Noch einmal Rømø

Unsere Dänemarkzeit geht langsam zu Ende und zum Abschluss unserer Rundreise beschlossen wir einen erneuten Kurzbesuch auf Rømø. Genau gesagt wurden wir von unseren beiden Kite-Girls gefragt, ob wir sie nicht noch einmal auf dem Strand von Lakolk treffen wollten. Natürlich wollten wir!

Rømø Strand

Dieses Mal reservierten wir vorher per mail einen Stellplatz auf dem “Autocamperplads Oasen Rømø”. Wir hatten Glück und bekamen den letzten freien Platz! In diesem Winter wird der Stellplatz um weitere 77 Plätze erweitert, dann kann man allerdings nicht mehr reservieren. Oasen RømøDenn auch hier machen die Betreiber die Erfahrung, dass Wohnmobilisten einen Platz reservieren, dann aber nicht kommen und noch nicht einmal absagen. So geschehen auch während unseres Aufenthaltes, als der reservierte Platz neben uns frei blieb. Wir standen wieder an der Pferdekoppel, ein paar Plätze weiter als beim letzten Mal und stellten unsere Räder zusammengeschlossen wieder an einen Zaunpfosten, oberhalb der Böschung. Spät am Abend ein schepperndes Geräusch draußen, wir schreckten hoch, sahen uns fragend an und ich hatte sofort den Gedanken, dass eins der Oasen RømøPferde unsere Fahrräder umgeworfen hat. So war es dann auch tatsächlich! Es hing seinen Hals weit und offenbar ohne Schmerzempfinden über den Stacheldrahtzaun, um unbedingt das Gras jenseits des Zaunes rupfen zu können. Es gab viel Gras, der Zaun ist endlos, es hätte netterweise auch um unsere Räder herumfressen können. 😦 Es sah uns ganz ruhig an, so als wollte es sagen, warum stellt ihr eure blöden Räder denn auch nicht woanders hin? Von Schuldbewusstsein keine Spur! Im Gegenteil, war da nicht sogar ein kleines Aufblitzen von aufmüpferischer Genugtuung in seinen Augen? Und was hat es jetzt davon, dass mein erst im Winter ersetztes Gangschaltungsdisplay wieder gesprungen ist??? Blödes Pferd!

written by Ingrid
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P.S.: Wie immer könnt ihr die Fotos durch anklicken auf Originalgröße bringen und den Fototext lesen, wenn ihr den Mauszeiger auf das Foto führt.

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Lyngvig Fyr

Den schönen Leuchtturm Lyngvig Fyr (erbaut 1906) sahen wir ja direkt aus Boxi heraus, bei Tag und – besonders eindrucksvoll – bei Nacht. Natürlich mussten wir auch mal näher hin zu ihm, was einen Spaziergang durch die Dünen bedeutete. Je näher wir kamen, desto schöner wurde er.Lyngvig Fyr Jetzt wollten wir ihn auch besteigen! Lyngvig FyrDas bedeutete erstens, Eintritt bezahlen (€6,70 incl. Leuchtturm= museum) und zweitens, 228 Stufen erklimmen!!! Also los!

Lyngvig FyrLyngvig Fyr 

Die Wendeltreppe war “einspurig” mit Ausweichen für den Gegenverkehr an regelmäßig vorkommenden Stellen.

Lyngvig FyrLyngvig Fyr (10)Lyngvig FyrLyngvig Fyr

Ganz zum Schluss gab es noch eine “Hühnerleiter” mit Ausstieg durch eine Klappluke, das allerdings nur noch auf allen Vieren! Der Ausblick entschädigte dann zum Glück für die Mühen, wir hatten gute Wetterverhältnisse und somit eine weite Sicht bis zum Fjord, über den Campingplatz und auf das Meer.

Lyngvig FyrBlick zum Ringøbing FjordBlick zum Ringøbing FjordAusblick von obenAusblick von obenAusblick von obenAusblick auf den Campingplatzwer entdeckt Big Fix und Boxi?

Das kleine, aber sehr liebevoll gestaltete Museum zeigte u. a. eine Rettungsrakete, mit der ab 1847 Leinen zu gestrandeten Schiffen geschossen werden konnten. Mit ihnen wurden kräftige Seile herübergezogen, an denen Rettungssitze befestigt waren. Auf diese Art wurden zu der damaligen Zeit zahlreiche Schiffbrüchige sicher an Land gebracht.

RettungsraketeRettungsraketeRettungsraketeRettungsraketeRettungsrakete

Der letzte Leuchtturmwärter von Lyngvig ging 1965 in Rente, nachdem der Leuchtturm automatisiert wurde. In früheren Zeiten taten außer ihm noch ein Leuchtturmmeister und ein Leuchtturmassistent Dienst. Sie lebten jeweils mit ihren Familien in eigenen Wohnungen im Leuchtturmwärterhaus, in dem heute das Museum, ein Shop und ein Café untergebracht sind. Außer diesen Menschen lebte niemand in der öden Dünenheide. Sie waren absolute Selbstversorger durch Jagd, Fischerei und die Bewirtschaftung von Kohlbauernhöfen. Sie verbrachten viel Zeit damit, das Gewicht für das Uhrwerk der Linse zu ziehen (alle 3-4 Stunden), die Linse zu warten und zu putzen, was einmal pro Woche 30 Stunden dauerte (!) sowie die Fenster des Leuchtturms zu putzen, die durch das salzige Meerwasser schnell undurchsichtig wurden.

Lyngvig FyrLyngvig Fyr   

written by Ingrid
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Nørre Lyngvig Camping

Wie schon erwähnt, fuhren wir zum Nørre (Nr.) Lyngvig Campingplatz am Ringkøbing Fjord in der Nähe von Hvide Sande, ein naturbelassener Dünenplatz. Naturbelassen heißt, dass er nicht parzelliert ist. Durch die Lage mitten in den Dünen ergeben sich benutzbare Stellplätze von allein, manche einigermaßen eben, manche voller Sand (-löcher). Da hängt es dann davon ab, was für Reifen man hat und ob Vierradantrieb oder nicht, ob das Mobil schwer ist oder nicht. Es gab viele romantische kleine Buchten, ideal für Zelturlauber. Das alles ist aber hauptsächlich im hinteren Campingplatzbereich so, weiter vorne gibt es auch topfebene Rasenplätze. Wenn alle Plätze belegt sind, was aber nach Angaben der Rezeptionistin noch nie vorgekommen ist, können 4000-5000 Menschen auf dem Campingplatz sein. Da das Gelände riesig ist und durch die Dünen so verschachtelt, wäre das vermutlich aber noch nicht einmal so unangenehm. Außer vielleicht in den Sanitärgebäuden, von denen es aber auch fünf große gibt. Vom hinteren Bereich des Platzes ist man sofort am Strand, muss allerdings ca. 30m runter (macht Spaß) und später wieder rauf (macht etwas weniger Spaß). Es gibt keine Treppe wie in Løkken, nur weichen Sand. Gut für die Oberschenkelmuskulatur!

Lyngvig FyrWir parkten erst einmal, liefen über den Platz und staunten über die Weitläufigkeit. Meine Prioritäten waren: nahe am Strand und mit Blick auf den Leuchtturm! Alle guten Plätze waren natürlich schon belegt, langweilig auf der Wiese stehen unser Platzwollten wir nicht, zum Sanitärhaus mit Chemietoilettenausguss sollte es auch nicht so weit sein. Wir wurden letztendlich doch noch fündig und Big Fix meisterte die Herausforderung mal wieder mit Bravour. Wieder blinkte uns abends ein Leuchtturm an!

Nørre Lyngvig Campingplatz Schattenbildoben auf der DüneDünenlandschaftAusblickauf's Meer

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Von Ost nach West

Auf der Hinfahrt waren wir am Ringkøbing Fjord nur vorbeigefahren, auf der 30km langen Nehrung namens Holmsland Klit, die den Fjord von der offenen Nordsee trennt. Eigentlich hatten wir dort auf einem Campingplatz bleiben wollen, der uns von Steffi und Birgit empfohlen worden war, aber es war uns überall einfach noch zu voll und auch zu teuer. Nachdem wir dann aber noch einen Kommentar von einem Blogleser bekamen, der uns auch genau diesen Campingplatz empfahl, beschlossen wir, nicht an der Ostseeküste weiter südlich, sondern noch einmal quer rüber an die Nordsee zu fahren. Das war eine gute Tagesetappe (für uns!). RaststätteDiesmal wählten wir auch die Autobahn und machten Frühstückspause auf einer offensichtlich brandneuen Raststätte. Wenn noch Absperrböcke gestanden hätten, wäre es verständlich gewesen, dass wir die einzigen Gäste waren, so war es etwas irritierend. Ein sogar für die Hauptsaison sicherlich völlig überdimensionierter Rastplatz, sehr schön geplant und angelegt.

RaststätteRaststätteRaststätte   RaststätteRaststätte

In der Zeit unseres Aufenthaltes kamen zwei weitere Autos und stellten sich rechts von uns auf den Behindertenparkplatz und links von uns auf den nächsten Parkplatz, sodass wir, die wir unser Gespann quer über zwei Plätze geparkt hatten, kaum wieder wegfahren konnten! Man wollte halt nicht so weit zu den Toiletten laufen.

Wir fuhren bis Ringkøbing und blieben für eine Nacht auf dem Stellplatz am Hafen (Ringkøbing Havn, 56°5’10”N/8°14’26”E). Stellplatz Ringkøbing Havn
Dort fanden gerade irgendwelche Windsurfing-Regatten statt, aber zum Glück gab es noch freie Plätze. Wir schauten den Jungs und Mädels ein wenig zu, wie sie vor unserer Nase hin und her flitzten und genossen danach die Ruhe und den Ausblick auf den Fjord.

Ringkøbing-FjordRingkøbing-Fjord

RingkøbingAm nächsten Tag begaben wir uns per Rad in die Innenstadt, die in fußläufiger Entfernung war, wie sich herausstellte. Ein nettes kleines Städtchen mit einer richtigen Fußgängerzone und einer Reihe schöner Geschäfte. Noch besser gefallen hat uns allerdings die alte Fischerhäuschenansammlung direkt neben dem Stellplatz am Hafen.

FischersiedlungFischersiedlung   Fischersiedlung Ringkøbing HavnRingkøbing HavnRingkøbing Havn

written by Ingrid
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(White) Cliffs of Blushøj

Nach unserer Frühstücks- und Fotografierpause im Landgut Skaføgård fuhren wir noch eine ganze Weile durch dichte Wälder, die sicher zum Grundbesitz dieses beeindruckenden Gehöfts gehören. Wir waren inzwischen schon auf der Halbinsel Djursland, aber das reichte uns noch nicht. Wir wollten auf die Halbinsel auf der Halbinsel! Im Süden gibt es noch drei Land-Ausbuchtungen, die äußerste hatte es uns angetan. Auf ihr liegt die Stadt Ebeltoft geschützt in einer der vielen Buchten. Ebeltoft ist bekannt für das kleinste Rathaus und das längste Holzschiff der Welt.

kleinstes Rathaus der Welt längstes Holzschiff der Welt

Die 61 m lange Fregatte Jylland ist eines der letzten, vornehmlich aus Holz gebauten Kriegsschiffe und gilt als das längste Holzschiff der Welt. Die fast ausschließlich aus Eiche gefertigte „Jylland“ lief 1860 vom Stapel und hatte ihren größten Einsatz 1864 in der Schlacht bei Helgoland gegen die Preußisch-Österreichische Flotte. Das über 400 Mann fassende Schiff wurde nach 1960 ohne Masten und Interieur nach Ebeltoft geschleppt und seit 1994, nach 10-jähriger, aufwendiger Restaurierung, liegt es nun in einem Trockendock am Hafen. Info: www.fejo.dk/de/orte/ebeltoft/

Ebeltoft ist eine wirklich hübsches altes Städtchen (Stadtrechte seit 1301) mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern und Kopfsteinpflaster. Wenn wir direkt am Tag nach unserer Ankunft in die Stadt gegangen wären, hätten wir – vielleicht – die Königin und ihren Prinzgemahl mit eigenen Augen sehen können. Die kommen gemeinsam höchstens alle 10-15 Jahre zu einem Besuch und dementsprechend aufgeregt waren alle Untertanen. Es war alles abgesperrt für den Normalverkehr, die ganze Stadt stand Kopf und den Trubel haben wir uns erspart.

EbeltoftEbeltoft EbeltoftEbeltoftEbeltoftEbeltoftGutshofBlushøj-Camping

Wir fuhren noch quer über diese winzige Halbinsel bis an die Kattegatseite. Dort gibt es zwei Campingplätze, einer davon, der “Blushøj Camping” ist terrassenförmig angelegt und von einigen Stellplätzen schaut man von bis zu 35m Höhe auf das Meer. Das war natürlich was für uns! Wir suchten uns einen der spektakulärsten Plätze aus, 5m bis zur Kante (!) und verdrängten den Gedanken, was denn wohl wäre, wenn… Das Wetter war ziemlich wechselhaft, es stürmte, es regnete, dann kam die Sonne mal kurz raus. Unser Ausblick war besser als jedes Fernseh- oder Kinoprogramm, das Meer sah von Minute zu Minute anders aus.

Insel Hjelm

Gegenüber in ca. 5km Entfernung lag die unbewohnte Insel Hjelm, die in Privatbesitz ist. Mit bloßem Auge (wir haben leider unser Fernglas nicht dabei) erkannte man lange Sandstrände, ein großes Wohnhaus und – unübersehbar – den schönen weißen Leuchtturm, der photovoltaisch betrieben wird. Der blinkte uns jeden Abend zu. Blushøj-Camping (Insel Hjelm)Hjelm war bereits in der Steinzeit bewohnt. 1286 wurde die Insel im Zusammenhang mit der Ermordung Erik V. Klippings in Finderup Lade erstmals geschichtlich erwähnt. Blushøj-Camping (Insel Hjelm) Der des Mordes beschuldigte dänische Marschall Marsk Stig befestigte 1290 Hjelm und betrieb von dort aus eine Falschmünzerei. Eine historisch sehr bedeutende Insel für Dänemark also. Ich hätte stundenlang auf das Meer und rüber zur Insel sehen können, die wechselnden Lichtspiele und die Schiffe und Boote beobachten und mir vorstellen, was auf Hjelm wohl so alles passiert sein mag. Liebend gern wären wir mal per Boot rüber gefahren.

Trotz des nicht so guten Wetters blieben wir eine ganze Woche dort und relaxten, fuhren Rad, besuchten Ebeltoft (lohnend) und Grenaa (weniger lohnend) und ließen unsere Seelen von oben über das Meer baumeln. Ich wollte gar nicht mehr weg! Und diese wunderbaren Eindrücke haben wir in einem Extraalbum zusammengefasst, “hier” anzuschauen. 

written by Ingrid
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Richtung Djursland

Am Sonntag wollten wir weiterfahren und verzichteten auf einen Besuch des Städtchens Mariager. Beim Durchfahren sah es allerdings wirklich so aus, als ob ein Besuch sich lohnen würde. Kopfsteinpflaster und schöne alte Häuser! Aber wir wollen ja noch einmal wiederkommen und dann ist es ja nett, noch ein paar Ziele zu haben.

Wir fuhren Richtung Djursland. Das ist die große Halbinsel im Osten Jütlands. Die Suche nach einem Frühstücksplatz gestaltete sich schwierig, da es an dänischen Landstraßen zwar alle paar Meter einen Parkplatz gibt, aber nur in Form einer Straßenausbuchtung. Zum gemütlich Frühstücken nicht geeignet. Uschi studierte die Karte während ich fuhr und schlug einen kleinen Abstecher vor. Ein Schloss namens Skaføgård war verzeichnet und dort würde es sicher “richtige” Parkplätze geben. Die Straße wurde noch enger, aber da Sonntag war, waren wir so gut wie alleine unterwegs. Es ging durch nicht enden wollende Waldgebiete. Am Schloss frischgeschotterte, abgesperrte Parkflächen! Am Ende des ersten Riesengebäudes war eine Einfahrt ohne Zufahrtverbotszeichen. Zwar nur noch Kopfsteinpflaster, aber mit unseren Offroad-Reifen ja kein Problem. Und Highheels besitzen wir gar nicht! SkaføgårdWir stellten erfreut fest, dass es sich um ein Wasserschloss handelte, fuhren bis an den Schlossgraben und frühstückten erst einmal. WirtschaftsgebäudeIn einem Nebengebäude wohnten Leute, man registrierte unsere Anwesenheit, aber niemand wollte etwas von uns. So konnten wir uns später auch ungestört umsehen und unsere Fotos machen. Schnell wurde klar, dass es sich um ein großes Landgut handelt bzw. gehandelt hat. Ob oder was noch bewirtschaftet wird, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Wikipedia weiß aber natürlich mehr! Wir haben also wohl zufällig eines der besterhaltenen Herrenhäuser Dänemarks gefunden. Leider konnte man das Innere nicht besichtigen, da es sich in Privatbesitz befindet. Es wäre sicher interessant gewesen, den 13m² großen, reich verzierten, geschnitzten Eichen-Wandschrank zu sehen, da er als eines der beeindruckendsten Renaissance-Möbelstücke Nordeuropas gilt. Aber da das gesamte Anwesen beeindruckend war, waren wir auch so sehr zufrieden.

Skaføgård SkaføgårdSkaføgårdSkaføgårdSkaføgårdSkaføgårdSkaføgård

written by Ingrid
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Stellplatz mit Leuchtturm oder Leuchtturm mit Stellplatz?

Unser nächstes Ziel hieß Kongsdal Bådelaug, wieder ein Stellplatz an einem Yachthafen in der Nähe des Städtchens Mariager am gleichnamigen Mariager Fjord. Dieser Meeresarm ist mit 38 Kilometern der längste der Kimbrischen Halbinsel und damit auch der längste Jütlands (auch Dänemarks?). Das Städtchen Mariager wurde als lohnend beschrieben. Als lohnend stellte sich schon auf den ersten Blick der Stellplatz heraus: Kongsdal BådelaugMitten darauf stand ein Miniatur-Leuchtturm! Also, es handelte sich schon um einen vollwertigen Leuchtturm, der sicher früher auch Dienst getan hat, aber eben um einen im Mini-Format, verglichen mit seinen “großen” Brüdern. Und leider leuchtete er auch nicht mehr. Aber auch so war er eine Augenweide und wir mussten immer schmunzeln, wenn wir ihn sahen. Wir stellten uns mit Durchfahrbreite neben ihn und erfreuten uns an dem Anblick der Schiffe im Hafen von unserem erhöhten Stellplatz aus. Kongsdal BådelaugAusgewiesen ist der Platz für 50 Mobile. Die würden auf der Schotterfläche aber keinen Platz finden! Bezahlen konnte man wieder per Automat (120 DKK), aber alternativ auch in bar in dem kleinen Bistro. Unsere Erfahrungen in der Handbjerg Marina ließen uns die zweite Variante wählen. Laut Bordatlas war der Strom inklusive. Wir stöpselten an und hatten Strom, bis zum nächsten Morgen um 8, als der Kühlschrank (der sich nicht automatisch umschaltet), mich wach piepste. Keine der vorhandenen Steckdosen an den verfügbaren Stromsäulen gab uns Strom! AussichtIm Bistro waren schon die ersten Bootseigner, aber niemand sprach englisch. Einer der Männer bedeutete Uschi dann, mit ihm zu unserer Stromsäule zurückzugehen, er steckte (s)eine Servicekarte in einen Schlitz, orderte für zweimal 20 DKK Strom und erklärte Uschi mit ein paar Brocken Englisch, sie möge ihm 20 DKK geben und wenn wir nicht alles aufbrauchen, würde er den restlichen Strom schon selbst noch verbrauchen. Wir hatten also offensichtlich das noch vorhandene Stromvolumen unseres Vorgängers verbraucht!

Kongsdal BadelaugAm nächsten Nachmittag, wir hatten uns gerade einen Kaffee gemacht und aßen diese unglaublich leckeren dänischen Zimtschnecken dazu, steuerte zielstrebig ein Paar auf unser Mobil zu. Freundlich lächelnd blieben sie vor unserer offenen Tür stehen, begrüßten uns auf deutsch, hießen uns willkommen in ihrem Yachthafen und fragten, als Clubbeauftragte für die deutschen Gäste, ob alles in Ordnung sei, ob wir irgendwelche Fragen oder Probleme hätten. Ja nun, ein paar Optimierungsvorschläge hätten wir! Es ergab sich eine längere nette Unterhaltung über die Optimierungen, über den Hafen, über Dänemark im Allgemeinen und im Besonderen. Sie leben und arbeiten beide schon seit Jahren in Dänemark, sind die einzigen Deutschen im Yachtclub und haben es sich zur Aufgabe gemacht, alle deutschen Gäste zu begrüßen. Eine nette Geste, wie wir finden! Während dieses Gespräches erfuhren wir auch, dass noch eine Zeltwiese zur Verfügung steht, falls der Stellplatz wirklich mal voll werden würde. Die war oben auf dem “Berg” mit tollem Ausblick über den Fjord.

Zeltwiese und AusweichplatzAusblick auf den HafenAusblick auf den Stellplatz  Ausblick auf den Fjord

Wir plädierten u. a. dafür, dass an dem Kassenautomaten eine besser verständliche Erklärung auf deutsch angebracht sein oder ein Flyer ausliegen sollte, aus dem ersichtlich würde, dass man beim Bezahlen per Kreditkarte diese Servicekarte erhält, mit der man an der Stromsäule dann den Strom aktivieren kann. Außerdem wäre es natürlich gut zu wissen, wieviel kWh man für 20 DKK bekommt. Da wir unseren Verbrauch ja kennen, könnte man dann vermeiden, dass der Kühlschrank mitten in der Nacht piepst. 😉

Gewundert hatten wir uns auch über die kleinen Holzschildchen, auf denen die Platznummern standen. Sehr viel Abstand war da nicht eingeplant. Jetzt kein Problem, da außer uns nur zwei weitere Mobile da waren, aber wenn es voll würde, würde es eng! Wir wurden darüber aufgeklärt, dass es sich hierbei gar nicht um die Nummern für die Stellplätze handeln würde, sondern um die Nummern für die Winterliegeplätze der Schiffe. Muss man ja nur wissen! Demnächst werden die Holzpflöcke im Sommer Stoffsäckchen übergezogen bekommen. 😉   

Kongsdal BadelaugKongsdal Badelaug Kongsdal Badelaug

56°41’3”N/10°4’14”E Kongsdal Bådelaug

Übersichtsplan

written by Ingrid
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