhalb der Dachluken waren zu beklagen, sondern der ganze Dreck sitzt jetzt zwischen den beiden Kunststoffschalen! Da hilft nur abschrauben und manuell säubern. Demnächst einmal! Augen rollendes Smiley

Für Donnerstag hatte Luise uns einen TÜV-Termin gemacht, denn durch das Fahrverbot war der TÜV seit Juni überfällig und die erste Fahrt sollte dann doch vielleicht dorthin gehen. Nachdem wir Oscarlotta am Sonntag mühsam und Zentimeter um Zentimeter aus ihrem “Sommerloch” vor Luises Hoftor wieder herausgeholt hatten, standen wir noch bis heute quer vor den Garagen. Uschi räumte alles in Oscarlottas Heckgarage ein, was sie in Luises Badehaus zwischengelagert hatte, weil es in Nordamerika nicht gebraucht wurde. Wir wurden noch einige Male von Luise bekocht, frühstückten miteinander, verglichen den deutschen Herbst an der Oste mit dem Indian Summer und verabschiedeten uns heute. Trauriges Smiley

An der OsteAn der OsteAn der OsteAn der OsteAn der OsteAn der Oste

Der TÜV-Termin war um 14 Uhr und eigentlich war alles in Ordnung, aber eine neue Plakette hat Oscarlotta trotzdem nicht bekommen! Das Diagnosegerät gab bei der Abgasuntersuchung zwei Fehlermeldungen aus und der TÜV-Prüfer konnte sie nicht löschen. Das könne nur eine Iveco-Werkstatt! Er könne die Abgasprüfung nun leider nicht durchführen und deswegen auch keine Plakette erteilen. So ein Mist!!! Wo ist die nächste Iveco-Werkstatt im näheren Umkreis, die auch einen LKW-Service anbietet? Unser Servicebuch sagte Elmshorn. Wir wollen ja sowieso Richtung Hamburg, also rief ich dort an und bat darum, morgen (Freitag) vorbeikommen zu dürfen. Kein Problem, außerdem sei der TÜV freitags immer im Haus. Na, besser geht es ja nicht! Wir vergaßen vor lauter Frust, dass wir eigentlich noch im benachbarten Baumarkt einen Gasflasche hatten tauschen wollen und fuhren ganze 29km bis Wischhafen. Dort gibt es sogar vier verschiedene Wohnmobilstellplätze, aber nur der am alten Hafen verfügt auch über Strom. Und da wir eine neue Kaffeemaschine haben, aber keinen so starken Wechselrichter wie nötig wäre, stehen wir jetzt natürlich hier (12 Plätze, 6 Stromanschlüsse, 1€/2kW, keine V/E).

Stellplatz WischhafenStellplatz WischhafenStellplatz Wischhafen (fast wie in Amerika!)

Nescafé Dolce Gusto Unsere Nespresso-Maschine hat, pünktlich nach Ablauf der Garantiezeit, mal wieder ihren Geist aufgegeben! Das passiert uns jetzt zum dritten Mal. Einmal haben wir noch teuer reparieren lassen, zweimal teuer neu gekauft. Vielleicht verträgt die Elektronik/Elektrik/Mechanik die Rüttelei in einem Wohnmobil nicht? Diesmal war ein Teil eines Zahnrädchens abgebrochen. Jetzt reist eine Nescafé Dolce Gusto mit uns, ohne Füllstoppautomatik und hoffentlich etwas robuster! Gerade probieren wir alle verfügbaren Kaffeeangebote durch und stellen mit Erschrecken fest, dass über die Hälfte aller Tee-/Kaffee-/Kakaogetränke bis zu 48,3% Zucker enthalten! Das ist der Hammer!!! Muss mein Cappuccino, Latte oder Chococino schon vorgesüßt sein oder kann ich das nicht vielleicht auch selber machen, so süß, wie ich es mag? Schon jetzt können wir sagen, dass Nespresso eindeutig die bessere Kaffeeauswahl hat, aber eben auch um einiges teurer ist und die Maschinen uns zu anfällig sind.

Morgen steht also mal wieder die Fährüberfahrt über die Elbe von Wischhafen nach Glückstadt an und dann halt Iveco Elmshorn. Wir werden die nächsten zwei Wochen Hamburg weiträumig umkreisen, bis wir die Mitteilung bekommen, dass das Schiff mit Fix und Boxi angekommen ist. Es ist nämlich erst gestern Abend in Halifax ausgelaufen! Halifax ist der erste Hafen auf der Hintour, danach fährt das Schiff weiter nach New York und auf dem Rückweg läuft es Halifax ein zweites Mal an. Zwischen Halifax 1 und Halifax 2 liegen 8 Tage, um die sich die Rückverschiffung verlängert. Ob Fix und Boxi überhaupt schon am 24. Oktober an Bord waren oder erst jetzt eingeladen wurden, wissen wir nicht! Gestern Abend beobachteten wir per verschiedener Webcams, wie die Atlantic Cartier den Halifaxer Hafen verließ, hoffentlich mit unserem Gespann an Bord!!! Enttäuschtes Smiley

Atlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic CartierAtlantic Cartier

Jetzt wurde uns durch Seabridge auch noch mitgeteilt, dass durch eine Reihenfolgeänderung der anzulaufenden Häfen das Schiff jetzt erst noch nach Schweden fährt! Wir werden uns also noch gedulden müssen!!! Zum Glück sind wir ja nicht obdachlos!

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Kanada – wir kommen wieder!

unser Ausblick vom Hotelzimmer Montag war unser letzter Tag in Halifax/Kanada! Wir mussten bis 13 Uhr unser Hotelzimmer verlassen haben. Hotel ist ja ab und zu mal ganz nett, ein großer Nachteil ist allerdings, dass man viel zu früh aufstehen muss, wenn man frühstücken möchte. Im Cambridge Suites Hotel gibt es nur bis 10 Uhr Frühstück!!! Wir waren auch am Montag also um kurz nach 10 schon wieder auf unserem Zimmer und hatten alle Zeit der Welt, unsere Siebensachen zusammenzuräumen. Unser Flieger ging nämlich erst um 23:45!

im Hotelim Hotelim Hotelim Hotel

Um 13 Uhr deponierten wir unser Gepäck an der Rezeption und machten uns zu einem letzten Halifax Harbour Boardwalk auf. Die Sonne schien wieder, nachdem die letzten zwei Tage absolute Höhlentage mit heftigem Sturm und Starkregen gewesen waren. Wir sahen von unserem Zimmer auf den Hotelparkplatz, dort stand das Wasser knöcheltief und es war lustig zu beobachten, wie Menschen versuchten, zu ihrem PKW zu gelangen.

Die Zeit verging relativ schnell, wir saßen noch schön auf einer Bank direkt an der Waterfront, schlenderten noch einmal durch den Farmer’s Market, liefen dort an der langen Schlange wartender Kreuzfahrtschiffpassagiere vorbei, die zurück auf ihr Schiff mussten. Diesmal lagen ein Aida-Schiff und eine Regal Princess dort. Wir hatten uns schon so etwas gedacht, weil so viel Betrieb war am Boardwalk. Eklatant war der Unterschied dann, als wir zurückliefen!

Waterfront Halifax Harbour

Für halb 6 hatten wir einen Zubringer-Bus bestellt, der uns zum Flughafen bringen sollte. Bei unserer Ankunft in Halifax im Mai hatten wir ein Taxi vom Flughafen ins Hotel genommen und 70 Dollar (€48,22) bezahlt (Fixpreis). Diesmal kostete es umgerechnet 34,65 Euro. Es hätte noch eine preiswertere Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben, aber das war uns zu beschwerlich mit unserem doch etwas umfangreichen Gepäck. Zwar haben wir einige Sachen in Boxi gelassen, müssen aber ja drei Wochen überbrücken, bis wir Fix und Boxi in HH wieder abholen können. Übrigens waren wir heilfroh, die beiden schon am Donnerstag im Hafen abgegeben zu haben, denn das Schiff kam am Sonntag mit nur einem Tag Verspätung an und war am Montagmorgen, bevor wir aufgestanden waren, schon wieder ausgelaufen. Wenn wir uns auf die Meldung von Seabridge verlassen hätten, die vier Tage Verspätung verkündet hatten, und erst am Freitag (sogar der Montag wäre dann noch früh genug gewesen!) abgegeben hätten, hätten wir echt die A…karte gehabt!
Um halb 7 waren wir am Flughafen. Natürlich war der Condor-Schalter noch nicht besetzt, also nutzten wir die Zeit, um unsere restlichen Lebensmittel zu vernichten. Ein wenig umpacken mussten wir auch noch, da die Flughafenwaage etwas anderes anzeigte als unsere Kofferwaage. Meine Handgepäcktasche mit dem ganzen Computerkrempel hatte eindeutig mehr als die erlaubten 6 Kilos und mein Koffer war am Limit! Zum Glück hatte Uschi noch Kapazitäten frei!!! Halifax ist ein kleiner Flughafen, es gibt keine automatische Kofferaufgabe direkt am Schalter, sondern man muss seine Koffer selber auf ein Laufband legen, die Ausrichtung ist vorgeschrieben und bildlich erläutert, der Flugschein wird gescannt und wenn man alles richtig gemacht hat, setzt sich das Band in Bewegung und der Koffer entschwindet. Wir hatten genug Gelegenheit, dem Mann vor uns zuzuschauen und wussten dann genau, wie es geht. Smiley
Danach hieß es erst einmal laufen, laufen, laufen (gehen, Zeit hatten wir ja immer noch reichlich) und dann konnten wir auch schon einchecken, gut drei Stunden vor Abflug. Blöd ist, dass man ab da weder Getränke noch sonstige Lebensmittel mit sich führen darf, also mussten wir den Rest unserer Cola und unsere Weintrauben und Salzbrezeln LEIDER zurücklassen, um uns dann drinnen wieder neue Cola kaufen zu müssen. Ich war darauf vorbereitet, dass meine Computertasche wieder durchsucht werden würde, weil die vielen Kabel, Sticks und Festplatten etc. immer den Argwohn des Sicherheitspersonals wecken. Erstaunlicherweise wollte hier niemand etwas von mir! Wir fanden einen Sitzplatz mit Steckdose und vertrieben uns die Zeit mit Laptop und Smartphone. Die Steckdose hätten wir allerdings nicht gebraucht, da an Bord das Smartphone ja nur im Flugzeugmodus eingeschaltet sein darf (während Start und Landung gar nicht) und der Platz für einen Laptop nicht vorhanden ist, wenn man gleichzeitig auch noch etwas trinken oder essen möchte. Die Platzverhältnisse in einem Flugzeug sind wirklich SEHR minimalistisch! Man muss gut organisiert sein und sollte keinen allzu großen Bewegungsdrang haben. Für Uschi eine Herausforderung! Der Flieger war restlos voll, rundherum wurde plötzlich wieder deutsch gesprochen, was ausgesprochen gewöhnungsbedürftig für uns war. Ein Nachteil ist, dass man zwangsläufig mithören muss, was Leute sich erzählen! Man kann das gar nicht vermeiden, selbst wenn man mit etwas anderem beschäftigt ist. Wenn rundherum alle englisch reden, muss man sich konzentrieren, wenn man etwas verstehen will und wenn man auf etwas anderes konzentriert ist, hört man zwar etwas, aber versteht nichts und wird so nicht abgelenkt. Das ist viel angenehmer! Cooles Smiley
Um 1 Uhr nachts bekamen wir ein warmes Abendessen! Wir hatten bei unserer Buchung im November bereits vegetarisches Essen gegen 15 Euro Aufpreis/Person (!) bestellt. Das ist schon an sich unverständlich, da das, was am meisten kostet, nämlich das Fleisch, ja wegfällt. Auf dem Hinflug hatten wir noch einigermaßen Glück gehabt, diesmal nicht. Es gab ungewürzten weißen Reis, etwas Brokkoli und Paprika und ein paar geschmacklose Tofuwürfel. Dazu gefrorenen (!) Salat, gefrorene Gemüsestangen und ein paar Wassermelonenstücke als Nachtisch. Ach ja, ein labberiges Brötchen gab es auch noch! Wir gaben der Flugbegleiterin die gefrorenen Sachen wieder mit und bekamen als Wiedergutmachung ein Schälchen leckeren Cole Slaw (Krautsalat) und noch leckereren Schokoladenkuchen. 30 Euro zusätzlich war das alles trotzdem nicht wert.
Draußen war es dunkel, drinnen wurde die Kabinenbeleuchtung ausgeschaltet, einige Passagiere richteten sich, so gut es ging, zum Schlafen ein. Mein Sitz ließ sich natürlich nicht verstellen, aber ich sah mir sowieso lieber einen Spielfilm an. Der Bildschirm war allerdings sehr nahe, da die Frau vor mir ihren Sitz in Schlafposition hatte. Ich sage doch, die Bedingungen in einem Flugzeug sind gewöhnungsbedürftig!

vor dem Startüber den Wolkenüber den Wolkenüber den Wolkenüber den Wolkenüber den Wolken

Unsere offizielle Flugzeit betrug 6 1/2 Stunden, nach 6 Stunden landeten wir in Frankfurt. Der Flugkapitän meldete sich mit der Auskunft, dass unsere Parkbox leider noch belegt sei. So war die halbe Stunde dann wieder dahin! Irgendwann durften wir aussteigen, irgendwann kamen unsere Koffer auf dem Gepäckband an, der Zoll wollte nichts von uns und den Hotel-Shuttlebus fanden wir auch, allerdings erst im zweiten Anlauf, da die Haltestelle seit Mai verlegt worden war. Zugfahrkarten für die Fahrt nach Hamburg hatten wir uns auch noch besorgt. Endlich im Hotel waren meine Akkus leer und ich wollte nur noch schlafen! Nach 24 Stunden am Stück auf den Füßen kein Wunder. Wir sind nach 3 Stunden zwar noch einmal aufgewacht, haben geduscht, etwas gegessen und ein wenig deutsches Fernsehen geschaut, hätten aber trotzdem am nächsten Morgen fast verschlafen, da der Wecker nicht klingelte und es nach kanadischer Zeit noch mitten in der Nacht war. Der Schreck war groß, denn der Wecker zeigte 10 Uhr an und unser Zug ging um 10:40!!! Der Shuttlebus fuhr nur alle halbe Stunde und war gerade weg. Der nächste wäre zu knapp. Wenn wir den Zug nicht schaffen, sind über 300 Euro zum Teufel! Wir hatten einen Sonderpreis und die Karte galt nur für diesen Zug. Uschi war in Panik und weckte mich. Meine Armbanduhr sagte, dass es fünf nach neun ist, mein iPhone schloss sich dem an. Puh, Glück gehabt! Jetzt aber zügig! Den Shuttle um 10 schafften wir locker, um 10:10 waren wir am Flughafen und konnten dann relativ entspannt noch den elendig weiten und etwas schwierigen Weg (mit Koffer und Handgepäck auf die Rolltreppe) zum Fernbahnhof bewältigen. Es hätte sogar noch für einen Kaffee gereicht, aber den bestellten wir uns dann doch lieber erst im Zug. Die Platzbedingungen in einem ICE, zumindest in der 1. Klasse, sind um einiges besser als im Flugzeug, trotzdem hätten wir keine Chance gehabt, meinen großen und 23kg schweren Hartschalenkoffer in die Gepäckablage zu hieven. Wenn alle Plätze belegt gewesen wären, hätte ich ein Problem gehabt, denn die Gänge sind schmal. Die Zeit bis Hamburg verging wie im Flug, kein Wunder bei Geschwindigkeiten über 200km/h. Auf dem Hamburger Hauptbahnhof stiegen wir um in den Metronom nach Cuxhaven und mit 13 Minuten Verspätung kamen wir um 16:33 in Hemmoor an. Luise stand schon auf dem Bahnsteig und wartete auf uns. Es kam uns absolut nicht so vor, als wären wir ein halbes Jahr weggewesen!!!

Oscarlotta stand noch am selben Fleck, war nur ein wenig schmutzig und bisher funktioniert alles, toi, toi, toi! Der Abend verging mit erzählen, Luise hatte gekocht, wir räumten noch ein wenig und fielen bald ins Bett. Noch hat der Jetlag uns voll im Griff, trotzdem sind die Koffer größtenteils ausgepackt. Wir machen alles schön langsam, müssen ja eh warten, bis Fix und Boxi da sind. Und das wird noch etwas dauern!

written by Ingrid
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Urlaub vom Urlaub

Unsere Aussage, dass wir bereits im Hotel sein werden, wenn der vorherige Beitrag online ist, stimmte nicht. Erstens hatte ich die Zeitverschiebung vergessen (18 Uhr in Deutschland ist ja erst 13 Uhr hier und wir konnten erst ab 15 Uhr einchecken) und zweitens ergab sich kurzfristig eine Planänderung. Auf dem Woodhaven Campground, auf dem wir auf den Mittwoch warteten, trudelten nach und nach weitere Wohnmobilfahrer ein, die mit demselben Frachter zurück nach Hamburg verschiffen wollten. Vier Besatzungen waren es insgesamt, zwei davon waren ein ganzes Jahr unterwegs gewesen, von Südamerika bis Alaska und dann quer rüber zur Ostküste! Ein anderes Paar hatte “nur” ein halbes Jahr wie wir, aber sie konnten 25000 Fahrkilometer vorweisen (wir jetzt knapp 11000km). Übereinstimmend waren die Aussagen aber, dass es teilweise sehr anstrengend gewesen sei und dass man sich auf zu Hause freue und erst einmal zur Ruhe kommen müsse. Das hörte sich für uns danach an, dass wir alles richtig gemacht haben. Und im Prinzip geht es ja auch nur darum, dass man es so macht, wie es für einen selbst richtig ist oder richtig erscheint und da sind wir uns zum Glück immer einig. Oft haben wir nämlich den Eindruck, dass es überwiegend die Männer sind, die diese “Gewalttouren” wollen, während den Frauen das oftmals zu anstrengend ist. Uns gefällt, dass wir so viele Einblicke in den doch in vielen Bereichen völlig anderen Lebensstil der Nordamerikaner bekommen haben und ein relativ vollständiges Landschaftsbild des Nordostens von Kanada und den USA. Das gelingt nur, wenn man sich Zeit lässt und dadurch auch in Kontakt zu den “locals” kommt. Uns geht es nicht darum, sagen zu können, dass wir auch in Alaska oder Feuerland oder… waren und wir wollen uns nicht unnötig stressen. Was ich aber eigentlich sagen wollte, ist, dass niemand etwas Genaues über die von Seabridge angekündigte um vier Tage verspätete Abfahrt des Schiffes von Halifax nach HH wusste! Einige hatten bereits ihre Frachtpapiere beim Broker abgeholt und der wusste von gar nichts! Das war uns zu heiß!!! Die Mobile müssen mindestens drei Werktage vorher im Hafen abgegeben werden und wenn das Schiff fahrplanmäßig am nächsten Montag fahren würde, wäre heute (Freitag) schon zu spät gewesen. Dann wären Fix und Boxi erst eine ganze Woche später mitgenommen worden. Wir beschlossen also, am Mittwoch bei der Fahrt zum Hotel beim Broker vorbeizufahren, unsere Frachtpapiere zu holen und am nächsten Tag zum Hafen zu fahren. Zum Glück hatten wir schon alles verstaut, was verstaut werden konnte und es mussten nur noch ein paar Restarbeiten erledigt werden, wie den Kühlschrank abtauen, die Sachen auf dem Bett verzurren und das Klappwaschbecken sichern. Wir hatten auch jetzt wieder solch ein Glück mit dem Wetter!!! Den ganzen Dienstag schien die Sonne, sodass wir alles draußen auf dem Picknicktisch zwischenlagern konnten, was vom Inneren des Nissan in die Staukästen von Boxi wandern musste, denn auch jetzt galt wieder die Bestimmung, dass das “Fahrerhaus” blickleer sein muss. Wie wir das alles bewerkstelligt hätten, wenn es geregnet hätte – keine Ahnung! Aber es regnete erst am nächsten Tag und auch nur, bis wir am Hotel waren! Der Broker (er war noch neu, im Mai war es eine Frau, mit der wir zu tun hatten), wusste wirklich nicht viel. Er wollte uns sogar weismachen, dass das Schiff erst am 30. oder sogar erst am 31. Oktober fahren würde. Das hätte aber bedeutet, dass ein Schiff dazwischen völlig ausfallen würde, was allerdings nicht sehr wahrscheinlich ist. Ja, so genau wisse er das nicht. Jetzt waren wir absolut überzeugt davon, dass es sehr sinnvoll sein würde, unser Gespann bereits am nächsten Tag zum Hafen zu bringen!

letzte Vorbereitungenletzte Vorbereitungenin Wartepositionin Warteposition

So geschah es dann auch. Wir standen extrem früh auf, FRÜHstückten kurz und fuhren im schönsten Sonnenschein am Wasser und an Indian Summer-Bäumen entlang zum Hafen. Diesmal wussten wir ja genau, wo wir hin mussten. Und wir wussten auch, dass wir uns in dem Kontrollhäuschen an der Zufahrtsschranke melden müssen, um registriert zu werden, eine Besucherkennzeichnung zu erhalten und entweder die eigenen Warnwesten vorzuzeigen oder welche ausgeliehen zu bekommen. Im Mai waren wir nämlich einfach durchmarschiert und niemand hatte uns aufgehalten. Cooles Smiley

Der freundliche Angestellte erklärte uns, dass wir unsere Westen anziehen und dann mit unserem Auto mit eingeschalteten Warnblinkern bis zur Schranke vorfahren sollen. Dort würde er auf uns warten und uns mit seinem Fahrzeug zum Abstellplatz geleiten. Das war genau dort, wo wir Fix und Boxi im Mai vorgefunden hatten, die gelbfüßigen Nachbarn standen auch wieder da, eins von den Wohnmobilen und die anderen beiden kamen nach kurzer Zeit ebenfalls an. Wir wurden wieder, wie im Mai, auf deutsch begrüßt und verabschiedet von dem Menschen, der unser Gespann vermaß, die Fahrgestellnummer mit seinen Unterlagen abglich und uns schon im Mai erzählt hatte, dass er schon einen seiner Geburtstage in Koblenz gefeiert hätte. “Auf Wiedersehen” und “Gute Reise” war das, was er noch konnte.

im Hafenim Hafen im Hafenletzter Blick zurück

Uschi musste ein paar Unterschriften leisten und das war es dann schon. Fix und Boxi erinnerten sich, was auf sie zukommen würde und ergaben sich in ihr Schicksal und wir ließen sie mit sehr gemischten Gefühlen zurück. Nein, wir fliegen nicht gerne nach Deutschland zurück! Nein, wir haben nicht das Gefühl, dass wir schon ein halbes Jahr unterwegs sind. Wir könnten uns gut vorstellen, das nächste halbe Jahr noch hier zu bleiben, vielleicht etwas weiter südlich. Smiley

Stadtrundfahrtbusse Oben an der Straße war die Bushaltestelle der Linie 9, mit der wir im Mai zum Hafen gefahren waren. Wir fuhren mit bis zum Casino. Dort beginnt der Harbour Boardwalk, der uns so gut gefallen hatte (siehe hier). Viiiiiele andere Menschen waren unterwegs. Das lag einerseits wohl an dem wunderbaren Wetter, aber auch daran, dass drei Kreuzfahrtschiffe vor der Stadt lagen.

Waterfront Halifax HarbourFähre nach DartmouthWaterfront Halifax Harbourkein Kreuzfahrer ;-)kein Kreuzfahrer ;-)ein Kreuzfahrer

Wir bummelten genüsslich an der Waterfront entlang, sahen einen Picknicktisch, der uns Rätsel aufgab, gönnten uns einen riesigen Caffé Latte und ein ebenso riesiges Croissant, setzten uns auf eine Bank und bekamen Besuch von ganz hübschen, zutraulichen und offensichtlich hungrigen Vögelchen mit wunderbar schillerndem Federkleid. So welche haben wir noch nie gesehen und wissen demzufolge auch nicht, wie sie heißen. (?)

seltsamer Picknicktischnormaler PicknicktischPicknicktisch für RollstuhlfahrerWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax HarbourWaterfront Halifax Harbour

Ein paar hundert Meter weiter wurde für eine 20-minütige Leinwand-Show über die legendäre “Bluenose” geworben. Die hat absoluten Kultstatus in Kanada und ist auf jedem 10-Centstück verewigt. Wir landeten in einem Zeltbau, die gesamte Kuppel war Leinwand, wir bekamen Kopfhörer, eine Einweisung, fläzten uns in die Liegesessel und ließen das Geschehen über uns ergehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Es war sehr interessant durch viele Erzählungen und original Filmaufnahmen und kurzweilig durch mehrere Musikeinlagen. Die Bluenose muss wirklich ein tolles Segelschiff gewesen sein, gebaut als absolutes Arbeitsschiff für den Fischfang vor Neufundland und überraschenderweise so schnell, dass sie über viele Jahre jede Regatta gewann. Wir hatten “hier” schon einmal darüber berichtet. Die folgenden Fotos sind situationsbedingt qualitativ nicht besonders hochwertig, aber interessant. Sie stammen allerdings von dem Nachbau, der Bluenose II.

BluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenoseBluenose

Die Kreuzfahrer sahen wir uns natürlich auch noch aus der Nähe an, streiften durch die Markthallen des Farmer Markets, beobachteten die Urlauber, die an den Kontrollen entlang wieder auf ihr Schiff zurückkehrten und liefen dann, mit einem Abstecher über ein Lokal mit dem besten Falafel aller Zeiten, zu unserem Hotel zurück. Dort fielen wir auf unsere Betten und schauten den restlichen Abend amerikanisches Fernsehen. Wir haben halt nichts Besseres zu tun! Zwinkerndes Smiley

KreuzfahrtschiffKreuzfahrtschiffKreuzfahrtschiffWaterfront Halifax Harbour

written by Ingrid
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