Fix und Boxi haben sich verabschiedet ;-(

Ja, so ist es! Kurz vor Jahresende trennte sich Uschi mit einem lachenden und einem weinenden Auge von dem treuen Gespann Big Fix & Boxi, das wir 2015 für unsere gemeinsame USA/Kanada-Reise gekauft hatten. Diese Reise in 2016 und alles, was danach kam, findet ihr auf diesem Blog, am einfachsten über das Archiv in der linken Seitenleiste.

Der Einfachheit halber werden wir kein neues Blog eröffnen, sondern hier weitermachen, im Prinzip sowieso nur, wenn Uschi allein unterwegs ist und Lust hat, etwas zu schreiben. Laut lachen
Wenn wir gemeinsam mit Oscarlotta als Verstärkung reisen, wird auch dort berichtet. In jedem Fall bekommen unsere Follower eine Benachrichtigung!

Und jetzt erzählt Uschi:
 
 
15 Monate (lange) Vorfreude, coronabedingt noch um 4 Wochen verlängert!

Die Vorgeschichte:
Nachdem ich schon 4 Jahre mit Fix und in Boxi (Nissan Navara / Kabine 240 mit Heckeinstieg und deshalb hochklappbaren Fahrradträger von der Firma Tischer) gelebt und zugegebenermaßen sehr schöne Reisen mit Ingrid und den beiden unternommen hatte, gab es für mich im Laufe der Zeit doch einige „kleine“, spezielle Wünsche an eine „Wohnung auf 4 Rädern“, die mir dieses Gespann nicht erfüllen konnte.

– Ich hatte zunehmend Probleme, den Fahrradträger zu nutzen. Obwohl mein 20-Zoll E-Bike ohne Batterie nur 19kg wiegt, konnte ich es alleine nicht mehr auf den (bauartbedingt) relativ hoch angebrachten Träger stellen und ihn samt Fahrrad hoch- oder runterklappen.

– Des Weiteren fehlte mir einfach eine Sitzgelegenheit am Tisch, die lang genug ist, um meine Beine hochlegen zu können und eine brauchbare Dusche im Bad, um nicht mehr auf Sanitäranlagen von Stell- oder Campingplätzen angewiesen zu sein.

– Ich bin zwar wirklich ein Minimalist, aber die Staumöglichkeiten in dieser Kabine waren trotz Alkovenschränkchen (vorne über die gesamte Länge des 2m-Bettes) nicht ausreichend, wenn man Garderobe und Hausstand für alle Jahreszeiten und Eventualitäten dabei haben möchte.

So kam ich auf die Idee, mal zu schauen, was es Neues, Altersgerechtes und für mich Bezahlbares auf dem „Markt“ so gibt. Zwinkerndes Smiley
Nach wochenlangen Recherchen im Internet bei diversen Anbietern landete ich irgendwann wieder auf der Seite der Firma Tischer. Ich schaute nochmal genauer bei den Kabinenmodellen nach und stellte fest, dass es eine Kabine gibt, die genau meinen Wünschen entspricht und nur 17cm länger wäre als meine jetzige.
Da ich aus jahrelanger Erfahrung wusste, wie gut man bei dieser Firma „aufgehoben“ ist, was Qualität, Preis und Engagement der Mitarbeiter und des Chefs angeht, war mir klar, diese Kabine plus ein paar Sonderwünsche, die bei dieser Firma kein Problem darstellen, soll es werden.
Für alle, die an einer kleinen oder größeren Aufsetzkabine für ihren Pickup interessiert sind eine Zusatzinfo:
Die 240er-Kabine passt auf JEDEN Pickup, egal ob Doppelkabiner oder Anderthalbkabiner (mein Nissan Navara war die 2.Version).
Die neue Kabine 260-SD braucht durch die 17cm mehr Länge UNBEDINGT die etwas längere Ladefläche des Anderthalbkabiners!

Nun zur eigentlichen Geschichte:

Mit Plänen und Wünschen im Kopf und auf Papier fuhr ich Mitte August 2019 auf meiner Fahrt nach Rügen zu Tischer. Einen Termin hatte ich schon vereinbart und der mir schon seit Jahren bekannte Verkäufer nahm sich viel Zeit für mich. Nach längerem Gespräch und der Besichtigung einer baugleichen Kabine unterschrieb ich GLÜCKLICH den Kaufvertrag. Die 260-SD wird MEINE Kabine werden! Verliebt

Der einzige Wermutstropfen war die laaaange Wartezeit von 15 Monaten bis zur Auslieferung!!!

Ich nutzte die Zeit aber gut um meine Sonderwünsche zu präzisieren und (wie ich aktuell weiß) wirklich ALLE wurden beim Bau der Kabine berücksichtigt! Coronabedingt verzögerte sich die Fertigstellung der Kabine auf unbestimmte Zeit und nur durch eine persönliche Intervention mit stichhaltigen Gründen bekam ich sie dann doch noch kurz vor Ende des Jahres 2020!

Fox 'n Box

Wenn man wie ich das ganze Jahr über in einem Wohnmobil lebt, stellen sich im Laufe der Zeit Dinge heraus, die im Alltag nervig sind. (In einer Wohnung oder einem Haus gibt es ja auch das Ein- oder Andere, was man gerne ändern möchte.) So ärgerten mich z. B. jeden Tag die „schönen“ schwarzen Abdeckplatten aus Glas vom Dreiflammenherd (3 Flammen gleichzeitig sind fast nie nutzbar, das nur am Rande) und Spüle, die leider sehr schwer sauber zu halten sind. Außerdem verdecken sie beim Kochen und Spülen (hochgeklappt) total das Gewürzregal, sehr unpraktisch für mich. Für die neue Kabine habe ich mir eine Herd-/Spülen-Kombi mit einem Zweiflammenherd bestellt, ohne Abdeckplatten, die in dieser Kabine nämlich das Küchenfenster verdecken würden. Verwirrtes Smiley

KücheKücheKücheKüche

Im Bad erfreue ich mich anstelle des großen Klappwaschbeckens aus weißem Plastik an einem schöneren mit ovalem Edelstahlbecken, eingesetzt in eine Arbeitsplatte wie in der Küche, auch klappbar – sowie an einer richtigen Dusche und nicht zu vergessen an einer modernen Banktoilette mit rollbarer großer Kassette.

BadBadBadBadBad

Da die neue Kabine diesmal wieder einen Seiteneinstieg hat, konnte ich mir einen am Heck zu montierenden Fahrradträger zum Runterkurbeln bestellen. Er wird aber erst ausprobiert, wenn hier auf der Alb der Schnee wieder weg ist!
 
Drei für mich noch wichtige Zusatzbestellungen waren erstens ein Kompressorkühlschrank (läuft nur mit 12V) plus einer Lithium-Batterie mit 200AH Kapazität plus 2 Solarplatten auf dem Dach mit je 100 Watt.
Jetzt kann ich locker den Kühlschrank ohne Gasverbrauch oder 230V-Strom betreiben und brauche erst nach etwa drei bis vier bedeckten Tagen „Landstrom“ oder Fahrbetrieb zum Aufladen der Batterie!

Meine Staumöglichkeiten sind auch sehr „gewachsen“.

– Die drei Alkovenschränke waren wieder ein „Muss“. Auch Hippolinchen und Schäfi freuen sich darüber!

Alkoven

– Die Kabine hat schon serienmäßig ein richtig großes Außenstaufach, in dem auch noch der Abwassertank frostsicher untergebracht ist samt Entleerungsschieber hinter einer Klappe direkt im Eingang, tolle Lösung! An der 240er-Kabine war der Abwassertank nämlich im Freien unter dem Heck angebracht. Die Abwasserschläuche von der Küche liefen quer unter dem Einstieg der Box durch zum Abwassertank, ungeschützt gegen Frost. Bei Minustemperaturen konnte ich die Spüle in der Küche nicht mehr ohne eingesetzte Plastikschüssel nutzen, Spülwasser habe ich dann im Bad über den frostsicher eingebauten Abwasserschlauch des Waschbeckens direkt durch den offenen Abwassertank in einen Eimer entsorgt. Dann hatte ich am nächsten Morgen nur das Problem, einen Eisklotz im Eimer zu entsorgen ohne Verlust des Eimers! Smiley mit geöffnetem Mund
Der Frischwassertank ist übrigens sowohl in der 240er-Kabine als auch in der jetzigen frostsicher eingebaut.

– Es gibt in der neuen Kabine noch gaaanz viele Staumöglichkeiten im Doppelboden unter der Sitzgruppe und in den Staukästen der Sitzbänke und natürlich in den diversen Ober- und Unterschränken der Kabine.

StauraumStauraum

Zwischenzeitlich habe ich mein „ganzes Leben“ wieder eingeräumt und es ist noch so manches Fach fast leer!!!

Apropos Stauraum: Es entstehen bei allen Aufsetzkabinen an den Seitenwänden Leerräume, die aber durch die notwendigen Abspannvorrichtungen zwischen Pickup-Ladefläche und der Unterseite der Kabine nur eingeschränkt zu nutzen sind. Außerdem kann man sie nur von innen durch Klappen in den Sitzbänken erreichen. Ich habe diese Fächer aus Mangel an Stauraum bisher nutzen müssen, konnte aber alles nur in wasserdichte Säcke verpackt lagern, weil Spritzwasser samt Schmutz über den Spalt zwischen Ladekante und Kabine in diese Staufächer gelangen konnte. Sehr umständlich war auch, dass diese Fächer wieder vollständig leergeräumt sein mussten, wenn die Kabine vom Fahrzeug getrennt wurde.
Mit der neuen Kabine habe ich diese Probleme nicht mehr. Diese Fächer sind und bleiben leer! So ist es auch möglich, jederzeit ohne lästige Umräumarbeiten die Kabine ab- und wieder aufzusetzen, worüber ich richtig froh bin!

Eine freudige Überraschung gab es, als ich beim Abholen meines neuen Gespanns meine zwei 5kg-Gasflaschen aus dem Gaskasten der „alten“ Kabine in den Gaskasten der neuen räumte. Der Gaskasten kam mir sehr breit vor und ich erwähnte es meinem Händler gegenüber, der neben mir stand (zeitgemäß mit Abstand und Maske!). Er antwortete nur ganz lapidar, dass da noch eine dritte Ersatzflasche dazwischen passen würde. Tatsächlich passte meine dritte Gasflasche, die ich bisher im Winter immer im Fahrerhaus des Pickups mitgeführt hatte, dazwischen. Große Klasse!!! Daumen hoch

Gas

Eine Notiz zu meiner ganz persönlichen Sonderausstattung: Es gibt für mich zwei wirklich sinnvolle (amerikanische) Gegenstände, die ich mir zugelegt habe, den Maxx-Fan und den Berkey-Wasserfilter. Wer mehr wissen will, kann es googeln.

BerkeyMaxx-FanMaxx-Fan

Jetzt wohne ich schon seit dem 12. Dezember in meiner neuen Wohnung auf Rädern und bin mit ALLEM sehr zufrieden!!!
Leider wird der momentane Lockdown immer weiter verlääännngggert und so konnte ich bis jetzt nur die 200km nach Hause fahren und warte hier auf meinem Heimat-Campingplatz darauf, dass ich wieder auf die Straße darf, das kann dauern… Enttäuschtes Smiley
Aber auf der Alb bei Schnee ist es auch mal wieder wunderschön, ich habe beschlossen, nicht zu jammern, sondern diesem „Zwangsaufenthalt“ das Beste abzugewinnen.

WinterWinterWinterWinter

Zum Schluss verrate ich euch noch etwas: Damit nicht nur meine Kabine neu ist, habe ich mir dazu passend einen nagelneuen Toyota Hilux 4×4 (Anderthalbkabiner) beim Händler meines Vertrauens für Pickups vieler Marken und verschiedenen Kabinen, Jürgen Storkan in Haßfurt, bestellt, mit allem, was man zum Fahren mit einer Kabine braucht und in der Farbe, die mir gefällt! Angeliefert von Tischer zu Storkan wurde die Kabine traditionell unauffällig. Laut lachen

FarbeFarbe

Das angenehmste Zubehör in meinem neuen „Truck-Camper“ ist eine Standheizung fürs Fahrerhaus, die ich über eine App auf dem Smartphone aus der Kabine oder von weiter weg ein- und ausschalten oder eingeben kann, wann und wie lange sie arbeiten soll.
Das Zweitangenehmste für mich ist, nein, nicht der Tempomat, sondern die Fahrerhausklimaanlage!!!

Es dürfen gerne zusätzliche Fragen zum Thema in Kommentaren gestellt werden, ich werde sie nach bestem Wissen und Gewissen beantworten! Jetzt noch ein paar weitere Fotos:

WohnraumWohnraumWohnraumWohnraumWohnraumWohnraumWohnraumWohnraum

written by Uschi
photos taken with Samsung Galaxy S20

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen (bessere Qualität) und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.
 

Mit einem kleinen Umweg nach Hause

Von Freiburg aus fuhren wir noch nicht gleich auf die Schwäbische Alb zurück, wir hatten ja noch einen Termin für das kommende Wochenende. Wir blieben noch ein paar Tage auf dem Stellplatz an der Bissierstraße, bummelten durch die Stadt, saßen in der Sonne, spazierten an der Dreisam entlang. Am Donnerstag fuhren wir in Richtung des Treffpunktes für das diesjährige Herbsttreffen unserer Mobiso-Gruppe (Mobi[l]so[listen]=alleinfahrende Wohnmobilisten). Zwei Jahre waren wir nicht mehr dabei gewesen! Unsere Gruppe besteht jetzt seit 16 Jahren und inzwischen ist nur noch ein „harter Kern“ übrig geblieben und es sind auch nicht mehr alles Einzelfahrer.

Wohnmobil für Einzelfahrer ;-)Wohnmobil für Einzelfahrer ;-)

Bevor es am Samstag losgehen sollte, fuhren wir für eine Nacht noch auf einen Campingplatz, um zu duschen. In Freiburg geht das ja nicht und der Stellplatz in Gengenbach, wo wir hinwollten, bietet auch keine sanitären Einrichtungen. Theoretisch könnten wir zwar auch in Boxi duschen, in der Praxis erweist sich das aber als wenig komfortabel.

In Steinach, nur wenige Kilometer vor unserem Ziel, fuhren wir auf den Campingplatz „Kinzigtal“. Die Zufahrt eng, die Parkplätze an der Rezeption so angelegt, dass man rückwärts wieder zur Rezeption fahren und dort mühsam drehen musste. Mit Fix und Boxi kein Problem, mit Oscarlotta??? Saublöd! Die Rezeption war nett gemacht, aber nie besetzt, auch nicht zu den angeschlagenen Zeiten. Es ist halt schon Nachsaison. Erstauntes Smiley

Steinach

Nachdem wir geklingelt hatten, wurden wir dann doch noch empfangen und bekamen einen Platz zugewiesen. Auch die Ausrichtung war vorgegeben, in einer Reihe hintereinander parallel zum Weg! Auf der anderen Geländeseite standen Vermiet-Mobilheime. Auf dem gesamten Campingplatz standen entweder Mobilheime oder Mietzelte, alle von einer bestimmten Vermietfirma. Ein paar wenige Dauercamperplätze gab es auch noch und wir hatten den Eindruck, dass, wann immer wieder ein Dauercamper seinen Platz aufgibt, sofort ein Mietzelt darauf gestellt wird. Ein etwas seltsamer Campingplatz! Dabei schön gelegen und mit einem Zugang zu einem öffentlichen Freibad direkt nebenan. Durch die Tallage mit hohen Bergzügen beidseitig gab es allerdings kein Mobilfunknetz, das kostenfreie WLAN von der Rezeption war mit einem Balken mehr schlecht als recht zu empfangen und zwei Minuten vor 22 Uhr wurde der Router abgeschaltet!!! Aber wir waren ja hauptsächlich hier, um zu duschen und das klappte problemlos und ohne Aufpreis. Wir bekamen wieder eine ACSI-Vergünstigung, mit der in dieser Gegend üblichen Kurtaxe von €1,50/Person/Nacht waren wir dann aber trotzdem schon bei €18.

STEINACH; Campingplatz „Kinzigtal“ mit 50 Parzellen auf Schotter und Gras, teilweise schattig; freies WLAN rund um die Rezeption; Kinderspielplatz, Restaurant; Gratis-Freibad nebenan; Ortskern in fußläufiger Entfernung; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung (€15+€1,50/Person) vom 1. Sept. bis 31. Dez. und vom 1. Jan. bis 30. Juni; Mietunterkünfte

Gengenbach Am Freitag fuhren wir, einen Tag zu früh, nach Gengenbach zu unserem Treffen. Aus der Erfahrung der letzten Jahre wissen wir, dass immer schon irgendjemand eher kommt. So auch dieses Mal! Wir waren die Zweiten und zwei weitere Mobile trafen im Laufe des Tages noch ein. Das Wetter war schön und wir saßen bis 21 Uhr draußen zusammen. Wenn man sich so lange nicht gesehen hat, gibt es immer eine Menge zu erzählen. Am Samstag waren wir dann vollzählig, 8 Mobile und 11 Personen.

Gengenbach

Es fand noch ein anderes Wohnmobiltreffen statt und bei der Betrachtung der verschiedenen Fahrzeuge stellte sich uns wieder einmal die Frage: Wieviel Wohnmobil braucht der Mensch? Ist halt individuell verschieden! Laut lachen

Größenunterschied

Der Stellplatz „Womo-Park Gengenbach“ ist noch recht neu (April 2016) und sehr schön angelegt. Die Flächen sind teils ineinander verschränkt, teils im Halbrund oder aber auch nebeneinander aufgereiht – immer wieder mit noch jungen Hecken oder mit Holzbalken abgetrennt. Bezahlt wird am Kassenautomat, die im Preis enthaltene KONUS-Karte bringt der Platzbetreuer abends vorbei oder man holt sie sich bei der Winzergenossenschaft zwei Straßen weiter. Mit der KONUS-Karte, einer Einrichtung von über 145 Gemeinden des Schwarzwaldes, kann man kostenfrei den ÖPNV aller neun Verkehrsverbünde nutzen, von Karlsruhe bis Basel. Sie ist eine Gegenleistung für die auch hier erhobene Kurtaxe von €2,20/Person/Nacht/Hauptsaison. Trotzdem bezahlen auch diejenigen Gäste Kurtaxe, die nur eine Nacht bleiben und die KONUS-Karte gar nicht nutzen können! Ist eben eine gute Einnahmequelle für die Gemeinden. Der Stellplatz selbst kostet €10/Nacht und mit 2 Personen ist man dann schon bei nicht mehr ganz preiswerten €14,40 – für einen Stellplatz, der zwar schön angelegt und auch schön gelegen ist, aber sonst nichts bietet außer einer nicht gut anfahrbaren VE-Station, schon grenzwertig. Es gab leider keine Kleinmenge an Frischwasser, sonst fast überall verfügbar (10 Liter für 10 Cent). Am Sonntagabend waren bei einigen die Kaffee- und Teewasservorräte aufgebraucht. Es fanden sich sechs unterschiedlich große Behälter zusammen und nachdem die alle wieder aufgefüllt waren, liefen die restlichen ca. 50 Liter von den bezahlten 100 einfach in die Wiese, weil man die Wasserausgabe nicht stoppen konnte!!! Erstauntes Smiley

Gengenbach

Direkt neben dem Stellplatz fließt die Kinzig, an ihrem Ufer kommt man auf einem Fuß- und Radweg in 10 Minuten in den historischen Stadtkern. Ein wirklich hübsches Städtchen! Schöne alte Fachwerkhäuser, ein über 200 Jahre altes Rathaus, viel Blumenschmuck, nette Geschäfte, viele Restaurants, eine gute Eisdiele. Zwinkerndes Smiley

GengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbach

Ein besonderer Augenschmaus ist die Klosterkirche St. Marien.

GengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbachGengenbach

Uns hat es sehr gut dort gefallen und die KONUS-Karte haben wir genutzt, um z. B. am Sonntag nach Offenburg zum Weinfest zu fahren.

GENGENBACH; Womo-Park Gengenbach, Stellplatz für 40 Mobile auf Schotter; €10 + €2,20 (HS)/€1,50 (NS)/Person; Strom per Münzautomat; wenig Schatten; Stadtkern in 400m Entfernung; VE vorhanden (keine Kleinmenge Wasser); KONUS-Karte inbegriffen

Unser Treffen ging bis zum 3. Oktober und dann war wirklich die Heimfahrt nach Lauterburg angesagt. Und dort sitzen wir jetzt, bei herrlichstem Herbstwetter, haben Besuch von Uschis Schwester aus USA und werden die Tage den 90. Geburtstag vom Opa feiern. Party-Smiley

Streckenführung Tommie Frankreich :-( Auf den letzten drei Fahrten haben wir uns übrigens nicht mehr von unserem dummen Tommie navigieren lassen, sondern haben die Navigations-App CoPilot auf Uschis Android-Smartphone ausprobiert. SUPER!!! Kein einziges (!) Mal kam eine falsche Ansage. Uschi war noch lange sehr misstrauisch, ist aber inzwischen absolut begeistert und Tommie hat schon einen neuen Besitzer gefunden. Es gibt die App in vier verschiedenen Varianten, eine auch für Wohnmobile, und es kann gut sein, dass ein weiterer Tommie in unserem Fuhrpark demnächst ausgemustert wird. Er weiß noch nichts von seinem Schicksal, bekommt aber auch noch eine letzte Chance! Augen rollendes Smiley

So, das war es mit dem „Fix und Boxi“-Blog für dieses Jahr! Ab sofort übernimmt Oscarlotta wieder, die auch schon eine interessante Geschichte zu erzählen hat! Wenn es hier weitergeht (ist noch ungewiss), erfahrt ihr das „dort“.

Schönen Dank für euer Interesse,

die netten Kommentare und

Smiley die vielen Likes!!! Smiley

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Roaming-Erfahrungen Frankreich/Spanien

Wir hatten auf dieser zweimonatigen Frankreich-/Spanienreise ja nun zum ersten Mal seit Wegfall der Roaminggebühren die Gelegenheit, zu testen, wie das denn in der Realität nun so ist mit dem „roam like at home“.

Die Freude war, nicht nur bei uns, groß, als die neue EU-Roamingverodnung im Juni 2017 in Kraft trat, bedeutete das doch, dass ab sofort die mobilen Gesprächs-, SMS- und Datenoptionen incl. der individuell gebuchten Pakete oder Flatrates im EU-Ausland genauso genutzt werden können wie in Deutschland. Natürlich waren sofort ein paar „Fußnoten“ oder besser Fußfesseln mit eingearbeitet worden, z. B. eine sogenannte Fair-Use-Policy. Diese gibt den Mobilfunkanbietern die Möglichkeiten, auch weiterhin Roamingaufschläge zu verlangen, wenn ein Kunde seine SIM-Karte überwiegend im Ausland nutzt. Die Verfasser der Verordnung haben vorhergesehen, dass es für Bürger in Staaten mit hohen Mobilfunkpreisen reizvoll sein könnte, sich billige Mobil“verträge“ aus anderen EU-Staaten zu besorgen und dank Roaming-Verordnung in ihrem Heimatland zu nutzen. Um letztendlich Roaminggebühren weiterhin erheben zu dürfen, muss das Nutzungsverhalten des Anwenders vier Monate lang beobachtet werden. Danach wird er aufgefordert, ein „angemessenes Verhalten“ zu zeigen und er wird darüber informiert, dass bei Weiternutzung der SIM-Karte im Ausland Kosten anfallen. Wie das im Einzelnen läuft, weiß noch niemand, weil die 4 Monate erst jetzt gerade ablaufen. Soweit die Theorie, jetzt zur Praxis. Anrufen

Uschi ist vor einiger Zeit von Aldi-Talk umgestiegen zu Lidl-Connect, einzig und allein aus dem Grund, weil Lidl zu gleichen Konditionen das Vodafone-Netz nutzt und die Netzabdeckung eindeutig besser ist. Die Verwendung der Lidl-Connect Karten ist aber ausschließlich auf Deutschland beschränkt. Bei Aldi-Talk ist das anders! Also nahm ich meine Aldi-Reservekarte mit, die mit meinem Bankkonto verknüpft ist, sodass wir jederzeit von unterwegs, auch aus dem Ausland, Guthaben aufbuchen und eine neue Datenflat buchen können. Gedacht, getan. Es funktionierte bloß nicht!!! Guthaben aufbuchen? Kein Problem! Die XL-Flat mit 5,5GB buchen? Kein Problem! Eine Webseite laden? Fehlanzeige! Wir probierten die Karte in einem Internetstick, der in einem Router steckte. Wir probierten den Stick per USB-Kabel an meinem Laptop. Es installierte sich automatisch (mit meiner Erlaubnis natürlich) der Verbindungsmanager von Aldi/Medion, der sich aber offenbar mit Windows 10 nicht verstand und meinen Computer ab da ständig abstürzen ließ. Ich versuchte, den Verbindungsmanager wieder zu deinstallieren, was mit Bordmitteln nicht gelang, erst mit Zusatzsoftware!!! Wir versuchten die Karte in meinem Tablet. Roaming war aktiviert. Ich überprüfte den APN, stellte fest, dass er noch von einer früheren Nutzung auf „Tagesflat“ eingestellt war und änderte ihn auf die richtige Einstellung internet.eplus.de. Es funktionierte! Zumindest grundsätzlich, allerdings war die Netzverfügbarkeit so schlecht, dass Internet keinen Spaß machte. Nach einiger Zeit, immer schlechter werdender Laune und schwindender Nerven brachen wir die Sache ab und hofften auf den nächsten Standort. Enttäuschtes Smiley

Dort fing alles wieder von vorne an! Jetzt funktionierte auch das Tablet nicht mehr. Nach einigem Hin und Her kam ich auf die Idee, in der Aldi-App mal zu kontrollieren. Und siehe da, das Guthaben von über 15 Euro war angeblich aufgebraucht! Ich rief die Aldi-Kundenbetreuung an. Ja, er könne sehen, dass ich mich am soundsovielten in Frankreich eingebucht habe und ca. 45 Minuten online war. Leider sei nach Verbrauch abgerechnet worden und das Guthaben sei vollständig verbraucht worden. Ich müsste aber eine SMS bekommen haben, dass die Optionsbuchung fehlgeschlagen sei. Nein, ich hatte keine Mitteilung bekommen! Zu dem Zeitpunkt steckte die SIM-Karte im Stick und der im Router, also keine für uns wahrnehmbare SMS. Meine Erklärung, dass für ca. 5 Minuten der falsche APN „Tagesflat“ eingestellt gewesen war, interessierte ihn nicht weiter. Eine Tagesflat kostet übrigens €1,99. Ich müsse die XL-Flat leider neu buchen. Ich fragte, ob er mir nicht vielleicht aus Kulanzgründen die 15 Euro rückvergüten könne? Aldi ist da eigentlich immer sehr großzügig. Nein, da könne er leider nichts für mich tun! Er könne aber neues Guthaben für mich ab-/aufbuchen (von meinem Bankkonto) und eine neue Flat für mich aktivieren. Notgedrungen stimmte ich zu und hatte Sekunden später die Bestätigung (jetzt steckte die SIM ja im Tablet). Auch die Aldi-App sagte, dass 5632MB von 5632MB verfügbar seien. Also alles gut? Mitnichten. Die Karte steckte ja nun in meinem (alten) Tablet. Uschi wollte sie aber mit ihrem (neuen) Tablet nutzen und am liebsten per WLAN auch noch mit ihrem Smartphone darauf zugreifen. Also kam die Karte wieder in den Stick und der Stick in den Router. Der Stick versuchte, ein Mobilfunknetz zu erwischen und sich zu verbinden. Das war schon schwierig genug, denn die Abdeckung bzw. Kooperation von Aldi-Talk mit französischen und/oder spanischen Mobilfunkanbietern schien nicht besonders gut zu sein. Wir konnten verschiedene Netze auswählen, uns verbinden und erhielten auch eine Meldung, dass die Karte im Netz registriert sei. Bloß eine Internetseite aufbauen konnten wir immer noch nicht! Trauriges Smiley In Frankreich gaben wir den Versuch irgendwann genervt auf, aber in Spanien war es kein bisschen besser!!! Irgendwann kam uns das alles sehr „spanisch“ vor.

Mein Vodafone lief von Anfang an spitzenmäßig, entweder mit Vodafone ES oder auch mit Orange oder Movistar, je nachdem, wer gerade das stärkste Netz bot. Und Uschi hat auf ihrem Smartphone eine Aldi-Talk-Karte zum Telefonieren mit gebuchtem 300er-Paket. Das beinhaltet 1,25GB Datenvolumen und das lief! Nicht toll, aber es lief. Wenn mein iPhone 3G anzeigte, hatte Uschi oft nur Edge und damit kann man nicht viel bis gar nichts anfangen. Bestenfalls hatte sie 3G, weil Aldi LTE nicht unterstützt und das offenbar so an die ausländischen Netzbetreiber weitergibt (oder die SIM-Karte den Standard nicht kann). Wir probierten es überall, wo wir neu ankamen, über den Stick im Router online zu kommen, vergeblich. Wir steckten die Karte dann noch einmal in Uschis Tablet, aktivierten Roaming, überprüften das Datenvolumen, überprüften den APN. Das Tablet buchte sich bei Movistar ein, zeigte 3G, baute aber immer noch keine Internetseite auf. Wir probierten das Orange-Netz, mit genauso wenig Erfolg. Verwirrtes Smiley Ich rief bei der Hotline an. Ein netter junger Mann, der sich wand wie ein Aal und zu dem Ergebnis kam, dass es am Endgerät liegen müsse (wir sollten das Tablet ausschalten, die SIM entfernen, wieder einlegen und das Tablet wieder starten, was wir natürlich alles schon mehrfach gemacht hatten und was natürlich auch jetzt keinen Erfolg brachte) oder dass ein Sendemast ausgefallen sein könnte oder dass zu viele Teilnehmer gleichzeitig in der Funkzelle eingebucht seien oder… Als ich mich damit nicht zufrieden gab, bat er darum, seinen Vorgesetzten konsultieren zu dürfen und kam mit dem Vorschlag zurück, dass ich die €15 gutgeschrieben bekäme. Ob ich damit einverstanden sei? Er müsse die Flat dann allerdings deaktivieren. Auf meine erneute Frage, warum es denn nun an keinem der bisherigen Orte funktioniert habe, es könnten doch nicht überall die Sendemasten defekt und die Funkzellen überlastet sein, entschuldigte er sich, dass er sich das leider auch nicht erklären könne und mir leider keine Antwort darauf geben könne. Wir wünschten uns gegenseitig noch einen schönen Tag! Bevor ich das Gespräch beenden konnte, war die SMS mit der Nachricht, aus Kulanzgründen würden mir €15 rückvergütet, schon da.
Erst im Nachhinein fiel mir ein, dass Aldi (zumindest bisher) die XL-Flat nur für den PC/Laptop zulässt, für das Tablet geht nur die Flat L mit 1,5GB. Das wusste der Mitarbeiter von Aldi-Talk offenbar aber nicht oder es gilt so nicht mehr. Todesmutig starteten wir einen letzten Versuch! Mit dem rückvergüteten Guthaben buchten wir die Flat L. Das Ergebnis? Wie gehabt! Es ging NICHTS!!! Wir beließen es dabei in dem Wissen, dass wir bis zum Ende der Laufzeit wieder in Deutschland sein würden. Zähnezeigendes Smiley

In Freiburg angekommen, schnappte ich mir Uschis Tablet mit der eingelegten SIM-Karte und versuchte, online zu gehen. Ohne Erfolg!!! Nach dem Kontrollieren aller infrage kommenden Einstellungen rief ich bei der Hotline an. Eine freundliche junge Dame überprüfte alles und teilte mir dann mit, dass ich am 11. August um 13:48 Uhr von Frankreich aus angerufen und die Datendienste im In- und Ausland habe deaktivieren lassen, weil die SIM-Karte gestohlen worden sei!!! Erstauntes Smiley Wie bitte??? Mein sehnlichster Wunsch ist es, endlich ins Internet zu kommen und dann lasse ich die Datendienste deaktivieren? Und die SIM-Karte steckt nach wie vor im Tablet! Ja, das erschien der Hotline-Mitarbeiterin auch nicht sehr logisch, aber ihr Kollege habe das so hinterlegt. Sie werde jetzt alles wieder aktivieren (JA, BITTE!!!), ob mein Tablet eingeschaltet sei, dann solle ich doch mal ausprobieren, eine Webseite zu öffnen. Die Seite öffnete sich sofort!!!
Ich war fassungslos und Uschi ebenso. Da hat also der „nette junge Mann“ beim zweiten Telefonat, sicher nicht aus Versehen, sondern vermutlich auf Anweisung seines Chefs, die Datendienste deaktiviert und damit konnten wir natürlich nichts mehr erreichen. Und auf solch eine Idee kommt man ja auch nicht! Der vermutete Grund dafür? Wir glauben, nein, wir sind davon überzeugt, dass Aldi-Talk die „großen“ Daten-Flatrates per Roaming einfach nicht zulässt, weil es sie zu teuer kommt. Denn der ausländische Netzbetreiber holt sich seine Auslagen beim deutschen Anbieter zurück und der kann sie eben nicht mehr, so wie früher, an seine Kunden weitergeben.

Vodafone hat, wie gesagt, keinerlei Schwierigkeiten gemacht. Ich habe pro Monat mein DataGo L-Volumen von 12GB nutzen können und war fast immer im LTE-Netz eingebucht.

Abschließend möchte ich aber noch einmal darauf hinweisen, dass alle Spanien-/Portugal (oder sonstwo in der EU) – Überwinterer gut aufpassen sollten! Es ist damit zu rechnen, dass der jeweilige Mobilfunkanbieter nach Ablauf von 4 Monaten im EU-Ausland eine Benachrichtigung per SMS schicken wird. Das Telefonieren, Telefonate entgegennehmen (Aufschlag 3,2 Cent), SMS verschicken (Aufschlag 1 Cent) ist nicht das Problem, das ist nur ein geringfügiger Aufpreis. Im Internet surfen sollte man ab da aber besser lassen, der Preis dafür beträgt laut EU-Verordnung 7,70 EUR pro GB Daten (für 2017 geltende Obergrenze)! Nachzulesen „hier“ und „hier“ und „hier“.

written by Ingrid

Der Kreis schließt sich

Wir fuhren nur eine ganz kleine Etappe, weil wir uns das elsässische Städtchen Kaysersberg noch ansehen wollten. Schon auf dem Weg zum Stellplatz war recht viel Verkehr, auf der Straße und auf den Gehwegen. Der Stellplatz, obwohl für 80 Mobile ausgelegt, war VOLL! Sogar auf dem nebenliegenden Busparkplatz standen Wohnmobile. Eine enge Lücke gab es noch und Uschi fragte, ob wir weiter unten noch nach einem anderen Platz schauen sollten. Nein, sofort reinfahren!!! Das war auch gut so, denn direkt nach uns kam schon das nächste Wohnmobil und quetschte sich gegenüber noch irgendwie neben den letzten offiziellen Platz. Okay, es war Sonntag. Das Wetter war schön, das Städtchen ist ähnlich attraktiv wie Colmar. Aber dass soooo viele Mobilisten unterwegs sein würden, damit hatten wir nicht gerechnet. Später erfuhren wir, dass ein Gruppentreffen stattfand.

KaysersbergKaysersbergBusparkplatzKaysersberg

Wir liefen in die Stadt. Auch dort war SEHR viel Betrieb, zu viel für uns und es war uns auch alles viel zu touristisch. Alle Geschäfte hatten dasselbe Verkaufsangebot, alle Tische in den vielen Straßenlokalen waren voll. Wir wollten eigentlich Flammkuchen essen. Als wir mit viel Glück endlich einen Tisch ergattert hatten, bekamen wir von der Kellnerin die Info, dass es erst ab 19 Uhr warmes Essen geben würde. Enttäuschtes Smiley Kuchen hätten wir bekommen können, aber Kuchen gibt es überall. Wir wollten Flammkuchen! Auf dem Weg zurück zum Stellplatz fanden wir dann tatsächlich noch ein Lokal mit freien Tischen und es gab auch jetzt schon (kurz vor 18 Uhr) warmes Essen. Und sogar einen Flammkuchen OHNE Speck. Wir haben schon besseren gegessen und wirklich preiswert war es auch nicht. Nein, Kaysersberg überzeugte uns nicht und wir ließen von dem Plan ab, am nächsten Tag noch einmal einen Stadtbummel zu machen. Vielleicht hätten wir noch ein paar mehr Fotomotive gefunden, wenn wir die alten Gassen noch einmal mit weniger Menschen durchstreift hätten, aber wir entschieden, lieber direkt weiter zu fahren.

KaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersbergKaysersberg

KAYSERSBERG; Aire de Camping-car Place de l’Erlenbach, Stellplatz für 80 Mobile auf Schotter und Asphalt; €8 incl. VE und Sanitärnutzung, zahlbar am Parkscheinautomaten; kein Schatten; historischer Ortskern in unmittelbarer Nähe, ruhige Lage an Weingärten

Bis Deutschland war es ja nun nicht mehr weit und etwas wehmütig fuhren wir bei Breisach über die Grenze. In Breisach waren wir schon vor zwei Jahren von Freiburg aus mit unserem Smart gewesen, hatten den Wohnmobilstellplatz damals aber nur von oben, von der Kirche aus, gesehen. Jetzt wollten wir eine oder zwei Nächte hierbleiben, Breisach ist ganz nett und der Stellplatz liegt direkt am Rhein. Ja, tut er, bloß dass man den Rhein vom Mobil aus nicht sieht, weil es einen kleinen Damm gibt. Platz wäre genug gewesen, aber auch hier gefiel es uns nicht wirklich. Nach einer Runde über den Platz beschlossen wir, gleich bis Freiburg durchzufahren. Aber vorher noch frühstücken wäre nicht schlecht! Am Ortsanfang bzw. -ende hatten wir einen öffentlichen Parkplatz gesehen, auf dem noch genug freie Plätze waren. Wir parkten und wollten zu irgendeinem Bäcker oder Café in den Ort laufen. Am Ende des Parkplatzes gibt es einen Eispavillon. Am Zaun hing das gesamte Eisbecherangebot in Plakatform und ein Paar bekam draußen gerade seine Eisbecher serviert. Und die sahen so verlockend aus, dass wir nur ganz kurz überlegten und dann einstimmig beschlossen, dass unser Frühstück heute mal ein Eisbecher sein würde! Smiley mit geöffnetem Mund Wir haben es nicht bereut!!!

Frühstück ;-)

Auf einen anschließenden Gang durch Breisach verzichteten wir und fuhren über die Dörfer nach Freiburg. Der Stellplatz in der Bissierstraße war genauso voll wie vor zwei Monaten!!! Wir hatten gehofft, „unseren“ Platz mit Privatgärtchen wieder zu bekommen, aber dort stand schon ein Mobil. Der Platzchef trat gerade seinen Dienst an und begleitete uns über den ganzen Platz. Aber so richtig wurden wir nicht fündig! Also sollten wir für eine Nacht erstmal provisorisch am Rand der Einfahrt stehenbleiben. Kaum waren die Markierungs-Hütchen versetzt und Fix und Boxi geparkt, entdeckte Uschi, dass unser Wunschplatz doch frei war!!! Wir hätten halt gleich richtig nachschauen sollen! Nun war alles gut! Auf einem fast ausgebuchten Platz nach ergebnisloser Suche letztendlich doch wieder genau dort stehen zu können, wo unsere Reise begonnen hatte, besser geht es doch wohl nicht! Und das Wetter war immer noch genauso schön! Smiley

FreiburgFreiburgFreiburgFreiburgStrecken Frankreich (grün=diese Reise)

Gesamtkilometerzahl dieser Reise: 4373km

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Das Beste kommt zum Schluss

Ca. 100km vor der Grenze nach Deutschland erwischten wir noch einmal einen ganz besonderen Stellplatz, zumindest aus unserer Sicht. Wir lieben beide ja auch die Schifffahrt und ein Stellplatz an einem Hafen/Sportboothafen ist immer wieder ein Highlight für uns. In Corre fanden wir so etwas vom Feinsten. Der Besitzer/Betreiber ist ein Schweizer aus dem französischem Teil der Schweiz und so antwortete er auf meine Frage, ob er deutsch spräche, ganz selbstverständlich mit ja. Uns war schon aufgefallen, dass alle Beschriftungen mehrsprachig angelegt waren. Wir sprachen ihm unser Lob aus darüber, wie großzügig seine einzelnen Stellflächen seien, er freute sich und erklärte uns, dass er selbst schon mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs gewesen sei und die übliche Enge auf den Stellplätzen schrecklich gefunden habe. Es gehe ihm nicht darum, so viel wie irgend möglich einzunehmen, deswegen habe er nur 16 Plätze eingerichtet und selten seien mehr Wohnmobile gleichzeitig da.

Corre

Die Plätze befinden sich hinter dem Yachthafen auf einer großen Wiese neben einem kleinen Kanal. Natürlich gibt es auch einen Bootsanleger für 4 bis 5 Schiffe, je nach Länge. Auf beiden Seiten des Zufahrtsweges sind je 8 Stellflächen eingeteilt, eine geschotterte Fläche für das Mobil, der Rest Gras. Nach jeweils zwei Plätzen gibt es eine Stromsäule mit 4 Steckdosen. Wenn es mal richtig voll werden sollte, können in zweiter Reihe hinter den Wohnmobilen noch einmal je 8 einfach auf der Wiese stehen und dann ist es immer noch nicht eng! Von der Breite her hätte man aus zwei Plätzen locker drei machen können, aber so ist es natürlich super!!! Als wir dort waren (es war Wochenende), war der Platz gut frequentiert, aber nicht voll. Er ist wohl auch noch nicht so bekannt und eigentlich dürften wir hier gar nicht darüber berichten. Cooles Smiley

CorreCorreVer- und EntsorgungVer- und Entsorgung

Wir zogen nach der ersten Nacht um auf den allerersten Platz mit unverstellbarem Blick auf den Hafen. Ein paar hübsche Boote standen zum Verkauf und Uschi bedauerte einmal mehr, nicht 20 Jahre jünger zu sein. Sie hat ja alle erforderlichen Bootsführerscheine! Aber ein Schiff setzt noch ganz andere Fähigkeiten voraus als ein Wohnmobil und ist kein wirklich geeignetes Fortbewegungsmittel mehr im Alter. Ich weiß, wovon ich rede, habe ich doch jahrelang die Sommerferien auf der Motoryacht meines Bruders auf holländischen Kanälen und Flüssen verbracht. Ein Hausboot, ja, das wäre noch eine Option! Wenn wir mal alt sind… Wer weiß?

CorreCorreCorreCorreCorreCorreCorreCorre

Corre liegt am Mündungsarm der Saône und dem Canal des Voges, beschaulich und fotogen, mit Schleuse und Kirche.

CorreCorreCorreCorreCorreCorre

Der Ort Corre selbst ist winzig und besteht überwiegend aus einfachen Häusern. Wohlhabend ist und war hier wohl niemand. Immerhin gibt es eine Bäckerei, eine Apotheke und, etwas außerhalb des Ortes, aber noch gut zu Fuß erreichbar, einen kleineren Intermarché-Supermarkt mit den in Frankreich so weit verbreiteten Waschmaschinen und Trocknern. Preise: waschen 8kg €4, 18kg €8, trocknen 18kg €2 (Länge unbekannt)!

CorreCorre

Eine Waschanlage (keine Maschine, sondern do-it-yourself), leider nur für PKWs, gibt es auch. Die Supermärkte in Frankreich haben gerne auch mal über Mittag geschlossen. Die Mittagspause ist zwar nicht ganz so heilig wie in Spanien, aber doch immer noch sehr gebräuchlich. Ein oft in den Mittagsstunden von mir gebrauchtes Schlagwort war: “SuperU – alle zu!” Es reimt sich, egal, ob man es deutsch oder französisch ausspricht! Zwinkerndes Smiley Leider, leider gibt es auch in Frankreich keine Bäckereiabteilungen am Ausgang der Supermärkte (haben wir in USA/Kanada ja schon so vermisst), dafür aber evtl. einen Schmuck- und Parfümverkaufsstand! Smiley mit geöffnetem Mund Und natürlich gibt es vor allem Käse und Wein! Das, was in USA die Chipsgänge sind, sind hier Wein- und Käsegänge.

SuperU (Wein+Sekt)SuperU (Käse)SuperU (Wein+Sekt)

Eigentlich schon alles perfekt für einen kürzeren oder längeren Aufenthalt. Eine Steigerung ist aber noch vorhanden, nämlich ein Restaurant am Stellplatz/Hafen, das leider nur am Abend geöffnet hatte, sodass ein Kaffee am Nachmittag oder ein Eisbecher (womit geworben wird) nicht machbar war, auch nicht am Wochenende. Vielleicht nur in der Hauptsaison? Wir haben dort nicht gegessen, da es für uns nichts gab. Trauriges Smiley Das Innere und die große Terrasse machten aber einen guten Eindruck und sehr kreativ war der Zaun!

CorreCorreCorreCorreCorreCorre

Duschen, Toiletten und Waschmaschine/Trockner gibt es im Haupthaus, der Capitainerie. Es wird Wert auf Mülltrennung gelegt, alle Behälter sind akribisch beschriftet und die Erläuterungen sind ebenfalls mehrsprachig. Wer da noch seinen Abfall in den falschen Bottich wirft, der WILL es nicht verstehen.

Wir fühlten uns so wohl dort mit Sonne, Ruhe, Ausblick, dass wir gut und gerne noch Tage hätten bleiben können!

CorreCorre

Da wir aber einen feststehenden Termin für das nächste Wochenende hatten, fuhren wir sonntags weiter. Am Samstag gab es sogar ein Open-Air-Konzert vor der Restaurantterrasse! Der (uns nicht bekannte) Sänger Johnny Success gab alles von der zur Bühne umgebauten Ladefläche seines (?) LKWs aus. Begleitet wurde er von zwei ebenfalls nicht mehr ganz jungen Gitarristen. Die Stimmung war gut, das Publikum wohlwollend und die vor der Bühne tanzenden Groupies waren altersmäßig angepasst. Kuss senden

CORRE; Aire de Camping-car de La Marina de Corre, Stellplatz für max. 32 Mobile auf Schotter und Wiese; €9 incl. Strom, VE, Sanitärnutzung, Müllentsorgung; Schatten nur direkt am Kanal; Ortskern und Intermarché in unmittelbarer Nähe; Restaurant am Platz; gutes WLAN (ab €2/Tag)

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3 Etappen

Nun mussten wir uns wirklich vom Atlantik verabschieden, zumindest für dieses Jahr! Wieder hieß es, Frankreich einmal durchqueren, diesmal allerdings eher wörtlich und nicht diagonal wie auf der Hinfahrt. Wir nahmen Kurs auf Freiburg, aber laaaangsam.

Unser nächstes Ziel diente nur als Zwischenübernachtung, entpuppte sich aber als liebevoll angelegter kostenloser Stellplatz in dem kleinen Städtchen Nieuil-l‘Espoir. Die Stadtväter fahren entweder selbst Wohnmobil oder haben erkannt, dass jeder, der hier pausiert, auch Geld da lässt. Für letzteres spricht, dass am Stellplatz ein Plakat eines Restaurants mit den angebotenen Menüs hing.

Nieuil-l'EspoirNieuil-l'EspoirNieuil-l'Espoir

Direkt vom Stellplatz aus hat man Zugang zu einem kleinen See. Ein Spazierweg führt um ihn herum und zu einem Freibad, das jetzt natürlich schon geschlossen war. Separat vom Stellplatz gibt es noch einen großen PKW-Parkplatz, der sicher mitbenutzt wird, falls es (in der Hauptsaison) mal voll werden sollte. Auch diese Nacht stand dort ein im Dunkeln angekommenes Wohnmobil, entweder weil der Fahrer die Einfahrt zum Stellplatz nicht rechtzeitig gesehen hatte, nicht stören wollte oder einfach nur ohne Nachbarn sein wollte.

Nieuil-l'EspoirNieuil-l'EspoirNieuil-l'EspoirNieuil-l'EspoirNieuil-l'EspoirNieuil-l'Espoir

NIEUIL-L’ESPOIR; Aire de service Camping-car, Stellplatz für 10 Mobile auf Schotter; kostenlos; Strom (nur an der VE-Station) per Automat über Jetons (im Einzelhandel verfügbar) €2/h; kein Schatten; Stadtkern in unmittelbarer Nähe; VE vorhanden (Wasser €2/100l)

Am nächsten Mittag fuhren wir weiter bis Châteauroux und dort auf den ACSI-Campingplatz „Le Rochat Belle Isle“. Hier wurden wir von einem fürchterlich nach Alkohol riechenden Mann langsam und akzentuiert auf französisch gefragt, ob wir es vorziehen würden, dass er – langsam – französisch mit uns spricht oder lieber englisch. ENGLISCH!?!? Ob englisch schnell oder auch langsam, sagte er nicht. Ich entschied mich für langsames französisch, verstand aber schon den ersten Satz sowas von gar nicht, dass wir uns dann doch auf englisch einigten. Wir erfuhren, dass wir uns einen beliebigen Platz aussuchen könnten, dass wir die Platznummer NICHT mitteilen müssten, dass das große Sanitärhaus für den Winter schon geschlossen sei und von wo und wann der kostenfreie Bus in die Stadt abfährt. Und dass wir, falls wir das WLAN nutzen wollten, uns nicht zu weit von der Rezeption entfernt hinstellen sollten. Das war die erste Herausforderung! Rund um die Rezeption hatten die Plätze Rollstuhlfahrer-Markierungen. Das haben wir auf einem Campingplatz auch noch nicht gesehen! Wir fuhren eine zweite Runde und nahmen den ersten frei verfügbaren Platz. Gegenüber stand ein Wohnmobil auf einem mit Rollstuhl markierten Platz, allerdings liefen beide Insassen fröhlich auf zwei Beinen in der Gegend herum. Bei näherem Hinsehen hatten sie an ihrer Windschutzscheibe einen Behindertenausweis kleben! Wie das geht, haben wir nicht erfahren. Vielleicht war er vom Opa ausgeliehen? WLAN funktionierte natürlich nicht, allerdings auch nicht direkt vor der Rezeption auf dem Kinderspielplatz. Trauriges Smiley

Die zweite Herausforderung war das kleine Sanitärhaus. Eine „Baracke“ mit Toiletten und drei Duschen in einem Raum, für Männlein und Weiblein gemeinsam. Mein erster Versuch scheiterte daran, dass alle Duschen belegt waren und die Luftfeuchtigkeit unangenehm hoch war. Einen zweiten Versuch unternahm ich nicht mehr, nachdem Uschi vom Duschen zurückkam und erzählte, wie es ist, wenn nicht nur die Duschen, sondern auch die Toiletten intensiv genutzt werden. Enttäuschtes Smiley

Die dritte Herausforderung meisterten wir ebenfalls nicht. Es gab keine Bushaltestelle in der Straße vom Campingplatz. Auch keine am Ende in der nächsten Querstraße, zumindest nicht für unsere Linie. Wir liefen weiter. Auf der Hauptstraße überholte uns „unser“ Bus. Aber da waren wir schon fast im Stadtzentrum. Das erwies sich als nicht wirklich bemerkenswert, sodass wir bald den Rückweg antraten, zu Fuß. Wir hätten zwar eine Haltestelle gefunden, wo wir hätten einsteigen können, wussten aber immer noch nicht, wo wir aussteigen müssten. Die Entscheidung war gut, denn so kamen wir (wir hatten einen Stadtplan) durch einen Park, der sich als der botanische Garten entpuppte, den der Rezeptionist uns empfohlen hatte. Das war dann auch eindeutig das Highlight von Châteauroux!

ChâteaurouxChâteauroux

CHÂTEAUROUX; Campingplatz „Le Rochat Belle Isle“ mit 152 Parzellen auf Gras, parkartig angelegt, überwiegend schattig; freies WLAN rund um die Rezeption; Kinderspielplatz; Freizeitsee, Restaurant, Gratis-Schwimmbad in der Nähe; Stadtzentrum in fußläufiger Entfernung oder per Gratis-Bus erreichbar; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung (€15+€0,35/Person) vom 1. Sept. bis 30. Nov. und vom 1. Febr. bis 30. Juni; Mietunterkünfte

Die nächste Etappe führte uns bis Marceney. Der Campingplatz hatte den vielversprechenden Namen „Les Grebes du Lac de Marceney“. Ein See! Sicher nicht so ganz klein, wenn der Campingplatz nach ihm benannt ist. Der Platz war absolut in der Pampa, die Ortschaften auf dem Weg dorthin winzig. Aber egal, wir wollten ja eigentlich nur eine Nacht bleiben, außer See und Campingplatz wären besonders schön. Die Rezeption war von einem großen Aufenthaltsraum, eher eine Halle oder ehemalige Scheune, abgetrennt. Geöffnet bis 20 Uhr. Anwesend war niemand, auch kein Hinweisschild „Komme gleich wieder“ oder so. In der Halle sah es aus, als ob gerade ein Fest stattgefunden hätte und man beim Aufräumen wäre. Und noch nicht so genau entschieden hätte, was wohin verräumt werden soll. Uschi musste mal. Ich wollte ja eigentlich endlich duschen, nahm aber sofort davon Abstand, als ich die „Sanitäranlagen“ sah. Unbeheizt, sehr spartanisch, nicht besonders sauber. Nein, danke! Es war immer noch niemand aufgetaucht. Eigentlich sollte man weiterfahren, aber wir waren schon lange genug unterwegs gewesen und wollten Feierabend machen. Wir beschlossen, einfach auf den Platz zu fahren und uns eine Parzelle auszusuchen. Das Gelände war größer als vermutet, der Weg schlängelte sich zwischen Bäumen und Gesträuch durch bis auf eine Wiese, auf der schon ein holländisches Wohnmobil und ein holländischer Wohnwagen standen. ACSI-Platz halt! Zwinkerndes Smiley

Marceney

Der Mann aus dem Wohnmobil stieg gleich aus, als wir anhielten und erklärte uns, warum er mitten auf dem geschotterten Durchfahrtsweg stand. Sie hätten sich am Morgen auf einem anderen Platz im Sand festgefahren. Wir bekamen auch die Info, dass der Campingplatzbetreiber noch einen anderen Platz habe und dort sei. Man könne ihn aber anrufen. Sein Freund, der in dem Wohnwagen lebe und ihn vertrete, sei auch gerade nicht da, weil er seine Frau ins Krankenhaus hätte bringen müssen. Wir könnten aber einfach dort stehenbleiben, eine Stromsäule gäbe es auch. Der Holländer sprach ein wenig schleppend, was ich darauf zurückführte, dass deutsch für ihn ja eine Fremdsprache ist.

Keine Viertelstunde später kam seine Frau aufgeregt zu uns, sie habe mit dem Campingplatzbesitzer telefoniert, er solle ihr einen Krankenwagen schicken, ihr Mann müsse ins Krankenhaus! Vor lauter Aufregung fielen ihr keine deutschen Wörter mehr ein, dafür aber englische! Es stellte sich heraus, dass ihr Mann schon beim Aufwachen am Morgen Beschwerden gehabt hatte, die auf einen leichten Schlaganfall hinwiesen. Sie hätten eine fürchterlich stressige Woche hinter sich und wären froh gewesen, für ein paar Tage wegfahren zu können. Das Festfahren war dann evtl. schon eine Folge seiner Unpässlichkeit, hatte den Stress aber sicher noch erhöht. Und jetzt könne er plötzlich nicht mehr sprechen! Der Krankenwagen kam schnell, eine Ärztin, zwei Sanitäter, ein Fahrer, keiner sprach englisch!!! Der Fahrer war Spanier und da unser Spanisch besser ist als mein Französisch, dolmetschten wir letztendlich in fünf Sprachen, denn inzwischen war auch der holländische Freund des Campingplatzbesitzers wieder da. Die Holländerin übergab ihm die Wohnmobilschlüssel und fuhr mit ihrem Mann im Krankenwagen mit. Wir hatten noch nicht zu Abend gegessen, aßen später aus Hunger, aber ohne Appetit. Man macht sich dann ja so seine Gedanken, was wäre, wenn… Wenn man z. B. einen Hund dabei hätte. Oder wie die Frau vom Krankenhaus, das 30km entfernt war, wieder auf den Campingplatz zurückkommen würde. In völlig fremder Umgebung, nachts. Wenn man selbst betroffen wäre. In einem Land, dessen Sprache man nicht oder nur unzulänglich beherrscht. Und in dem niemand englisch spricht! Aber englisch ist doch Medizinersprache – oder nur lateinisch? Ich blieb lange auf und ließ das Verdunkelungsrollo unten. Aber nebenan tat sich nichts mehr und am nächsten Morgen war klar, dass niemand nach Hause gekommen war. Obwohl wir die Leute ja gar nicht kannten, überlegten wir, noch eine weitere Nacht zu bleiben. Es gab ja noch den See? Nein, der sei nicht mehr da, erfuhren wir. Es sei ein Stausee und der sei abgelassen worden! Und der Holländer wusste auch, dass der Nachbar abends wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden war, sie sich ein Zimmer in einem Hotel genommen hätten, weil er noch am nächsten Morgen zur Nachuntersuchung müsste. Und danach kämen sie zurück. Das beruhigte uns, wir klebten einen Zettel mit Genesungswünschen an die Wohnmobiltür, ich fotografierte den nicht vorhandenen See und wir fuhren – ungeduscht – weiter.

MarceneyMarceneyMarceneyMarceneyMarceneyMarceneyMarceney

MARCENEY; Campingplatz „Les Grebes du Lac de Marceney“ mit 140 Parzellen auf Gras, teilweise schattig; kleiner Einkaufsladen, Kinderspielplatz, Schwimmbad; Geschäfte in 4km Entfernung; Gratis-WLAN an der Rezeption; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung (€15) vom 24. Aug. bis 30. Sept. und vom 1. Mai bis 7. Juli; Mietunterkünfte

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Ein Schloss am Meer

Wir fuhren weiterhin an Weinstöcken entlang, weitläufig rechts um Bordeaux herum und auf der östlichen Seite der Gironde hoch bis zu ihrer Mündung. Wir kamen durch ein Örtchen, dessen Name länger war als der Ort selbst: Chenac-Saint-Seurin-d‘Uzet. Die Franzosen lieben ja nicht nur Kreisverkehre, sondern auch Bindestriche. Smiley mit geöffnetem Mund Aber einen hübschen kleinen Hafen gab es und sogar einen kostenfreien Wohnmobilstellplatz, für vielleicht drei oder vier Mobile.

unterwegsChenac-Saint-Seurin-d‘UzetChenac-Saint-Seurin-d‘Uzet

In Blaye verfuhren wir uns kurz, kamen ein Stück zu weit in den Ort hinein und so kam ich zu einem Foto meines Lieblings“wohnmobils“, ein Citroen HY. Eine große Festung gibt es, auch einen Wohnmobilstellplatz und es würde sich wohl lohnen, dort noch einmal vorbeizufahren. Allerdings ist der Platz nur von Mai bis September geöffnet.

HYHY

Wir wollten aber noch ein letztes Mal so dicht wie möglich ans Meer, bevor wir ins Landesinnere abbiegen würden. Kurz vor der Île d‘Oléron machten wir Station in dem kleinen Küstenort St. Palais-sur-Mer.

St. Palais-sur-Mer

Es gab zwei Campingplätze, die auch beide noch geöffnet hatten, einer von ihnen bot ACSI an. Er war noch erstaunlich gut besucht und wir hatten die Wahl zwischen fünf Plätzen. Das angepriesene WLAN gab es wieder nur in einem Internetraum, der auch gleichzeitig Billard- und Fernsehraum war, sehr gemütlich eingerichtet. Mit Registrierung gab es jeden Tag 30 Minuten Internetzugang pro Gerät umsonst, das Bezahl-Internet war (zu) teuer. Als ich das erste Mal dort saß, ging ein kräftiger Gewitterregen mit Sturm los, der die Pendeltür zum Eingangsbereich nach innen öffnete, sodass es heftig hineingeregnet hätte, wenn ich die Tür nicht mit einem zum Glück herumliegenden Aufnehmer hätte verklemmen können. Am zweiten Abend wollten wir gemeinsam unsere 30 Minuten nutzen, draußen saß ein Holländer, der uns mitteilte, dass der Internet- und Fernsehraum bereits geschlossen sei. Es war kurz nach 20 Uhr und mit Schließung der Rezeption wurde offensichtlich auch hier geschlossen. Wer schaut denn auch schon nach 20 Uhr fern? Oder will noch ins Internet??? Draußen war es uns eindeutig zu kalt, da nutzten wir doch lieber unser eigenes Internet schön im Warmen in Boxi! Das ist einer der Vorteile von ACSI, dass im Preis 4 kW Strom pro Nacht enthalten sind. Und die Heizung in Boxi läuft wahlweise über Gas oder über Strom. Smiley

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Der „Ort“ besteht aus einer Reihe von Restaurants und einer Promenade. Ganz am Ende gibt es sogar einen schönen Sandstrand, die restliche Küste besteht aus Klippen.

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Kleine Anglerhütten auf riesigen Stelzen stehen im Meer und man wundert sich, dass sie die Winterstürme unbeschadet überstehen. Ab und zu wohl auch nicht, dann bleiben zwar vielleicht noch die Stützen stehen, aber die Hütte geht schwimmen.

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Wir machten direkt nach unserer Ankunft einen schönen Spaziergang direkt an den Klippen entlang. Dieser Fuß- und Radweg führt kilometerlang am Meer entlang, vielleicht sogar bis Royan, direkt an der Mündung der Gironde ins Meer. Von dort geht eine Autofähre hinüber nach Le Verdon-sur-Mer. Den Leuchtturm von Cordouan, der dienstälteste Leuchtturm Frankreichs, an dem die Fähre vorbeifährt, konnten wir von St. Palais-sur-Mer aus auch sehen, nicht nur auf der Schautafel.

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Und wir vermuten, dass der Ort seinen Namen von diesem Schlösschen hat, inzwischen angebaut und zum Hotel erweitert. Wobei wir unter einem Palast (palais) eigentlich etwas größeres verstehen würden. Und warum heilig (St. = Saint = Sankt)???

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

Eine weitere Frage blieb ebenfalls unbeantwortet: Was macht man hier im Urlaub??? Angeln, essen gehen, mit dem Rad (falls man eins dabei hat) zum Strand fahren und (sonnen)baden? Den Klippenweg entlanglaufen und zum Leuchtturm hinüberschauen? Gut, für eine Woche mag das reichen, für manche Menschen vielleicht sogar für zwei Wochen. Und mehr Urlaub am Stück macht „man“ wahrscheinlich nicht. Keine Frage, es ist hübsch dort, vor allem auch der Campingplatz, der direkt an der Uferstraße liegt. Der muss mal größer gewesen sein, an einer Stelle war eindeutig eine Durchfahrt gewesen, jetzt war hinter dem Zaun noch eine Außendusche zu sehen und ansonsten dschungelartiger Wald.

St. Palais-sur-MerSt. Palais-sur-Mer

St. Palais-sur-Mer Der Campingplatzplan wies auch einen Freilaufbereich für Hunde aus. Der war sogar in zwei getrennte Bereiche unterteilt, für den Fall, dass einige Hunde sich nicht vertragen. „Happy Dogland“ hieß die Doppelbahn mit Wasserstelle und Hundedusche. Wir haben nur einen Hund dort gesehen und der sah eher gelangweilt als happy aus. HAPPY DOGLAND, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen in einem Land, in dem ansonsten AUSSCHLIESSLICH französisch gesprochen wird! Enttäuschtes Smiley Aber dieser Platz war auch in anderer Hinsicht außergewöhnlich, es gab nämlich Beschriftungen und Platzpläne außer in französisch auch in englisch, niederländisch und deutsch! Das hatten wir selten bis nie!!! Meistens waren wir schon froh, wenn die Rezeptionisten englisch sprachen. Also Vielfalt und individuelle Freiheit, sogar für Bäume!

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ST. PALAIS-SUR-MER; Campingplatz „Le Puits de l’Auture“ mit 186 Parzellen auf Gras, teilweise schattig; kleiner Einkaufsladen, Kinderspielplatz, Internet- und Fernsehraum, Hundefreilaufflächen; Restaurants, Bars, Geschäfte in unmittelbarer Umgebung; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung (€17) vom 26. Aug. bis 3. Okt. und vom 27. April bis 9. Juli; Mietunterkünfte

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Auf Klassenfahrt ;-)

Die beiden Neuankömmlinge in Cadillac sortierten sich, nachdem alle PKWs den Platz verlassen hatten, neben uns ein, mit sehr geringem Abstand. Aber das störte uns nicht weiter, wir wollten sowieso nur einen Stadtrundgang machen und dann weiterfahren.

Cadillac

Das nächste Ziel hieß Créon in der Nähe von Bordeaux. Wir checkten auf dem ACSI-Campingplatz „Bel Air“ ein. Von dort konnte man per Bus nach Bordeaux fahren und das hatten wir vor. Uns wurde eine Parzelle zugewiesen, die sich als etwas schlammig herausstellte. Die anderen sahen allerdings auch nicht viel besser aus, waren noch dazu schief. Die wenigen geschotterten Plätze waren belegt. Nun ja, für zwei Nächte würde es schon gehen. Dafür waren die Sanitäranlagen sehr schön. Und wir brauchten mal wieder ein WLAN, für Updates und um den aktuellen Blogbeitrag hochzuladen. In Boxi ging zwar nichts, aber es gab neben der Rezeption einen „Clubraum“, groß, mit bequemen roten Sitzbänken, Tischen und Stühlen und richtig schnellem Internet, kostenfrei. Smiley

Créon (Bel Air)Créon (Bel Air)Créon (Bel Air)Créon (Bel Air)

Am nächsten Mittag nahmen wir den Bus nach Bordeaux. Es kam nur eine Abfahrtzeit für uns in Frage, 12:54 Uhr. Davor, um 8:24, stand gar nicht zur Diskussion und danach, um 17:34, wäre zu spät gewesen. Aber 12:54 war für mich ja geradezu ideal! Die Haltestelle war direkt am Campingplatz, der Bus war pünktlich und leer, die Fahrt kostete hin und zurück €4,20/Person. Ziemlich preiswert für jeweils fast eine Stunde Fahrzeit. Wir fuhren über die Dörfer! Und natürlich an diversen Winzereien vorbei, die alle irgendetwas mit „Château“ hießen. Schon auf der Fahrt von Cadillac nach Créon gab es rechts und links der Straße nichts anderes mehr als Weinberge und -felder. Aber wo soll der Bordeaux auch wachsen, wenn nicht hier!?

Bordeaux

Die Stadt Bordeaux hielt nicht, was wir (ich) uns versprochen hatten. Lag es am Wetter, das etwas regnerisch war? Irgendwie sprang kein Funke über, obwohl es durchaus nette Ecken und Details gab.

BordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeauxBordeaux

Vielleicht sind wir auch schon verwöhnt und eine eher “normale” französische Stadt reicht uns nicht mehr? Uschi war sie sowieso zu groß und zu quirlig war sie uns beiden. Hängt das mit dem Alter zusammen? Erstauntes Smiley Wir liefen die Haupteinkaufsstraße einmal rauf und einmal runter, machten den einen oder anderen Abstecher in Seitenstraßen, einen Café au lait gab es auch und wir fütterten die Tauben mit Krümeln einer der leckeren französischen Rosinenschnecken, dann aber entschieden wir relativ spontan, den nächsten Bus zu nehmen. Wir beeilten uns, auf der Pont de Pierre die Garonne zu überqueren, um ihn nicht zu verpassen.

BordeauxBordeaux

An der Bushaltestelle standen sehr viele junge Leute, offensichtlich Schüler, alle so 16 bis 18 Jahre alt. Unsere Linie 404 kam mit etwas Verspätung, der ganze Pulk strömte zur vorderen Tür. Aber dann ging es nicht etwa zügig voran, sondern ausgesprochen schleppend. Die Schlange der wartenden Jugendlichen wurde nur im Zeitlupentempo kürzer. Was war da los? Auffallend war, dass alle ganz geduldig und ohne zu murren draußen standen. Wir standen zu weit hinten, um sehen zu können, was im Inneren des Busses passierte. Aber nach ca. 10 Minuten waren auch wir so weit vorgedrungen (ein netter junger Mann ließ uns sogar noch den Vortritt), dass wir das Schauspiel aus nächster Nähe mitbekamen. Eine sehr taffe, sehr modisch gekleidete, jüngere Busfahrerin kontrollierte akribisch bei jedem Eintretenden den Fahrausweis. Vielleicht stellte sie auch Dauerkarten aus, auf jeden Fall dauerte es ewig. Das Schuljahr hatte ja gerade erst angefangen. Der Bus war eher ein Reisebus als ein Bus des öffentlichen Nahverkehrs, es gab so gut wie keine Stehplätze. Nach uns waren noch vier oder fünf Sitze frei und draußen standen noch einige Wartende. Die Fahrerin lief durch den ganzen Bus und kontrollierte, ob alle Plätze besetzt waren, wies ein Mädchen, das stehen wollte, darauf hin, dass sie sich setzen müsse, was diese auch tat, sichtlich nicht begeistert, aber ohne ein Widerwort. Ich glaube, die Kids kannten diese resolute Busfahrerin. Smiley mit geöffnetem Mund Als auch der letzte Platz besetzt war, schloss sie die Tür und der Bus fuhr mit zwanzigminütiger Verspätung ab. Die Zurückgebliebenen brauchten nur noch 10 Minuten auf den nächsten Bus zu warten! Jetzt verstanden wir auch, warum in unserem Busfahrplan, den wir vom Campingplatz bekommen hatten, erst dieser nächste Bus gelb gemarkert war. Laut lachen Über Mikrofon kam nach kurzer Zeit die unmissverständliche Aufforderung, sich anzuschnallen und fast alle der Jugendlichen taten es. Wir kamen uns vor wie früher auf einem Schulausflug! Zwei Klassenstärken waren vertreten, der Bus ein Reisebus, rundherum nur Jugendliche. Und wie diszipliniert es zuging! Kein Geschrei, kein lautes durch den Bus rufen, jeder unterhielt sich leise mit seinem Nachbarn oder hörte Musik. In deutschen Schulbussen sieht das etwas anders aus! Lag das daran, dass diese Schüler schon älter waren? Oder ist die französische Erziehung anders als die deutsche?? Wir waren auf jeden Fall schwer beeindruckt. Nach und nach stiegen die Schüler wieder aus. Die Fahrerin öffnete nie die hintere Tür, auch die, die ganz hinten saßen, mussten durch den ganzen Bus nach vorne laufen, um dort auszusteigen. Wenn sie zu früh dort ankamen, bekamen sie die Anweisung, sich noch kurz auf einen der inzwischen freien Plätze zu setzen, bis der Bus stand. Kaum einer ging grußlos, die Fahrerin nickte stumm und ohne eine Miene zu verziehen. Uns hätte sie dann fast vergessen, obwohl außer uns nur noch zwei weitere Personen im Bus waren, wir die einzigen Erwachsenen gewesen waren, bis zum Campingplatz gelöst hatten und auch rechtzeitig den Halteknopf gedrückt hatten. Nur weil sie in den Innenspiegel schaute und uns schon stehen sah, gelang es ihr noch, ihren Bus ein paar Meter hinter der Haltestelle zum Stehen zu bringen. Und da wir jetzt ja einen längeren Weg zurück hatten, durften wir tatsächlich hinten aussteigen!!! Wir bedankten uns und bekamen den Anflug eines Lächelns zurück. Smiley

CRÉON/BORDEAUX; Campingplatz „Bel Air“ mit 64 Parzellen auf Wiese/Lehmboden/Schotter, teilweise schattig; Bordeaux zu erreichen per Bus ab dem Campingplatz (pro Fahrt 1 Std.); Restaurant, Schwimmbad, Kinderspielplatz, kostenfreier WLAN-Punkt; mittlere Preiskategorie, ACSI-Vergünstigung (€17) vom 26. Aug. bis 5. Dez. und vom 9. Jan. bis 6. Juli; ganzjährig geöffnet; Mietunterkünfte

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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Cadillac und Wohnmobil

Ich war, wie schon erwähnt, seit Jahrzehnten im Sommer weder in Spanien noch in Frankreich. Unbedingt wollte ich jetzt ein Stück der französischen Atlantikküste abfahren. In meiner Vorstellung waren hübsche kleine Küstenörtchen mit hübschen Geschäften, hübschen Häusern, hübschen Blumen, hübschen Cafés. Hmmm…    Ja, ich weiß, dass sich Erinnerungen im Laufe der Zeit verfälschen und meist sind sie hübscher, farbiger, positiver als es damals wirklich war. Vielleicht ist das ja auch eine hilfreiche Sache des Gehirns, dass es die negativen Dinge, Erfahrungen, Erlebnisse eher ausblendet. Kurzum, die hübschen Städtchen aus meiner Erinnerung haben wir nicht gefunden. Die ursprünglichen Ortskerne sind unbedeutend, das (touristische) Leben findet am Strand statt. Dort sieht es überall gleich aus. Eine oder mehrere Straßen mit Restaurants, Geschäften mit Kram und Krempel, Eisbuden, Straßencafés und, und, und. Hat man eins gesehen, hat man alle gesehen. Nein, ich war nicht frustriert, eher ein wenig erstaunt und schnell war klar, dass ich das auch nicht (mehr?) brauche. So war es in Moliets-Plage und in Mimizan-Plage, nur Contis-Plage machte eine kleine Ausnahme. Was evtl. daran lag, dass es dort nur eine Straße mit Attraktionen gab und schon einiges geschlossen hatte, weil nichts mehr los war. Und wir dort seit langem mal wieder richtig leckere Pommes frites bekamen. Smiley Warum heißen die eigentlich so? Im Französischen sind pommes ja Äpfel. Aber Pommes frites sind ja keine frittierten Äpfel! Kartoffel heißt auf französisch pomme de terre, also Erdapfel. In Frankreich sagt man aber weder pommes de terre frites noch pommes frites, sondern schlicht und ergreifend frites. Das könnte nun wiederum alles mögliche sein. Laut lachen

MimizanContis-PlageMimizan-PlageContis-PlageContis-PlageContis-Plage

Die Strände sind natürlich eine Offenbarung! Kilometerlang, goldgelb, feinsandig, breit. Jetzt im Spätsommer auch nicht mehr überlaufen.

Contis-Plage

Der Wohnmobilstellplatz in Contis-Plage gefiel uns auch ausnehmend gut. Er ist nicht so riesig und etwas unpersönlich wie der in Capbreton, sondern naturbelassener. Man hat die Wahl (wenn man die Wahl hat) zwischen Schotter und Sandboden, Sonne oder Schatten unter Pinien. Zum Strand ist es allerdings ein klein wenig weiter als in Capbreton, wo man ja nur über die Düne muss.

Contis-PlageContis-PlageContis-PlageContis-PlageContis-Plage

Cadillac Dann verließen wir die Küste auf der Höhe von Bordeaux. Uschi hatte als Zwischenziel einen kleinen Stellplatz in einem kleinen Städtchen mit einem netten Namen ausgesucht, Cadillac. Der Bordatlas sprach von historischem Stadtkern und wir waren etwas enttäuscht, dass außer einem alten Stadttor und einem Rest Stadtmauer es sonst nichts bemerkenswertes gab. Alt waren die Gebäude schon, aber nicht besonders schön. Die gesamte Stadt wirkte so, als ob sie schon bessere Zeiten gesehen hätte. Dabei gibt es sogar ein Schloss, das im Laufe seiner Geschichte zum Frauengefängnis umfunktioniert wurde und jetzt ein Museum ist. Und die Kirche war, obwohl von außen relativ unscheinbar, von innen überraschend schön.

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Der Wohnmobilstellplatz ist ausgewiesen für 10 Mobile. Unser dusseliger Tommie führte uns durch ein Stadttor hindurch direkt in das Stadtinnere. Das war sicher der kürzeste Weg, aber sicherlich nicht der sinnvollste. Ich denke ja immer in Oscarlotta-Kategorien und nicht nur einmal auf dieser Tour ist klar geworden, dass ich mit Oscarlotta DIESEM TomTom nicht vertrauen sollte. Wir sind z. Z. dabei, verschiedene Navigationsapps zu testen. Trauriges Smiley

Cadillac 10 Mobilplätze ist ja nicht so arg viel, aber es stellte sich heraus, dass für uns noch Platz war. Drei französische Mobile standen bereits an der rechten Seite des Platzes, auf der linken standen PKWs. Es waren mehrere deutlich sichtbare Hinweisschilder aufgehängt, die darauf hinwiesen, dass hier nur Wohnmobile die Berechtigung zum Parken haben, aber es gibt ja Menschen, die das nicht interessiert. Bitte, liebe Nicht-Wohnmobil-Fahrer unter unseren Lesern, parkt euren PKW NIEMALS auf einem für Wohnmobile reservierten Platz. Wir haben in Städten keine andere Möglichkeit, unsere Mobile zu parken, die größeren schon gar nicht. Und da, wo man vielleicht noch parken könnte, darf oder möchte man dann nicht übernachten. In Frankreich ist es jetzt sogar schon so, dass viele Supermarktparkplätze mit Höhenbegrenzungen versehen sind, sodass man mit einem Wohnmobil dort gar nicht mehr hineinfahren kann.

Sogar vor dem Tor zum angrenzenden Grundstück war ein PKW abgestellt, direkt vor dem dort befestigten Schild! Als der Grundstückseigner kam, lief er zu einem Gebäude und kam mit der Fahrerin des Wagens wieder zurück. Er kannte das wohl schon.

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Auf dem Grundstück steht ein Gebäude, in dem sich offenbar Gymnastikräume befinden, denn nach einiger Zeit kamen viele Frauen mit Sporttaschen heraus, gingen zu ihren Autos und fuhren davon.

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Am nächsten Morgen wurde es dann noch interessanter! Wir wurden wach von Türen schlagen und als wir aufstanden, waren wir umringt von geparkten PKWs. Eine Kursteilnehmerin war wohl ein wenig zu spät dran, quetschte ihr Auto zwischen uns und den Nachbarn und war weg, ehe Uschi rausspringen und protestieren konnte.

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Das war nun wirklich eine Unverfrorenheit! Außer dem Nachbarn und uns waren nur noch PKWs auf dem Platz. Der angrenzende PKW-Parkplatz war zugegebenermaßen auch voll, es war also offensichtlich Bedarf da, aber muss man sich deswegen über sämtliche Verbotsschilder hinwegsetzen und sogar auf der Ent- und Versorgungsstation parken??? Nur 50m weiter die Straße entlang gab es einen weiteren PKW-Parkplatz und noch einen weiteren in 50 Metern. Aber wenn man zum Sport geht, kann man ja unmöglich vorher noch SO weit laufen!

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Es dauerte keine 5 Minuten, da kamen zwei französische Wohnmobile auf den Platz gefahren. Der (französische) Nachbar ging zu ihnen und klärte sie über die besonderen Bedingungen auf. Daraufhin fuhren sie nicht etwa wieder, weil der Platz ja voll war, sondern stellten sich mitten auf den Platz und warteten. Keiner von den widerrechtlich geparkten PKWs konnte jetzt den Platz verlassen. Irgendwann kamen die ersten Frauen von ihrem Kurs und waren offensichtlich nicht nur überrascht, sondern auch überfordert mit der sich ihnen bietenden Situation. Zumal die Wohnmobilfahrer keine Anstalten machten, ihr Mobil zu bewegen. Die, die noch auf dem PKW-Parkplatz geparkt hatten, machten sich vom Acker. Die nächsten versuchten mühsam, ihr Auto unter mehrfachem Vor- und Zurückfahren zu wenden, einige machten den Eindruck, dass sie unangenehm berührt, weil schuldbewusst, waren, andere waren nur wütend. Die, die gar nicht rauskamen, mussten jetzt die Wohnmobilbesatzungen bitten, Platz zu machen. Ein Fahrer kam den Bitten nach und fluchtartig verließen die Damen den Platz. Der andere blieb zunächst stehen, was zur Folge hatte, dass seine Frau, die draußen stand, von einer PKW-Fahrerin wüst beschimpft wurde. Dann ging diese auf die Fahrerseite und diskutierte mit dem am Steuer sitzenden Mann. Was der ihr sagte, konnten wir weder hören noch hätten wir es verstanden, aber letztendlich fuhr er sein Mobil aufreizend langsam erst ein kleines Stück nach vorne und dann wieder zurück. Wie die Ratten das sinkende Schiff verließen alle noch verbliebenen PKWs den Platz! Ob wohl eine der Damen etwas daraus gelernt hat???

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CONTIS-PLAGE; Aire de Camping-car du Phare, Stellplatz für 71 Mobile auf Schotter und Sand; 13,00 Euro Juni-Sept., 9,00 Euro März, Apr., Mai, Okt., Nov., kostenfrei Jan., Febr. (zahlbar bei Einfahrt am Automaten per Kreditkarte) incl. Strom, Wasser, Entsorgung; kleines Sanitärgebäude; auch für große Mobile geeignet; teilweise schattig; max. Aufenthaltsdauer 72 Stunden; Strandzugang und kleiner Ort mit Einkaufsmöglichkeit (?) ca. 500m

CADILLAC; Aire de Camping-car du Parc, Stellplatz für 10 Mobile auf Asphalt; kostenlos; Strom per Automat nicht mehr verfügbar (zugeklebt); kein Schatten; Stadtkern in unmittelbarer Nähe; max. Aufenthaltsdauer 72 Stunden; VE vorhanden

written by Ingrid
photos taken with iPhone and Mobistel Cyrus F9

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

Cape Breton oder Capbreton

Da die Wetter-Apps weiterhin regnerisches Wetter vorhersagten, für die französische Atlantikküste aber sogar Sonnenschein, beschlossen wir, Spanien Lebewohl zu sagen. Am nächsten Tag hatte uns Frankreich wieder! Wieder war Sonntag und die Franzosen sind offenbar genauso flanierfreudig wie die Spanier. Alle Küstenorte waren zugeparkt, keine Chance auf einen Café au lait. Wir kamen an einem Wohnmobilstellplatz vorbei, an dem schon ein Wohnmobil in der Zufahrt stand und wohl darauf wartete, dass noch ein Platz frei werden würde. Ich glaube, das war in Biarritz. Zum Glück wollten wir dort nicht hin! Es ist ja schon Nachsaison, die Schulen haben wieder begonnen, aber offenbar werden die französischen Familienurlauber nahtlos abgelöst von den französischen Rentnern. Und Scharen von Niederländern sind unterwegs! Ein wenig beschlich uns die Sorge, dass der von uns angesteuerte Platz auch voll sein könnte. Allerdings wies der Bordatlas 135 Stellplätze aus, die würden doch wohl nicht alle belegt sein?!?! Enttäuschtes Smiley Der erste Blick auf den Platz ließ uns aufatmen, es war genug frei. Es handelt sich um einen großen Asphaltplatz mit Stellplätzen rundherum am Rand und zweireihig in der Mitte. Wir entschieden uns für den Rand an einer Sanddüne und ließen rechts und links je einen Platz frei. Das war doch schon mal nicht schlecht!

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Gegen 17 Uhr kam eine Bedienstete der Gemeinde oder der Gesellschaft, die den Platz verwaltet, und kassierte €13,50 (incl. Strom und VE). Wir bezahlten gleich für zwei Nächte, denn wir wollten noch einmal Strand und Meer. Ist auch nicht mehr ganz preiswert!

Uschi düste mit dem Roller los und landete aber offenbar schon im Nachbarort mit Yachthafen und den üblichen touristischen Saisonlokalen, -geschäften, -kiosken. Den eigentlichen Kern Capbretons entdeckten wir erst am übernächsten Tag bei unserer Weiterfahrt. Hier sah es so aus, als ob das ganze Jahr über Betrieb sein würde.

Am zweiten Tag ging es an den Strand! Das Wetter war wirklich so schön wie vorhergesagt und wir konnten noch einmal barfuß durch die Wellen laufen.

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Bereits nach kurzer Zeit lagen die ersten Bunkerreste im Sand. Diese Überbleibsel des Atlantikwalls hatten wir vor zwei Jahren in Dänemark ja schon gesehen, hier waren sie allerdings schon erheblich näher an die Meereskante gerutscht. Dass solche tonnenschweren Gebilde sich überhaupt von ihrem ursprünglichen Platz wegbewegen können, erscheint ganz unmöglich. Von Algen überwuchert und Graffiti-Künstlern verschönert, sahen sie nicht mehr ganz so bedrückend aus. Es bleibt trotzdem zu hoffen, dass so etwas nie wieder gebraucht wird!!!

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Capbreton Am Ende dieses breiten, langen, feinsandigen Strandes fing eine Promenade an mit geöffneten Lokalen, Geschäften und einer Eisdiele. Es gab also erst den Café au lait und dann für den Rückweg ein Eis auf die Faust! Die Eispreise, in Frankreich ja immer schon “etwas” höher, liegen aktuell bei €2,50 für eine, allerdings sehr große, Kugel. Je mehr Kugeln, desto preiswerter im Verhältnis. Aber mehr als eine Kugel braucht man (wir) wirklich nicht, so große Waffeltüten gibt es auch gar nicht. Und Eis aus dem Pappbecher macht keinen Spaß! Cooles Smiley

Auf dem Rückweg bezog sich der Himmel und es sah so aus, als ob wir nicht trocken nach Hause kommen würden. Aber der aufgekommene Wind vertrieb die Regenwolken. Ein einzelner Kite-Surfer versuchte sein Glück und obwohl man erkennen konnte, dass er seinen Schirm beherrschte, hatte er keine Chance. Mühsam musste er erst diesen über einige Meter von der Wasseroberfläche an Land ziehen und dann zu seinem in den ziemlich hohen Wellen treibenden Board schwimmen, um es zu retten. Nicht nur wir beobachteten sein nicht ungefährliches Treiben und verließen den Strand erst, als er wieder an Land war.

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Letztes Jahr um fast die gleiche Zeit, mit nur wenigen Tagen Unterschied, waren wir auf der anderen Seite des Atlantiks auf Cape Breton, der östlichen Halbinsel von Nova Scotia. Woher die ihren Namen hat, war uns hier, in Capbreton, dann sonnenklar. Smiley

CAPBRETON; Aire de Camping-car „Place des Océanides“, Stellplatz für 135 Mobile auf Asphalt; 13,50 Euro (wird kassiert) incl. Strom, Wasser, Entsorgung; auch für große Mobile geeignet; kein Schatten; das kostenfreie WLAN war (zumindest von unserem Platz aus) nicht verwendbar; max. Aufenthaltsdauer 48 Stunden; Preisstaffelung je nach Monat, Dez.-März kostenfrei (?); direkter Strandzugang, Ort mit Einkaufsmöglichkeit in fußläufiger Entfernung

written by Ingrid
photos taken with iPhone

P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.